Der Dreistachlige Stichling (Gasterosteus aculeatus) ist ein kleiner Fisch mit drei freien Rückenstacheln und Knochenplatten statt Schuppen. Bekannt ist er für Nestbau und Brutpflege des Männchens. Er ist in Deutschland ungefährdet, weit verbreitet und kein Zielfisch.
- Drei einzeln stehende, bewegliche Stacheln vor der weit hinten sitzenden zweiten Rückenflosse
- Bauchflossen als spitze, aufklappbare Stacheln
- Reihe von Knochenplatten an den Flanken statt Schuppen
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Stichling ist seitlich stark zusammengedrückt, hat einen großen Kopf, eine spitze Schnauze und ein kleines, leicht oberständiges Maul. Schuppen hat er keine. Stattdessen tragen die Flanken Knochenplatten. Wie viele es sind, hängt von der Form ab: Wanderfische aus dem Meer sind voll gepanzert, mit bis zu 37 Platten und einem deutlichen Kiel am Schwanzstiel.
Vor der zweiten, weit hinten sitzenden Rückenflosse stehen meist drei, selten vier einzelne, bewegliche Stacheln. Auch die Bauchflossen sind zu spitzen Stacheln umgebaut, die der Fisch aufklappen kann. Das macht ihn für Raubfische zu einem unangenehmen Bissen.
Rücken und Flanken sind braungrau oder olivgrün, oft mit dunklen Querbändern, die Unterseite ist silbrig. Zur Laichzeit färben sich Kehle, Brust und Bauch des Männchens leuchtend rot. Meist wird der Stichling 4 bis 6 Zentimeter lang. FishBase nennt 8 Zentimeter als Höchstwert im Süßwasser und 11 Zentimeter im Meer.
Verwechseln kann man ihn vor allem mit dem Neunstachligen Stichling. Dieser trägt 6 bis 12 kleine Stacheln vor der Rückenflosse und keine Plattenreihe an den Flanken. Das Zählen lohnt sich: In Bayern ist der Neunstachlige Stichling ganzjährig geschont, der Dreistachlige nicht.
Mit Jungfischen von Barsch oder Rotauge ist er kaum zu verwechseln, sobald du auf die freien Stacheln und die fehlenden Schuppen achtest.
Wo er lebt
Den Dreistachligen Stichling gibt es in zwei Lebensformen. Wanderstichlinge leben an der Küste und im Brackwasser und ziehen zum Laichen ins Süßwasser. Stationäre Stichlinge verbringen ihr ganzes Leben im Binnenland, in Tümpeln, Gräben, Altarmen und langsam fließenden Bächen, aber auch in Seen und großen Flüssen.
Typische Plätze sind flache, bewachsene Uferzonen über Schlamm oder Sand. Außerhalb der Laichzeit ziehen Stichlinge in Schwärmen umher. Im Sommer wandern die Jungfische ins Meer oder in größere, tiefere Gewässer und bilden dort große Fressschwärme.
Im Donaugebiet war der Stichling ursprünglich nicht heimisch. Im Bodensee gilt er ebenfalls als gebietsfremd. Bei einer Bestandsaufnahme, die die Eawag 2016 veröffentlichte, beherrschte er das Freiwasser des Obersees, wo eigentlich die Felchen dominieren sollten. Er machte dort 28 Prozent der Fischbiomasse im Freiwasser aus und stand in ähnlichen Tiefen wie die Felchen, am dichtesten zwischen 12 und 35 Metern.
Nestbau und Brutpflege
Stichlinge fressen fast alles, was in ihr Maul passt: Würmer, Kleinkrebse, Wasserinsekten und ihre Larven, ins Wasser gefallene Insekten und kleine Fische. Auch Fischlaich und die eigene Brut werden nicht verschmäht.
Zur Laichzeit wird das Männchen zum Revierverteidiger. Es baut aus Pflanzenteilen ein Nest, das es mit einem klebrigen Sekret aus den Nieren verfestigt, und vertreibt Rivalen. Ein laichbereites Weibchen lockt es mit einem Zickzacktanz zum Nest. Danach befruchtet das Männchen die Eier und jagt das Weibchen fort. Oft folgen weitere Weibchen.
Das Männchen bewacht das Gelege und fächelt den Eiern frisches, sauerstoffreiches Wasser zu. Auch die geschlüpfte Brut verteidigt es noch eine Zeit lang. Diese Brutpflege sichert dem Stichling einen vergleichsweise hohen Bruterfolg.
Wann du ihn siehst
Gelaicht wird von März bis Juli. In dieser Zeit fallen die rot gefärbten Männchen an flachen, bewachsenen Ufern gut auf, und du kannst Nestbau und Balz oft vom Ufer aus beobachten.
Im Hochsommer verlassen die Jungfische die Kinderstube und ziehen in tieferes Wasser oder ins Meer. Eine Angelsaison gibt es nicht, weil der Stichling kein Zielfisch ist.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Wenn ein Stichling am Haken hängt
Gezielt beangelt wird der Stichling nicht. Beim Stippen mit Maden an flachen, krautigen Ufern hängt trotzdem gelegentlich einer am kleinen Haken.
Fasse ihn vorsichtig an und lege die Stacheln mit der Hand an den Körper an, statt gegen sie zu greifen. Den Haken löst du im Wasser oder über dem Kescher und setzt den Fisch an derselben Stelle zurück.
Stacheln zählen: Drei kräftige Stacheln und Knochenplatten an der Flanke: Dreistachliger Stichling. Viele kleine Stacheln und keine Plattenreihe: Neunstachliger Stichling, der in Bayern geschont ist.
Nester nicht stören: Im Frühjahr bewachen Männchen ihre Nester im Flachwasser. Wenn du dort watest oder anfütterst, vertreibst du sie leicht vom Gelege.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
Wird nicht gezielt beangelt; ein Beifang wird schonend an derselben Stelle zurückgesetzt.
Status und Regeln
Der Dreistachlige Stichling steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als ungefährdet. Sein Bestand gilt als mäßig häufig und hat lang- wie kurzfristig deutlich zugenommen. Weltweit führt die IUCN ihn als nicht gefährdet.
Die bayerische Fischereiverordnung führt ihn für die Gebiete von Elbe, Rhein und Weser ohne Schonzeit und Schonmaß. Den Neunstachligen Stichling schont sie dagegen ganzjährig.
Schonzeiten, Mindestmaße und weitere Regeln legen die Bundesländer fest. Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist der Stichling gefährdet?
Nein. Die Rote Liste Deutschlands von 2023 führt ihn als ungefährdet, die Bestände haben zugenommen.
Warum hat der Stichling keine Schuppen?
Er trägt stattdessen Knochenplatten an den Flanken. Bei Wanderformen aus dem Meer ist die ganze Seite gepanzert, Binnenformen haben oft weniger Platten.
Wer kümmert sich um die Eier?
Das Männchen. Es baut das Nest, bewacht die Eier, fächelt ihnen Frischwasser zu und verteidigt auch die frisch geschlüpfte Brut.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon, Dreistachliger Stichling (Länge, Laichzeit, Kennzeichen, Ökotypen, Brutpflege)
- FishBase: Gasterosteus aculeatus (Größe, Alter, Knochenplatten, Lebensraum, Nahrung, Brutpflege, IUCN-Status)
- FishBase: Pungitius pungitius (Zahl der Rückenstacheln, Größe) zur Abgrenzung
- Rote-Liste-Zentrum: Dreistachliger Stichling (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: ungefährdet)
- Bayerische Staatskanzlei: Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes (AVBayFiG), Anlage
- Eawag (Projet Lac): Artenvielfalt und Zusammensetzung der Fischpopulation im Bodensee, Schlussbericht 2016
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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