Reviere · Italien

Sardinien

An der Küste von Sardinien angelst du nach den Meeresregeln für ganz Italien. Statt eines Angelscheins brauchst du eine kostenlose Meldung beim Landwirtschaftsministerium. Wo die Insel Meeresschutzgebiete hat, brauchst du zusätzlich die Erlaubnis des Schutzgebiets, und in den Kernzonen ist Angeln verboten.

Papiere
Meer: Meldung beim MASAF (tesserino); Schutzgebiete: eigene Erlaubnis

Stand Oktober 2026

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Lagekarte: Italien mit der Insel Sardinien rot markiertSardinien
Abb. 1 · Lage in Italien, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Meer: Meldung beim MASAF (tesserino); Schutzgebiete: eigene Erlaubnis
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitFanglimitHinweis
Wolfsbarsch25 cmkeine–Italien 1968: 20 cm, EU: 25 cm
Goldbrasse (Dorade)20 cmkeine–
Großer Geißbrasse (Sarago maggiore)23 cmkeine–EU-Wert
Meeräsche20 cmkeine–
Zackenbarsch45 cmkeine1 am Tagin Tavolara und im Sinis ganz verboten
Roter Thun30 kg oder 115 cm15.10.–15.6.1 je Boot und TagFang erlaubt 16.6.–14.10.; Boot braucht Unbedenklichkeitsbescheinigung, nicht für ausländische Boote; Meldung in RecFishing

Staatliche Meeresregeln (D.P.R. 1639/1968, 5 kg am Tag) und EU-Recht; die Verordnungen der Schutzgebiete sind strenger. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Für das offene Meer gelten die staatlichen Regeln und das EU-Recht für das Mittelmeer. Dazu kommen Schutzgebiete mit eigener Verordnung. Drei davon sind für Angler besonders wichtig:

  • Arcipelago di La Maddalena: Der Nationalpark im Norden teilt sein Meer in strenge Zonen Ma und Zonen Mb mit Auflagen.
  • Tavolara und Punta Coda Cavallo: Das Meeresschutzgebiet im Nordosten hat die Zonen A, B und C. Ein eigenes Konsortium verwaltet es.
  • Penisola del Sinis und Isola di Mal di Ventre: Das Schutzgebiet an der Westküste vor Cabras ist ebenfalls in die Zonen A, B und C geteilt.

Die Grenzen der Zonen sind in den Verordnungen mit Koordinaten festgelegt. Lade dir vor dem Angeln die Karte des Schutzgebiets herunter.

Fische und beste Zeit

Die Schutzgebiete stellen einzelne Arten ganz unter Schutz. In Tavolara darfst du keine Zackenbarsche (cernia), keine Meerraben (corvina) und keine Finten behalten. Im Sinis kommen unter anderem Umberfisch (ombrina), Roter Thun und Schwertfisch dazu. Außerhalb der Schutzgebiete sind Wolfsbarsch, Goldbrasse, Geißbrassen und Meeräsche erlaubt, wenn sie das Mindestmaß im Kasten erreichen. Wann welche Art beißt, zeigt der Fangkalender.

Papiere und Erlaubnis

  • Meldung beim Ministerium: Wer im Meer zum Vergnügen angelt, meldet das dem Landwirtschaftsministerium MASAF über dessen Portal SIAN. Die Bestätigung gilt als Fischereiausweis (tesserino) für ein Jahr und kostet nichts. Ohne italienische digitale Identität meldest du dich nach einer Registrierung mit Benutzername und Passwort an.
  • App RecFishing: Seit Mai 2026 müssen sich alle über 16, die vom Boot oder beim Tauchen fischen, zusätzlich in der App registrieren. Fänge von Rotem Thun, Schwertfisch, Goldmakrele und Weißem Thun trägst du dort vor dem Einlaufen ein, spätestens bis 23.59 Uhr am Fangtag.
  • Schutzgebiete: In Tavolara, im Sinis und im Park La Maddalena brauchst du für jede Angelei eine Erlaubnis der Verwaltung. Tavolara hat seit Januar 2026 ein Online-Portal, im Sinis füllst du einen Antrag aus und zahlst eine Gebühr, der Park La Maddalena stellt die Erlaubnis online oder am Schalter aus.
  • Seen und Flüsse: Wer nicht auf Sardinien wohnt, braucht die Lizenz C der Region für drei Monate. Sie ist der Beleg über die regionale Gebühr von 15 Euro und gilt nur zusammen mit dem Ausweis und einer Online-Meldung bei der Region. Eine Lizenz aus einer anderen Region gilt ebenfalls, die Meldung brauchst du trotzdem. Ohne italienische Steuernummer erledigst du die Meldung per E-Mail an die Region.

Grundlagen: Fischereischein und Fischereiprüfung.

Besondere Regeln

  • Tagesmenge: Höchstens 5 kg Fische, Weich- und Krebstiere am Tag, außer ein einzelner Fisch wiegt mehr. Höchstens ein Zackenbarsch am Tag. Untermaßige Fische setzt du sofort zurück.
  • Gerät: Höchstens fünf Ruten je Angler, jede mit höchstens drei Haken. Lampen zum Anlocken sind verboten. Zu Booten der Berufsfischer, die gerade fischen, hältst du 500 m Abstand. Den Fang darfst du nicht verkaufen.
  • Wolfsbarsch: Die italienische Verordnung von 1968 nennt noch 20 cm, das EU-Recht für das Mittelmeer 25 cm. Halte dich an 25 cm.
  • La Maddalena: In den Zonen Ma ist jede Fischerei verboten. In den Zonen Mb ist Sportangeln mit Erlaubnis des Parks erlaubt.
  • Tavolara: In den Zonen A und B ist Angeln verboten, in den Zonen C mit Erlaubnis erlaubt. Vom Ufer höchstens zwei Ruten, Haken mindestens 18 mm lang. Verboten sind Vertical Jigging, tiefes Schleppen mit Tiefenkurbel und fremde Würmer als Köder. Pro Tag höchstens 3 kg je Person oder 5 kg je Boot. Unterwasserjagd ist im ganzen Gebiet verboten.
  • Sinis: In den Zonen A ist Angeln verboten, in den Zonen B nur für Einwohner von Cabras. In den Zonen C angelst du mit Erlaubnis, vom Boot nur zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang. Vertical Jigging, tiefes Schleppen, Maden, Lichter und Anfüttern sind im ganzen Gebiet verboten. Höchstens 3 kg je Angler und 5 kg je Boot.

Stand: Oktober 2026. Die Verwaltungen der Schutzgebiete legen Angelzeiten fest und können Zahl und Bedingungen der Erlaubnisse ändern. Frag bei der Verwaltung des Schutzgebiets nach, bevor du dort die Rute auswirfst. Maßgeblich sind die staatliche Verordnung zur Meeresfischerei, das EU-Recht und die Verordnung des jeweiligen Schutzgebiets.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die staatliche Verordnung zur Meeresfischerei (D.P.R. 1639/1968), das EU-Recht für das Mittelmeer, die Verordnungen der Meeresschutzgebiete und des Nationalparks La Maddalena sowie für Binnengewässer das Fischereirecht der Region Sardinien.