Die Bachschmerle (Barbatula barbatula) ist ein kleiner, marmorierter Bodenfisch mit sechs Barteln, der tagsüber unter Steinen in klaren Bächen steckt. Sie ist in Deutschland häufig und ungefährdet. Gezielt beangelt wird sie nicht. Für Angler lohnt sich der genaue Blick, weil mehrere Bodenfische Barteln tragen.
- Sechs Barteln am Oberkiefer vor dem unterständigen Maul
- Sandfarbene bis bräunliche Flanken mit dunkler Marmorierung und hell abgesetzter Seitenlinie
- Fast gerade, hinten leicht eingekerbte Schwanzflosse
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du sie erkennst
Die Bachschmerle hat einen langgestreckten, walzenförmigen Körper, der nur im Schwanzteil seitlich etwas abgeflacht ist. Der Kopf ist flach, das Maul sitzt unterständig. Am Oberkiefer trägt sie sechs Barteln. Die vorderen Nasenöffnungen sind zu kleinen Röhrchen verlängert. Die Schuppen sind sehr klein, die Haut ist von einer dicken Schleimschicht bedeckt.
Die Färbung passt sich der Umgebung an. Rücken und Flanken sind sandfarben bis bräunlich mit dunkler Marmorierung, der Bauch ist weißlich. Die Seitenlinie hebt sich hell ab und ist gut zu sehen. Die Schwanzflosse ist fast gerade und hinten leicht eingekerbt.
Meist wird die Bachschmerle 8 bis 12 Zentimeter lang, die Weibchen werden größer als die Männchen. FishBase nennt 21 Zentimeter als Höchstlänge.
Bodenfische mit Barteln gibt es mehrere, deshalb lohnt das Zählen. Der Gründling hat nur zwei kurze Barteln in den Mundwinkeln und deutlich größere Schuppen. Die junge Barbe trägt vier Barteln an der Oberlippe und eine rüsselartige Schnauze.
Der Schlammpeitzger hat zehn Barteln, wird größer und lebt im Schlamm stiller Gewässer. Der Steinbeißer (Dorngrundel) hat zwar ebenfalls sechs Barteln, aber einen seitlich stark abgeflachten Körper und einen beweglichen, zweispitzigen Dorn unter dem Auge. Der Bachschmerle fehlt dieser Dorn.
Im direkten Vergleich


Wo sie lebt
Die Bachschmerle lebt in klaren, flachen Bächen und Flüssen mit Kies- und Steingrund, seltener in den Uferzonen sauberer Seen. FishBase nennt außerdem sandige Kanäle. Junge Schmerlen stehen auf Sand in ruhiger Strömung, mit dem Wachstum wechseln sie auf Kies und in schnelleres Wasser.
Sie ist robuster als viele andere Kleinfische. Mäßige organische Belastung und begradigte Abschnitte verträgt sie laut FishBase, gegen Schwermetalle ist sie dagegen sehr empfindlich. Bei grober Verschmutzung verschwindet sie, gehört aber zu den ersten Arten, die ein Gewässer nach einer Verbesserung wieder besiedeln.
Eine Besonderheit meldet Wikipedia aus Baden-Württemberg: 2017 wurde bekannt, dass im Höhlensystem des Aachtopfs Bachschmerlen leben. Die Tiere sind weitgehend pigmentlos, haben zurückgebildete Augen und gelten als erster bekannter Höhlenfisch Europas.
Wie sie frisst und laicht
Tagsüber versteckt sich die Bachschmerle unter Steinen und Wurzeln. In der Dämmerung und nachts durchwühlt sie Kies und Sand nach Nahrung: Bachflohkrebse, Zuckmückenlarven und andere Insektenlarven, Würmer und auch Fischlaich.
Sinkt der Sauerstoffgehalt, schluckt sie an der Oberfläche Luft und nimmt den Sauerstoff über den Darm auf. Diese Darmatmung teilt sie mit dem Schlammpeitzger.
Gelaicht wird im Frühjahr, nach dem Landesfischereiverband Bayern von März bis Mai, nach Wikipedia bis Juni und in manchen Beständen bis August. Beide Geschlechter tragen dann einen feinen Laichausschlag. Die klebrigen Eier werden in Portionen im flachen Wasser über sauberem Kies abgegeben. Laut FishBase kann ein Weibchen eine Zeit lang täglich laichen. Geschlechtsreif werden Bachschmerlen nach ein bis zwei Jahren.
Wann du sie siehst
Eine Angelsaison gibt es für die Bachschmerle nicht. Weil sie nachts aktiv ist und tagsüber unter Steinen liegt, bekommst du sie selten zu sehen.
Im Frühjahr laichen die Schmerlen über sauberem Kies im Flachwasser. Wer dann in kleinen Bächen watet, schont flache Kiesstrecken am besten.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Was du bei einem Beifang tust
Die Bachschmerle ist kein Zielfisch. Geht sie beim Grundangeln mit kleinem Köder doch einmal an den Haken, löse sie im Wasser oder mit nassen Händen und setze sie zurück.
Ob du Bachschmerlen als Köderfisch fangen und verwenden darfst, regeln Landesrecht und Gewässerordnung. Lebende Köderfische sind in Bayern verboten.
Barteln zählen: Zwei Barteln: Gründling. Vier mit langer Schnauze: junge Barbe. Sechs ohne Dorn unter dem Auge: Bachschmerle. Zehn: Schlammpeitzger.
Steine zurücklegen: Hast du beim Waten oder Köderfischfang einen Stein angehoben, lege ihn wieder an seinen Platz. Darunter leben Schmerlen und ihr Futter.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Wird nicht gezielt beangelt; Fang und Verwendung als Köderfisch regeln Landesrecht und Gewässerordnung, lebende Köderfische sind zum Beispiel in Bayern verboten.
Was du beachten musst
In der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 gilt die Bachschmerle als ungefährdet. Ihr Bestand wird als häufig eingestuft, langfristig ist er mäßig zurückgegangen.
Fang und Verwendung regeln die Länder. In Bayern steht die Bachschmerle nach der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz in der Liste der Fische ohne Schonbestimmungen. Dieselbe Verordnung verbietet das Fischen mit dem lebenden Köderfisch. In anderen Ländern können andere Regeln gelten.
Schonzeiten, Mindestmaße und Fangverbote legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land und Gewässer. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie viele Barteln hat die Bachschmerle?
Sechs, alle am Oberkiefer. Der Gründling hat zwei, die Barbe vier, der Schlammpeitzger zehn.
Woher kommt der Name Schmerle?
Nach Wikipedia vom mittelhochdeutschen schmerl für fettig, vermutlich wegen der schleimigen Haut.
Ist die Bachschmerle geschützt?
Sie gilt in Deutschland als ungefährdet, in Bayern gelten für sie keine Schonbestimmungen. Verbindlich sind die Regeln deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon – Bachschmerle (Kennzeichen, Lebensweise, Darmatmung)
- Rote-Liste-Zentrum: Bachschmerle (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: ungefährdet)
- FishBase: Barbatula barbatula, Stone loach (Größe, Alter, Lebensraum, Fortpflanzung)
- Wikipedia: Bachschmerle
- LAWA-Projekt O 10.20 (Leibniz-IGB, 2021): Temperaturempfindlichkeiten der Fischgemeinschaften
- Bayern.Recht: Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes (AVBayFiG) mit Anlage Schonzeiten
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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