Kopflampe und Angellampe: Licht beim Nachtangeln

Eine Kopflampe lässt dir beim Nachtangeln beide Hände frei für Knoten, Köder und Kescher. Hier steht, welche Lampen am Platz helfen, warum Rotlicht die Nachtsicht schont, weshalb der Lichtkegel nicht aufs Wasser gehört und wo Landesrecht oder Schifffahrtsregeln beim Licht mitreden.

Ein Angler sitzt nachts auf einem Hocker am Ufer und bindet eine Montage. Seine Kopflampe wirft einen roten Lichtkegel auf seine Hände, ein weißer Lichtkegel Richtung Wasser ist mit einem Verbotszeichen durchgestrichen, darunter schwimmt ein Fisch.Kopflampenicht aufs WasserleuchtenRotlicht für die HändeUferWasser
Abb. 1 · Rotes Licht auf Hände und Montage, kein weißes Licht aufs Wasser. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Drei Lichter für den Nachtplatz

Am Nachtplatz brauchst du Licht am Kopf für die Hände, am Zelt für Ordnung und in Reserve, falls eine Lampe ausfällt. Die Kopflampe, auch Stirnlampe genannt, sitzt mit einem Band an der Stirn und leuchtet dorthin, wohin du schaust. Blinker nennt als Vorteil gegenüber dem Handylicht die freien Hände und rät, immer eine kleine Stirnlampe einzupacken, falls dich die Dunkelheit überrascht.

LichtWofürSo einsetzen
Kopflampe, RotlichtKnoten, Beködern, Abhaken, Keschernschwach, auf die Hände gerichtet
Kopflampe, WeißlichtWeg, Gerät am Boden suchenkurz, vom Wasser abgewandt
Zelt- oder PlatzlampeZelt, Liege, Taschengedimmt, abgeschirmt, nachts aus
ErsatzlichtAusfall der Hauptlampezweite Lampe, Batterien, Knicklichter

Manche Stirnlampen lassen sich dimmen. Das schont laut Wikipedia die Batterie und sorgt im Zelt für sanftes Licht. Bisse meldet nachts nicht die Lampe, sondern Knicklicht, Glocke oder Bissanzeiger.

Warum Rotlicht die Nachtsicht schont

Bis sich das Auge an die Dunkelheit gewöhnt hat, vergehen laut Lexikon der Biologie rund 30 Minuten, die Anpassung ans Helle geht dagegen viel schneller. Ein heller Lichtblitz kann dich deshalb um einen Teil der mühsam gewonnenen Nachtsicht bringen. Im Dunkeln sehen die Stäbchen der Netzhaut. Ihre größte Empfindlichkeit liegt nach demselben Lexikon bei etwa 505 Nanometern im Blaugrünen, rote Gegenstände wirken bei schwachem Licht deshalb dunkler als blaugrüne.

Für die Praxis heißt das: Auf Rotlicht reagiert das Auge weniger empfindlich, trotzdem reicht es zum Knotenbinden (Blinker). Die Pupillen bleiben weit, und nach dem Ausschalten ist die Nachtsicht noch da (Wikipedia). Hat deine Lampe keinen Rotmodus, schlägt ein Blinker-Autor rotes Pergamentpapier vor dem Glas vor. Rotlicht hilft auch beim nächtlichen Sammeln von Tauwürmern, die sich bei Schritten oder hellem Licht blitzschnell in ihre Gänge zurückziehen. Wann Aal, Zander und Wels nachts beißen, steht unter Nachtangeln.

Der Lichtkegel bleibt an Land

Dass Licht auf dem Wasser Fische vertreibt, berichten mehrere Autoren in Blinker. Ein Blinker-Autor rät beim Zanderangeln in der Nacht, mit der Kopflampe nie direkt aufs Wasser zu leuchten, weil das die Räuber verschreckt. Ein anderer macht helle Kopflampen und Trampeln am Ufer für ausbleibende Aalbisse verantwortlich und hält Rotlicht für weniger scheuchend, zum Beködern und Keschern genüge es. An stillen Karpfenplätzen zieht ein dritter eine schwache Kopflampe einem starken Strahler vor. Das sind Erfahrungen aus der Praxis, keine Messungen.

Licht am Ufer wirkt auch auf andere Tiere. In einem Versuch des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) im Westhavelland lockten Straßenleuchten am Gewässer deutlich mehr Insekten aus dem Wasser als auf einer dunklen Vergleichsfläche. Das IGB rät, Licht nur dort einzusetzen, wo es gebraucht wird, es abzuschirmen und auszuschalten, wenn niemand es braucht. Für die Zeltlampe bedeutet das: gedimmt, zum Land gerichtet und aus, sobald du dich hinlegst.

Eine Gewohnheit hilft: Dreh den Kopf vom Wasser weg, bevor du die Lampe einschaltest, und starte im Rotmodus.

Nachbarn nicht blenden

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) berichtet, dass in einer Untersuchung mehrere LED-Taschenlampen nach der Norm DIN EN 62471 in die Risikogruppe 2 fielen, also mittleres Risiko, ohne passende Warnhinweise. Auf den Lidschlussreflex ist laut BfS kein Verlass: In einer Untersuchung schloss nur eine Minderheit der Versuchspersonen bei starkem Licht reflexhaft die Augen. Sprich andere Angler deshalb mit gesenkter oder ausgeschalteter Lampe an. Die Gewässerordnung des Landesanglerverbands Brandenburg verlangt ohnehin, beim Angeln gegenseitige Behinderung und Störung zu vermeiden.

Akku, Batterie und Kälte

Viele Geräte am Wasser haben heute einen fest eingebauten Akku. Im Winter lässt die Kälte laut Blinker die Akkus von Handy, Stirnlampe und Bissanzeiger schneller schlappmachen, der Autor rät zu einer Powerbank. Manche Stirnlampen tragen ihre Batterien in einem eigenen Gehäuse am Körper, auch damit sie bei Kälte keine Leistung verlieren (Wikipedia).

  • Lithium-Ionen-Akku: Das Umweltbundesamt (UBA) rät, ihn nicht ganz leer laufen zu lassen und spätestens bei rund 20 Prozent Restladung zu laden. Über 40 °C schadet ihm, auch beim Lagern im Auto in der Sonne.
  • Ersatzlampe: Für Geräte, die lange liegen, nennt das UBA Nickel-Metallhydrid-Akkus mit geringer Selbstentladung. Sie sind auch nach langer Lagerung sofort einsatzbereit, das Amt nennt selten genutzte Taschenlampen als Beispiel.
  • Reserve: Blinker zählt zur Kopflampe beim Aalangeln Ersatzbatterien, ein anderer Beitrag rät zu einer Notfall-Packung Knicklichter.
  • Ausgelaufene Batterien: Fass sie laut UBA möglichst nur mit Handschuhen an. Leere Batterien gehören nicht in den Hausmüll, mehr dazu bei den Knicklichtern.

Licht, Landesrecht und Gewässerordnung

Fischereirecht ist Landesrecht. Ob du nachts überhaupt angeln darfst, regeln Land, Erlaubnisschein und Gewässerordnung, Beispiele aus vier Ländern stehen unter Nachtangeln. Zum Licht selbst ein Beispiel aus Bayern: § 15 der Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz (AVBayFiG) verbietet das Fischen unter Verwendung elektrischer Lichtquellen. Ob eine Kopflampe zum Beködern darunter fällt, sagt der Wortlaut nicht. Kläre das vor der ersten Nacht mit Verein oder Fischereibehörde.

Hinweis, Stand Oktober 2026: Die genannten Vorschriften sind Beispiele, keine vollständige Übersicht. Maßgeblich sind die aktuelle Fassung in deinem Land, dein Erlaubnisschein und die Gewässerordnung. Bei Augenbeschwerden nach einer Blendung ersetzt dieser Text keine ärztliche Beratung.

Licht im Boot: Lichterführung als Wegweiser

Im Boot geht es auch darum, gesehen zu werden. Auf vielen Bundeswasserstraßen gilt die Binnenschifffahrtsstraßen-Ordnung (BinSchStrO), ausgenommen sind laut Einführungsverordnung unter anderem Rhein, Mosel und Seeschifffahrtsstraßen. Nacht heißt dort die Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang (§ 1.01). Ein Kleinfahrzeug, das weder mit Maschinenantrieb noch unter Segel fährt, führt bei Nacht ein weißes, von allen Seiten sichtbares gewöhnliches Licht (§ 3.13 Nr. 5). Liegt es still, gehört dieses Licht auf die Fahrwasserseite (§ 3.20 Nr. 2). Wie hell ein gewöhnliches Licht sein muss, legt eine Norm fest, auf die die Verordnung verweist. § 3.07 verbietet außerdem, mit Licht so zu blenden, dass Schiffe oder der Verkehr an Land gefährdet oder behindert werden.

Die Broschüre „Sicherheit auf dem Wasser“ des Bundesverkehrsministeriums (Stand Februar 2019) verlangt aus Sicherheitsgründen Positionslichter mit Zulassung für die Schifffahrt, im Binnenbereich eine EU-Zulassung. Als zusätzliche Ausrüstung empfiehlt sie spritzwassergeschützte Handlampen mit Reservebatterien. Welche Lichter dein Boot auf deinem Gewässer braucht, klärst du mit dem Bootsverleih oder der zuständigen Behörde. Weste, Wetter und Abmelden stehen unter Boot und Schwimmweste.

Typische Fehler

  • Die Lampe brennt die ganze Nacht. Blinker rät, die Ruten noch bei Tageslicht auszulegen und die Stirnlampe nicht dauernd eingeschaltet zu lassen.
  • Beim Umdrehen das Wasser oder den Nachbarn anstrahlen. Die Kopflampe folgt jedem Blick. Schalte sie aus oder auf Rot, bevor du dich umdrehst.
  • Nur eine Lichtquelle dabei. Fällt sie aus, stehst du im Dunkeln am Ufer. Zweite Lampe oder Ersatzbatterien und ein paar Knicklichter gehören ins Gepäck.
  • Mit halbvollem Akku in die Winternacht. Kälte leert ihn schneller, also voll geladen losgehen und eine Powerbank einpacken.
  • Im Boot nur an die Kopflampe denken. Für die Lichterführung nennt die Broschüre des Verkehrsministeriums zugelassene Positionslichter. Was dein Boot braucht, klärst du vor der Fahrt.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Reicht Rotlicht zum Abhaken?

Blinker empfiehlt Rotlicht ausdrücklich auch, wenn du einen Fisch vom Haken löst oder versorgst. Musst du etwas genau prüfen, schalte kurz auf Weiß und dreh dich dabei vom Wasser weg. Wie das Abhaken selbst geht, steht unter Fisch landen und abhaken.

Darf ich in Bayern mit Kopflampe angeln?

Die AVBayFiG verbietet das Fischen unter Verwendung elektrischer Lichtquellen. Ob eine Kopflampe zum Beködern darunter fällt, regelt der Wortlaut nicht. Frag beim Verein oder bei der Fischereibehörde nach.

Brauche ich im Boot ohne Motor ein eigenes Licht?

Auf Bundeswasserstraßen, für die die BinSchStrO gilt, verlangt § 3.13 von Kleinfahrzeugen, die weder mit Maschinenantrieb noch unter Segel fahren, bei Nacht ein weißes, von allen Seiten sichtbares Licht. Ob das für dein Boot gilt, klärst du mit der zuständigen Behörde. Auf anderen Gewässern gelten andere Vorschriften, Auskunft gibt dort die Behörde oder der Verleih.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Welche Lichter du am Ufer und im Boot nutzen darfst, entscheiden Landesrecht, Erlaubnisschein, Gewässerordnung und Schifffahrtsrecht deines Gewässers.