Rotbarsch / Goldbarsch

Der Rotbarsch oder Goldbarsch (Sebastes norvegicus) ist ein Tiefseefisch des Nordatlantiks. Er wächst sehr langsam und wird spät geschlechtsreif. In Norwegen steht er auf der Roten Liste und ist kein Fisch für gezielte Fangtage.

Naturkundetafel eines Rotbarschs
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kräftig goldrote bis orangerote Färbung ohne dunkle Zeichnung, Bauch rosa
  2. Stachelige vordere Rückenflosse mit meist 15 harten Strahlen
  3. Kräftige Dornen an Kiemendeckel und Vorkiemendeckel
Typische Größe45–50 cmbis etwa 1 m
Alterbis 60 Jahrereif erst mit 10–12 Jahren
MerkmalGoldrot gefärbtkräftige Stacheln
Tiefe100–500 mbis etwa 1.000 m

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A–
M○
J○
J○
A○
S○
O–
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Rotbarsch ist kräftig goldrot bis orangerot gefärbt und trägt keine dunklen Markierungen. Der Bauch ist rosa. Die Schuppen sitzen fest und fühlen sich rau an.

Die Rückenflosse wird vorn von meist 15 kräftigen Stacheln gestützt, dazu kommen Dornen auf den Kiemendeckeln. Üblich sind 45 bis 50 Zentimeter. Erreicht werden bis zu ein Meter und 15 Kilogramm, das Höchstalter liegt bei etwa 60 Jahren.

Sehr ähnlich ist der Tiefenrotbarsch (Sebastes mentella). Er trägt an der Spitze des Unterkiefers einen kräftigen Knochenhaken, bleibt mit meist rund 40 Zentimetern kleiner und lebt noch tiefer. Selbst Fachleute brauchen für die sichere Trennung oft mehrere Merkmale. Der Handel führt beide als Rotbarsch. Mit dem Flussbarsch hat der Rotbarsch nur den Namen gemeinsam.

Wo er steht

Der Rotbarsch lebt von Spitzbergen entlang der norwegischen Küste bis ins Skagerrak, um Island und vor Grönland. Er steht gesellig und bodennah in 100 bis 500 Meter Tiefe bei 3 bis 7 Grad.

Auch in norwegischen Fjorden kommt er vor. Jungfische leben küstennah in Fjorden und Buchten.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

An der Küste

Schnitt vom Strand über Rinne und Sandbank bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrandSandbankTiefes WasserFrühjahr · Fangchance: kaum · LaichzeitTiefes WasserSommer · Fangchance: möglichTiefes WasserHerbst · Fangchance: kaumTiefes WasserWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Tiefes, kälteres Wasser

Der Rotbarsch steht im Schwarm bodennah in tiefem Wasser: auf dem Schelf, entlang der Küste und stellenweise in den Fjorden. Tagsüber halten sich die Schwärme nahe am Meeresboden auf. Jungfische leben küstennah in Fjorden und Buchten.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April kaum, im Mai möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Von April bis Juni setzen die Weibchen ihre Larven ab. Gefressen werden im Frühjahr Lodden, Heringe und Leuchtkrebse.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich. Im Sommer frisst der Rotbarsch vor allem Krill.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober und November kaum. Im Herbst findet die Paarung statt. Hauptnahrung sind jetzt Heringe.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Auch im Winter bilden Heringe die Hauptnahrung.

Tiefe: Der Rotbarsch lebt bodennah in 100 bis 500 Meter Tiefe, vereinzelt bis 1000 Meter. In Fjorden wird er auf Terrassen zwischen 100 und 170 Metern gefangen.

Größenvergleich: Rotbarsch typisch 45–50 cm, selten bis 100 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 100 cmbis 50 cmab 45 cm
Größetypisch 45–50 cm, selten bis 100 cm
Aktive Tageszeiten: RotbarschNachtMorgenTagAbendNacht
AktivTagsüber stehen die Schwärme nahe am Meeresboden, nachts lösen sie sich davon; für Rotbarsche der Gattung Sebastes im Nordwestatlantik ist beschrieben, dass sie um Sonnenuntergang zum Fressen ins freie Wasser aufsteigen und in der Morgendämmerung zum Grund zurückkehren.

Wie er lebt und sich fortpflanzt

Im Sommer frisst der Rotbarsch vor allem Krill, im Herbst und Winter Heringe, im Frühjahr auch Lodden.

Er ist lebendgebärend. Die Paarung findet im Herbst statt, von April bis Juni setzen die Weibchen ihre Larven ab. Geschlechtsreif werden die Fische erst mit 10 bis 12 Jahren. Bestände brauchen deshalb Jahrzehnte, um sich von einem Einbruch zu erholen.

Wann er beißt

Eine klassische Beißzeit gibt es nicht, der Rotbarsch lebt das ganze Jahr in der Tiefe. Für Nordnorwegen wird Mai bis September als beste Reisezeit genannt.

Wichtiger als der Monat ist die Rechtslage: Norwegen führt ihn unter den zeitweise geschonten Arten.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du ihn fängst

Rotbarsche werden beim schweren Naturköderangeln vom Boot gefangen, in 100 bis über 300 Meter Tiefe und oft an denselben Plätzen wie Leng und Lumb. Üblich sind Paternoster mit Fischfetzen.

Beim Heraufholen dehnt sich die kräftige Schwimmblase aus und verdrängt die inneren Organe. Ein Fisch aus dieser Tiefe überlebt das Zurücksetzen nicht. Jeder gehakte Rotbarsch ist ein entnommener Fisch. Angle deshalb nicht gezielt auf ihn, wenn er geschont ist.

Wenige Fische, ganz verwerten: Weil zurückgesetzte Tiefseefische nicht überleben, zählt jeder Fang. Höre auf, sobald du genug für die Küche hast.

Stacheln beachten: Die Stacheln der Rückenflosse und die Dornen am Kiemendeckel sind hart und spitz.

Passende Köder

Kleine Fischfetzen am Paternoster in großer Tiefe.

Montagen zu diesen Ködern: Naturködermontage fürs Meer.

In Norwegen zeitweise geschont und als stark gefährdet eingestuft. Aus der Tiefe geholte Fische überleben das Zurücksetzen nicht.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Der Rotbarsch ist in der norwegischen Roten Liste von 2021 als stark gefährdet eingestuft. Die Weltnaturschutzunion führt ihn laut Thünen-Institut dagegen als ungefährdet, den Tiefenrotbarsch in Europa als stark gefährdet. Schonbestimmungen und Ausfuhrregeln ändern sich. Lies vor der Reise die aktuellen Angaben des Fiskeridirektoratet.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Sind Rotbarsch und Goldbarsch dasselbe?

Goldbarsch ist ein anderer Name für Sebastes norvegicus. Im Handel umfasst Rotbarsch alle Arten der Gattung.

Kann ich einen Rotbarsch zurücksetzen?

Nein. Beim Heraufholen aus großer Tiefe schädigt die sich ausdehnende Schwimmblase den Fisch. Er würde sterben.

Warum ist der Rotbarsch so empfindlich?

Er wächst langsam, wird erst mit 10 bis 12 Jahren geschlechtsreif und bringt vergleichsweise wenige Larven zur Welt.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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