Knurrhahn (Grauer und Roter Knurrhahn)

Knurrhähne sind Bodenfische mit gepanzertem Kopf und fingerartigen Brustflossenstrahlen, mit denen sie über den Grund tasten. In der Nordsee sind vor allem der Graue Knurrhahn (Eutrigla gurnardus) und der Rote Knurrhahn (Chelidonichthys lucerna) zu Hause. Den Namen haben sie von den knurrenden Lauten, die sie mit der Schwimmblase erzeugen.

Naturkundetafel eines Knurrhahns
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Großer, mit Knochenplatten gepanzerter Kopf mit Stacheln am Kiemendeckel
  2. Drei freie, fingerartige Strahlen am unteren Rand der Brustflosse
  3. Beim Grauen Knurrhahn dunkler Fleck auf der ersten Rückenflosse und Knochenknoten entlang der Seitenlinie
Typische Größeum 30 cmRoter bis über 80 cm
SaisonMai bis SeptemberJuli als Spitzenmonat
MerkmalTastfingerfreie Strahlen an der Brustflosse
StatusUngefährdetRote Liste Deutschland 2025

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A○
M◐
J◐
J◐
A◐
S◐
O○
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Alle Knurrhähne haben einen großen, mit Knochenplatten gepanzerten Kopf. Die untersten Strahlen der Brustflosse stehen frei. Mit diesen Tastfingern stelzen die Fische langsam über den Grund und suchen nach Nahrung.

Der Graue Knurrhahn ist meist grünbraun bis rötlich mit hellem Bauch. Typisch sind ein dunkler Fleck auf der ersten Rückenflosse, Knochenknoten entlang der Seitenlinie, Stacheln am Kiemendeckel und Bauchflossen, die länger sind als die Brustflossen. FishBase nennt bis 60 Zentimeter, das norwegische Meeresforschungsinstitut 45 Zentimeter und 1,2 Kilogramm, üblich sind um 30 Zentimeter. Er wird selten älter als sechs Jahre.

Der Rote Knurrhahn ist rötlich gefärbt, seine Seitenlinie ist glatt. Der längste Strahl der Brustflosse reicht bis zum Anfang der Afterflosse. Er wird laut FishBase deutlich größer: bis knapp 83 Zentimeter, 6,6 Kilogramm und 15 Jahre, üblich sind auch hier um 30 Zentimeter.

Graue Knurrhähne können auch rotbraun gefärbt sein und lassen sich dann mit Roten verwechseln. Achte auf den dunklen Fleck in der ersten Rückenflosse und die Knoten auf der Seitenlinie: Beides spricht für den Grauen Knurrhahn.

Eine dritte Art ist der Seekuckuck (Chelidonichthys cuculus), im Englischen red gurnard genannt. Seine Seitenlinie besteht aus hohen, plattenartigen Schuppen. Er lebt von den Britischen Inseln bis Mauretanien und im Mittelmeer, in deutschen Gewässern gilt er als nicht etabliert.

Wo sie stehen

Der Graue Knurrhahn kommt an fast allen europäischen Küsten vor, von Island und Norwegen bis Marokko, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer. In der östlichen Ostsee fehlt er, in der deutschen Ostsee taucht er nur als Beifang auf. Er lebt auf Sand, Schlick oder gemischtem Grund aus Sand und Kies, meist in 10 bis 150 Metern Tiefe. In Norwegen ist er in den oberen 50 Metern am häufigsten.

Der Rote Knurrhahn reicht von Norwegen bis Westafrika und ins Mittelmeer. In der deutschen Nordsee tritt er vor allem im Sommer auf, aus der Ostsee gibt es zunehmend Nachweise. Er liegt auf Sand, schlammigem Sand oder Kies.

Gute Bestände des Grauen Knurrhahns gibt es bei Helgoland und in der ganzen südlichen Nordsee, im Sommer zudem im Kattegat sowie an den Küsten Großbritanniens und Irlands. Im Sommer ziehen die Fische ins flache Wasser und sind dann auch vom Ufer erreichbar.

Wie sie fressen und laichen

Knurrhähne sind ständig auf Futtersuche. Der Graue frisst vor allem Garnelen und Strandkrabben, außerdem Würmer und kleine Fische wie Grundeln, Plattfische, junge Heringe und Sandaale. Gibt es Fischbrut im Freiwasser, jagt er auch dort. Knurrhähne treten oft gesellig auf, die Laute helfen vermutlich, im Schwarm Kontakt zu halten.

Der Graue Knurrhahn laicht von April bis August in Küstennähe. Ein Weibchen legt bis zu 300.000 Eier, die frei im Wasser treiben und nach etwa fünf Tagen schlüpfen. Die Jungfische leben bis etwa drei Zentimeter im Freiwasser und gehen dann zum Boden. Geschlechtsreif werden beide Geschlechter mit drei bis vier Jahren.

Wann sie beißen

Nach Blinker beißen Knurrhähne an der Nordsee von Mai bis September, an den britischen Küsten geht es bereits im April los. Der Juli gilt als Spitzenmonat. Kühlt das Wasser im Herbst merklich ab, ziehen die Fische aus der Nordsee ab.

Gute Beißzeit sind die Abendstunden. An grellen, sonnigen Tagen beißen Knurrhähne schlecht.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du sie fängst

Kaum jemand angelt gezielt auf Knurrhahn. Meist beißt er beim Angeln auf Plattfische oder Dorsch, typisch beim Schollenangeln über Sandgrund. Vom Ufer lohnen Felsen, Molen und Hafenanlagen mit halbwegs tiefem Wasser.

Bewährt ist eine leichte Laufbleimontage mit ein oder zwei kleinen, langschenkligen Meereshaken oder Butthaken. Als Köder eignen sich Wattwurm, kleine Herings- oder Makrelenfetzen etwa von Daumennagelgröße und Garnelen, angeboten direkt am Grund. Wer beim Pilken auf Dorsch oder Pollack einen Roten Knurrhahn fängt, kann an der Stelle auf Naturköder umstellen. Mehr dazu unter Tierische Naturköder.

Stelle halten: Knurrhähne sind gesellig. Hat einer gebissen, ankere oder drifte mehrmals über dieselbe Stelle, dort stehen oft weitere.

Bei Sonne auf den Abend setzen: An hellen Tagen ruhig die Abendstunden einplanen, dann beißen die Fische deutlich besser.

Passende Köder

Wattwurm, kleine Herings- oder Makrelenfetzen und Garnelen am Grund, Rote Knurrhähne gelegentlich auf kleine Pilker.

Mehr dazu: Tierische Naturköder, Metallköder: Spinner, Blinker & Jigs.

Meist Beifang beim Platt- oder Dorschangeln; wo einer beißt, stehen oft mehrere.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Grauer und Roter Knurrhahn stehen in der Roten Liste der Meeresfische Deutschlands von 2025 als ungefährdet. Beim Grauen Knurrhahn verzeichnet sie langfristig eine deutliche Zunahme.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. In Schleswig-Holstein stehen sie in der Küstenfischereiverordnung und befristeten Allgemeinverfügungen. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte oder untermaßige Exemplare müssen mit nassen Händen schonend im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Warum heißt der Knurrhahn so?

Er erzeugt knurrende Laute. Muskeln an der Schwimmblase bringen sie zum Schwingen.

Wie unterscheide ich Grauen und Roten Knurrhahn?

Der Graue hat einen dunklen Fleck auf der ersten Rückenflosse und Knochenknoten auf der Seitenlinie. Beim Roten ist die Seitenlinie glatt und die Brustflosse reicht bis zur Afterflosse.

Wann fange ich Knurrhähne?

An der Nordsee von Mai bis September, mit dem Juli als bestem Monat, am besten abends.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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