Schwarzmundgrundel

Die Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) stammt aus dem Schwarzmeerraum und ist mit der Schifffahrt in deutsche Flüsse gelangt. Im Rhein und anderen Strömen hat sie sich massenhaft vermehrt, und Angler berichten, dass sie dort beim Grundangeln oft beißt. Sie gilt als invasiv und frisst unter anderem Laich heimischer Fische.

Naturkundetafel einer Schwarzmundgrundel
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Großer schwarzer Fleck im hinteren Teil der ersten Rückenflosse
  2. Zu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen an der Bauchseite
  3. Zweigeteilte Rückenflosse hinter dem breiten Kopf
Größe10 bis 20 cmSachsen nennt bis 25 cm
MerkmalSchwarzer Fleckhinten in der ersten Rückenflosse
StatusInvasivManagementliste, Rote Liste: nicht bewertet
HerkunftSchwarzmeerraummit Schiffen eingeschleppt

Fangchancen im Jahresverlauf

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  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Die Schwarzmundgrundel ist ein kräftiger Bodenfisch mit breitem Kopf und zweigeteilter Rückenflosse. Ihr sicherstes Merkmal ist ein großer schwarzer Fleck im hinteren Teil der ersten Rückenflosse. Daran unterscheidet sie sich auch von verwandten Grundeln, die mit ihr in den Flüssen leben.

Wie alle Grundeln hat sie keine getrennten Bauchflossen. Diese sind zu einer Saugscheibe verwachsen, mit der sich der Fisch am Grund festhalten kann. Zur Laichzeit färben sich die Männchen fast vollständig schwarz.

In Basel werden die Fische meist 10 bis 20 Zentimeter lang und bis zu 400 Gramm schwer. Die sächsische Fischereibehörde nennt 25 Zentimeter als Höchstlänge, FishBase sogar 35 Zentimeter. Älter als sechs Jahre werden sie nicht.

Kleine und mittelgroße Schwarzmundgrundeln werden leicht mit der heimischen Groppe verwechselt. Die Groppe hat aber getrennte, brustständige Bauchflossen statt einer Saugscheibe, keinen schwarzen Fleck in der Rückenflosse und einen kräftigen Dorn am Kiemendeckel.

Im Rhein leben außerdem weitere eingeschleppte Grundeln, etwa die Kesslergrundel. Hier hilft der schwarze Fleck hinten in der ersten Rückenflosse, der für die Schwarzmundgrundel typisch ist. Wenn du unsicher bist, mach ein Foto von der Seite und von oben auf die Rückenflosse.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Schwarzmundgrundel (Neogobius melanostomus) in Seitenansicht
SchwarzmundgrundelZu einer Saugscheibe verwachsene Bauchflossen an der Bauchseite
Naturkundetafel: Groppe (Mühlkoppe) (Cottus gobio) in Seitenansicht
Groppe (Mühlkoppe)Große, fächerförmige Brustflossen und getrennte, brustständige Bauchflossen

Wo sie lebt

Ursprünglich lebt die Schwarzmundgrundel im Asowschen, Schwarzen und Kaspischen Meer. Sie bevorzugt flaches Brackwasser, kommt aber auch in Lagunen, Seen, großen Flüssen und Häfen vor. Am liebsten sitzt sie auf Steinen, Sand oder bewachsenem Grund. Temperaturen zwischen 0 und 30 °C verträgt sie ebenso wie einige Tage mit wenig Sauerstoff.

Nach Mitteleuropa kam sie mit Frachtschiffen. Larven reisen im Ballastwasser, Gelege kleben an Schiffsrümpfen. Im Rhein bei Basel wurde sie 2012 zum ersten Mal nachgewiesen. Dort machen Schwarzmeergrundeln heute mehr als drei Viertel der Fische am Gewässergrund aus.

In Rhein, Weser und Oder hat sich die Art nach ihrer Ankunft massenhaft vermehrt. Im Elbegebiet war sie zunächst aus dem Mittellandkanal und aus Tschechien bekannt. Im Jahr 2016 fing das sächsische Landesamt bei einer Befischung der Elbe bei Schmilka erstmals mehrere Exemplare in Sachsen.

Wie sie lebt und sich vermehrt

Die Grundel frisst ein breites Spektrum an Wirbellosen und kleinen Fischen, vor allem Muscheln und Schnecken. Als Laichräuber setzt sie heimischen Arten zu. Die Behörden in Sachsen weisen zudem auf ihr aggressives Revierverhalten hin.

Ihre Ausbreitung verdankt sie einer langen Laichzeit. Gelaicht wird von April bis September, ein Weibchen kann in dieser Zeit alle 18 bis 20 Tage erneut ablaichen. Die klebrigen Eier werden an Steine, Muschelschalen oder Wasserpflanzen geheftet. Das Männchen bewacht das Gelege bis zum Schlupf und stirbt meist nach der Laichsaison.

Wann sie laicht

Weil die Laichzeit von April bis September reicht, sind die schwarz gefärbten Männchen den ganzen Sommer über auf steinigem Grund zu sehen. Angler berichten, dass Grundeln in dieser Zeit beim Grundangeln mit Wurm oder Made besonders oft beißen.

Eine Schonzeit oder Saison für die Art gibt es in Bayern nicht, weil sie in der Fischereiverordnung gar nicht aufgeführt ist. Angler berichten, dass die Bisse im Winter deutlich seltener werden.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Was du bei einem Fang tust

Gezielt beangelt wird die Schwarzmundgrundel selten. Nach Berichten von Anglern ist sie an Rhein und anderen großen Flüssen aber ein häufiger Beifang beim Grundangeln. Was du dann tun musst, hängt vom Bundesland ab.

In Bayern dürfen gefangene Fische von Arten, die nicht in der Fischereiverordnung aufgeführt sind, nicht wieder ausgesetzt werden. Das gilt auch für die Schwarzmundgrundel. Ein entnommener Fisch wird sofort tierschutzgerecht betäubt und getötet. Transportiere Grundeln nie lebend in ein anderes Gewässer.

Die sächsische Fischereibehörde bittet Angler, Fänge mit Fangort, Datum, Anzahl und möglichst einem Foto zu melden. Solche Meldungen helfen, die Ausbreitung zu verfolgen.

Saugscheibe prüfen: Dreh einen kleinen Bodenfisch kurz um: Eine runde Saugscheibe am Bauch heißt Grundel, zwei getrennte Bauchflossen sprechen für die heimische Groppe.

Nichts verschleppen: Leere Köderfischeimer und Setzkescher am selben Gewässer und reinige Boot und Ausrüstung, bevor du an ein anderes Gewässer fährst. Laich und Jungfische sind leicht zu übersehen.

Passende Köder

Für diese Art zeigen wir bewusst keine Köder.

Invasive Art, meist Beifang beim Grundangeln: nicht lebend in andere Gewässer bringen; ob sie zurückgesetzt werden darf, regelt das Bundesland (in Bayern nicht).

Alle Köder im Überblick

Was rechtlich gilt

Die Schwarzmundgrundel ist eine gebietsfremde Art und wird in der Roten Liste Deutschlands von 2023 nicht bewertet. In der naturschutzfachlichen Bewertung von Nehring und anderen (2015) gilt sie als invasiv und steht dort auf der sogenannten Managementliste.

In Bayern dürfen gefangene Fische von Arten, die nicht in der Anlage der Fischereiverordnung genannt sind, nicht wieder ausgesetzt werden. Die Schwarzmundgrundel gehört dazu.

Andere Bundesländer haben eigene Regeln. Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf ich eine Schwarzmundgrundel zurücksetzen?

In Bayern nicht, dort dürfen Fische nicht gelisteter Arten nicht wieder ausgesetzt werden. In anderen Bundesländern gilt die jeweilige Fischereiverordnung.

Wie unterscheide ich Grundel und Groppe?

Die Grundel hat eine Saugscheibe am Bauch und einen schwarzen Fleck in der ersten Rückenflosse. Die Groppe hat getrennte Bauchflossen und einen Dorn am Kiemendeckel.

Wie kam die Grundel in den Rhein?

Mit Frachtschiffen aus dem Schwarzmeerraum, als Larven im Ballastwasser oder als Laich am Schiffsrumpf. Bei Basel wurde sie 2012 erstmals nachgewiesen.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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