Der Bitterling (Rhodeus amarus) ist ein kleiner, hochrückiger Karpfenfisch ruhiger, pflanzenreicher Gewässer. Er legt seine Eier in lebende Großmuscheln und kann ohne sie keinen Nachwuchs aufziehen. Die Art steht in Anhang II der FFH-Richtlinie und ist kein Zielfisch.
- Blaugrün schimmerndes Längsband von der Schwanzwurzel bis etwa zur Körpermitte
- Kurze Seitenlinie, nur auf den ersten Schuppen hinter dem Kopf sichtbar
- Hochrückiger, kleiner Körper mit großen Schuppen und kleinem Maul
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
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Woran du ihn erkennst
Der Bitterling wird meist 5 bis 7 Zentimeter lang. Der Landesfischereiverband Bayern nennt 9 Zentimeter als Höchstmaß, FishBase gibt 11,2 Zentimeter an. Der Körper ist hochrückig und mit großen Schuppen besetzt, das Maul ist klein.
Am sichersten erkennst du ihn an einem blaugrün schimmernden Längsband. Es beginnt an der Schwanzwurzel und reicht nur etwa bis zur Körpermitte. Die Seitenlinie ist kurz: Ihre Poren sind nur auf den ersten vier bis sieben Schuppen hinter dem Kopf zu sehen. Rücken- und Afterflosse sind vergleichsweise lang.
Außerhalb der Laichzeit wirkt er schlicht: oben graugrün, an Flanken und Bauch silbrig. Im Frühjahr färben sich die Männchen um. Kehle und Brust bis zum vorderen Bauch laufen rötlich an, der Rücken und der hintere Körper glänzen grün. Über Augen und Maul erscheinen Laichwarzen, also kleine Hautknötchen. Den Weibchen wächst in dieser Zeit eine Legeröhre, die bis zu 6 Zentimeter lang wird.
Am ehesten verwechselst du den Bitterling mit dem Moderlieschen. Auch das Moderlieschen hat eine unvollständige Seitenlinie und einen bläulichen Längsstreifen. Es ist aber schlank, sein Maul steht steil nach oben, und zwischen Bauch- und Afterflosse bilden die Schuppen einen Kiel. Die hohe Körperform spricht für den Bitterling.
Schwieriger ist die Abgrenzung zum Ostasiatischen Bitterling. Er wird im Handel verkauft und wurde stellenweise schon ausgesetzt. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) weist darauf hin, dass die Vorkommen des heimischen Bitterlings dadurch überschätzt werden können.
Im direkten Vergleich




Wo er lebt
Der Bitterling lebt in kleinen, langsam fließenden und stehenden Gewässern mit pflanzenreichen Ufern. FishBase nennt Teiche im Tiefland, Kanäle, langsame Flüsse, Altwasser und Altarme mit Sand- oder Schlammgrund. Das BfN beschreibt die Gewässer als sommerwarm und pflanzenreich. In Deutschland kommt die Art in vielen Regionen vor, vor allem im Flachland und in den Niederungen der Flüsse.
Entscheidend ist aber nicht das Gewässer allein, sondern die Muschel. Ohne Großmuscheln wie die Teich- oder die Malermuschel kann sich der Bitterling nicht fortpflanzen. Gehen die Muscheln zurück, verschwindet auch er.
Als wichtigste Ursachen für Bestandsverluste nennt das BfN die Vernichtung von Altwässern, das Ausräumen von Gewässern und den Rückgang der Großmuscheln. Der Landesfischereiverband Bayern ergänzt das Verfüllen von Kleingewässern, Faulschlamm, Verlandung und eingeschleppte Muschelarten, die die heimischen verdrängen.
Wie er sich mit Muscheln fortpflanzt
Bitterlinge leben gesellig und halten sich meist in Ufernähe auf. Ihre Nahrung beschreiben die Fachquellen unterschiedlich: Das BfN nennt vor allem tierisches Plankton und Zuckmückenlarven, der Landesfischereiverband zusätzlich Algen, Pflanzenteile, Würmer und Kleinkrebse. FishBase stuft Pflanzen sogar als Hauptnahrung ein.
Zur Laichzeit besetzt das Männchen ein Revier mit mehreren Muscheln und verteidigt es. Es stupst die Muscheln immer wieder mit der Schnauze an, bis sie sich bei Berührung nicht mehr schließen. Dann schiebt das Weibchen seine Legeröhre in den Kiemenraum einer Muschel und legt die Eier einzeln ab. Das Männchen gibt seinen Samen über der Atemöffnung ab, mit dem Atemwasser gelangt er zu den Eiern.
Die Jungfische wachsen in der Muschel gut geschützt heran und verlassen sie nach drei bis vier Wochen. Ein Weibchen legt nach Angaben des BfN pro Laichperiode nur etwa 30 bis 40 Eier. Geschlechtsreif werden Bitterlinge im zweiten Jahr. Das BfN nennt ein Alter von drei bis vier, selten acht Jahren. Laut FishBase überlebt die Mehrzahl das Jahr ihrer ersten Fortpflanzung nicht, die Bestände schwanken deshalb stark.
Eine Kuriosität am Rand: Weibchen, denen Urin schwangerer Frauen gespritzt wurde, schoben ihre Legeröhre aus. FishBase führt deshalb an, dass der Bitterling früher für Schwangerschaftstests verwendet wurde.
Gibt es eine Saison?
Für den Bitterling gibt es keine Angelsaison. Er wird nicht gezielt beangelt und ist in Bayern das ganze Jahr über geschont.
Am auffälligsten ist er zur Laichzeit. Der Landesfischereiverband Bayern nennt April bis Juni, das BfN Mai und Juni. Dann tragen die Männchen ihr buntes Laichkleid und stehen über ihren Muscheln im Flachwasser. Für Angler ist der Bitterling vor allem ein Zeiger: Wo er laicht, leben auch Großmuscheln.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Was du bei einem Beifang tust
Der Bitterling ist kein Zielfisch. Du beangelst ihn nicht gezielt und entnimmst ihn nicht.
Hängt beim Stippen doch einmal ein Bitterling am Haken, löse ihn mit nassen Händen oder direkt im Wasser und setze ihn sofort zurück. Halte ihn nicht im Setzkescher und nicht im Eimer.
Setze außerdem nie Aquarienfische aus. Ausgewilderte Ostasiatische Bitterlinge erschweren nach Angaben des BfN schon heute die Erfassung der heimischen Art.
Auf das kurze Band achten: Ein blaugrünes Band, das nur von der Schwanzwurzel bis etwa zur Körpermitte reicht, zusammen mit einer hohen Körperform: Das spricht für den Bitterling.
Muscheln in Ruhe lassen: Sammle keine Großmuscheln im Flachwasser ein und tritt beim Waten nicht auf Muschelbänke. Ohne sie kann sich der Bitterling nicht fortpflanzen.
Passende Köder
Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.
FFH-Art, in Bayern ganzjährig geschont: nicht gezielt beangeln, Beifang sofort schonend zurücksetzen.
Was du beachten musst
Der Bitterling steht in Anhang II der FFH-Richtlinie. In der Roten Liste der Süßwasserfische Deutschlands von 2023 gilt er als ungefährdet. Langfristig ist sein Bestand mäßig zurückgegangen, kurzfristig hat er deutlich zugenommen.
Wie mit ihm beim Angeln umzugehen ist, regeln die Länder. In Bayern ist der Bitterling nach der Ausführungsverordnung zum Bayerischen Fischereigesetz ganzjährig geschont. Lebensfähige Fische, die während der Schonzeit gefangen werden, sind dort unverzüglich und sorgfältig in dieselbe Gewässerstrecke zurückzusetzen.
Schonzeiten, Mindestmaße und Fangverbote legen die Bundesländer fest. Sie unterscheiden sich je nach Land und Gewässer. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Häufige Fragen (FAQ)
Darf ich Bitterlinge fangen?
Gezielt nicht. Der Bitterling ist eine FFH-Art und in Bayern ganzjährig geschont. Einen Beifang setzt du sofort schonend zurück. Verbindlich sind die Regeln deines Bundeslandes.
Warum braucht der Bitterling Muscheln?
Das Weibchen legt seine Eier mit einer Legeröhre in den Kiemenraum von Großmuscheln. Dort entwickeln sich die Jungfische drei bis vier Wochen lang, bevor sie die Muschel verlassen.
Wie groß wird der Bitterling?
Meist 5 bis 7 Zentimeter. Der Landesfischereiverband Bayern nennt 9 Zentimeter als Höchstmaß, FishBase 11,2 Zentimeter.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon – Bitterling (Länge, Laichzeit, Kennzeichen, Fortpflanzung in Muscheln)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Rhodeus amarus (FFH-Anhang II, Verbreitung, Biologie, Gefährdung)
- Rote-Liste-Zentrum: Bitterling (Rote Liste der Süßwasserfische Deutschlands 2023: ungefährdet)
- FishBase: Rhodeus amarus, European bitterling (Größe, Alter, Lebensraum)
- Wikipedia: Bitterling (Fischart)
- LAWA-Projekt O 10.20 (Leibniz-IGB, 2021): Temperaturempfindlichkeiten der Fischgemeinschaften
- Bayern.Recht: Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Fischereigesetzes (AVBayFiG) mit Anlage Schonzeiten
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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