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Pollack
Der Pollack (Pollachius pollachius), bei Anglern auch Wrackfisch genannt, gehört zu den Dorschen. Er lebt küstennah über Fels, in Tangwäldern und an Wracks des Nordostatlantiks. Vom Köhler unterscheidet ihn die dunkle, gebogene Seitenlinie.
- Dunkle Seitenlinie mit deutlichem Bogen über der Brustflosse
- Weit vorstehender Unterkiefer ohne Bartfaden
- Bräunlich-olive bis gelbliche Flanken, dunkler Rücken und silbriggrauer Bauch
Fangchancen im Jahresverlauf
- Kaum Chancen
- Möglich
- Gut
- Hauptsaison
- Laichzeit (Schonzeit beachten)
Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.
Steckbrief und Quellen im FangkalenderAlle Arten im MonatsvergleichRegeln deines Bundeslandes
Woran du ihn erkennst
Der Pollack ist schlank gebaut. Sein Unterkiefer ragt deutlich über den Oberkiefer hinaus, ein Kinnfaden fehlt, die Augen wirken groß. Der Rücken ist dunkel und setzt sich scharf von den silbergrauen Seiten und dem Bauch ab. In den Flanken sitzen oft gelbliche bis orange Streifen oder Flecken, die Flossen sind dunkel, die Bauchflossen gelblich.
Das sicherste Merkmal ist die Seitenlinie. Sie ist dunkel bis grünlich und macht über der Brustflosse einen scharfen Bogen nach oben, danach läuft sie gerade weiter. Am Ansatz der Brustflosse sitzt kein dunkler Fleck.
Üblich sind laut FishBase etwa 75 Zentimeter, als Höchstmaße gelten 130 Zentimeter und gut 18 Kilogramm. Norwegische Forscher geben 130 Zentimeter und 10 Kilogramm an, die Angelpresse rechnet im Schnitt mit 50 bis 60 Zentimetern. Das Höchstalter liegt je nach Quelle bei 8, 13 oder 15 Jahren, denn die Altersbestimmung gilt als unsicher.
Beim Köhler ist die Seitenlinie hell und gerade, der Rücken fast schwarz und die Mundhöhle dunkel. Der Köhler ist eleganter und wendiger gebaut, der Pollack wirkt durch seine großen Augen glupschiger.
Der Dorsch hat dagegen einen vorstehenden Oberkiefer, einen auffälligen Kinnfaden und eine helle, über der Brustflosse gebogene Seitenlinie. Beim Pollack ist es umgekehrt: dunkle Linie, vorstehender Unterkiefer, kein Kinnfaden.
Im direkten Vergleich


Wo er steht
Der Pollack lebt im Nordostatlantik von Island, den Färöern und Norwegen bis zur Biskaya, rund um die Britischen Inseln und in der Nordsee. In Schweden kommt er an der ganzen Westküste und im nördlichen Öresund vor. In der südlichen Ostsee gibt es vereinzelte Nachweise, nach Salzwassereinbrüchen auch in schwedischen Gewässern.
Er steht über hartem Grund bis etwa 200 Meter Tiefe, meist in 40 bis 100 Metern. Jungfische verbringen zwei bis drei Jahre dicht unter Land, zwischen Fels und Tang, über Sandstränden und in Flussmündungen. Größere Tiere ziehen ins offenere Wasser zu Riffen, Unterwasserfelsen, Wracks und Bohrplattformen.
Vom Ufer lohnen sich Stellen mit zerklüftetem, verblocktem und dicht bewachsenem Grund. In den Tangwäldern in Ufernähe stehen schöne Fische von drei bis sechs Pfund, vorausgesetzt, der Grund ist durch felsige Rinnen gegliedert und das Wasser tief. Auch von Molen und Brücken geht es, solange das Wasser nicht ausgesüßt ist. Die richtig großen Pollacks stehen über Unterwasserfelsen, an Riffen und Wracks weiter draußen. Anders als Dorsch und Köhler ziehen sie nie weit aufs offene Meer hinaus.
Standplätze im Bild
Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.
An der Küste
- Kante
- Wrack, Riff
- Freiwasser, Mittelwasser
- Dicht unter der Oberfläche
Pollacks stehen an Felsküsten mit zerklüftetem, stark bewachsenem Grund, zwischen Tangfeldern und Felsen, an Riffen und Wracks. Gute Stellen sind Uferkanten mit schnell abfallendem Fels und Tangbewuchs. Sie jagen meist im Mittelwasser und bleiben in ihrem Revier.
Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. In norwegischen Gewässern laicht der Pollack im März und April.
Sommer: Fangchance laut Fangkalender Hauptsaison. Das Sommerhalbjahr von April bis Ende September gilt als Hochsaison. Mit wärmerem Wasser ziehen Pollacks in flachere Zonen, um Mittsommer jagen sie nachts häufig an der Oberfläche.
Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September Hauptsaison, im Oktober gut, im November möglich.
Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Weil der Pollack in Küstennähe bleibt, ist er das ganze Jahr zu fangen.
Tiefe: Der Pollack lebt von der Küste bis etwa 200 Meter Tiefe, bevorzugt in 40 bis 100 Metern über steinigem Grund.
Wie er jagt und laicht
Der Pollack ist ein Räuber. Junge Fische fressen vor allem Krebstiere, ältere jagen Hering, Sprotte und Sandaal. Nach norwegischen Untersuchungen stehen auch pelagische Fische, Garnelen und Krill auf dem Speiseplan.
Erwachsene Tiere stehen einzeln oder in kleinen, lockeren Trupps und bleiben in ihrem Revier. Kommen Fischbrut oder Sardinenschwärme in die Nähe, lösen sie sich vom Grund und werden ungewohnt sorglos. Dann jagen sie oft im Schwarm, umringen die Beute und treiben sie zur Oberfläche. Am aktivsten sind sie nach schwedischen Angaben in der Dämmerung.
Gelaicht wird je nach Gebiet zwischen Januar und Mai im freien Wasser in 100 bis 200 Metern Tiefe, in norwegischen Gewässern und in der Nordsee im März und April. Auf den Laichplätzen sammeln sich dichte Schwärme, und wahrscheinlich wandern die Tiere dorthin.
Wann er beißt
Weil der Pollack küstennah bleibt, kannst du ihn das ganze Jahr beangeln. Als Hochsaison gilt das Sommerhalbjahr von April bis Ende September. Das deckt sich mit dem Kalender, der die Monate Juni bis September am besten bewertet.
Laut Blinker fängst du die besten Fische bei ablaufendem Wasser und an dunklen Tagen. Das passt zur Angabe aus Schweden, dass der Pollack in der Dämmerung am aktivsten ist: Plane die Ansitze in den Randstunden.
Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.
Womit du ihn fängst
Vom Felsufer fischst du mit einer kräftigen Spinn- oder Karpfenrute und schlanken, nicht zu bunten Blinkern bis 30 Gramm. Der Köder wird ausgeworfen, sinkt ab, wird mit wenigen schnellen Kurbelumdrehungen angezogen und taumelt wieder zurück. Viele Bisse kommen schon in der Absinkphase, deshalb brauchst du Kontakt zur Schnur. Grundlagen dazu stehen bei Spinnfischen. Brandungsangler berichten, dass an vielen Küsten der Seeringelwurm sehr gut fängt.
Vom Boot fängst du mit einem Paternoster: drei bis vier helle Federn oder kleine Gummiaale an kurzen Mundschnüren, unten ein Blei, dessen Gewicht sich nach Tiefe und Drift richtet. Die Montage geht bis zum Grund, wird ein Stück gelüftet und mit kurzen, spielerischen Rucken in Bewegung gehalten. Ist Fischbrut in der Nähe, fängt das besonders gut. Statt des Bleis geht auch ein schlanker Pilker im Sandaal-Look. Über dichtem Tang steigt die Hängergefahr.
Fehlen Beutefische vor Ort, fischst du besser mit Naturködern an der Schleppmontage. Am Karabinerwirbel hängt ein Nachläufer von mindestens zwei Metern, am Ende ein Haken der Größe 2/0 mit Seeringelwurm oder einem dünn geschnittenen Fetzen von Makrele oder Hering. Die Strömung gibt dem Köder an dem langen Vorfach ein eigenes Leben.
Für alle Methoden gilt: Der Köder muss spielen. Mit plumpen Eisenstücken überzeugst du Dorsche, große Pollacks nicht. Nach dem Biss flüchtet der Fisch heftig und bringt so manche Rolle zum Kreischen, aufgeben tut er bis zum Schluss nicht. Halte ihn deshalb von Tang und Felsen fern. Zähne oder Stacheln hat er nicht, wie du ihn sicher landest und abhakst, steht bei Fisch landen und abhaken.
Schnurkontakt halten: Der Pollack nimmt den Köder oft schon im Absinken. Ohne Kontakt zur Schnur bemerkst du den Biss nicht.
Köder muss spielen: Schlanke, lebhaft laufende Köder überzeugen mehr als plumpe, schwere. Zieh sie in kurzen Rucken an und lass sie wieder taumeln.
Vom Hindernis fernhalten: Nach dem Biss zieht der Pollack heftig Richtung Tang und Fels. Bremse vorher einstellen und den Fisch sofort aus der Deckung führen.
Tiefe bedenken: Nach Angaben der Angelpresse überlebt aus 50 Metern Tiefe und mehr kein hochgekurbelter Fisch das Zurücksetzen (siehe Fisch zurücksetzen). Angle dort nur auf Fische, die du verwerten willst.
Passende Köder
Schlanke Blinker und Pilker, helle Federn und kleine Gummiaale am Paternoster; Seeringelwurm oder Fetzen von Makrele und Hering an der Schleppmontage.
Montagen zu diesen Ködern: Brandungsmontage, Naturködermontage fürs Meer.
Wie der Pollack schmeckt und was du beachten solltest
Das Fleisch des Pollacks gilt als trocken, aber von gutem Geschmack. Wie du ihn nach dem Fang versorgst, steht bei Fisch betäuben und töten, Fisch ausnehmen und Fisch filetieren.
Zu Schadstoffen: Das norwegische Meeresforschungsinstitut hat für die Lebensmittelbehörde Mattilsynet 295 Pollacks aus norwegischen Küstengewässern und der Nordsee untersucht. Im Filet lag kein Wert über den Grenzwerten. In der Leber fand es Dioxin und PCB über den Grenzen, daher warnt Mattilsynet generell vor Fischleber aus den Küstengebieten, Schwangere, Stillende und Kinder sollten sie überhaupt nicht essen. Das ersetzt keine ärztliche Beratung.
Was du beachten musst
Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.
Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.
In Norwegen gelten für Meeresangler Mindestmaße, und es darf nur mit handgehaltenem Gerät geangelt werden. Der Verkauf des Fangs ist verboten. Untermaßige Fische setzt du so schonend wie möglich zurück: Hände vorher mit Meerwasser benetzen, den Haken vorsichtig lösen. Die Vorgaben ändern sich, verbindlich informiert das Fiskeridirektoratet.
In Schweden ist der Pollack in Skagerrak und Kattegat zu Jahresbeginn geschont und in einigen Fjordgebieten ganzjährig; für die Landung gilt eine EU-weite Mindestreferenzgröße. Verbindlich ist die schwedische Behörde Havs- och vattenmyndigheten.
Zum Bestand: Die IUCN führt den Pollack in Europa und weltweit als ungefährdet. ICES berät für die Nordsee wie bei datenarmen Beständen und stützt die Fangempfehlung auf die Gesamtfänge der letzten drei Jahre. Schwedische Fachleute sagen, dass sich der Status gegenüber dem höchstmöglichen Dauerertrag nicht bewerten lässt, und weisen darauf hin, dass für das Freizeitfischen keine Fangstatistik vorliegt.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie unterscheide ich Pollack und Köhler?
Beim Pollack ist die Seitenlinie dunkel und über der Brustflosse gebogen, beim Köhler hell und gerade. Der Pollack hat zudem einen weit vorstehenden Unterkiefer und große Augen.
Mit welchen Ködern fange ich Pollack?
Vom Ufer mit schlanken Blinkern bis 30 Gramm, vom Boot mit Federn oder kleinen Gummiaalen am Paternoster. Auf der Schleppmontage fangen Seeringelwurm und dünne Fetzen von Makrele oder Hering.
Wo steht der Pollack?
Über Fels und Geröll, in Tangwäldern, an Riffen und Wracks, meist in 40 bis 100 Metern Tiefe. Jungfische halten sich dicht unter Land auf.
Quellen
Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).
- FishBase: Pollachius pollachius
- Havforskningsinstituttet: Lyr (Pollack)
- Havs- och vattenmyndigheten: Bleka/Lyrtorsk (Laichzeit, Laichtiefe, Bestand)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Seelachs (Köhler und Pollack)
- Blinker: Steckbrief Pollack
- Fiskeridirektoratet: Sea angling in Norway, regulations (geschonte Arten, Ausfuhrquote)
- Blinker: Steckbrief Köhler
- Blinker: Barotrauma bei Fischen
- FishBase: Gadus morhua (Merkmale zur Abgrenzung vom Dorsch)
- Fiskeridirektoratet: Minimum sizes for salt water species (untermaßige Fische, Messung)
- Havforskningsinstituttet: Har kartlagt miljøgifter i tre nye fiskeslag (Pollack, Filet und Leber)
- Wikipedia: Pollack
- Blinker: Norwegen, Angeln im Fjord (Saison, Naturköderangeln)
- Blinker: Angeln auf Pollack, 6 Richtige für den Fangerfolg
- Blinker: Fangen Sie Ihren Pollack mit der Fliege
KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 6. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über mich.
Weiter im Lexikon
- Alle Fischarten im Überblick
- Fangkalender – Monat, Wassertemperatur und Steckbrief für 92 Arten
- Schnur-Rechner – Tragkraft nach dem Knoten, Bremsen-Richtwert, Backing
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