Tigerfisch

Der Tigerfisch (Hydrocynus vittatus) ist ein afrikanischer Raubsalmler mit langen, über die Lippen ragenden Fangzähnen. Er lebt in warmen Flüssen und Seen vom Nil und Niger bis zum Sambesi und Limpopo. Ab etwa 10 cm Länge frisst er fast nur noch Fische und jagt in Trupps gleich großer Artgenossen.

Naturkundetafel eines Tigerfischs
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Lange, fangartige Zähne, die bei geschlossenem Maul über die Kiefer ragen
  2. Dunkle Längsstreifen oberhalb der Seitenlinie
  3. Schwarze Spitzen an Rücken- und Fettflosse, schwarzer Rand der gegabelten Schwanzflosse
Größebis 105 cmGabellänge, bis 28 kg
Alterbis 8 Jahrehöchstes bei FishBase belegtes Alter
MerkmalFangzähneragen bei geschlossenem Maul über die Kiefer
RevierSambesi bis NilHauptzeit im Südsommer

Fangchancen im Jahresverlauf

J◐
F◐
M●
A●
M◐
J○
J○
A○
S◐
O◐
N◐
D◐
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Südliches Afrika (Sambesi, Karibasee, Incomati)), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.

Woran du ihn erkennst

Am Tigerfisch fallen zuerst die Zähne auf: Sie sind lang, fangartig und ragen auch bei geschlossenem Maul über die Kiefer. Der Körper ist gestreckt, oberhalb der Seitenlinie ziehen sich dunkle Längsstreifen, die dem Fisch den Namen gaben.

Rücken- und Fettflosse haben schwarze Spitzen, der Rand der gegabelten Schwanzflosse ist schwarz. Die dunkle Färbung kann bis auf die mittleren Schwanzflossenstrahlen reichen und dort einen sichelförmigen Fleck bilden. Entlang der Seitenlinie zählt man 43 bis 53 Schuppen.

FishBase nennt bis 105 cm Gabellänge und 28 kg, für Weibchen 74 cm. Das höchste belegte Alter liegt bei 8 Jahren, geschlechtsreif wird er mit rund 40 cm.

Im Kongobecken lebt der Goliath-Tigerfisch (Hydrocynus goliath). Er wird laut FishBase bis 133 cm lang und bis 50 kg schwer und ist auf das Kongobecken und den Tanganjikasee beschränkt.

Auch die Gattung selbst ist noch nicht fertig beschrieben: Eine genetische Studie fand in ihr fünf bisher unbekannte Linien, die Systematik ist also noch in Bewegung.

Mit dem Nilbarsch teilt er sich manche Gewässer. Der Nilbarsch hat aber eine geteilte Rückenflosse mit Stacheln, eine gerundete Schwanzflosse und keine Fangzähne.

Wo er steht

Der Tigerfisch ist in weiten Teilen Afrikas verbreitet: in Westafrika von Senegal und Niger bis zum Tschad, im ganzen Kongobecken, im Nil sowie im Süden in Sambesi, Okavango und Limpopo bis hinunter zum Pongolo. Gut bekannt ist er aus dem Karibasee.

Er bevorzugt warmes, sauerstoffreiches Wasser in größeren Flüssen und Seen. In Südafrika ist er wärmeabhängig: Unter 24 °C bewegte er sich in einer Studie am Incomati kaum noch. 18 °C liegen nahe an der Grenze, die er überlebt.

Im Kruger-Nationalpark gilt der Tigerfisch als Spitzenräuber auf einer Stufe mit dem Krokodil. Niedrige Wasserstände durch Wasserentnahme und Dämme machen ihn dort verwundbar, in einer Studie fielen getaggte Fische Schreiseeadlern zum Opfer.

Wie er jagt und wandert

Ab etwa 9 bis 10 cm Länge frisst der Tigerfisch nur noch Fische. Er nimmt, was am häufigsten vorkommt, bevorzugt aber kleine Salmler, Barben und Fische der Gattung Limnothrissa, die im Karibasee vorkommen. Bis auf die größten Exemplare jagen Tigerfische in umherziehenden Trupps gleich großer Fische.

Am Incomati trugen Forscher 41 Tigerfische mit Sendern. Die Fische blieben meist in einem Revier von im Mittel knapp 5 Hektar und legten selten mehr als 730 m zurück. Große Laichwanderungen, wie sie früher beschrieben wurden, fanden sie nicht. Gelaicht wird dort von Oktober bis Februar, wenn die Flüsse Hochwasser führen.

Wann und wo die Saison ist

Im südlichen Afrika ist der Tigerfisch ein Sommerfisch. Am Incomati war er von November bis April aktiv, von Mai bis Oktober bei kühlerem Wasser deutlich weniger. Die Laichzeit fällt auf Oktober bis Februar.

Damit sind die warmen Monate nach dem Laichen, etwa März und April, eine gute Zeit. Im Winter beißt er seltener. Weiter nördlich, etwa im Nil- oder Nigerbecken, gelten andere Jahreszeiten und Wasserstände.

Womit du ihn fängst

Für eine Studie im Kruger-Nationalpark fingen Forscher Tigerfische unter anderem mit Kunstködern an der Angel, außerdem per Elektrofischerei und Zugnetz. Da er kleine Salmler und Barben jagt, passen schlanke Köder, die einen kleinen Fisch imitieren, sowie ein Köderfisch.

Die Fangzähne verlangen ein Vorfach, das sie nicht durchbeißen, in der Regel aus Stahl. Löse den Haken mit einer langen Zange und fasse nicht ins Maul.

Warmes Wasser abwarten: Unter 24 °C bewegt sich der Tigerfisch kaum. Plane eine Reise ins südliche Afrika in den Südsommer.

Schonend zurücksetzen: Tigerfische bleiben in ihrem Revier. Am Incomati kehrten die meisten markierten Fische an ihren Fangplatz zurück, einige aber nie. Die Forscher werten Fangen und Zurücksetzen deshalb als mögliche große Störung.

Passende Köder

Schlanke Kunstköder, die einen Kleinfisch imitieren, oder Köderfisch an Stahlvorfach.

Mehr dazu: Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Metallköder: Spinner, Blinker & Jigs, Tierische Naturköder.

Fangzähne: Stahlvorfach; hakt sich schwer.

Alle Köder im Überblick

Welche Regeln gelten

Der Tigerfisch ist nach der Roten Liste der IUCN weltweit nicht gefährdet, die Bewertung stammt von 2025. Regional setzen ihm Dämme, Wehre und Wasserentnahme zu, besonders in Südafrika.

Angellizenzen und Fangregeln vergeben die Behörden des jeweiligen Landes, in Schutzgebieten wie Nationalparks gelten eigene Vorschriften der Parkverwaltung. Verbindlich ist die Auskunft der zuständigen Behörde vor Ort.

Häufige Fragen (FAQ)

Wann ist die beste Zeit für Tigerfische?

Im südlichen Afrika der Südsommer. Am Incomati waren die Fische von November bis April aktiv, im kühlen Winter kaum. Gelaicht wird von Oktober bis Februar.

Wie groß wird ein Tigerfisch?

FishBase nennt bis 105 cm Gabellänge und 28 kg. Der verwandte Goliath-Tigerfisch aus dem Kongo erreicht bis 133 cm und 50 kg.

Wandert der Tigerfisch zum Laichen?

Am Incomati nicht. Eine Sendermarkierung von 41 Fischen zeigte kleine Reviere und keine großen Laichwanderungen.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

Weiter im Lexikon