Die Groppe oder Mühlkoppe (Cottus gobio) ist ein kleiner, schuppenloser Bodenfisch mit breitem Kopf, der unter Steinen in kühlen, klaren Bächen lebt. Sie hat keine Schwimmblase und bewegt sich ruckartig über den Grund. Die Art steht in Anhang II der FFH-Richtlinie und ist kein Zielfisch.
- Großer, breiter Kopf mit weitem, endständigem Maul
- Große, fächerförmige Brustflossen und getrennte, brustständige Bauchflossen
- Kräftiger Dorn am Kiemendeckel
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du sie erkennst
Die Groppe hat einen keulenförmigen Körper mit großem, breitem Kopf und weitem, endständigem Maul. Beim Männchen ist der Kopf breiter, beim Weibchen spitzer. Die Haut ist glatt und ohne Schuppen. Meist wird sie 10 bis 15 Zentimeter lang, FishBase nennt 18 Zentimeter als Höchstlänge.
Auffällig sind die großen Brustflossen. Die Bauchflossen sitzen weit vorn auf Höhe der Brustflossen und sind nicht miteinander verwachsen. Die beiden Rückenflossen gehen ineinander über. Am Kiemendeckel trägt die Groppe je einen kräftigen Dorn. Eine Schwimmblase hat sie nicht, deshalb liegt sie auf dem Grund.
Die Färbung richtet sich stark nach dem Untergrund. Meist ist die Oberseite grau, ocker oder braun mit unregelmäßigen Flecken, die Unterseite heller. Auf Steinen ist eine ruhende Groppe kaum zu entdecken.
Häufig wird die Groppe mit Grundeln verwechselt, etwa mit der Marmorierten Grundel oder der Schwarzmundgrundel. Der sichere Unterschied liegt an der Unterseite: Bei Grundeln sind die Bauchflossen zu einer Saugscheibe verwachsen, bei der Groppe stehen sie getrennt.
Innerhalb Deutschlands gibt es zudem mehrere Koppen-Arten. Die Rote Liste von 2023 führt neben Cottus gobio unter anderem die Rhein-Koppe als eigene Art. Für Angler genügt meist der Name Groppe, für Bestandsdaten zählt die genaue Art.
Im direkten Vergleich


Wo sie lebt
Die Groppe ist ein typischer Begleitfisch der Forellenregion und lebt in klaren, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen sowie in sommerkühlen Seen. Sie braucht steinigen, kiesigen oder sandigen Grund mit vielen Lücken, in denen sie sich verstecken kann. Wikipedia nennt Vorkommen bis in etwa 2000 Meter Höhe.
In Deutschland kommt sie nach Angaben des Bundesamts für Naturschutz (BfN) in allen Bundesländern außer Berlin und Bremen vor, mit Schwerpunkt in den Mittelgebirgen.
Weil sie schlecht schwimmt, können schon niedrige Schwellen für sie unüberwindbar sein. Gewässerverbau, Querbauwerke und Verschmutzung schaden ihr. Verschlammt das Lückensystem im Bachbett, verliert sie Verstecke und Laichplätze. Das BfN nennt außerdem starken Besatz mit räuberischen Arten wie der Forelle als Beeinträchtigung.
Wie sie jagt und ihre Brut bewacht
Tagsüber hält sich die Groppe unter Steinen versteckt, aktiv wird sie vor allem in der Dämmerung und nachts. Sie schwimmt kaum, sondern bewegt sich mit gespreizten Brustflossen ruckartig über den Grund.
Sie frisst kleine Bodentiere, vor allem Insektenlarven und Bachflohkrebse. Ältere Literatur beschreibt sie als Laichräuber, und auch der Landesfischereiverband Bayern zählt Fischlaich und Brut zur Nahrung, laut FishBase sind Fischeier und Fischlarven entgegen älterer Literatur aber kein häufiger Bestandteil.
Gelaicht wird je nach Gewässer zwischen Februar und Mai. Das Weibchen heftet seine rosa bis gelblichen Eier in Klumpen an die Unterseite eines hohl liegenden Steins oder in eine Grube, die das Männchen vorbereitet hat. Mehrere Weibchen können in dieselbe Höhle ablaichen. Das Männchen bewacht das Gelege nach FishBase etwa drei Wochen lang.
Ein Weibchen legt nach Angaben des BfN 50 bis 1.000 Eier. Manche Groppen sind schon am Ende des ersten Jahres geschlechtsreif. In warmen Gewässern werden sie zwei bis vier Jahre alt, in kühlen bis zu zehn.
Gibt es eine Saison?
Eine Angelsaison gibt es für die Groppe nicht. Sie wird nicht gezielt beangelt.
Im späten Winter und Frühjahr laichen die Groppen, und die Männchen sitzen dann wochenlang unter ihren Steinen über dem Gelege. Wer in dieser Zeit in einem Forellenbach watet, sollte Kiesbänke und flache, steinige Abschnitte möglichst meiden und keine Steine umdrehen.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Was du bei einem Beifang tust
Die Groppe ist kein Zielfisch und wird nicht gezielt beangelt.
Hängt doch einmal eine am Haken, löse ihn im Wasser oder mit nassen Händen und setze die Groppe sofort an derselben Stelle zurück. Achte beim Anfassen auf den Dorn am Kiemendeckel. Fotos machst du am besten im flachen Wasser, nicht an Land.
Unten nachsehen: Getrennte Bauchflossen: Groppe. Zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen: Grundel.
Steine liegen lassen: Drehe in Groppenbächen keine Steine um. Darunter sitzen im Frühjahr Männchen, die ihre Eier bewachen.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
FFH-Art: nicht gezielt beangeln, Beifang sofort schonend zurücksetzen; Schonzeiten regelt das Landesrecht.
Was du beachten musst
Die Groppe steht in Anhang II der FFH-Richtlinie. In der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 gilt die Koppe (Cottus gobio) als ungefährdet, langfristig ist ihr Bestand jedoch mäßig zurückgegangen.
Ob und wann sie gefangen werden darf, regeln die Länder. In Bayern hat die Koppe nach der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz eine Schonzeit im Frühjahr. Lebensfähige Fische, die während der Schonzeit gefangen werden, sind dort unverzüglich und sorgfältig in dieselbe Gewässerstrecke zurückzusetzen.
Schonzeiten, Mindestmaße und Fangverbote legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land und Gewässer. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Groppe dasselbe wie Mühlkoppe?
Ja. Groppe, Koppe und Mühlkoppe sind Namen für Cottus gobio. In Deutschland gibt es außerdem nahe verwandte Koppen-Arten wie die Rhein-Koppe.
Wie unterscheide ich Groppe und Grundel?
An den Bauchflossen. Bei der Groppe stehen sie getrennt, bei Grundeln sind sie zu einer Saugscheibe verwachsen.
Frisst die Groppe Forellenlaich?
Gelegentlich wird Fischlaich als Nahrung genannt. Laut FishBase stehen Eier und Larven anderer Fische aber nur selten auf ihrem Speiseplan. Sie frisst vor allem Insektenlarven und Bachflohkrebse.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon – Mühlkoppe (Groppe, Koppe)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Cottus gobio (FFH-Anhang II, Verbreitung, Biologie, Gefährdung)
- Rote-Liste-Zentrum: Koppe, Cottus gobio (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: ungefährdet)
- Rote-Liste-Zentrum: Rhein-Koppe, Cottus rhenanus (eigene Art in der Roten Liste 2023)
- FishBase: Cottus gobio, Bullhead (Größe, Alter, Lebensraum, Brutpflege)
- FishBase: Neogobius melanostomus, Round goby (Bauchscheibe)
- Wikipedia: Groppe
- LAWA-Projekt O 10.20 (Leibniz-IGB, 2021): Temperaturempfindlichkeiten der Fischgemeinschaften
- Bayern.Recht: Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes (AVBayFiG) mit Anlage Schonzeiten
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