Der Rote Thun (Thunnus thynnus), auch Atlantischer Blauflossen-Thunfisch, ist die größte Thunfischart. Nach Jahrzehnten der Überfischung ist er seit etwa 2012 wieder regelmäßig vor Norwegen und im Skagerrak unterwegs. Für Angler in Norwegen, Schweden und Dänemark ist er tabu.
- Zweite Rückenflosse höher als die erste, rötlich braun
- Sehr kurze Brustflossen
- Gelbe, schwarz gesäumte Flösselchen hinter Rücken- und Afterflosse
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Rote Thun hat den spindelförmigen Körper der Makrelen und Thunfische, am höchsten etwa in der Mitte der ersten Rückenflosse. Der Rücken ist dunkelblau bis blauschwarz, die Seiten schimmern wie Perlmutt, der Bauch ist silbrig weiß. Bei frischen Fischen erkennst du dort farblose Querlinien und Punktreihen.
Die vordere Rückenflosse färbt sich gelb oder bläulich. Die hintere ist rötlich braun und höher als die vordere. Die Brustflossen sind sehr kurz. Hinter der zweiten Rückenflosse und der Afterflosse sitzen oben und unten je 8 bis 9 kleine Flösselchen, dunkelgelb mit schwarzem Saum. Der vordere Teil des Körpers ist von einem Panzer aus verwachsenen Schuppen bedeckt.
FishBase nennt eine übliche Länge um zwei Meter, als Höchstwerte 4,58 Meter und 684 Kilogramm und als höchstes Alter 32 Jahre. Store norske leksikon berichtet von registrierten Tieren mit bis zu 40 Jahren. Thunfische halten ihre Körpertemperatur über ein besonderes Gefäßnetz einige Grad über der Wassertemperatur und jagen so auch in kaltem Wasser.
In norwegischen Gewässern ist der Rote Thun die einzige Thunfischart, die regelmäßig so weit nach Norden zieht. Andere Thunfische wie der Gelbflossen-Thun bleiben laut FishBase meist deutlich kleiner und tragen artkennzeichnende Streifen, Bänder oder Punkte.
Mit der Makrele, seiner Hauptbeute, teilt er die Körperform und die Flösselchen, aber nicht die Größe.
Im direkten Vergleich



Wo er lebt und wandert
Der Rote Thun lebt im Nordatlantik, im Mittelmeer und im südlichen Schwarzen Meer. Im Ostatlantik reicht sein Gebiet von den Lofoten bis zu den Kanaren. Er ist ein Hochseefisch, der saisonal an die Küsten kommt, meist in den oberen 100 Metern schwimmt und bis über 1000 Meter tief tauchen kann.
Vor Norwegen war er bis Ende der 1970er Jahre ein regelmäßiger Gast, dann blieb er aus. Seit 2012 kehrt er zurück. Heute taucht er periodisch vom Skagerrak bis nach Norden auf, in manchen Jahren bis in die Finnmark. Satellitenmarken des Havforskningsinstituttet zeigen, dass die Tiere im Schnitt 68 Tage in norwegischen Gewässern bleiben. Einige fressen dort offenbar bis in den Winter.
An der schwedischen Westküste ist er im Sommer ein seltener Gast, er wurde aber bis in den Öresund und die südliche Ostsee nachgewiesen. In den letzten Jahren ist er dort wieder häufiger geworden.
Wie er jagt und laicht
Der Rote Thun jagt oft in Gruppen. Vor Norwegen frisst er vor allem Makrelen, dazu Heringe, Blauen Wittling und andere Schwarmfische sowie Tintenfische und Krebstiere. Laut Havforskningsinstituttet schwimmt er bis 70 km/h schnell und kann den Atlantik in 50 Tagen durchqueren.
Der östliche Bestand, der nach Norwegen zieht, laicht im Mai und Juni an drei Hauptlaichplätzen im Mittelmeer. Ein zweiter Bestand laicht im Golf von Mexiko. Nach dem Laichen beginnt die lange Wanderung zu den Fressgründen im Norden. Östliche Rote Thune werden mit etwa vier Jahren geschlechtsreif und sind dann über einen Meter lang.
Junge Thune wachsen schnell, etwa 30 Zentimeter im Jahr. Später verlangsamt sich das Wachstum stark.
Wann er in den Norden kommt
Für Angler gibt es in Nord- und Ostsee und in Norwegen keine Saison, die Art ist geschützt. Der Kalender zeigt deshalb durchgehend null.
Zu sehen ist der Rote Thun vor Norwegen am häufigsten von Juli bis September. In skandinavischen Gewässern hält er sich nach Angaben der schwedischen Meeresbehörde von August bis November auf.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Was du bei einem Kontakt tust
Der Rote Thun wird in unserem Gebiet nicht gezielt beangelt. In Norwegen ist er für Meeresangler ganzjährig geschützt, in Dänemark und Schweden ist das Angeln auf ihn verboten. In Schweden gilt das ausdrücklich auch dann, wenn der Fisch zurückgesetzt würde. Ein unbeabsichtigt gefangener Thun muss in Dänemark und Schweden sofort freigelassen werden.
Fänge zu Forschungszwecken laufen nur mit Ausnahmegenehmigung. In Skagerrak und Kattegat haben die schwedische Agrarhochschule (SLU Aqua) und DTU Aqua aus Dänemark mit dem WWF Thune gefangen, markiert und wieder ausgesetzt. Das Havforskningsinstituttet hat seit 2020 insgesamt 25 Rote Thune vor Norwegen mit Satellitenmarken versehen.
Sichtung melden: In Schweden bittet die Meeresbehörde darum, Funde von Thunfischen im Artenportal zu melden. Notiere Ort, Datum und geschätzte Größe.
Gezieltes Thun-Gerät fällt auf: Die schwedische Meeresbehörde bittet darum, Angler mit Gerät, das klar auf Thunfisch ausgerichtet ist, der Küstenwache zu melden.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
In Norwegen ganzjährig geschützt, in Schweden und Dänemark Angeln verboten: nicht gezielt beangeln, unbeabsichtigten Fang sofort freilassen.
Was du beachten musst
Die norwegische Fischereidirektion führt den Roten Thun bei den Arten, die für Meeresangler das ganze Jahr geschützt sind. Geschützte Arten dürfen nicht geangelt werden. Die aktuelle Fassung findest du beim Fiskeridirektoratet.
In Schweden ist das Freizeitangeln auf Roten Thun verboten, ein unbeabsichtigter Fang wird sofort zurückgesetzt. Die Regeln gelten auch für ausländische Angler in schwedischen Gewässern. Details nennt die schwedische Meeres- und Wasserbehörde.
In Dänemark dürfen Freizeit- und Sportangler nach Angaben der Fischereibehörde nicht auf Roten Thun fischen. Ein Fang ist sofort zurückzusetzen. Die Regeln stehen bei der Fiskeristyrelsen.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
International verwaltet die Atlantische Thunfischkommission ICCAT den Bestand. Die IUCN stuft den Roten Thun seit 2021 weltweit als nicht gefährdet ein. Das Thünen-Institut nennt für Europa die Einstufung potenziell gefährdet und für das Mittelmeer stark gefährdet, mit dem Hinweis, dass diese Bewertung aktualisiert werden muss. In der Roten Liste der deutschen Meeresfische gilt der Rote Thun als nicht etablierter, unbeständiger Gast.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich in Norwegen, Schweden oder Dänemark auf Roten Thun angeln?
Nein. Norwegen führt ihn für Meeresangler als ganzjährig geschützt, Schweden und Dänemark verbieten das Angeln auf ihn. Ein unbeabsichtigter Fang wird sofort freigelassen.
Seit wann gibt es wieder Thunfische vor Norwegen?
Nach dem Ausbleiben ab Ende der 1970er Jahre kehrt der Rote Thun seit 2012 zurück. Er bleibt im Schnitt gut zwei Monate in norwegischen Gewässern.
Wie groß wird der Rote Thun?
Meist um zwei Meter. FishBase nennt als Höchstwerte 4,58 Meter und 684 Kilogramm.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Thunnus thynnus, Atlantic bluefin tuna (Größe, Merkmale, Biologie)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Blauflossenthun, atlantischer (Roter Thun)
- Havforskningsinstituttet: Makrellstørje (Bestände, Laichzeit, Rückkehr nach Norwegen, Satellitenmarken)
- Store norske leksikon (L. A. Vøllestad, Universität Oslo): makrellstørje
- Havs- och vattenmyndigheten: Blåfenad tonfisk (Vorkommen in Schweden, Markierung, Schutz)
- Havs- och vattenmyndigheten: Regler för blåfenad tonfisk (Freizeitangeln verboten)
- Fiskeridirektoratet: Meeresangeln in Norwegen, Regeln (ganzjährig geschützte Arten)
- Rote-Liste-Zentrum: Artensteckbrief Roter Thun (Rote Liste Meeresfische 2025)
- Fiskeristyrelsen (Dänemark): Regler for lyst- og fritidsfiskeri (Fiskeri efter almindelig tun)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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