Schwarzer Heilbutt

Der Schwarze Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides), auch Grönland-Heilbutt, ist ein Plattfisch der kalten Tiefsee. Anders als die meisten Plattfische ist er auch auf der Unterseite dunkel gefärbt. Er bildet eine eigene Gattung und ist kein dunkler Heilbutt.

Naturkundetafel eines Schwarzen Heilbutts
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Linkes Auge sitzt an der oberen Kopfkante, nicht ganz auf der rechten Seite
  2. Großes Maul mit kräftigen Zähnen
  3. Rückenflosse beginnt hinter dem oberen Auge, Schwanzflosse gerade bis leicht eingebuchtet
Größebis 1,3 mWeibchen werden größer als Männchen
Tiefe500 bis 1000 mBereich von 20 bis 2200 m
MerkmalDunkle Unterseiteauch die Blindseite ist gefärbt
StatusKein ZielfischIUCN: potenziell gefährdet

Fangchancen im Jahresverlauf

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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Schwarze Heilbutt ist ein rechtsäugiger Plattfisch. Während der Entwicklung wandert das linke Auge über den Schädel, kommt aber nur bis zur oberen Kopfkante.

Die Oberseite ist gelblich bis graubraun. Auch die Unterseite, die Blindseite, ist bräunlich oder bläulich gefärbt und nicht weiß wie bei Scholle oder Flunder. Der Körper ist schlanker als bei den meisten Plattfischen, das Maul groß und mit kräftigen Zähnen besetzt. Die Rückenflosse beginnt hinter dem oberen Auge, die Schwanzflosse ist gerade abgeschnitten bis leicht eingebuchtet, die Brustflossen sind klein.

FishBase nennt eine übliche Länge um 56 Zentimeter und als Höchstmaß 110 Zentimeter bei Männchen und 130 Zentimeter bei Weibchen. Store norske leksikon gibt bis etwa einen Meter und 20 Kilogramm an. Das höchste von FishBase genannte Alter liegt bei 36 Jahren.

Trotz des Namens ist der Schwarze Heilbutt kein dunkler Heilbutt, sondern gehört zu einer eigenen Gattung. Sicher erkennst du ihn an der gefärbten Unterseite und am Auge an der Kopfkante.

Von Scholle und Flunder unterscheiden ihn der schlankere Körper, das große, bezahnte Maul und die fehlende helle Blindseite.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Schwarzer Heilbutt (Reinhardtius hippoglossoides) in Seitenansicht
Schwarzer HeilbuttLinkes Auge sitzt an der oberen Kopfkante, nicht ganz auf der rechten Seite
Naturkundetafel eines Heilbutts mit großem Maul und halbmondförmiger Schwanzflosse
HeilbuttBeide Augen liegen auf der rechten Körperseite

Wo er lebt

Der Schwarze Heilbutt lebt rund um die Arktis im Nordatlantik und Nordpazifik. Im Atlantik kommt er von der Küste der USA über Kanada und Grönland bis zur Barentssee vor, im Süden bis Irland und Südnorwegen. In norwegischen Gewässern lebt ein wichtiger Bestand vom Kontinentalhang vor Nordnorwegen bis nach Franz-Josef-Land.

Er kommt zwischen 20 und 2200 Metern vor, laut FishBase meist in 500 bis 1000 Metern Tiefe. Erwachsene Fische bevorzugen Bodentemperaturen von knapp unter null bis 6 Grad, Store norske leksikon nennt Wasser unter 4 Grad als Schwerpunkt. Am Grund liebt er weichen, schlammigen Boden.

Wie er jagt und laicht

Obwohl er ein Plattfisch ist, wird er oft im Freiwasser gefangen. Er jagt Fische wie Lodde, Rotbarsch und Aalmuttern, dazu Tiefseegarnelen, andere Krebstiere und Tintenfische. Er kann weite Strecken wandern.

Laut NOAA laichen Schwarze Heilbutte im Winter in tiefem Wasser nahe am Grund. Ein Weibchen gibt 60 000 bis 80 000 Eier ab. Weibchen sind mit etwa 60 Zentimetern und neun Jahren geschlechtsreif. Das Hauptlaichgebiet des norwegisch-russischen Bestands vermutet das Thünen-Institut im Meer zwischen Nordnorwegen und der Bäreninsel.

Die Larven treiben etwa vier Monate im Freiwasser und werden bis 8 Zentimeter lang. Mit etwa 7 Zentimetern sinken sie auf Ton- und Schlickböden in 300 bis 450 Metern Tiefe und wandeln sich zum Plattfisch um.

Gibt es eine Saison?

Für Angler gibt es keine Saison, der Kalender zeigt durchgehend null. Die Art lebt meist weit unterhalb der Tiefen, in denen an der Küste üblicherweise geangelt wird, und ist in Norwegen für Meeresangler einen Teil des Jahres geschützt.

Gefischt wird der Schwarze Heilbutt kommerziell mit Schleppnetz, Langleine und Stellnetz.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Beifang tust

Der Schwarze Heilbutt wird nicht gezielt beangelt. Da er meist in 500 bis 1000 Metern Tiefe lebt, ist ein Biss vor allem beim sehr tiefen Fischen denkbar.

Hängt doch einer am Haken, prüfe zuerst, ob gerade die Schonzeit in Norwegen gilt. In dieser Zeit darf die Art nicht geangelt werden, setze den Fisch dann sofort und ohne lange Fotopause zurück. Fasse ihn mit nassen Händen an und löse den Haken möglichst im Wasser.

Unterseite ansehen: Eine gefärbte statt weiße Blindseite ist das schnellste Erkennungszeichen des Schwarzen Heilbutts.

Regeln vor der Tour lesen: Lies vor der Abreise die aktuelle Liste der geschützten Arten beim Fiskeridirektoratet und prüfe, wann der Schwarze Heilbutt geschont ist.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Lebt meist in 500 bis 1000 m Tiefe und ist in Norwegen für Meeresangler zeitweise geschützt; IUCN: potenziell gefährdet. Beifang in der Schonzeit sofort schonend zurücksetzen.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

In Norwegen führt die Fischereidirektion den Schwarzen Heilbutt bei den Arten, die für Meeresangler während eines Teils des Jahres geschützt sind. Geschützte Arten dürfen dann nicht geangelt werden. Die aktuelle Fassung findest du beim Fiskeridirektoratet.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Die IUCN stuft den Schwarzen Heilbutt weltweit als potenziell gefährdet ein (Near Threatened). Für den norwegisch-russischen Bestand stellt das Thünen-Institut fest, dass die Nutzungsrate zu hoch ist und die Biomasse abnimmt.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist der Schwarze Heilbutt ein Heilbutt?

Nein. Er gehört zu einer eigenen Gattung (Reinhardtius), der Heilbutt zur Gattung Hippoglossus. Erkennbar ist er an der gefärbten Unterseite.

Kann ich den Schwarzen Heilbutt in Norwegen angeln?

Er lebt meist in 500 bis 1000 Metern Tiefe und ist für Meeresangler in Norwegen einen Teil des Jahres geschützt. Gezielt beangelt wird er nicht.

Wo lebt der Schwarze Heilbutt?

In der kalten Tiefsee von Nordatlantik und Nordpazifik, meist in 500 bis 1000 Metern Tiefe. In Norwegen lebt ein wichtiger Bestand vor Nordnorwegen und in der Barentssee.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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