Die Sprotte (Sprattus sprattus), auch Sprott, Brisling oder Breitling genannt, ist ein kleiner Schwarmfisch aus der Familie der Heringe. In Nord- und Ostsee ist sie sehr häufig und eine Hauptnahrung vieler Raubfische. Angler fangen sie kaum gezielt, kennen sie aber als Köderfisch und als Kieler Sprotte aus der Räucherei.
- Bauchflossen sitzen vor oder unter dem Beginn der Rückenflosse
- Scharfer Kiel aus geknickten Schuppen zwischen Bauch- und Afterflosse
- Blauer bis blaugrauer Rücken, silbrige Seiten ohne dunkle Flecken, leicht vorstehender Unterkiefer
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du sie erkennst
Die Sprotte ist ein schlanker, seitlich abgeflachter Fisch mit blauem bis blaugrauem Rücken und silbrigen Seiten und Bauch. Der Unterkiefer steht leicht vor, dunkle Flecken an den Flanken fehlen.
Am Bauch trägt sie einen kräftigen Kiel aus Schuppen. Diese Kielschuppen zwischen Bauch- und Afterflosse sind scharf geknickt und haben nach hinten gerichtete Spitzen. Streichst du mit dem Finger von hinten nach vorn über den Bauch, bleibst du daran hängen.
Üblich sind um 12 Zentimeter. Das Thünen-Institut nennt als Höchstlänge 16 Zentimeter, das norwegische Meeresforschungsinstitut 19,5 Zentimeter und 54 Gramm. Sprotten werden höchstens sechs Jahre alt, meist nur vier bis fünf. In der Ostsee werden sie älter als anderswo.
Am häufigsten wird die Sprotte mit jungen Heringen verwechselt. Drei Merkmale helfen: Bei der Sprotte setzt die Bauchflosse vor oder direkt unter dem Beginn der Rückenflosse an, beim Hering weiter hinten. Die Sprotte wirkt gedrungener und hat kleinere Augen. Dazu kommen die scharfen Kielschuppen am Bauch.
Im direkten Vergleich
Wo sie lebt
Die Sprotte lebt im Nordostatlantik von Norwegen bis Marokko, in Nord- und Ostsee, im Mittelmeer, in der Adria und im Schwarzen Meer. Wichtige Gebiete sind Ostsee, Skagerrak, Kattegat und Nordsee.
Sie lebt im Freiwasser, besonders in Fjorden und küstennahen Gewässern, meist zwischen 10 und 150 Metern. Niedrigen Salzgehalt verträgt sie gut, Jungfische ziehen auch in Flussmündungen. Deshalb hat sie auch das Brackwasser der Ostsee besiedelt.
Wie sie lebt und laicht
Sprotten ziehen in Schwärmen. Tagsüber stehen die Schwärme in Bodennähe, nachts lösen sie sich auf und steigen zur Oberfläche. Sie fressen tierisches Plankton, vor allem kleine Krebse, und sind selbst Futter für viele Raubfische und Seevögel. Zwischen Fressgebieten im Winter und Laichgebieten im Sommer wandern sie deutlich.
Einzelne Sprotten laichen fast das ganze Jahr, die meisten im Frühjahr und Sommer, mit Schwerpunkt Mai und Juni. Die Fische laichen in 10 bis 20 Metern Tiefe, an der Küste oder bis 100 Kilometer draußen. Die frei treibenden Eier und die Larven driften zur Küste. Geschlechtsreif werden Sprotten bei etwa zehn Zentimetern.
Wann sie an der Küste ist
Für die Sprotte gibt es keine Angelsaison, sie ist kein Zielfisch.
Für Raubfischangler sind Sprottschwärme trotzdem interessant, weil sie Räuber anlocken. In norwegischen Fjorden ziehen große Köhlerschwärme den Heringen und Sprotten hinterher, Makrelen fressen unter anderem Sprottbrut. Wer Köhler sucht, achtet deshalb auf Futterfischschwärme.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Die Sprotte als Köderfisch
Gezielt beangelt wird die Sprotte kaum. Bekannter ist sie als Köderfisch, meist gekauft und tiefgefroren. Frische Sprotten sind schwer zu bekommen, gelten an der Küste aber als sehr guter Köder an der Posenmontage.
Im Süßwasser nutzen viele Hechtangler Sprotten, weil sie günstig sind und kleine Weißfische wie die Ukelei gut nachahmen. Das Fleisch ist weich: Werfen lassen sie sich nur gefroren, harte Würfe überstehen sie kaum. Blinker empfiehlt, sie an der Pose durch die Lippe zu haken; für aktive Führung taugen sie nicht. Auch beim Zanderangeln fangen Sprotten, solange das Wasser warm ist. Mehr dazu unter Tierische Naturköder.
Gefroren anködern: Sprotten erst kurz vor dem Wurf aus der Kühlbox nehmen. Halb aufgetaut reißen sie beim Auswerfen leicht ab.
Bauch prüfen: Junger Hering oder Sprotte: Streich von hinten über den Bauch. Bleibt der Finger an scharfen Kielschuppen hängen, ist es eine Sprotte.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Kleiner Schwarmfisch, der kaum gezielt beangelt wird; bekannt vor allem als gekaufter Köderfisch.
Was du beachten musst
Die Sprotte steht in der Roten Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 als ungefährdet und sehr häufig, kurzfristig mit deutlicher Zunahme. Die Weltnaturschutzunion IUCN führt sie als nicht gefährdet.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. In Schleswig-Holstein stehen sie in der Küstenfischereiverordnung und befristeten Allgemeinverfügungen. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung.
Häufige Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Sprotte und Hering?
Die Sprotte bleibt kleiner, wirkt gedrungener und hat kleinere Augen. Ihre Bauchflosse sitzt vor oder unter dem Beginn der Rückenflosse, und der Bauch trägt scharfe Kielschuppen.
Sind Kieler Sprotten eine eigene Fischart?
Nein. So heißen in Deutschland geräucherte Sprotten. Im Handel taucht die Art außerdem in Konserven als sogenannte Anchovis auf.
Eignen sich Sprotten als Köderfisch?
Ja, gefroren für Hecht und Zander an der Pose oder am Grund, frisch an der Küste an der Posenmontage. Für schnelles Führen sind sie zu weich.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Sprotte (Biologie, Merkmale, Verbreitung, Höchstwerte)
- FishBase: Sprattus sprattus (Größe, Tiefe, Merkmale, Laichen, Wanderungen)
- Havforskningsinstituttet: Brisling (Sprotte; Größe, Alter, Laichzeit, Nahrung)
- Rote-Liste-Zentrum: Sprotte (Rote Liste der Meeresfische Deutschlands 2025: ungefährdet)
- Blinker: Fängige Köderfische zum Angeln auf Hecht (Sprotten)
- Blinker: Von Aal bis Meerforelle, Köder für das Molenangeln (Sprotten)
- Blinker: Zanderangeln mit Köderfisch (Sprotten bei warmem Wasser)
- Land Schleswig-Holstein: Welche Mindestmaße und Schonzeiten gelten in Schleswig-Holstein?
- Blinker: Norwegen, Angeln im Fjord (Köhler folgen Hering und Sprotte)
- Blinker: Die 7 besten Naturköder zum Meeresangeln (Makrele frisst Sprottbrut)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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