Blaubandbärbling

Der Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva) ist ein kleiner Karpfenfisch aus Ostasien, der seit Jahrzehnten in deutschen Teichen, Gräben und Seen lebt. Er vermehrt sich stark, frisst Laich und Fischbrut und steht auf der EU-Liste der invasiven gebietsfremden Arten. Für Angler ist er kein Zielfisch, sondern ein Fisch, den man nicht weiterverbreiten darf.

Naturkundetafel eines Blaubandbärblings
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Kleines, oberständiges Maul ohne Barteln
  2. Durchgehendes dunkles Längsband auf der Flankenmitte
  3. Kurze Rückenflosse mit nach außen gewölbtem Rand
Größeum 8 cmFishBase nennt bis 12,5 cm
MerkmalDunkles Längsbandvom Kopf bis zum Schwanz
StatusEU-Unionslisteinvasive gebietsfremde Art
HerkunftOstasienin Deutschland seit den 1960er bis 1980er Jahren

Fangchancen im Jahresverlauf

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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Blaubandbärbling ist ein schlanker, länglicher Kleinfisch. Der Körper glänzt silbergrau bis grünlich, der Rücken ist bräunlicher. Das kleine Maul sitzt oberständig und steht quer, Barteln fehlen. Rücken- und Bauchflossen sind kurz, der Außenrand der Rückenflosse ist nach außen gewölbt.

Am leichtesten erkennst du ihn an einem langen dunklen Band, das mittig über die Flanke läuft. Bei großen, erwachsenen Fischen unterscheiden sich Männchen und Weibchen in der Färbung. Die Männchen tragen zur Laichzeit Laichausschlag, also kleine Hornknötchen, mit denen sie den Laichplatz säubern.

Meist wird er etwa 8 Zentimeter lang. FishBase nennt als Höchstlänge 12,5 Zentimeter, ein Merkblatt des luxemburgischen Umweltministeriums 110 Millimeter. Älter als fünf Jahre wird er kaum.

Verwechselt wird er vor allem mit dem heimischen Moderlieschen. Dessen bläulicher Längsstreifen ist aber kurz und läuft nicht über die ganze Flanke. Der Gründling hat dunkle Flecken an den Seiten und einen Bartfaden am Maul, der dem Blaubandbärbling fehlt.

Die Laube hat ebenfalls ein oberständiges Maul, wird aber größer und trägt kein dunkles Längsband. Wenn du dir unsicher bist, lohnt ein Foto von der Seite, auf dem Maul und Flankenzeichnung gut zu sehen sind.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva) in Seitenansicht
BlaubandbärblingDurchgehendes dunkles Längsband auf der Flankenmitte
Naturkundetafel: Moderlieschen (Leucaspius delineatus) in Seitenansicht
ModerlieschenKurze, unvollständige Seitenlinie über höchstens etwa zwölf Schuppen
Naturkundetafel eines Ukeleis mit oberständigem Maul und schlankem, silbernem Körper
UkeleiStark oberständiges Maul mit steil nach oben gerichteter Mundspalte
Naturkundetafel: Bitterling (Rhodeus amarus) in Seitenansicht
BitterlingBlaugrün schimmerndes Längsband von der Schwanzwurzel bis etwa zur Körpermitte

Woher er kommt und wo er lebt

Ursprünglich lebt der Blaubandbärbling in Ostasien, vom Amur bis zum Perlfluss in Sibirien, Korea und China. Nach Deutschland kam er zwischen den 1960er und 1980er Jahren, vermutlich zusammen mit Graskarpfen, die damals eingeführt wurden. Heute gilt er in den meisten Bundesländern als etabliert. Nur in Berlin und Bremen ist das nicht der Fall.

Er besiedelt fast alle stehenden und fließenden Gewässer außer im Hochgebirge. Am wohlsten fühlt er sich in strömungsberuhigten Abschnitten und in Teichen, Gräben und kleinen Seen, die sich im Sommer gut erwärmen und reich bewachsen sind. Wassertemperatur und niedriger Sauerstoffgehalt machen ihm wenig aus.

Verbreitet wird er vor allem über Fischzuchten, Besatz mit gemischten Kleinfischen, den Zierfischhandel und die Angelfischerei. Entlang von Flüssen und Kanälen wandert er auch selbst weiter. In Baden-Württemberg wurde mehrfach beobachtet, dass dichte Bestände plötzlich ganz zusammenbrachen, ohne dass die Ursache bekannt ist.

Warum er Probleme macht

Der Blaubandbärbling frisst Zooplankton, kleine Wirbellose, Insekten, Pflanzenteile und auch Fischlaich und Fischbrut. Damit konkurriert er mit der Brut heimischer Arten und frisst zugleich deren Nachwuchs.

Seine Stärke ist die Vermehrung. Er wird schon im ersten Lebensjahr geschlechtsreif, bei rund 3 Zentimetern Länge. Ein Weibchen laicht drei- bis viermal pro Saison. Das Männchen säubert einen Hohlraum unter Steinen, an dessen Decke die Eier kleben, und bewacht sie bis kurz vor dem Schlupf. So entstehen in Teichen schnell Massenvorkommen.

In Teichwirtschaften kann der Blaubandbärbling bei Massenvorkommen in Winterteichen sogar größeren Nutzfischen Verletzungen zufügen.

Wann er laicht

Gelaicht wird von April bis Mitte Juli, meist in stehendem oder sehr langsam fließendem Wasser. In dieser Zeit bewachen die Männchen ihre Gelege in Hohlräumen unter Steinen.

Eine Angelsaison gibt es nicht, weil er kein Zielfisch ist. In Teichen, in denen er sich einmal etabliert hat, kann er aber jederzeit beim Stippen am Haken hängen.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Fang tust

Gezielt beangelt wird der Blaubandbärbling nicht. Fängst du einen, nimm ihn nicht lebend mit und setze ihn nicht in ein anderes Gewässer. Ob du ihn zurücksetzen darfst oder entnehmen musst, hängt vom Bundesland ab. In Bayern dürfen Fische von Arten, die nicht in der Fischereiverordnung aufgeführt sind, nicht wieder ausgesetzt werden, und der Blaubandbärbling steht dort nicht.

Wird ein Fisch entnommen, gilt das Tierschutzrecht: Er wird sofort betäubt und getötet. Melde größere Vorkommen dem Verein oder der Fischereibehörde, gerade in Gewässern, in denen er bisher nicht nachgewiesen war.

Köderfische aus fremden Gewässern meiden: Die Angelfischerei zählt zu den Wegen, über die sich die Art ausbreitet. Prüfe jeden Köderfisch, bevor er in den Eimer kommt, und setze nie lebende Köderfische in ein anderes Gewässer.

Eimer und Kescher ausleeren: Leere Wasser aus Eimer und Setzkescher am Fanggewässer aus, nicht am nächsten See. Laich und Jungfische sind winzig und werden sonst unbemerkt verschleppt.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Invasive Art der EU-Unionsliste: darf nicht gehalten, befördert, verwendet oder ausgesetzt werden, also auch nicht als Köderfisch.

Alle Köder im Überblick

Was rechtlich gilt

Der Blaubandbärbling steht auf der Liste der invasiven gebietsfremden Arten von unionsweiter Bedeutung (Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141). Nach Artikel 7 der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 dürfen solche Arten unter anderem nicht vorsätzlich gehalten, befördert, verwendet oder in die Umwelt freigesetzt werden. Die deutschen Behörden müssen nach dem Bundesnaturschutzgesetz Maßnahmen gegen die Art ergreifen.

Das Management- und Maßnahmenblatt der Bundesländer setzt darauf, die Ausbreitung in neue Gewässer zu verhindern. Blaubandbärblinge, die bei Fangaktionen, beim Monitoring oder in der fischereilichen Bewirtschaftung als Beifang anfallen, sollen entnommen werden. In der Roten Liste Deutschlands wird die Art als gebietsfremd nicht bewertet.

Wie du im Einzelfall mit einem Fang umgehst, regeln Fischereiverordnung und Erlaubnisschein deines Bundeslandes. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich Blaubandbärblinge als Köderfisch nehmen?

Nein. Für Arten der EU-Unionsliste verbietet die EU-Verordnung über invasive Arten unter anderem das vorsätzliche Halten, Befördern, Verwenden und Freisetzen.

Woran erkenne ich ihn sicher?

An dem kleinen, oberständigen Maul ohne Barteln und dem dunklen Band, das über die ganze Flanke läuft. Beim Moderlieschen ist der Streifen kürzer, der Gründling hat Barteln.

Warum ist der Blaubandbärbling ein Problem?

Er vermehrt sich sehr schnell, konkurriert mit heimischen Jungfischen um Nahrung und frisst Laich und Fischbrut. In Teichen kann er Nutzfische verletzen.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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