Knicklichter: Bissanzeige bei Nacht

Ein Knicklicht ist ein dünnes Kunststoffröhrchen, das nach dem Knicken ohne Batterie leuchtet. Angler setzen es auf die Pose oder an die Rutenspitze und sehen so auch in der Nacht, wann ein Fisch beißt. Hier steht, wie das Leuchten entsteht, wie das Licht sicher hält und wohin es danach gehört.

Oben ein Knicklicht vor dem Knicken mit der inneren Kammer und darunter ein geknicktes, leuchtendes Knicklicht mit aufgebrochener Kammer. Unten eine Nachtszene am Ufer: Eine Rute auf dem Rutenhalter trägt an der Spitze ein mit Silikonschlauch angeklemmtes Knicklicht, rechts schwimmt eine Knicklichtpose, deren Antenne leuchtet.vor dem Knickeninnere Kammergeknickt: leuchtetKnicklicht an der SpitzeSilikonschlauchKnicklichtpose
Abb. 1 · Knicklicht vor und nach dem Knicken, darunter eine Rutenspitze mit angeklemmtem Knicklicht und eine Knicklichtpose bei Nacht. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Wie das Leuchten entsteht

In der biegsamen, durchsichtigen Hülle liegen zwei Flüssigkeiten in getrennten Kammern. Knickst du den Stab, mischen sie sich, und die chemische Reaktion bringt ihn zum Leuchten. So beschreibt es das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Fachlich heißt der Vorgang Chemolumineszenz: Licht, das durch eine chemische Reaktion angeregt wird (Lexikon der Chemie). Beim Biegen der Kunststoffhülle bricht die innere Kammer auf, und beide Flüssigkeiten mischen sich.

Farbe und Leuchtdauer hängen laut BfR von der Zusammensetzung ab. Eine feste Stundenzahl für alle Knicklichter gibt es deshalb nicht. Blinker ordnet die Farben so: Gelbgrüne Lichter leuchten am stärksten und am längsten, blaue am schwächsten und am kürzesten. Ausschalten lässt sich ein Knicklicht nicht, und ein erloschenes lässt sich nach Tox Info Suisse, dem Schweizer Giftinformationszentrum, nicht wieder beleben. Kälte bremst die Reaktion aber. Blinker empfiehlt deshalb, angebrochene Lichter im Kühlschrank aufzuheben und am nächsten Abend weiter zu nutzen.

Knicklicht auf der Pose

Eine Knicklichtpose hat oben in der Antenne eine Aufnahme, in die du das Röhrchen steckst. Lehrmaterial zur Fischerprüfung des Fischereivereins Löningen nennt solche Posen als Weg, in Dämmerung und Nacht mit der Pose zu fischen. Manche Posen haben Wechselspitzen, die du am Abend gegen ein kleines Knicklicht tauschst. Auch die Antenne eines Wagglers, einer nur unten befestigten Pose, nimmt ein kleines Licht auf (beides Blinker). Wie die Pose selbst aufgebaut ist, steht bei den Posen.

Für die Nacht bleibt die Pose leicht. Ein Blinker-Autor fischt auf Aal im Stillwasser meist mit 3 bis 6 g Tragkraft, selten mit mehr als 10 g. Ein anderer nimmt für Zander im See Knicklichtwaggler mit 2 bis 4 g. Das sind Erfahrungswerte, keine Normen. Wie du die Tragkraft mit Schroten ausgleichst, zeigen die Posenmontage und der Rechner zur Posen-Bebleiung. Hält ein Silikonschlauch die Pose fest auf der Schnur, gehört er laut Blinker ans obere Ende von Pose oder Knicklicht. Dann steht nichts ab, und die Montage schlägt im Wurf nicht um.

Knicklicht an der Rutenspitze

Beim Grundangeln verrät die Spitze den Biss, im Dunkeln ist sie aber unsichtbar. Die Gerätekunde des Landesfischereiverbands Baden-Württemberg nennt drei Auswege: eine Glocke an der Spitze, ein Knicklicht an der Spitze oder einen elektrischen Bissanzeiger. Wie die Rute dafür steht, erklärt die Seite Grundrute. Ein Aalangler in Fisch & Fang präpariert die sensiblen Spitzen seiner Ruten mit Knicklichtern, damit ihm im Dunkeln kein Zupfer entgeht. Auch an der feinen Spitze einer Feederrute lässt sich ein Licht befestigen (Blinker).

Ruten mit fertiger Halterung gibt es laut Blinker kaum. Meist liegt der Packung aber ein Stück Silikonschlauch bei. Zwei kurze Stücke davon, mit Bindegarn und etwas Kleber an der Spitze befestigt, halten das Licht und lassen es trotzdem wechseln. Wer keine feste Halterung will, nimmt nach Blinker ein Gummiband oder Klebeband. Bei Klebeband berichtet ein Leser allerdings, dass sich die Schnur um das Licht gewickelt hat.

Glocke und Licht schließen sich nicht aus. Laut Blinker kombinieren Ansitzangler fast immer ein hörbares mit einem sichtbaren Signal. Beim Winterangeln auf Quappe lässt ein Blinker-Autor das kurze Klingeln als Weckruf gelten und liest die feinen Zupfer danach am Knicklicht ab.

Leuchtposen mit Batterie

Neben dem chemischen Licht gibt es Leuchtposen mit Batterie und LED, auch das nennt das Löninger Lehrmaterial. Für leere Batterien gilt laut Umweltbundesamt: nie in Hausmüll, gelbe Tonne oder Metallschrott, sondern in die Sammelboxen im Handel oder zu kommunalen Sammelstellen. Dazu sind Verbraucher gesetzlich verpflichtet.

In Bayern verbietet die Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz das Fischen unter Verwendung elektrischer Lichtquellen (§ 15 AVBayFiG). Was das für eine Leuchtpose bedeutet, klärst du mit Verein oder Fischereibehörde. Ob und wann du nachts überhaupt angeln darfst, regeln Landesrecht und Erlaubnisschein, mehr unter Recht & Schein.

Wenn ein Knicklicht bricht

Was genau im Röhrchen steckt, erfährst du selten. Laut BfR sind die Hersteller meist nicht bekannt, und die Verpackungen nennen keine Inhaltsstoffe. Tox Info Suisse führt als häufige Bestandteile Oxalsäureester wie Diphenyloxalat auf, dazu Wasserstoffperoxid und ein Phthalat als Lösungsmittel.

  • Verschluckt: Ein heiles Knicklicht wird laut BfR bei der Verdauung nicht zerstört und wieder ausgeschieden. Läuft Flüssigkeit aus, etwa nach einem Biss darauf, brennt sie und reizt die Mundschleimhaut; die Beschwerden gehen nach BfR vorüber. Tox Info Suisse rät, kein Erbrechen auszulösen und den Mund auszuspülen.
  • Im Auge: Spritzer brennen stark, das Auge tränt und rötet sich. Tox Info Suisse rät, sofort 10 bis 15 Minuten mit klarem, lauwarmem Wasser zu spülen und ärztlichen Rat zu holen, wenn die Beschwerden danach bleiben.
  • Auf der Haut: gründlich mit Wasser abspülen, eine leichte Reizung ist möglich (Tox Info Suisse).

Am Wasser heißt das: Knicklichter nicht mit den Zähnen halten und nicht aufschneiden, um an den letzten Rest Licht zu kommen. Die Packung gehört außer Reichweite kleiner Kinder. Beim Giftnotruf Berlin stiegen die Anfragen zu Unfällen von Kleinkindern mit Knicklichtern von 105 im Jahr 2005 auf 393 im Jahr 2008, meldete das BfR.

Im Ernstfall: Die Giftinformationszentren der Länder beraten am Telefon; das BfR führt sie mit ihren Notrufnummern auf (Link unter Quellen). Dieser Abschnitt ersetzt keine ärztliche Beratung.

Entsorgung

Ausgebrannte Knicklichter nimmst du wieder mit. In den Prüfungsfragen zum Fischereischein, die Blinker veröffentlicht, lautet die richtige Antwort: mit nach Hause nehmen und dort ordnungsgemäß entsorgen. Das Fischereiamt Berlin bittet ebenso, Abfall einzusammeln und daheim in den Müll zu werfen. Die Gewässerordnung des Landesanglerverbands Brandenburg verbietet, Abfälle oder Hilfsmittel am Ufer zurückzulassen. Das gilt auch für Lichter, mit denen du eine Lücke im Kraut markiert hast; Blinker erinnert daran, sie nach dem Angeln einzusammeln.

In welche Tonne ein verbrauchtes Knicklicht gehört, sagen die geprüften Fachquellen nicht. Auskunft gibt der Entsorger deiner Gemeinde. Batterien aus Leuchtposen kommen in die Batteriesammlung.

Typische Fehler

  • Auf den wandernden Lichtpunkt anschlagen. Wer im Dunkeln lange auf einen kleinen Lichtpunkt starrt, sieht ihn sich bewegen. Das Lexikon der Psychologie erklärt diesen autokinetischen Effekt mit ruckartigen Augenbewegungen. Blinker rät, knapp neben die Pose zu schauen; dann bewegt sie sich nur noch, wenn Wind oder Fisch sie anstoßen.
  • Zu grelles Licht im Flachen. Nach Blinker leuchtet Blau am dezentesten, danach Rot, Gelb am hellsten. Gelb kann in flachem Wasser Fische scheuchen. Welche Farbe bei welcher Tiefe passt, steht beim Nachtangeln.
  • Das Licht nur mit Klebeband fixieren. Die Schnur kann sich darum wickeln. Zwei Stücke Silikonschlauch halten sauberer.
  • Die Packung offen herumliegen lassen. Kinder nehmen Knicklichter gern in den Mund, und ausgelaufene Flüssigkeit reizt.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Wie lange leuchtet ein Knicklicht?

Das hängt laut BfR von der Zusammensetzung ab, eine allgemeine Zahl gibt es nicht. Gelbgrüne Lichter halten nach Blinker am längsten, blaue am kürzesten. Kühl gelagert reicht ein angebrochenes Licht laut Blinker noch für den nächsten Abend.

Ist die Leuchtflüssigkeit giftig?

Die genaue Zusammensetzung ist meist unbekannt (BfR). Nach Tox Info Suisse führen kleine verschluckte Mengen zu vorübergehendem Brennen und leichten Magen-Darm-Beschwerden, schwere Symptome sind nicht zu erwarten. Bei Augenkontakt, anhaltenden Beschwerden oder Unsicherheit rufst du ein Giftinformationszentrum an.

Knicklicht oder Glöckchen?

Beides ist üblich, die Prüfungsunterlagen nennen Glocke und Knicklicht nebeneinander. Die Glocke hörst du auch, wenn du gerade wegschaust, das Licht zeigt feine Zupfer. Viele Ansitzangler nutzen beides zusammen.

Passend dazu

Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Leuchtdauer und Helligkeit hängen vom einzelnen Knicklicht ab, und bei Kontakt mit der Leuchtflüssigkeit ersetzt der Text keine ärztliche Beratung.