Eine Madendose hält Maden, Pinkies und Caster am Leben, bis sie an den Haken kommen, die Wurmdose leistet dasselbe für Tau- und Mistwürmer. Hier steht, welche Einstreu, welche Temperatur und wie viel Feuchte die beiden Köder brauchen und wohin die Reste nach dem Angeln gehören.
Die Madendose: Deckel, Luftlöcher, Einstreu
In der Gerätekunde zur Fischerprüfung stehen Köderdosen als Zubehör, in dem natürliche Köder aufbewahrt werden (Fischereiverein Löningen). Die englische Angelzeitschrift Angling Times beschreibt die Madendose als Box mit fest sitzendem Deckel und kleinen Löchern: Durch sie kommt Luft hinein, und Kondenswasser zieht ab. Der britische Canal & River Trust rät, die Löcher frei von Krümeln zu halten, damit die Maden atmen können.
Maden sind die Larven der Schmeißfliege. Im Angelladen bekommst du sie meist mit einer Schaufel Sägemehl oder Maismehl, der Trust nennt zusätzlich Kleie. Die trockene Einstreu nimmt Feuchtigkeit auf. Bei warmem Wetter schwitzen Maden nämlich: Laut Blinker werden sie feucht und riechen stark nach Ammoniak, was Fische eher vertreibt als anlockt. Abhilfe laut Blinker: waschen, abtrocknen und in einem luftigen Leinenbeutel mit viel Sägespänen transportieren.
Staubtrocken muss es dagegen nicht sein. Ein Blinker-Beitrag zur Casterherstellung warnt, dass zu trocken gehaltene Maden schrumpfen und früher sterben, und rührt dafür einen halben Liter Sägemehl mit 150 ml Wasser an. Die britischen Quellen betonen das Trockenhalten, der deutsche Beitrag leicht feuchtes Sägemehl.
Füll die Dose nicht randvoll. Der Trust rät, sie nur zur Hälfte mit Maden zu füllen. Dicht gepackt erzeugen die Larven laut Angling Times selbst Wärme, schwitzen und verpuppen sich schneller. Gegen Ausreißer beschreibt Blinker Dosen mit einem großen Loch im Deckel: Die Maden krabbeln zwar die Wand hoch, scheitern aber am Deckelrand, der nach innen übersteht.
Kühl halten: Maden, Pinkies und Caster
Wärme beschleunigt die Entwicklung. Warme Maden werden rasch zu Castern, den braunen Puppen, Kälte bremst ihren Stoffwechsel (Angling Times). Blinker nennt den Kühlschrank mit 4 °C gut geeignet, die Maden halten dort bis zu zwei Wochen. Rute & Rolle rät, das Gerät auf 0 bis 2 °C statt der üblichen 6 bis 8 °C zu stellen, und rechnet bei wirklich frischen Maden mit mindestens einer Woche, bis die ersten Caster entstehen. Pinkies, die kleineren Larven der Goldfliege, lassen sich laut Blinker mehrere Wochen halten und sind deshalb im Winter gefragt. Ohne Kühlschrank ist ein kühler, dunkler Platz die nächstbeste Lösung.
Lagerst du länger als ein, zwei Tage, empfiehlt Angling Times, die Maden auf ein Madensieb zu kippen und in eine saubere Schale durchkrabbeln zu lassen. Im Sieb bleiben Häute, tote Maden und schon verpuppte Caster. Blinker nennt 3,5 mm Maschenweite.
Caster lagern
Caster gehören laut Blinker in einen Gefrierbeutel mit wenig, aber nicht ganz ohne Luft: Viel Luft lässt sie weiter reifen, bis sie aufschwimmen, zu wenig erstickt sie. Jeden zweiten Tag lüften und durchmischen, dann halten sie im Kühlschrank 8 bis 10 Tage. Ob sie noch gut sind, zeigt eine Riechprobe mit zehn bis fünfzehn zerdrückten Castern: neutral heißt in Ordnung, säuerlich heißt tot.
Im Kühlschrank: Deckel zu, Dose aufrecht stellen und von offenen Lebensmitteln fernhalten, so Angling Times. Der Canal & River Trust rät außerdem, vorher den zu fragen, dem der Kühlschrank gehört. Ausgebrochene Maden zwischen Lebensmitteln sind laut Blinker eine Erfahrung, auf die man verzichten kann.
Die Wurmdose: feucht, kühl, dunkel
Würmer brauchen laut Blinker Kühle und Feuchte, Nässe dagegen schadet ihnen. Gesammelte Tauwürmer lagerst du in feuchtem Zeitungspapier, das nicht trieft. Bei 2 bis 5 °C im Kühlschrank überleben sie laut der Zeitschrift sogar in einer kleinen Wurmdose bis zu drei Wochen. Eine größere Kiste mit feuchtem Papier im unbeheizten Keller hält sie noch länger frisch.
Mistwürmer und der Riesenrotwurm, im Handel Dendrobena genannt, ticken anders. Ein Blinker-Beitrag zur Wurmzucht schreibt, sie müssten nicht gekühlt werden und mögen es warm. In der Zuchtkiste gelten 10 bis 30 °C im Substrat als unbedenklich. In einer zu nassen, gärenden Kiste stieg die Temperatur dort aber auf 65 °C, und alle Würmer starben. Sammeln sich Würmer unter dem Deckel, stimmt etwas mit dem Substrat nicht. Säge- oder Strohmehl bindet dann die Nässe. Auch der robuste Dendrobena gehört laut Blinker nicht stundenlang bei rund 30 °C ins Auto.
| Köder | Einstreu | Temperatur | Haltbarkeit |
|---|---|---|---|
| Maden | Sägemehl, Maismehl, Kleie | 4 °C (Blinker), 0–2 °C (Rute & Rolle) | bis zwei Wochen (Blinker) |
| Caster | Gefrierbeutel, wenig Luft | Kühlschrank (Blinker) | 8–10 Tage, alle zwei Tage lüften |
| Tauwürmer | feuchtes Zeitungspapier | 2–5 °C (Blinker) | bis drei Wochen in der Dose |
| Mistwurm, Dendrobena | Erde mit Kompost | 10–30 °C im Substrat | keine Kühlung nötig (Blinker) |
Am Wasser: Schatten und geschlossener Deckel
Am schlechtesten vertragen Würmer laut Blinker Hitze und Sonne, am schlimmsten beides zusammen. Bei mehr als 25 °C im aufgeheizten Auto kommen sie zerfallen am Wasser an. Im Sommer reisen die Köder deshalb in einer Kühltasche mit. Auch die Madendose gehört nach Rute & Rolle am Wasser nie in die pralle Sonne. Mach den Deckel nach jedem Griff wieder zu, Maden sind flink und nutzen jede Lücke.
Caster lagerst du beim Angeln am besten in Wasser, rät Blinker, je wärmer es ist, desto wichtiger, sonst trocknen sie aus. Im Winter dreht sich das Problem um: Bei eisiger Kälte steckt die Madendose in der Hosentasche oder in einem alten Wollstrumpf, damit die Maden nicht absterben.
Hände waschen, Reste mitnehmen
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) empfiehlt Händewaschen, wenn du Tiere, Tierfutter oder tierische Abfälle angefasst hast, und immer vor dem Essen, dabei 20 bis 30 Sekunden einseifen. Angling Times rät ausdrücklich, nach dem Hantieren mit Maden die Hände zu waschen. Diese Hinweise ersetzen keine ärztliche Beratung.
Übrige Maden kippst du nicht ins Wasser. Für eine 1987 veröffentlichte Studie aus Cardiff verteilten Cryer und Edwards zwölf Wochen lang Getreide oder Maden in üblichen Mengen auf dem Grund eines Stausees. Getreide verringerte die Dichte fast aller Bodentiere, Maden wirkten ähnlich. Ob und wie viel du anfüttern darfst, steht in der Gewässerordnung und im Erlaubnisschein.
Würmer setzt du nicht aus. Fisch & Fang berichtete über Forscher der University of Minnesota: Von Anglern freigelassene europäische Regenwürmer verändern dort die Wälder, weil sie die Laubschicht am Boden auffressen. Die Wissenschaftler empfehlen, übrige Köderwürmer mit dem Müll zu entsorgen. Lebende Maden wandern zurück in den Kühlschrank, übrig gebliebene Caster sind nach dem Angeln tot und laut Blinker höchstens noch zwei Tage brauchbar.
Typische Fehler
- Die Madendose im Auto vergessen. Blinker berichtete 2012 aus Norfolk: Die Polizei brach dort ein Auto auf, in dem Hunderte Fliegen schwirrten, und vermutete eine Leiche. Die Fliegen waren aus vergessenen Angelmaden geschlüpft, der Besitzer bekam eine Rechnung über 500 Pfund.
- Die Dose randvoll füllen. Dicht gepackte Maden heizen sich gegenseitig auf, schwitzen und verpuppen sich früher.
- Würmer nass statt feucht halten. Triefendes Papier oder Substrat schadet. In einer Zuchtkiste mit zu viel Wasser und Kompost stieg die Temperatur laut Blinker so weit, dass alle Würmer starben.
- Köder in Sonne oder heißem Auto stehen lassen. Hitze und Sonne zusammen setzen Würmern am stärksten zu.
- Verstopfte Luftlöcher übersehen. Dann fehlt den Maden Luft, und Kondenswasser bleibt drin.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Wie lange halten Maden im Kühlschrank?
Blinker nennt bei 4 °C bis zu zwei Wochen, Angling Times bei frischer Ware gut eine Woche. Rute & Rolle rechnet bei 0 bis 2 °C mit mindestens einer Woche bis zur Verpuppung.
Warum riechen meine Maden scharf?
Bei Wärme schwitzen Maden und geben Ammoniak ab. Laut Blinker hilft waschen, trocknen und frisches Sägemehl, dazu weniger Maden pro Dose und ein kühler Platz.
Was tun, wenn sich die Maden verpuppt haben?
Nicht wegwerfen. Caster sind laut Blinker selbst ein guter Köder für viele Fischarten. Was nicht an den Haken kommt, mischt der Casterbeitrag ins Futter.
Wie lange halten Tauwürmer?
Bei 2 bis 5 °C im Kühlschrank nennt Blinker bis zu drei Wochen in der Wurmdose, in einer größeren Kiste mit feuchtem Zeitungspapier an einem kühlen Ort noch länger. Frisch gesammelte Tauwürmer fangen laut der Zeitschrift am besten.
Passend dazu
- Maden und Larven: Anködern, Zielfische und Montage
- Würmer: welche Art für welchen Fisch und wie lang
- Stippangeln: Rute ohne Rolle, Made am feinen Haken
- Feedern: Maden und Wurmstücke im Futterkorb
- Kühlbox und Kühltasche: Köder und Fang kühl transportieren
- Sonne, Hitze und Zecken: Schutz für lange Tage am Wasser
- Schnur-Rechner: Tragkraft und Knoten für die feinen Vorfächer beim Madenangeln
Quellen
- Blinker: Tipps zum Aufbewahren und Anködern (Schwitzen, Leinenbeutel, Deckelrand, Winter, Caster)
- Blinker: Angeln mit Maden (4 °C, zwei Wochen, Pinkies) und Blinker: Caster-Herstellung (Sägemehl, Sieb, Caster lagern)
- Blinker: Würmer suchen und lagern (Feuchte, 2 bis 5 °C, Hitze), Blinker: Wurmzucht anlegen: So wird’s gemacht (Mistwürmer, 10 bis 30 °C, Nässe) und Blinker: Angeln mit Wurm (Dendrobena, Frische)
- Blinker: Polizeieinsatz wegen Madenfliegen (vergessene Madendose im Auto)
- Rute & Rolle: Maden, echte Allrounder für Friedfische (0 bis 2 °C, Sonne)
- Angling Times: How to buy, store and use maggots for fishing (Luftlöcher, Einstreu, Füllmenge, Kühlschrank, Hygiene)
- Canal & River Trust: Large maggots (Kleie, Füllmenge, Luftlöcher)
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit: Händewaschen (Anlässe und Dauer)
- Cryer und Edwards (1987), Environmental Pollution: The impact of angler groundbait on benthic invertebrates (Wirkung auf Bodentiere)
- Fisch & Fang: Angel-Würmer bedrohen die Wälder Amerikas (ausgesetzte Köderwürmer)
- Fischereiverein Löningen: Gerätekunde (PDF) (Köderdosen für natürliche Köder)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Wie lange Maden und Würmer halten, hängt von Frische, Menge und Temperatur ab, und was du anfüttern darfst, regelt die Gewässerordnung.
