Die Große Bernsteinmakrele (Seriola dumerili), unter Anglern meist Amberjack genannt, ist eine große Stachelmakrele aus der Gattung Seriola. Sie steht an Wracks, Riffen und Felsen warmer Meere und gilt in den USA als Trophäenfisch, der Gerät und Angler stark fordert.
- Dunkler Streifen von der Schnauze durch das Auge bis vor die erste Rückenflosse
- Bernsteinfarbenes Längsband entlang der Flankenmitte
- Lange zweite Rückenflosse, deutlich länger als die Afterflosse, keine Knochenschilde am Schwanzstiel
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für das Heimatrevier (Südostküste der USA und Golf von Mexiko), kein Messwert und keine Garantie. Verbindlich sind die Regeln des Reiselandes.
Woran du sie erkennst
Der Körper ist gestreckt und spindelförmig, der Kopf kurz und spitz, die Augen sind eher klein. Der Rücken ist bräunlich oder blaugrau bis olivgrün, der Bauch silbrig weiß. Entlang der Flankenmitte zieht oft ein bernsteinfarbenes Band, das der Art den Namen gibt.
Typisch ist ein dunkler Streifen, der von der Schnauze durch das Auge bis vor die erste Rückenflosse läuft. Laut NOAA Fisheries tritt er deutlicher hervor, wenn der Fisch frisst oder erregt ist. Die zweite Rückenflosse ist viel länger als die Afterflosse, die Schwanzflosse tief gegabelt. Anders als viele andere Stachelmakrelen haben Seriola-Arten keine Knochenschilde (Scuten) entlang der Seitenlinie. Jungfische sind gelblich und tragen fünf bis sechs dunkle Querbinden.
FishBase nennt eine übliche Länge von einem Meter, höchstens 1,9 Meter und 80,6 Kilogramm. Nach dem Florida Museum wiegen die meisten Fische um 18 Kilogramm. Weibchen werden größer und älter als Männchen. Beim Höchstalter nennt FishBase 15 Jahre, NOAA Fisheries 17 Jahre.
Verwechselt wird der Amberjack vor allem mit nahen Verwandten: der Kleinen Bernsteinmakrele (Seriola fasciata), der Almaco-Makrele (Seriola rivoliana) und der Gebänderten Seriola (Seriola zonata). Sicher trennen lassen sie sich laut Florida Museum über die Zahl der Kiemenreusendornen, das sind fingerförmige Fortsätze am ersten Kiemenbogen, und über die Länge der Afterflosse. Der Amberjack hat 11 bis 19 Kiemenreusendornen, die Kleine Bernsteinmakrele und die Almaco-Makrele haben mehr als 20.
Vom Giant Trevally und anderen Caranx-Arten unterscheidet ihn der glatte Schwanzstiel ohne Knochenschilde. Auch kleine Flösselchen hinter Rücken- und Afterflosse fehlen ihm.
Wo sie steht
Die Art kommt weltweit in tropischen und warm-gemäßigten Meeren vor. Im Westatlantik reicht ihr Gebiet von Nova Scotia bis Brasilien, einschließlich Golf von Mexiko und Karibik. Im Ostatlantik lebt sie von Marokko bis ins Mittelmeer, an den britischen Küsten tauchen nur Irrgäste auf.
Laut FishBase hält sie sich zwischen 1 und 385 Metern auf, meist in 18 bis 72 Metern. Ältere Jungfische und Erwachsene sammeln sich an Riffen, Felsen und Wracks. Jungfische ziehen in Schwärmen unter Sargassum-Matten (treibenden Braunalgen) im offenen Meer und wechseln mit fünf bis sechs Monaten an den Grund. Manche Bestände bleiben ortstreu, andere wandern.
Wie sie frisst und laicht
Der Amberjack jagt Fische am Grund und im Freiwasser, dazu Kalmare und Krebstiere. Zur Beute zählen etwa Großaugen-Stachelmakrelen und Sardinen. Jungfische fressen Plankton. Junge Fische leben in Schwärmen, mit dem Alter nimmt das ab, die ältesten Tiere sind überwiegend Einzelgänger.
Gelaicht wird im Westatlantik vor der Küste von März bis Juni, laut NC DMF mit Höhepunkt im Mai oder Juni. Laichplätze sind Riffe und Wracks. Ein Weibchen gibt in einer Laichzeit zwischen 18 und 59 Millionen Eier ab. Geschlechtsreif werden die Fische mit drei bis fünf Jahren.
Wann und wo die Saison ist
An Wracks und Riffen ist der Amberjack das ganze Jahr anzutreffen. Studien zeigen laut der Fischereibehörde von North Carolina, dass Fische im Frühjahr von den Carolinas nach Südostflorida ziehen. Vor Florida leben manche Bestände dauerhaft, andere kommen nur zeitweise aus dem Südatlantik in küstennahe Gewässer.
Die Fangmöglichkeiten hängen stark von den Schonzeiten ab: Im Golf ist die Freizeitfischerei während eines Teils des Sommers geschlossen, um das Laichen zu fördern. An der Atlantikküste ist im April die Berufsfischerei gesperrt, weil die Fische dann zum Laichen dicht stehen. Prüfe vor jeder Tour die aktuelle Saison.
Wie sie gefangen wird
Freizeitangler fangen den Amberjack mit Haken und Leine, meist vom Boot über Wracks und Riffen. Die Fischereibehörde von North Carolina nennt das Driften mit lebenden Köderfischen oder Fischstücken und das Schleppen mit Blinkern und anderen tief laufenden Kunstködern. Mit Futter (Chum) lassen sich Schwärme am Boot halten. Oft beißen Amberjacks auch beim Angeln auf Königsmakrelen.
Der Drill ist hart, die Behörde beschreibt den Amberjack als kräftigen Kämpfer, der das Gerät auf die Probe stellt. Weil er über Wracks steht und nach dem Biss Richtung Grund zieht, berichten Angler, dass schnelles Abheben vom Grund über den Erfolg entscheidet.
Augenstreifen und Schwanzstiel prüfen: Für die richtige Art und damit die richtige Regel lohnt der Blick auf den dunklen Augenstreifen und den glatten Schwanzstiel ohne Knochenschilde. Bei ähnlichen Seriola-Arten hilft nur das Zählen der Kiemenreusendornen.
Passende Köder
Lebender Köderfisch oder Fischstücke beim Driften über Wracks, beim Schleppen Blinker und tief laufende Wobbler.
Mehr dazu: Tierische Naturköder, Metallköder: Spinner, Blinker & Jigs, Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder.
US-Schonzeiten und Limits bei der zuständigen Behörde prüfen
Was vor Ort gilt
Den Amberjack verwalten NOAA Fisheries und die Fischereiräte für den Golf von Mexiko und den Südatlantik. Es gelten Mindestmaße, Tages- und Fahrtlimits sowie Schonzeiten. Der Bestand im Golf gilt seit 2001 als überfischt und wird nach einem Wiederaufbauplan bewirtschaftet, der Bestand im Südatlantik ist nicht überfischt. Konkrete Zahlen nennen wir nicht: Verbindlich sind die Regeln der zuständigen Behörde vor Ort.
In den Küstengewässern der Bundesstaaten brauchst du deren Angellizenz, in North Carolina etwa die Coastal Recreational Fishing License. Auf der Roten Liste der IUCN ist die Art weltweit als nicht gefährdet eingestuft (Least Concern, Bewertung von 2013).
Ciguatera ist eine Vergiftung durch Algengifte, die sich in Fischen aus Regionen mit Korallenriffen anreichern können. FishBase verzeichnet beim Amberjack Berichte über Ciguatera in manchen Gebieten. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung sind küstennah lebende Raubfische wie Makrelen, Snapper und Zackenbarsche besonders betroffen. Ob ein Fisch belastet ist, lässt sich weder an Aussehen, Geruch noch Geschmack erkennen, und Kochen, Braten oder Einfrieren baut das Gift nicht ab. Wer nach einer Fischmahlzeit Beschwerden hat, sucht ärztliche Hilfe. Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Beratung.
Häufige Fragen (FAQ)
Woran erkenne ich einen Amberjack?
Am dunklen Streifen von der Schnauze durch das Auge bis vor die Rückenflosse, am bernsteinfarbenen Längsband und am glatten Schwanzstiel ohne Knochenschilde.
Wo steht der Amberjack?
An Wracks, Riffen und Felsen, meist in 18 bis 72 Metern Tiefe. Jungfische leben unter treibendem Sargassum im offenen Meer.
Wie groß wird ein Amberjack?
Üblich ist etwa ein Meter. FishBase nennt als Höchstwerte 1,9 Meter und 80,6 Kilogramm, die meisten Fische wiegen um 18 Kilogramm.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Seriola dumerili, Greater amberjack
- NOAA Fisheries: Greater Amberjack
- Florida Museum of Natural History: Seriola dumerili (Greater amberjack)
- North Carolina Division of Marine Fisheries: Greater Amberjack (Species Profile)
- Wikipedia: Große Bernsteinmakrele
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Ciguatera – Fragen und Antworten (16. Mai 2022)
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