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Huchen
Der Huchen (Hucho hucho), auch Donaulachs genannt, ist ein großer Lachsfisch, der nie ins Meer wandert und von Natur aus nur im Einzugsgebiet der Donau vorkommt. In Deutschland gilt er als stark gefährdet und steht in den Anhängen der FFH-Richtlinie. Beangelt wird er, wo es erlaubt ist, mit eigenen Auflagen und vor allem im Winter.
- Langgestreckter, im Querschnitt fast runder Körper mit kupferfarbenen Flanken
- Weite Maulspalte bis hinter das Auge, sehr hartes Maul
- Viele kleine dunkle Punkte auf Rücken und Flanken, keine roten Flecken
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du ihn erkennst
Der Huchen hat einen gestreckten, fast drehrunden Körper. Sein Kopf ist lang und oben abgeflacht, die weite Maulspalte reicht bis hinter das Auge. Alle Flossen sind relativ klein, ohne Punkte, dazu kommt eine Fettflosse. Rücken- und Schwanzflosse tragen meist keine schwarzen Flecken.
Der Körper ist graubraun bis grünlich-grau, die Flanken schimmern kupferfarben bis rötlich und sind mit kleinen schwarzen Punkten besetzt. Rote Flecken und weiße Flossensäume fehlen. Unter Anglern heißt er auch Donausalm oder Rotfisch.
Üblich sind 50 bis 100 Zentimeter. Als Höchstmaß nennt der Landesfischereiverband Bayern 150 Zentimeter, das BfN gibt für Deutschland meist 130 bis 140 Zentimeter und 25 bis 30 Kilogramm als Maximum an. FishBase führt als schwersten veröffentlichten Fisch 52 Kilogramm und als höchstes Alter 20 Jahre. Das durchschnittliche Alter liegt nach dem BfN bei 13 bis 16 Jahren.
Junge und kleine Huchen kannst du mit Forellen verwechseln. Die Bachforelle trägt meist rote, hell umrandete Tupfen. Beim Huchen fehlen sie, sein Körper ist im Querschnitt rund, sein Kopf lang und oben abgeflacht, und die Flossen sind klein und ungefleckt. Wo der Huchen vorkommt, teilt er das Wasser mit Äschen und Forellen, die zu seiner Beute zählen.
Wo er steht
Von Natur aus lebt der Huchen nur im Einzugsgebiet der Donau. In Deutschland gab es ihn ursprünglich in Bayern und Baden-Württemberg. Heute kommt er nach dem BfN nur noch in etwa der Hälfte seiner früheren Gewässer vor, in Baden-Württemberg gilt er als weitgehend ausgestorben. Nur einzelne Bestände erhalten sich selbst, der Rest hängt am Besatz. Die Rote Liste zitiert Untersuchungen des Landesfischereiverbands Bayern, nach denen man nur drei Populationen kennt, die sich komplett aus eigener Kraft halten.
Der Huchen bewohnt schnell fließende, kühle und sauerstoffreiche Gewässer der Äschen- und Barbenregion. Als Standplätze wählt der standorttreue Einzelgänger tiefe, schattige Stellen: unterspülte Ufer, tiefe Gumpen, Brückenpfeiler und Bereiche hinter Wehren. Nach Blinker bevorzugt er harten Grund aus Fels oder grobem Kies und braucht zwei Dinge in der Nähe: Futterfische und Deckung. Gejagt wird an Wehren, Bacheinläufen und den Ausläufen tiefer Gumpen. Aussichtsreich sind außerdem Flachwasser in den Ein- und Ausläufen von Gumpen, Strömungskanten und Kehrwasser. Mehr zu Flussgewässern steht unter Angeln am Fluss.
Er kommt in kühlen bis recht warmen Flüssen vor. Extremwerte über 25 °C dürfen dort nicht auftreten, und für die Entwicklung der Eier darf das Wasser nicht wärmer als 14 °C werden. Als obere Letaltemperatur adulter Fische gibt das LAWA-Projekt 30 °C an.
Als Gefährdung nennt das BfN Verschmutzung, Gewässerausbau, Querbauwerke, Schwall- und Sunkbetrieb von Wasserkraftanlagen, Feinsedimente im Kies und die Erwärmung der Gewässer. Der Landesfischereiverband nennt zusätzlich Kiesabbau und den Rückgang der Futterfische.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
Im Fluss
- Unterspültes Ufer, überhängende Äste, Holz
- Strömungsschatten hinter Steinen
- Kiesige Flachstelle (Rausche)
- Gumpen, tiefe Stelle
Der Huchen ist ein standorttreuer Einzelgänger und steht an tiefen, schattigen Stellen: in Gumpen, unter ausgespülten Ufern, unter Brücken und hinter Wehren. Deckung geben auch große Felsbrocken und versunkenes Holz. Auf Beute lauert er unterhalb von Wehren, an Bachmündungen und dort, wo tiefe Gumpen flach auslaufen.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April kaum, im Mai möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Von März bis Mai zieht der Huchen zum Laichen flussauf, oft in die Oberläufe der Seitengewässer. Das Weibchen schlägt die Laichgrube in Kies bei etwa 20 bis 60 Zentimetern Wassertiefe.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich. Im Sommer ist der Huchen kaum zu fangen. Wo er dann steht, gilt als wenig bekannt.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison.
Winter: Fangchance laut Fangkalender im Dezember und Januar Hauptsaison, im Februar gut. Der Winter ist die Hauptzeit: Je kälter es wird, desto mehr ist der Huchen auf Beutesuche. Als günstig gelten niedriges, klares Wasser, Schneetreiben, Nebel und große Kälte.
Tiefe: Er hält sich meist in den tieferen Abschnitten schnell fließender Flüsse auf und bevorzugt harten Grund aus Fels oder grobem Kies.
Wie er jagt und laicht
Junge Huchen fressen wirbellose Kleintiere, erwachsene vor allem Fische. Nach Anglerberichten stehen Forellen, Äschen, Renken und Neunaugen auf dem Speiseplan, daneben Amphibien, Reptilien, Wasservögel und kleine Säuger. Als Topprädator der Äschen- und Barbenregion steht der Huchen an der Spitze der Nahrungskette.
Laichzeit ist von März bis Mai. Die Laichtiere ziehen als Mittelstreckenwanderer in die Oberläufe der Seitengewässer und in kleinere, flache Bäche. Die Männchen sind zuerst am Platz. Das Weibchen schlägt eine flache Grube in schottrigen Grund, meist 20 bis 60 Zentimeter tief, und legt je Kilogramm Körpergewicht etwa 1.100 bis 1.500 Eier. Beide Geschlechter decken die Eier mit Kies ab und bewachen den Platz bis zu zwei Wochen. Die Eier schlüpfen nach 25 bis 40 Tagen, die Larven bleiben noch acht bis 14 Tage im Kies.
Männchen werden mit drei bis vier, Weibchen mit vier bis fünf Jahren geschlechtsreif. Weil das Durchschnittsalter bei 13 bis 16 Jahren liegt, kann ein Huchen bis zu 10- bis 15-mal laichen.
Wann er beißt
Das Huchenangeln konzentriert sich auf den Winter. Mit sinkender Temperatur wächst der Hunger. Angler schätzen klares, niedriges Wasser, Schneetreiben, Nebel und große Kälte.
Über den Tag gelten Morgen und Abend mit weniger Licht als beste Zeiten, den Huchen findest du in der Dämmerung am aktivsten. Erfahrene Huchenangler berichten von guten Fängen zu Voll- und Neumond und bei steigendem Wasserstand, bevor das Wasser zu trüb wird.
Im Frühjahr steigen die Laichtiere in die Seitengewässer auf. Ob und wann in dieser Zeit gefischt werden darf, regelt der Erlaubnisschein.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Wo der Huchen beangelt werden darf, ist das Spinnfischen die Regel. Fliege und Streamer bringen laut Blinker meist nur kleinere Huchen. Nötig ist robustes Gerät: eine Spinnrute um drei Meter mit 80 bis 150 Gramm Wurfgewicht und großen Ringen, die nicht so schnell vereisen, eine Rolle mit 200 bis 300 Metern Schnur und ein Vorfach aus 1,5 bis 2 Metern Monofilschnur in 0,40 bis 0,50 Millimetern. Wähle stabile, scharfe Drillinge: Der Huchen zerquetscht schwache Haken im glasharten Maul.
Der klassische Köder ist der Huchenzopf, ein Bleikopf von 20 bis 30 Gramm mit Fransen aus Leder und Gummi, früher aus Neunaugen gebunden. Du führst ihn langsam und dicht am Grund. Daneben fangen Gummifische von 12 bis 20 Zentimetern am schweren Jigkopf, dazu Wobbler im Forellen- oder Äschendesign und Löffel von 10 bis 15 Zentimetern, bevorzugt in Silber. Wobbler müssen so langsam laufen, dass du ihren Lauf kaum spürst.
Ein toter Köderfisch von 15 bis 25 Zentimetern mit zwei Drillingen lässt sich besonders langsam durch die Gumpen führen, ob er erlaubt ist, steht im Erlaubnisschein. Lebenden Köderfisch verbieten viele Bundesländer ausdrücklich.
Die Köder gehören an den Grund. Rund 90 Prozent der Huchen stehen nach Blinker dort, meist in zwei bis fünf Metern Tiefe. Wirf leicht stromauf, lass den Köder absinken und hole ihn mit Grundkontakt ein. Huchenbisse lassen oft sehr lange auf sich warten.
Der Biss kommt als Zupfer, als Nasenstupser oder als harter Schlag. Schlage bei jeder Unregelmäßigkeit kräftig an, das Maul ist hart und knochig. Im Drill stürmt der Huchen oft flussab, schüttelt den Kopf und rollt um die eigene Achse. Zu zarter Drill lässt ihn in die Strömung verschwinden, zu harter Druck biegt den Haken auf. Landen und Umgang beschreibt Fisch landen und abhaken, einen Kescher findest du unter Angelkescher.
Wenige Würfe, dann weiter: Nach Blinker reichen sieben bis zehn Würfe je Stelle. Wechsle die Stelle, warte einige Minuten und wirf dann noch einmal, statt eine Stelle stundenlang zu bearbeiten.
Leise anpirschen: Trittgeräusche, polternde Steine und der Schein einer Lampe vergrämen große Huchen. Bewege dich ruhig und leuchte nie aufs Wasser.
Erlaubnis und Regeln zuerst: Huchenstrecken werden mit eigenen Auflagen bewirtschaftet. Kläre vor dem ersten Wurf Schonzeit, Mindestmaß, Köderregeln und Entnahme im Erlaubnisschein.
Passende Köder
Huchenzopf, große Gummifische, große Wobbler, Löffel oder ein toter Köderfisch am System.
Montagen zu diesen Ködern: Posenmontage, Grundblei-Laufmontage.
Ob ein toter Köderfisch erlaubt ist, regelt der Erlaubnisschein.
Was du beachten musst
Der Huchen steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als stark gefährdet. Die Bestandssituation gilt als sehr selten, der langfristige Trend als sehr starker Rückgang, der kurzfristige als stabil. Er ist in den Anhängen II und V der FFH-Richtlinie aufgeführt, und Deutschland trägt nach dem BfN eine besonders hohe Verantwortung für die Art. Beangelt werden darf er nur mit Erlaubnisschein und unter den Auflagen der jeweiligen Gewässerstrecke.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung (Fisch betäuben und töten). Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden (Fisch zurücksetzen).
Was das Landesrecht zu Schonzeit und Mindestmaß dieser Art vorgibt, steht im Kasten „Auf einen Blick“ der Länderseite für Bayern. Für die übrigen Länder führt unsere Übersicht diese Art nicht auf, maßgeblich ist dort die Landesfischereiverordnung.
Häufige Fragen (FAQ)
Warum heißt der Huchen Donaulachs?
Weil er von Natur aus nur im Einzugsgebiet der Donau lebt. Anders als der Lachs wandert er nicht ins Meer, er bleibt dauerhaft im Süßwasser.
Wie viele Huchen gibt es in Deutschland noch?
Nach dem BfN kommen sie nur noch in etwa der Hälfte der früheren Gewässer vor. Nach Untersuchungen des Landesfischereiverbands Bayern, die die Rote Liste zitiert, kennt man nur drei Populationen, die sich komplett aus eigener Kraft halten. Der Rest wird besetzt.
Wie lange dauert es, bis ein Huchen beißt?
Oft sehr lange. Der Blinker spricht von bis zu 1.000 Würfen bis zum Biss. Die Fische stehen meist am Grund und verfolgen Köder selten weit, deshalb muss der Köder genau in ihrer Fresszone laufen.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Hucho hucho (Rote Liste 2023, FFH-Anhänge, Bestand, Biologie)
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon (Laichzeit, Lebensraum, Nahrung, Aktivität)
- Rote-Liste-Zentrum: Huchen (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: stark gefährdet)
- FishBase: Hucho hucho (Höchstlänge, Höchstalter, Bestimmungsmerkmale)
- LAWA-Projekt O 10.20 (Leibniz-IGB, 2021): Temperaturempfindlichkeiten der Fischgemeinschaften
- Blinker: Steckbrief Huchen (Standplätze, Winterangeln, Köder, Gerät)
- Blinker: Spinnfischen auf Huchen mit Wobbler und Gummifisch (Standplätze, Köderführung, Biss, Drill, Gerät)
- Blinker: Abenteuer Huchenangeln, was beim Donaulachs wichtig ist (Standtiefe, Anpirschen, Wasserstand, Drill)
- NABU: Die Forellen, Fisch des Jahres 2013 (Färbung der Forellenformen)
- Wikipedia: Huchen (Merkmale, Verbreitung, Lebensweise, Gefährdung, Angelfischerei)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 6. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über mich.
Weiter im Lexikon
- Alle Fischarten im Überblick
- Fangkalender – Monat, Wassertemperatur und Steckbrief für 92 Arten
- Schnur-Rechner – Tragkraft nach dem Knoten, Bremsen-Richtwert, Backing
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