Der Stint (Osmerus eperlanus) ist ein schlanker, silbriger Schwarmfisch der Küsten und Flussmündungen, der im Spätwinter zum Laichen in die Unterläufe großer Flüsse wie der Elbe zieht. Frisch gefangen riecht er nach Gurke. In der Roten Liste Deutschlands von 2023 gilt er als stark gefährdet.
- Großes Maul: Der Oberkiefer reicht bis zum hinteren Augenrand, der Unterkiefer steht leicht vor
- Rückenflosse beginnt erst hinter dem Ansatz der Bauchflossen
- Silbernes Längsband auf der Flanke unter dem hell olivgrünen Rücken
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Stint ist lang und schlank, Kopf und Schnauze laufen spitz zu. Das Maul ist für einen so kleinen Fisch groß: Der Oberkiefer reicht bis unter den hinteren Augenrand, der Unterkiefer steht leicht vor. Im Maul sitzen kräftige Zähne, sogar auf der Zunge, die im Unterkiefer sind größer als oben.
Der Rücken ist hell olivgrün, auf der Flanke liegt ein silbernes Band, der Bauch ist cremeweiß. Die Rückenflosse beginnt erst hinter dem Ansatz der Bauchflossen. Die Seitenlinie ist nur am Kopfende ausgebildet. Unverwechselbar ist der Geruch: Frische Stinte riechen nach Gurke.
In der Elbe werden Stinte meist 15 bis 18 Zentimeter lang, höchstens etwa 30 Zentimeter, und bis zu sechs Jahre alt. FishBase nennt eine übliche Länge von 16,5 Zentimetern, ein Höchstgewicht von 178 Gramm und ein Höchstalter von zehn Jahren.
Junge Heringe und Sprotten sind ebenfalls silbrig und schwimmen in Schwärmen in den Mündungen. Achte deshalb auf die Merkmale des Stints: großes Maul mit kräftigen Zähnen, eine Rückenflosse, die erst hinter den Bauchflossen beginnt, und den Gurkengeruch.
Im direkten Vergleich
Wo er lebt
Der Stint lebt an den Küsten des Nordatlantiks, von der Weißen See über Ostsee und südliche Nordsee bis zur Gironde in Frankreich. Er ist ein Freiwasserfisch, der sich selten weit von der Küste entfernt. Den größten Teil seines Lebens verbringt die wandernde Form in den Flussmündungen. Daneben gibt es Bestände, die dauerhaft in Seen nahe der Nord- und Ostseeküste leben.
In Deutschland bestimmen die sehr großen Bestände an den Küsten und in den Mündungen das Bild. In der Tideelbe gilt der Stint als Schlüsselart. Er frisst vor allem Planktonkrebse und ist selbst Nahrung für Zander, Kormorane und Seevögel. Die Flussseeschwalben an der Elbmündung richten ihre Brutzeit nach den Stintwanderungen aus.
Wie er wandert und laicht
Im Winter sammeln sich die Stinte in den Mündungen und ziehen dann flussaufwärts. In der Tideelbe wandern sie im Februar und März, sobald das Wasser wärmer als etwa 6 °C ist. Gelaicht wird über sandigem und kiesigem Grund, bevorzugt an Uferbereichen mit starker Strömung. Ein Weibchen legt 8.000 bis 50.000 kleine, gelbe Eier, die am Boden haften. Nach drei bis fünf Wochen schlüpfen die Larven und treiben in die Mündung zurück. Viele Alttiere sterben nach dem Laichen.
Im Brackwasser werden Stinte mit drei bis vier Jahren bei 15 bis 18 Zentimetern geschlechtsreif, in Seen schon mit ein bis zwei Jahren. Der Laicherbestand der Elbe besteht laut der Hamburger Stintstudie fast nur aus zwei Altersgruppen und ist deshalb anfällig für Einbrüche.
Früher kam der Stint massenhaft in der Elbe vor. Mit der Verschmutzung des Flusses brach der Bestand ein und erholte sich, als die Wasserqualität ab den 1990er Jahren besser wurde. Seit etwa 2013 geht er erneut deutlich zurück. Die Hamburger Umweltbehörde nennt steigende Temperaturen, Sauerstoffmangel und Veränderungen im Gewässer als Belastungen für Eier und Larven. Im Hamburger Hafen sterben besonders viele Eier, sehr wahrscheinlich durch Ablagerung von Sediment.
Wann der Stint kommt
Die Laichzeit hängt von der Wassertemperatur ab und reicht laut FishBase von Februar bis Mai. In der Elbe beobachtete die Hamburger Stintstudie zuletzt eine Laichzeit von Mitte Februar bis Mitte März, bis zu vier bis fünf Wochen früher als um 1960. Das Hauptlaichgebiet liegt oberhalb Hamburgs.
Wie stark ein Jahrgang ausfällt, hängt auch vom Wasserstand ab: Viel Oberwasser im Frühjahr fördert die Jungfische. Nach einem Tiefpunkt 2024 verzeichnete die Studie 2025 einen massiven Anstieg. Den Rest des Jahres verbringen die Stinte in der Mündung und an der Küste.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Stint und Angler
Gefangen wird der Stint in der Elbe traditionell von Berufsfischern mit dem Hamen, einem großen Beutelnetz, während der Laichwanderung. Für Angler ist er heute kein Zielfisch, an dem man sich orientieren sollte: Die Art ist stark gefährdet und der Laicherbestand klein.
Wo das Stintangeln erlaubt ist, gelten die Regeln des jeweiligen Landes und Gewässers. Geht dir beim Angeln auf andere Arten ein Stint an den Haken, löse ihn zügig und schonend.
Am Geruch erkennen: Ein schlanker, silbriger Fisch mit Zähnen im Maul, der nach frischer Gurke riecht, ist ein Stint.
Laichzeit respektieren: Die Stinte ziehen im Spätwinter in dichten Schwärmen auf die Laichplätze. Gerade dann ist der Bestand am verletzlichsten.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Stark gefährdet (Rote Liste 2023): nicht gezielt befischen, Regeln des Bundeslandes beachten, Beifang schonend lösen.
Schutz und Regeln
Der Stint steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als stark gefährdet, 2009 war er noch auf der Vorwarnliste. Fachleute aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein gehen von einem starken Rückgang aus, auch viele kleine Bestände in norddeutschen Binnenseen nehmen ab. Weltweit stuft die IUCN die Art als nicht gefährdet ein. Die Hamburger Umweltbehörde setzt auf Flachwasserzonen, naturnähere Ufer und bessere Wasserqualität.
Schonzeiten, Mindestmaße und Fangmengen legen die Bundesländer fest. Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum riecht der Stint nach Gurke?
Der Gurkengeruch ist ein bekanntes Merkmal frischer Stinte und hilft beim Erkennen. FishBase vermerkt ihn ausdrücklich.
Wann zieht der Stint die Elbe hinauf?
Im Februar und März, sobald das Wasser über etwa 6 °C warm ist. Die Hamburger Stintstudie beobachtete zuletzt eine Laichzeit von Mitte Februar bis Mitte März.
Ist der Stint gefährdet?
Ja. Die Rote Liste Deutschlands von 2023 führt ihn als stark gefährdet. Der Bestand in der Tideelbe ist deutlich zurückgegangen.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Osmerus eperlanus (Größe, Alter, Merkmale, Lebensraum, Laichzeit, Eizahl, Nahrung, Geruch)
- Rote-Liste-Zentrum: Stint (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: stark gefährdet)
- Stiftung Lebensraum Elbe (Hamburg): Zum Rückgang des Stintbestands in der Tideelbe
- Freie und Hansestadt Hamburg, BUKEA: Pressemitteilung Stint in der Tideelbe unter Druck (Juli 2026)
- Freie und Hansestadt Hamburg, BUKEA: Abschlussbericht Stintstudie 2021–2025 (Laichzeit, Laichgebiete, Altersaufbau)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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