Tarpon

Der Tarpon (Megalops atlanticus) ist ein großer, silbern glänzender Küstenfisch des Atlantiks. Er kann Luft atmen, wird über zwei Meter lang und ist in Florida für seine Sprünge im Drill bekannt. Dort darf er nur in Ausnahmefällen entnommen werden.

Naturkundetafel eines Tarpons
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Oberständiges Maul, Unterkiefer weit vorgeschoben
  2. Sehr große, silbern glänzende Schuppen an den Flanken
  3. Letzter Rückenflossenstrahl zu einem langen Faden ausgezogen
Größebis 250 cmbis etwa 161 kg
Alterüber 50 JahreWeibchen älter als Männchen
StatusVulnerableIUCN, weltweit gefährdet
SaisonApril bis JuniHauptzug in den Florida Keys

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
M◐
A●
M◐
J◐
J◐
A◐
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O◐
N○
D○
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Florida und Golf von Mexiko), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.

Woran du ihn erkennst

Am auffälligsten sind die großen, silbern glänzenden Schuppen an den hohen Flanken. Der Rücken ist dunkelblau bis grünlich schwarz, bei Fischen aus dem Binnenland eher bräunlich oder messingfarben. Rücken- und Schwanzflosse haben dunkle Ränder. Das Maul ist oberständig, der Unterkiefer ragt weit nach vorn.

Alle Flossen bestehen aus weichen Strahlen. Die Rückenflosse ist vorn hoch, ihr letzter Strahl ist zu einem kräftigen Faden verlängert. Die Schwanzflosse ist tief gegabelt. Im großen Maul sitzen nur sehr feine Zähne, Beute wird daher meist im Ganzen geschluckt.

Eine Besonderheit ist die Schwimmblase: Sie ist mit der Speiseröhre verbunden und wird mit Luft von der Oberfläche gefüllt. Deshalb rollen Tarpon immer wieder an der Oberfläche. Laut FishBase wird der Tarpon bis 250 Zentimeter lang und 161 Kilogramm schwer, üblich sind rund 130 Zentimeter. Weibchen werden laut Florida Museum über 50 Jahre alt, Männchen über 30.

Mit seinen großen Schuppen und dem vorgeschobenen Unterkiefer ist der ausgewachsene Tarpon kaum zu verwechseln. Die einzige weitere Art der Gattung ist der Indopazifische Tarpon (Megalops cyprinoides).

Verwandt ist er mit dem Bonefish: Beide durchlaufen ein durchsichtiges, bandförmiges Larvenstadium wie Aale. In Florida teilt er Pässe und Mangrovenkanten oft mit dem Snook.

Wo er steht

Auf beiden Seiten des Atlantiks verbreitet, im Westen von Nova Scotia bis Argentinien, im Osten an der Küste Westafrikas. Schwerpunkt im Westatlantik sind der Golf von Mexiko, Florida und die Westindischen Inseln.

Der Tarpon lebt an Küsten, in Buchten, Flussmündungen und von Mangroven gesäumten Lagunen, meist nicht tiefer als 30 Meter. Er verträgt Süß- bis stark salziges Wasser und zieht weit die Flüsse hinauf. Begrenzt wird er vor allem durch die Temperatur: Plötzliche Kälteeinbrüche haben schon viele Tarpon getötet, bei Kälte weichen sie in wärmeres, tieferes Wasser aus.

Wie er lebt und laicht

Junge Tarpon fressen Plankton und kleine Fische. Erwachsene jagen im Freiwasser vor allem Meeräschen, Pinfish, Meereswelse, Hornhechte, Sardinen, Garnelen und Krabben, und zwar am Tag wie in der Nacht.

Tarpon wachsen langsam und werden erst mit sechs bis sieben Jahren bei etwa 1,2 Metern Länge geschlechtsreif. Zum Laichen ziehen sie weit hinaus aufs offene Meer, meist von Mai bis Juli. Ein zwei Meter langes Weibchen trägt rund zwölf Millionen Eier. Strömungen tragen die Larven danach in küstennahe Kinderstuben, etwa in Flussmündungen. Große Haie wie Bullen- und Hammerhaie sind die wichtigsten Feinde erwachsener Tarpon.

Wann und wo die Saison ist

In den Florida Keys gelten April bis Juni als Hauptmonate, weil dann große Tarpon entlang der Küste ziehen. In der Studie der Florida-Fischereibehörde zum Boca Grande Pass an der Westküste lief die Saison von April bis Juli.

Im Winter weichen die wärmeliebenden Fische Kälteeinbrüchen aus und stehen tiefer.

Womit er gefangen wird

In Florida darf der Tarpon nur mit Rute und Leine gefangen werden. Im Boca Grande Pass fischen Guides vor allem mit lebendem Köder. Daneben dokumentierte die Fischereibehörde tote Köder am Grund, Kunstköder und frei treibende Krabben ohne Blei. Mit lebendem Köder wurden in der Studie mehr Fische gelandet, mit Kunstködern im Schnitt größere.

Gehakte Tarpon sind für ihre hohen Sprünge bekannt. Mehrfachhaken an Naturködern und das gezielte Reißen (Snagging) sind in Florida verboten. Ein Kreishaken, also ein Haken mit nach innen gebogener Spitze, senkt nach einer Studie aus Puerto Rico das Risiko, dass der Fisch tief schluckt.

Erst ermüden, dann lösen: Das Florida Museum rät, einen noch kräftigen Tarpon nicht ans Boot zu holen. Große Fische können sich beim Lösen heftig wehren und Menschen verletzen. Lass den Fisch neben dem Boot im Wasser.

Haie und Luftzeit: In der Boca-Grande-Studie starben knapp 10 Prozent der freigelassenen Tarpon nachweislich durch Haie. Halte den Drill so kurz wie möglich und den Fisch im Wasser. Die Studie aus Puerto Rico empfiehlt, die Luftzeit auf höchstens zwei Minuten zu begrenzen.

Passende Köder

Lebende Köderfische und Krabben, tote Köder am Grund und Kunstköder.

Mehr dazu: Tierische Naturköder, Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder.

In Florida nur Catch and Release; große Tarpon im Wasser lösen

Alle Köder im Überblick

Was du in Florida beachten musst

Florida bewirtschaftet den Tarpon laut Kapitel 68B-32 des Florida Administrative Code als reine Catch-and-release-Fischerei. Behalten darf ihn nur, wer einen Welt- oder Staatsrekord melden will und vorher eine Tarpon-Marke (Tag) gekauft hat, höchstens eine pro Jahr. Größere Tarpon dürfen nicht aus dem Wasser gehoben werden, die Grenze steht in Regel 68B-32.004. Kauf und Verkauf sind verboten. Den aktuellen Regeltext findest du auf flrules.org.

Zusätzlich brauchst du für das Angeln im Salzwasser in der Regel eine Lizenz, für Gäste gibt es sie auch für drei oder sieben Tage (Florida Statutes 379.354). In anderen Ländern gelten eigene Regeln, verbindlich ist die Fischereibehörde vor Ort. Die IUCN stuft den Tarpon seit 2018 als gefährdet ein (Vulnerable).

Häufige Fragen (FAQ)

Darf man in Florida einen Tarpon mitnehmen?

Nur mit einer vorher gekauften Tarpon-Marke und nur, wenn der Fisch für einen Welt- oder Staatsrekord gemeldet werden soll. Sonst gilt Catch and Release.

Warum kommt der Tarpon an die Oberfläche?

Er atmet zusätzlich Luft. Seine Schwimmblase ist mit der Speiseröhre verbunden, so kann er auch in sauerstoffarmem Wasser leben.

Wann ist Tarpon-Saison in Florida?

In den Florida Keys vor allem von April bis Juni, an der Westküste bei Boca Grande von April bis Juli. Im Winter weichen die wärmeliebenden Fische Kälteeinbrüchen aus.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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