Strömer

Der Strömer (Telestes souffia) ist ein schlanker Karpfenfisch aus der Äschenregion, den es in Deutschland nur noch im Süden gibt. Am lebenden Fisch fällt die orangefarbene Seitenlinie sofort ins Auge. Die Art steht in Anhang II der FFH-Richtlinie, gilt in Deutschland als vom Aussterben bedroht und ist kein Zielfisch.

Naturkundetafel eines Strömers
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Gelbe bis orangerote Seitenlinie, oben und unten schmal dunkel gesäumt
  2. Dunkle, violett schimmernde Längsbinde vom Auge bis zur Schwanzflosse, zur Laichzeit am deutlichsten
  3. Leicht unterständiges Maul unter einer stumpfen, vorstehenden Schnauze
Größe12 bis 17 cmFishBase nennt bis 25 cm
MerkmalOrange Seitenliniedazu orange Flossenansätze
StatusVom Aussterben bedrohtRote Liste 2023, FFH-Anhang II
RevierÄschenregionnördlich bis ins Neckargebiet

Fangchancen im Jahresverlauf

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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Strömer ist schlank und fast spindelförmig gebaut, der Kopf wirkt im Verhältnis eher klein. Das Maul sitzt leicht unterständig, die stumpfe Schnauze ragt ein Stück über die Oberlippe hinaus. Die Rückenflosse beginnt ungefähr über dem Ansatz der Bauchflossen.

Das sicherste Merkmal ist die Seitenlinie. Sie ist gelb bis orangerot gefärbt und auf beiden Seiten von einer feinen dunklen Linie begleitet. Orange sind auch die Ansätze der Flossen und der Rand des Kiemendeckels. Rücken und Flanken schimmern graubraun bis silbrig mit bläulichem Glanz, der Bauch ist weiß, die Flossen gelblich bis hellbraun.

In der Laichzeit färben sich beide Geschlechter kräftiger. Dann tritt eine dunkle, violett glänzende Längsbinde hervor, die vom Auge bis zur Schwanzflosse reicht. Die Männchen tragen zusätzlich einen Laichausschlag, also kleine weiße Knötchen am Kopf. Meist misst ein Strömer 12 bis 17 Zentimeter. Der Landesfischereiverband Bayern nennt 24 Zentimeter als Höchstlänge, FishBase 25 Zentimeter.

Im gleichen Flussabschnitt schwimmen oft junge Döbel und Haseln, die eine ähnlich schlanke Form haben. Ihnen fehlt die orange, dunkel gesäumte Seitenlinie. Ein Gutachten für den Fischereiverband in Baden-Württemberg beschreibt genau dieses Farbmuster als so typisch, dass der Strömer damit unverwechselbar ist.

Am ehesten führt der Schneider in die Irre, weil auch er orange Flossenansätze hat und in denselben Gewässern vorkommt. Er ist aber hochrückiger, und seine nach unten gebogene Seitenlinie ist oben und unten von je einer Reihe schwarzer Punkte eingefasst. Beim Strömer ist die Seitenlinie selbst farbig.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Strömer (Telestes souffia) in Seitenansicht
StrömerGelbe bis orangerote Seitenlinie, oben und unten schmal dunkel gesäumt
Naturkundetafel: Schneider (Alburnoides bipunctatus) in Seitenansicht
SchneiderNach unten gebogene Seitenlinie, oben und unten von je einer Reihe schwarzer Punkte eingefasst
Naturkundetafel: Elritze (Phoxinus phoxinus) in Seitenansicht
ElritzeReihe dunkler Querflecken entlang der Flanke, darüber ein silbrig-goldenes Längsband

Wo er lebt

Der Strömer braucht saubere, abwechslungsreiche und rasch fließende Bäche und Flüsse mit Kiesgrund. Sein Schwerpunkt liegt in der Äschenregion. Er kommt aber auch in der unteren Forellenregion, in der Barbenregion sowie in Zu- und Abflüssen von Seen vor. Typische Nachbarn sind Äsche, Bachforelle und Barbe.

Lebenswichtig sind für ihn tiefere, nur schwach durchströmte Gumpen, also ausgespülte Kolke. Dort ruht er und dort überwintert er. Fehlen solche Stellen im Hauptgewässer, muss er ungehindert in Seitenbäche ausweichen können. Junge Strömer stehen in ruhigen Bereichen am Rand, etwa in Seitengräben.

In Deutschland lebt die Art nur im Süden, nennenswerte Bestände gibt es vor allem in Baden-Württemberg. Laut Bundesamt für Naturschutz verläuft die nördliche Grenze im Einzugsgebiet des Neckars. Früher reichte das Areal bis in den Main. In Hessen gilt der Strömer heute als verschollen, ein Wiederansiedlungsversuch in den 1990er Jahren führte dort zu keiner natürlichen Vermehrung. Außerhalb Deutschlands lebt er in Österreich, der Schweiz, Frankreich und auf dem westlichen Balkan.

Wie er lebt und laicht

Strömer leben gesellig in Gruppen. Erwachsene Fische pendeln zwischen schnell überströmten Abschnitten, in denen sie fressen, und strömungsarmen Ruhezonen. Gefressen werden vor allem kleine wirbellose Tiere, daneben Algen und anderes pflanzliches Material.

Geschlechtsreif wird der Strömer frühestens im zweiten, meist im dritten Lebensjahr, mit etwa 11 Zentimetern Länge. Gelaicht wird je nach Quelle zwischen März und Juni, meist nach nur kurzen Laichwanderungen. Die Fische suchen flache, überströmte Kiesbänke auf und laichen bei rund 10 bis 12 °C. Ein Weibchen legt 1.500 bis 6.000 klebrige Eier von etwa 2 Millimetern, die im Lückenraum zwischen den Kieseln haften.

Haben die Larven ihren Dottersack aufgebraucht, leben sie im freien Wasser. Ab etwa einem Zentimeter Länge stehen sie in kleinen Schwärmen gegen die Strömung.

Bedroht ist die Art vor allem durch Querbauwerke, Gewässerverbau und Verschmutzung. Zu viele Nährstoffe lassen Kiesbänke veralgen, dann taugen sie nicht mehr als Laichplatz. Ein Steckbrief für Hessen nennt zusätzlich Forellenbesatz, weil er den Fraßdruck auf den Kleinfisch erhöhen kann.

Gibt es eine Saison?

Für den Strömer gibt es keine Angelsaison, er ist kein Zielfisch. Im Jahreslauf wechselt er zwischen Sommer- und Winterlebensraum: Den Winter verbringt er in tiefen, ruhigen Gumpen, im Frühjahr zieht er zum Laichen auf die Kiesbänke.

Gerade im Frühjahr ist er am leichtesten zu erkennen, weil die dunkle Längsbinde dann besonders deutlich hervortritt.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Beifang tust

Der Strömer wird nicht beangelt. In Gewässern, in denen er vorkommt, kann er trotzdem einmal an einen kleinen Haken gehen, der für Äsche oder Döbel gedacht war.

Dann löst du den Haken im Wasser und fasst den Fisch nur mit nassen Händen an, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Setze ihn in derselben Gewässerstrecke zurück. Ein Strömer ist geschützt und wird nicht entnommen.

Nachweise seltener Arten sind für Fischereivereine und Behörden wertvoll. Notiere Gewässer, Abschnitt und Datum und mache, wenn es schnell geht, ein Foto im Kescher.

Auf die Seitenlinie achten: Ein kleiner, schlanker Weißfisch mit orangefarbener, dunkel gesäumter Seitenlinie ist in einem süddeutschen Kiesfluss sehr wahrscheinlich ein Strömer. Behandle ihn wie eine geschützte Art.

Im Wasser lösen: Halte eine Lösezange bereit und arbeite im Kescher unter Wasser. So bleibt die Schleimhaut des Fisches unverletzt, und er ist nach Sekunden wieder frei.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Vom Aussterben bedroht und FFH-Art: nicht gezielt beangeln, Beifang sofort schonend im Wasser zurücksetzen.

Alle Köder im Überblick

Schutz und Regeln

Der Strömer steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 in Kategorie 1, vom Aussterben bedroht, und in Anhang II der FFH-Richtlinie. Seinen Erhaltungszustand in der kontinentalen Region bewertet das Bundesamt für Naturschutz als ungünstig-schlecht. Weltweit führt die IUCN die Art als nicht gefährdet (Least Concern).

In Bayern führt die Fischereiverordnung den Strömer als ganzjährig geschonte Art. Fische, die in der Schonzeit gefangen werden, müssen dort sofort und sorgfältig in dieselbe Gewässerstrecke zurückgesetzt werden.

In den anderen Bundesländern gelten eigene Regeln. Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich einen Strömer mitnehmen?

Nein. Die Art ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und in Bayern ganzjährig geschont. Ein gefangener Strömer wird sofort schonend zurückgesetzt. Für andere Bundesländer gilt die jeweilige Fischereiverordnung.

Woran erkenne ich einen Strömer am schnellsten?

An der gelb bis orangerot gefärbten, dunkel gesäumten Seitenlinie und an den orangen Flossenansätzen. Zur Laichzeit kommt eine dunkle Längsbinde vom Auge bis zum Schwanz dazu.

Wo gibt es in Deutschland noch Strömer?

Nur im Süden. Die wichtigsten Bestände liegen in Baden-Württemberg, die nördliche Grenze verläuft im Einzugsgebiet des Neckars. In Hessen gilt die Art als verschollen.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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