Der Wittling (Merlangius merlangus), auch Merlan oder Weißling genannt, ist ein kleiner Verwandter des Dorschs. Er lebt in Schwärmen über Schlamm- und Sandgrund und wird vor allem vom Boot und Kutter gefangen.
- Dunkler Fleck am oberen Ansatz der Brustflosse
- Vorstehender Oberkiefer, Kinnbartel winzig oder fehlend
- Drei Rückenflossen und zwei Afterflossen, die erste Afterflosse auffallend lang
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du ihn erkennst
Der Wittling hat einen langgestreckten Körper, einen kleinen Kopf und einen deutlich vorstehenden Oberkiefer mit spitzen Zähnen. Die kleine Kinnbartel der Jungfische bildet sich später oft ganz zurück. Er trägt drei Rückenflossen und zwei Afterflossen.
Die Färbung wechselt von gelblichbraun bis dunkelblau, der Bauch ist silbrig weiß. Über der Basis der Brustflosse liegt häufig ein dunkler Fleck. Meist werden Wittlinge 30 bis 40 Zentimeter lang, höchstens 70 Zentimeter und drei Kilogramm.
Vom jungen Dorsch unterscheidet sich der Wittling durch die fehlende oder winzige Kinnbartel und den vorstehenden Oberkiefer. Der Schellfisch hat ebenfalls einen dunklen Fleck. Bei ihm ist er groß und rund und liegt an der schwarzen Seitenlinie. Beim Köhler ragt der Unterkiefer vor.
Im direkten Vergleich



Wo er steht
Der Wittling ist von der Barentssee bis Portugal verbreitet, dazu in Nordsee, Kattegat und westlicher Ostsee. Er hält sich bevorzugt in 30 bis 100 Meter Tiefe über schlammigem Grund auf.
Flaches Wasser meidet er. Angler suchen ihn in tiefen Buchten ab etwa 20 Meter Wassertiefe, meist in Grundnähe. Ziehen Kleinfische durch, steigen die Schwärme bis nahe an die Oberfläche.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
An der Küste
- Sandiger Grund
- Wrack, Riff
- Tiefes, kälteres Wasser
Wittlinge stehen meist grundnah in tiefem Wasser, bevorzugt über Schlamm- und Sandgrund, manchmal auch an tiefen Molen, Riffen und Wracks. Sie lösen sich aber auch vom Grund und folgen Beutefischen bis nahe an die Oberfläche. Jungfische bleiben im ersten Jahr in Küstennähe, bei rauer See ziehen sich die Schwärme ins Tiefe zurück.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli möglich, im August gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison. In der Ostsee werden Spätsommer und Herbst als Hauptsaison genannt.
Winter: Fangchance laut Fangkalender im Dezember und Januar gut, im Februar möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. In der südlichen Nordsee beginnt das Laichen schon im Januar und zieht sich über Monate.
Tiefe: Der Wittling lebt in 10 bis 200 Metern Tiefe, meist in 30 bis 100 Metern. Angler suchen ihn ab etwa 20 Metern Wassertiefe.
Wie er jagt und laicht
Wittlinge sind Schwarmfische und Räuber. Sie fressen Garnelen, Krabben, Würmer und kleine Fische wie Sandaale und Heringe.
Das Laichen zieht sich über Monate, in der Nordsee von Januar bis Juli. Im Süden beginnt es früher als im Norden. Geschlechtsreif werden die Fische mit etwa zwei Jahren bei 25 bis 30 Zentimeter Länge.
Wann er beißt
In der Ostsee gelten Spätsommer und Herbst als ergiebig, um die Britischen Inseln die Monate November bis Januar.
Auf Kutterfahrten ist der Wittling häufig der Fisch, der beißt, wenn der Dorsch ausbleibt. Bei rauer See ziehen sich die Schwärme in die Tiefe zurück.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Geangelt wird mit Naturködern am Paternoster: Wattwurm, Garnelenstückchen und kleine Fetzen von Hering oder Makrele. Die Köder müssen frisch sein, das Gerät darf leicht ausfallen.
Gerätst du beim Pilken in einen Schwarm, hilft ein Vorfach über dem Pilker mit zwei oder drei kleinen Twistern oder Dorschfliegen. Führe die Montage knapp über dem Grund mit sanften Rucken.
Am Schwarm bleiben: Wo ein Wittling beißt, sind meist weitere in der Nähe. Lass die Montage zügig wieder hinunter.
Mit Beifang rechnen: Grundnahe Naturködermontagen bringen auch Flundern und Klieschen. Bestimme jeden Fisch vor der Entnahme.
Passende Köder
Wattwurm, Garnelenstücke und kleine Heringsfetzen am Paternoster; kleine Twister oder Dorschfliegen als Beifänger.
Montagen zu diesen Ködern: Brandungsmontage, Naturködermontage fürs Meer.
Naturköder müssen frisch sein.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
Für die Ostsee ändern sich die Fangregeln für Meeresangler von Jahr zu Jahr. Prüfe vor jeder Tour die aktuelle Fassung für dein Küstenland. Das gilt auch für Fahrten mit dem Angelkutter.
Häufige Fragen (FAQ)
Ist Merlan dasselbe wie Wittling?
Ja. Merlan, Weißling und Gadden sind andere Namen für den Wittling (Merlangius merlangus).
Wie unterscheide ich Wittling und Schellfisch?
Beim Wittling ist der dunkle Fleck klein und sitzt am Ansatz der Brustflosse. Beim Schellfisch ist er groß und rund, und die Seitenlinie ist schwarz.
Wie schmeckt Wittling?
Ähnlich wie Dorsch, das Fleisch ist etwas fester. Der Filetertrag ist geringer, weil der Fisch kleiner ist.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- Wikipedia: Wittling
- Havforskningsinstituttet: Hvitting (Wittling)
- FishBase: Merlangius merlangus
- Blinker: Steckbrief Wittling
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Schellfisch
- DTU Orbit: Rindorf (2003), Diel feeding pattern of whiting in the North Sea, Marine Ecology Progress Series 249
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.
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