Fisch betäuben und töten

Ein Fisch, den du entnimmst, wird erst betäubt und danach getötet, in dieser Reihenfolge und ohne Pause dazwischen. Vorgegeben ist das durch das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Schlachtverordnung. Die Seite zeigt, wie Fisch betäuben und töten in der Praxis abläuft, woran du eine gelungene Betäubung erkennst und wo für Aal und Plattfisch andere Regeln gelten.

Seitenansicht eines Süßwasserfischs mit drei Stellen am Kopf in der Reihenfolge des Ablaufs: 1 Kopfschlag auf die Schädeldecke hinter und über dem Auge, 2 Prüfen von Auge und Kiemendeckel, 3 Töten mit Kiemenschnitt oder Herzstich.1 BetäubenKopfschlag3 TötenKiemenschnittoder Herzstich2 PrüfenAuge dreht nicht mitKiemendeckel still
Abb. 1 · Ablauf am Kopf, vereinfacht: 1 Schlag auf die Schädeldecke hinter und über dem Auge (rote Markierung), 2 Auge und Kiemendeckel prüfen, 3 töten mit Kiemenschnitt (orange) oder Herzstich. Die Lage ist je nach Fischart verschieden. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Was Gesetz und Verordnung verlangen

Nach § 4 Absatz 1 des Tierschutzgesetzes darf ein Wirbeltier nur getötet werden, nachdem eine wirksame Betäubung es wahrnehmungs- und empfindungslos gemacht hat. Töten darf außerdem nur, wer die dafür nötigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Für Fische wird die Tierschutz-Schlachtverordnung genauer: Wer einen Fisch tötet, muss ihn unmittelbar davor nach Anlage 1 Nummer 9 betäuben (§ 12 Absatz 10).

Anlage 1 lässt für Fische vier Verfahren zu: Strom, den stumpfen Schlag auf den Kopf, Kohlendioxid bei Salmoniden und einen Stoff mit Betäubungswirkung, der nicht gleichzeitig entschleimt. Die Prüfungsunterlagen der Länder beschreiben für Angler den Kopfschlag. Er ist nach Nummer 5.2 mit einem geeigneten Gegenstand und ausreichend kräftig zu führen, ein Verfahren, das den Tod herbeiführt, folgt unmittelbar. Nach Nummer 5.3 soll zwischen Fang und Betäubung möglichst wenig Zeit vergehen.

Dahinter steht der Grundsatz aus § 1: Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen, und das Töten eines Wirbeltiers ohne vernünftigen Grund ist nach § 17 strafbar. Die bayerischen Prüfungsfragen beantworten die Frage, ob ein Fisch ohne vernünftigen Grund getötet werden darf, mit nein. Weitere Vorgaben machen Landesrecht und Erlaubnisschein, einen Überblick gibt Recht & Schein.

Betäuben mit dem Kopfschlag

Fischtöter aus Holz und Messer mit kurzer Klinge
Fischtöter aus Holz und Messer mit kurzer Klinge.
KI-generiert

Der Schlag betäubt über eine Gehirnerschütterung. Trifft er mit genug Wucht die richtige Stelle, ist der Fisch laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) sofort wahrnehmungslos. Die Stelle beschreiben die amtlichen Unterlagen etwas verschieden. Bayern lehrt einen wuchtigen Schlag oberhalb der Augen, ebenso die Merkblätter von Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Sachsen-Anhalt verortet das Nachhirn zwischen Augenhinterrand und Schädelende. Beides trifft sich auf der Schädeldecke über und hinter dem Auge, so zeigt es Abb. 1. Ein gezielter Nackenschlag gilt in Bayern als falsche Antwort.

Als Werkzeug nennen die Länder einen schweren Gegenstand wie ein Schlagholz, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sprechen von einem kräftigen, schnellen Schlag. Gewichte in Gramm geben die Behörden nicht an. Die Tierärztliche Hochschule Hannover weist darauf hin, dass der Kopfschlag bei einigen Arten und bei großen Fischen zu Fehlbetäubungen führen kann, wenn die Wucht nicht reicht oder die Stelle verfehlt wird. Das BLE nennt aus der Fischzucht große Arten wie Störe und Afrikanische Welse als deutlich schwerer zu betäuben. Eine Folgerung daraus, keine Vorgabe: Wähle das Schlagholz nach dem größten Fisch, den du mitnehmen willst. Zum Gerät selbst siehe Fischbetäuber.

Kontrolle: Augendrehreflex und Atmung

Ob der Schlag gewirkt hat, prüfst du sofort. Dafür legst du den Fisch auf die Seite. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg lehrt: Bei einem nicht betäubten Fisch dreht sich das Auge in der Höhle mit, bei einem betäubten bleibt diese Drehung aus. Das BLE nennt zusätzlich den Atemreflex, also die Bewegung der Kiemendeckel. Bleiben beide aus, ist der Fisch ausreichend betäubt. Die bayerischen Prüfungsfragen stellen das Ausbleiben des Augendrehreflexes als richtiges Zeichen heraus, das Aufsperren der Kiemendeckel steht dort unter den falschen Antworten.

Zeigt der Fisch noch eine dieser Regungen, gilt er als nicht betäubt. Weil die Verordnung die Betäubung vor dem Töten verlangt, schlägst du dann ein zweites Mal zu, bevor das Messer zum Einsatz kommt.

Ablaufschema in vier Kästen: Betäuben mit dem Kopfschlag, dann die Prüfung des Augendrehreflexes. Ist der Reflex noch da, führt ein Pfeil zurück zum Schlag. Fehlt er, folgt das Töten mit Herzstich oder Kiemenschnitt und erst danach das Lösen des Hakens.Betäuben: KopfschlagAugendrehreflex?Reflex da:nochmal schlagenneinTöten:Herzstich oderKiemenschnittDanach Haken lösen
Abb. 2 · Entscheidung nach dem Schlag, vereinfacht: Erst wenn der Augendrehreflex ausbleibt, folgt das Töten. Aal und Plattfisch haben eigene Verfahren. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Töten: Herzstich oder Kiemenschnitt

Das Töten folgt ohne Verzögerung, solange der Fisch noch nichts wahrnimmt. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg nennt den Herzstich oder die Durchtrennung der Blutgefäße im Kiemenbereich; bei der Forelle sitzt der Herzstich zwischen den Brustflossen. Das BLE beschreibt den beidseitigen Kiemenrundschnitt, der die großen Arterien öffnet, als Weg zu schnellem Ausbluten. Bayern lehrt das Entbluten durch Kiemenrundschnitt. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern nennen den Herzstich als bevorzugte Methode und den Kiemenschnitt als Alternative; wer stechen will, muss laut Schleswig-Holstein die genaue Lage des Herzens kennen.

Den Haken löst du erst danach. Der Landesfischereiverband Baden-Württemberg und Schleswig-Holstein legen es so fest, und Sachsen-Anhalt fragt die Reihenfolge Betäuben, Töten, Abködern, Versorgen ab. Bei einem 40 Zentimeter langen Karpfen lautet die richtige Prüfungsantwort aus Bayern: erst betäuben, dann töten und ausnehmen. Wie der Bauchschnitt geht, steht unter Fisch ausnehmen.

Praxistipp: Schleswig-Holstein rät, sich das Betäuben und Töten von einem erfahrenen Angler zeigen zu lassen und die ersten Fische unter dessen Aufsicht zu versorgen. Baden-Württemberg schreibt in den Vorbereitungslehrgängen einen Praxistag vor, an dem jeder so lange übt, bis die Handgriffe sicher sitzen.

Aal, Plattfisch und Gaff

Für zwei Gruppen nennt § 12 Absatz 10 eine Ausnahme von der Betäubungspflicht. Schleswig-Holstein zählt zu den Plattfischen Flunder, Kliesche und Scholle.

FischBetäuben vorherVerfahren
Fische allgemeinjaKopfschlag, dann Herzstich oder Kiemenschnitt
Plattfischenicht nötigschneller Schnitt durch Kehle und Wirbelsäule
Aalenicht nötig bei höchstens 30 am TagStich hinter dem Kopf durch die Wirbelsäule, sofort Eingeweide samt Herz entnehmen

Der Aal hat eine eigene Seite, dort stehen Gerät und Ablauf: Aaltöter. Wurde ein Fisch mit dem Gaff gelandet, muss er laut Landesfischereiverband Baden-Württemberg unverzüglich betäubt und getötet werden, Sachsen-Anhalt verlangt es in seinem Fragenkatalog ebenso.

Typische Fehler

  • Schlag in den Nacken statt auf die Schädeldecke: In Bayern ist das eine falsche Prüfungsantwort.
  • Schlagholz zu leicht für den Fisch. Bei großen Arten führt ein zu schwacher Schlag zu Fehlbetäubungen.
  • Keine Kontrolle nach dem Schlag, das Messer kommt trotz Augendrehreflex.
  • Haken zuerst lösen oder abködern, obwohl der Fisch noch lebt.
  • Schlagholz und Messer erst im Moment des Fangs suchen. Die Verordnung will die Zeit bis zur Betäubung kurz halten.
  • Den Aal wie jeden anderen Fisch behandeln oder in Salmiaklösung legen. Bayern führt Salmiak als falsche Antwort, Anlage 1 schließt Ammoniak als Betäubungsstoff aus.

Hältern im Setzkescher

Lebende Fische im Setzkescher aufzubewahren, regelt das Landesrecht unterschiedlich. Niedersachsen hält den Setzkescher laut Merkblatt des Landes grundsätzlich für nicht zulässig, Mecklenburg-Vorpommern lehnt ihn aus Tierschutzsicht ab. In Schleswig-Holstein ist er zur Frischhaltung des Fangs erlaubt: aus knotenlosem textilem Material, mindestens 3,50 Meter lang, Ringdurchmesser mindestens 0,50 Meter, nur für unverletzte Fische und höchstens bis zum Ende des Fangtages. Als Material nennen Bayern in einer Prüfungsfrage und Baden-Württemberg in der Gerätekunde knotenfreies Textilnetz.

Schleswig-Holstein empfiehlt ausdrücklich, den bereits getöteten Fang in einer Kühlbox oder Kühltasche zu halten und den Setzkescher nur in Ausnahmefällen zu nutzen. Auch die bayerischen Prüfungsfragen sehen für einen geschlachteten Karpfen im Sommer die Kühlbox mit Kühlakkus vor, siehe Kühlbox und Kühltasche. Wo du angelst, entscheiden Fischereiordnung und Erlaubnisschein.

Häufige Fragen

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Muss ich einen Fisch immer betäuben?

Fast immer. Die Tierschutz-Schlachtverordnung verlangt die Betäubung unmittelbar vor dem Töten. Ausgenommen sind nur Plattfische und Aale mit dem jeweils vorgeschriebenen Schnitt oder Stich, bei Aalen bis zu 30 Tiere am Tag.

Woran erkenne ich, dass der Fisch betäubt ist?

Du legst ihn auf die Seite. Dreht das Auge nicht mehr mit und bewegen sich die Kiemendeckel nicht, ist er ausreichend betäubt. Sonst folgt ein zweiter Schlag.

Wann löse ich den Haken?

Bei einem Fisch, den du entnimmst, erst nach dem Betäuben und Töten. Soll der Fisch zurück ins Wasser, löst du den Haken sofort, am besten mit nassen Händen und Hakenlöser, wie es Fisch landen und abhaken beschreibt.

Darf ich den Fang bis zum Abend im Setzkescher lassen?

Das hängt vom Bundesland ab. Niedersachsen lässt ihn grundsätzlich nicht zu, Schleswig-Holstein erlaubt ihn unter Auflagen bis zum Ende des Fangtages. Nach Möglichkeit tötest du den Fisch gleich nach dem Fang.

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Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr und ersetzen keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Tierschutz-Schlachtverordnung in ihrer geltenden Fassung, das Recht deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein.