Der Silberkarpfen, auch Tolstolob genannt, stammt aus Ostasien und wurde in den 1960er Jahren in Mitteleuropa ausgesetzt. Er filtert pflanzliches Plankton aus dem Freiwasser und nimmt Angelköder fast nie gezielt.
- Kleine Augen, die unterhalb der Kopfmitte liegen
- Große, stark oberständige Mundspalte ohne Barteln
- Scharfer Bauchkiel von der Kehle bis zum After und nach unten durchgebogene Seitenlinie
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Auffällig sind die kleinen, unterhalb der Kopfmitte liegenden Augen und die große, stark oberständige Mundspalte. Die Seitenlinie ist zum Bauch hin durchgebogen. Entlang der Körpermitte sitzen 110 bis 124 sehr kleine Schuppen.
Die Oberseite ist grünlichgrau, Seiten und Bauch glänzen silbrig und sind ungefleckt. Am Bauch verläuft ein scharfer Kiel von der Kehlregion bis zum After. Silberkarpfen können bis etwa 1,30 Meter lang werden, bleiben aber meist kleiner.
Am ähnlichsten ist der Marmorkarpfen. Er ist dunkler, trägt unregelmäßige Flecken und hat einen Bauchkiel, der erst an den Bauchflossen beginnt. In der Rückenflosse hat er 13 statt 10 Flossenstrahlen. Der Graskarpfen hat normal sitzende Augen und große Schuppen.
Im direkten Vergleich


Wo er steht
Der Silberkarpfen stammt aus Flüssen und angebundenen stehenden Gewässern Ostasiens. In Mitteleuropa sollte er Planktonalgen in nährstoffreichen Gewässern kurz halten. Der Effekt auf die Wasserqualität blieb gering.
Er ist ein geselliger Freiwasserfisch, schwimmt oft dicht unter der Oberfläche und bevorzugt zum Fressen flache, warme Bereiche mit wenig Strömung.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
Im See
- Seerosen und Krautfeld
- Freiwasser
- Dicht unter der Oberfläche
Der Silberkarpfen ist ein geselliger Freiwasserfisch und schwimmt oft dicht unter der Oberfläche. Er hält sich gern in pflanzenreichem, trübem Wasser auf und filtert dort pflanzliches Plankton.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April kaum, im Mai möglich.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich. Zum Fressen sucht er flache, über 21 °C warme Bereiche mit wenig Strömung auf.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober und November kaum. Fällt die Wassertemperatur unter etwa 13 °C, frisst er nur noch das Nötigste.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum.
Im Fluss
- Gumpen, tiefe Stelle
- Buhnenkessel
- Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen
Im Fluss bevorzugt der Silberkarpfen kraftsparende Plätze in Buhnenfeldern und Altarmen. Gefressen wird in flachen, warmen Altwassern und überfluteten Flächen mit wenig Strömung.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April kaum, im Mai möglich.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober und November kaum. Im Herbst ziehen die erwachsenen Fische zu tieferen Stellen im Hauptstrom und fressen dort nicht mehr.
Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Überwintert wird in den mittleren und unteren Flussabschnitten.
Tiefe: Gefressen wird laut FishBase in flachem Wasser von 0,5 bis 1 Meter Tiefe. Als Tiefenbereich nennt FishBase 0 bis 20 Meter.
Wie er frisst und warum er hier kaum laicht
Die Brut frisst Zooplankton. Ab etwa fünf Zentimetern Länge stellt der Silberkarpfen auf pflanzliches Plankton um, das er mit netzartig verwachsenen Kiemenreusen aus dem Wasser siebt. Unter 15 °C lässt der Appetit nach, unter 8 bis 10 °C frisst er fast nicht mehr.
Im Herkunftsgebiet laichen Silberkarpfen von Mai bis Juli in strömendem, 23 bis 24 °C warmem Wasser. In Mitteleuropa ist eine natürliche Vermehrung nahezu ausgeschlossen. Aufgeschreckte Silberkarpfen springen hoch aus dem Wasser.
Wann er beißt
Chancen bestehen nur in der warmen Jahreszeit, etwa vom späten Frühjahr bis in den Frühherbst. Die Fänge verteilen sich unregelmäßig über den Tag.
Wird das Wasser kalt, ziehen sich Silberkarpfen in tiefere Bereiche zurück und fressen nicht mehr.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Der Silberkarpfen ist mit üblichen Ködern kaum gezielt zu fangen, und das sollte man offen sagen. Viele gelandete Fische waren von außen gehakt, was kein regulärer Fang ist.
Einzelne Angler arbeiten mit einer Futterwolke. Eine kleine Pose hält den Köder im Mittelwasser, darauf werden nach und nach Futterballen geworfen, die sich in feine Teilchen auflösen. Die Fische schwimmen mit offenem Maul hindurch und saugen den Köder mit ein. Er muss klein sein, etwa eine Brotflocke oder ein Stück Popcorn.
Als Zufallsfang einplanen: Wer Silberkarpfen im Gewässer hat, sollte beim Karpfenangeln auf einen kräftigen Beifang vorbereitet sein.
Sitz des Hakens prüfen: Nur ein im Maul gehakter Fisch gilt als gefangen. Außen gehakte Fische werden sofort schonend gelöst.
Passende Köder
Sehr kleiner Köder wie Brotflocke oder Popcorn, im Mittelwasser in einer Futterwolke angeboten.
Montagen zu diesen Ködern: Grundblei-Laufmontage.
Planktonfiltrierer: Der Köder wird nur zufällig eingesogen, gezielte Fänge sind selten.
Was du beachten musst
Der Silberkarpfen ist in Europa gebietsfremd, steht nach der von uns geprüften Fassung aber nicht auf der EU-Liste invasiver Arten. Besatz und Zurücksetzen gebietsfremder Fische regeln Landesrecht und Gewässerordnung.
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Häufige Fragen (FAQ)
Was bedeutet Tolstolob?
Tolstolob ist ein anderer Name für den Silberkarpfen (Hypophthalmichthys molitrix), ebenso Silberamur.
Warum beißt der Silberkarpfen nicht auf normale Köder?
Er filtert winziges Plankton und sucht keine einzelnen Futterbrocken. Einen Köder saugt er nur zufällig ein.
Vermehrt sich der Silberkarpfen bei uns?
In Mitteleuropa ist eine natürliche Vermehrung nahezu ausgeschlossen.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Silberkarpfen (Merkmale, Größe, Nahrung, Laichbedingungen)
- FishBase: Hypophthalmichthys molitrix (Höchstalter, Nahrung, Merkmale)
- Blinker: Steckbrief Grasfische (Silber- und Marmorkarpfen: Größe, Nahrung, Fangmethode)
- Kolar et al. (U.S. Geological Survey): Asian Carps of the Genus Hypophthalmichthys, Biological Synopsis and Environmental Risk Assessment (Temperaturgrenzen)
- HLNUG: Unionsliste der invasiven Arten nach EU-Verordnung Nr. 1143/2014 (Stand Januar 2025)
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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