Atlantischer Lachs

Der Atlantische Lachs (Salmo salar) wächst im Meer heran und steigt zum Laichen in die Flüsse auf. In Deutschland gilt er als vom Aussterben bedroht. Geangelt wird er vor allem in der Ostsee und in Lachsflüssen im Ausland.

Naturkundetafel eines Atlantischen Lachses
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Schlanker Schwanzstiel mit deutlich abgesetzter, eingebuchteter Schwanzflosse
  2. Maulspalte reicht nur bis unter den hinteren Augenrand
  3. Schwarze Punkte überwiegend oberhalb der Seitenlinie, Schwanzflosse meist ungefleckt
Typische Größe50–100 cmMilchner bis etwa 150 cm
Alterbis 13 Jahrehöchstes berichtetes Alter
LaichzeitOkt–Dezauf Kiesbänken im Oberlauf
MerkmalSchlanker SchwanzstielSchwanzflosse eingebuchtet

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F◐
M◐
A◐
M◐
J○
J○
A○
S○
O–
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Lachs hat einen schlanken, langgestreckten Körper mit spitzer Schnauze und Fettflosse. Auffällig ist der schlanke Schwanzstiel mit eingebuchteter Schwanzflosse. Er ist silbrig, die schwarzen Punkte liegen überwiegend oberhalb der Seitenlinie.

Im Schnitt wird er 50 bis 100 Zentimeter lang, Milchner bis etwa 150 Zentimeter. Zur Laichzeit bilden die Männchen einen Laichhaken am Unterkiefer. Jungfische im Fluss heißen Parr und tragen dunkle Querbinden.

Am ehesten verwechselst du ihn mit der Meerforelle. Beim Lachs reicht die Maulspalte nur bis unter den hinteren Augenrand, bei der Forelle bis hinter das Auge. Zwischen Fettflosse und Seitenlinie hat der Lachs 10 bis 13 Schuppen, die Forelle 14 bis 19. Im Zweifel behandelst du den Fisch wie einen Lachs.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel eines Atlantischen Lachses mit schlankem Schwanzstiel und wenigen schwarzen Punkten
Atlantischer LachsMaulspalte reicht nur bis unter den hinteren Augenrand
Naturkundetafel einer Meerforelle mit silbernen Flanken, schwarzen Punkten und gerader Schwanzflosse
MeerforelleDer Oberkiefer reicht deutlich über den Hinterrand des Auges hinaus
Naturkundetafel einer Seeforelle mit silbernen Flanken und schwarzen Flecken
SeeforelleMaulspalte reicht meist bis hinter das Auge

Wo er lebt

Der Lachs ist im Nordatlantik und seinen Randmeeren verbreitet, auch in Nord- und Ostsee. Zum Laichen steigt er in die Flüsse auf, bis zu überströmten Kiesbänken in den Oberläufen.

In Deutschland verschwand er bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts durch Flussausbau, Wehre, Abwässer und Überfischung. Seit 1987 laufen Programme zur Wiederansiedlung. Heute steigen wieder einzelne Lachse in Rhein, Elbe und Weser auf. Bestände, die sich selbst erhalten, gibt es laut Bundesamt für Naturschutz nicht.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

An der Küste

Schnitt vom Strand über Rinne und Sandbank bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrandSandbankTiefes WasserOberflächeFrühjahr · Fangchance: gutTiefes WasserOberflächeSommer · Fangchance: möglichTiefes WasserOberflächeHerbst · Fangchance: kaum · LaichzeitTiefes WasserOberflächeWinter · Fangchance: möglich
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Tiefes, kälteres Wasser
  • Dicht unter der Oberfläche

Im Meer lebt der Lachs im freien Wasser und oft nahe der Oberfläche. Vor Rügen liegen die Fangplätze über tiefem Wasser, 10 bis 15 Kilometer vor der Küste. Die Fangtiefe wechselt von Tag zu Tag: mal dicht unter der Oberfläche, mal in mehr als 20 Metern.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. Bis Mitte Mai gilt das Seegebiet vor der Nordküste Rügens als aussichtsreich.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober und November kaum. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.

Winter: Fangchance laut Fangkalender im Dezember kaum, im Januar möglich, im Februar gut. Ab Mitte Dezember halten sich Lachse vor der Nordküste Rügens auf. Heringe sind dort ihre Hauptbeute.

Im Fluss

Draufsicht auf einen Flussabschnitt, die Strömung läuft von links nach rechts. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrömungGumpenFrühjahr · Fangchance: gutGumpenSommer · Fangchance: möglichRauscheGumpenHerbst · Fangchance: kaum · LaichzeitRauscheGumpenWinter · Fangchance: möglich
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Kiesige Flachstelle (Rausche)
  • Gumpen, tiefe Stelle

Aufsteigende Lachse rasten in den tiefen Partien des Flusses, in Gumpen, Kolken und Strömungsrinnen. Bei hohem Wasser ziehen sie weiter hinauf, bei Niedrigwasser bleiben sie in den unteren Abschnitten. Mit Beginn der Wanderung stellt der Lachs das Fressen ein.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender gut. Im April und Mai wandern die Junglachse ins Meer ab.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender möglich. Die Laichwanderung beginnt im Mai und zieht sich bis in den November.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober und November kaum. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Von September bis November steigen die meisten Lachse auf. Gelaicht wird auf überströmten Kiesbänken, bevorzugt am Übergang von einer ruhigeren Gleite zur Rausche.

Winter: Fangchance laut Fangkalender im Dezember kaum, im Januar möglich, im Februar gut. Die Laichzeit reicht bis in den Dezember. Danach stirbt die Mehrzahl der Elterntiere, ein kleiner Teil wandert zurück ins Meer. In Binnengewässern ist der Lachs vielerorts geschont.

Tiefe: FishBase nennt für das Meer meist 10 bis 23 Meter. Beim Schleppen vor Rügen laufen die Köder zwischen 3 und 25 Metern oder dicht unter der Oberfläche.

Größenvergleich: Atlantischer Lachs typisch 50–100 cm, selten bis 150 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 150 cmbis 100 cmab 50 cm
Größetypisch 50–100 cm, selten bis 150 cm
Aktive Tageszeiten: Atlantischer LachsNachtMorgenTagAbendNacht
AktivIm Fluss ruhen aufsteigende Lachse tagsüber meist in tiefen Gumpen oder hinter Hindernissen und ziehen eher nachts weiter; im Meer lässt die Nahrungssuche in den Nachtstunden nach.

Wie er wandert und laicht

Junglachse bleiben etwa zwei bis drei Jahre im Süßwasser und fressen Kleintiere und Insektenlarven. Im Meer jagen sie Fische und Krebstiere. Nach einem bis vier Jahren kehren sie in ihr Heimatgewässer zurück.

Der Aufstieg erfolgt im Herbst, dabei stellt der Lachs das Fressen ein. Gelaicht wird von Oktober bis Dezember in einer Grube im Kies. Die Mehrzahl der Elterntiere stirbt danach.

Wann er beißt

Vor Rügen beginnt die Schleppsaison mit dem Ende der Lachsschonzeit im Dezember und reicht bis Anfang Juni. Hauptbeute der Lachse ist dort der Hering.

In den Lachsflüssen Dänemarks und Norwegens bestimmen der Aufstieg und die Vorschriften die Saison. Diese werden jedes Jahr neu festgelegt.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du ihn fängst

In der Ostsee wird der Lachs meist beim Schleppangeln gefangen. Du ziehst an mehreren Ruten Blinker, Wobbler oder Fliegen in unterschiedlichen Tiefen hinter dem Boot her.

Am Fluss fischst du mit Spinn- oder Fliegenrute. Bewährt sind Blinker, Spinner und Wobbler, beim Fliegenfischen Lachsfliegen, Tubenfliegen und Streamer.

Fettflosse prüfen: In der Ostsee dürfen Angler derzeit nur Besatzlachse entnehmen. Du erkennst sie an der abgeschnittenen Fettflosse. Wildlachse setzt du schonend zurück.

Regeln vor jeder Tour lesen: Fangbegrenzungen, Saisonzeiten und Sperrungen ändern sich bei dieser Art von Jahr zu Jahr, in Norwegen teils auch während der Saison.

Passende Köder

Blinker, Spinner und Wobbler beim Schleppen und Spinnfischen, am Fluss Lachs- und Tubenfliegen.

In deutschen Binnengewässern vielerorts ganzjährig geschont. Fangregeln für Ostsee, Dänemark und Norwegen vor jeder Tour neu prüfen.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Der Lachs steht in Deutschland auf der Roten Liste (Kategorie 1, vom Aussterben bedroht) und in den Anhängen II und V der FFH-Richtlinie. In Binnengewässern ist er vielerorts ganzjährig geschont, etwa in Baden-Württemberg. Für die Ostsee legt die EU die Regeln jährlich neu fest. Derzeit gelten eine Tagesfangbegrenzung und die Beschränkung auf markierte Besatzlachse.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Darf man in Deutschland auf Lachs angeln?

In Binnengewässern ist er vielerorts ganzjährig geschont. In der Ostsee ist das Schleppangeln möglich, mit jährlich neu festgelegten Regeln.

Wie unterscheide ich Lachs und Meerforelle?

Beim Lachs endet die Maulspalte unter dem hinteren Augenrand, und der Schwanzstiel ist schlanker.

Gibt es wieder wilde Lachse in Deutschland?

Natürliche Vermehrung wurde in Rhein, Elbe und Weser nachgewiesen. Die meisten Fische stammen aber aus Besatz.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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