Stöcker (Bastardmakrele)

Der Stöcker (Trachurus trachurus), auch Bastardmakrele, ist ein Schwarmfisch aus der Familie der Stachelmakrelen. Er ist die einzige Art dieser Familie, die dauerhaft in nordwesteuropäischen Gewässern lebt. Im Sommer zieht er in die Nordsee und an die norwegische Küste.

Naturkundetafel eines Stöckers
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Reihe großer, gekielter Schuppen entlang der ganzen Seitenlinie
  2. Schwarzer Fleck am Kiemendeckel
  3. Zwei freie Stacheln vor der Afterflosse
Größe15 bis 40 cmselten bis 60 oder 70 cm
Alterbis 40 JahreAltersbestimmung unsicher
MerkmalKnochenschildegroße, gekielte Schuppen an der Seitenlinie
SaisonFrühjahr bis Herbstab Oktober verlässt er die Nordsee

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
M–
A○
M○
J◐
J◐
A●
S◐
O○
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du ihn erkennst

Der Stöcker hat einen gestreckten, makrelenähnlichen Körper. Der Rücken ist blaugrün, grau oder fast schwarz, die Flanken sind silbrig, der Bauch weiß. Am Kiemendeckel sitzt ein deutlicher schwarzer Fleck.

Unverwechselbar ist die Seitenlinie. Sie ist auf ganzer Länge mit einer Reihe hoher, plattenförmiger Schuppen besetzt, die einen Kiel tragen. Vor der Afterflosse stehen zwei freie Stacheln, die erste Rückenflosse ist hoch.

Die meisten Stöcker messen 15 bis 40 Zentimeter. Laut ICES kann die Art etwa 60 Zentimeter erreichen, FishBase nennt bis 70 Zentimeter und 2 Kilogramm. Ein Alter von 40 Jahren wurde gemeldet, die Altersbestimmung gilt aber als unsicher. Nach den ersten drei Lebensjahren wächst der Stöcker nur noch langsam.

Am ehesten verwechselst du den Stöcker mit der Makrele. Der sichere Unterschied ist die Reihe gekielter Knochenschilde entlang der Seitenlinie, die der Makrele fehlt. Dazu kommen beim Stöcker der schwarze Fleck am Kiemendeckel und die zwei Stacheln vor der Afterflosse.

Andere Stachelmakrelen tauchen in der Nordsee nur als seltene Irrgäste auf.

Im direkten Vergleich

Naturkundetafel: Stöcker (Bastardmakrele) (Trachurus trachurus) in Seitenansicht
Stöcker (Bastardmakrele)Reihe großer, gekielter Schuppen entlang der ganzen Seitenlinie
Naturkundetafel einer Makrele mit dunklen Streifen auf blaugrünem Rücken
MakreleDunkle, unregelmäßige Querbänder auf grünblauem Rücken
Naturkundetafel: Roter Thun (Blauflossen-Thunfisch) (Thunnus thynnus) in Seitenansicht
Roter Thun (Blauflossen-Thunfisch)Gelbe, schwarz gesäumte Flösselchen hinter Rücken- und Afterflosse

Wo er steht

Der Stöcker lebt im Ostatlantik von Norwegen bis Südafrika, dazu im Mittelmeer, im Schwarzen Meer, in der Nordsee und der Ostsee. Er ist eine wärmeliebende Art und erreicht in der nördlichen Nordsee den Rand seines Verbreitungsgebiets.

Die Art lebt pelagisch, also im Freiwasser, in großen Schwärmen über dem Schelf, meist bis 200 Meter Tiefe. Tagsüber stehen die Schwärme am Grund und im Mittelwasser, nachts verteilen sie sich knapp über dem Boden.

In der Nordsee findest du die größten Dichten im Sommer im Südosten. In der zentralen Nordsee fehlt er weitgehend. Laut Roter Liste triffst du ihn besonders im Sommer auch in der deutschen Nordsee an. An der norwegischen Küste ist er im Sommer regelmäßiger Gast bis nach Nordnorwegen, am häufigsten an der Südküste.

Wie er wandert und laicht

Jungfische fressen Plankton wie Krill und Ruderfußkrebse. Größere Stöcker jagen zunehmend am Grund und fressen kleine Fische, etwa junge Heringe, Dorsche und Wittlinge, dazu Krebstiere und Tintenfische.

Laut ICES laicht der Nordsee-Bestand vor allem im Mai und Juni in der südlichen Nordsee, auch vor der deutschen Küste. Ein Weibchen gibt dabei 5 bis 16 Portionen Eier über mehrere Monate ab. Geschlechtsreif wird der Stöcker mit 16 bis 25 Zentimetern, meist mit zwei bis vier Jahren.

Nach dem Laichen verteilen sich die Fische in die Deutsche Bucht. Ab Oktober ziehen sie durch die Straße von Dover in die wärmeren Gewässer von Ärmelkanal und Keltischer See. Ein zweiter, westlicher Bestand dringt im Sommer von Norden in die Nordsee ein.

Wann er beißt

Die Saison folgt den Wanderungen. Im Frühjahr kommen die Stöcker in die Nordsee, im Hochsommer und Spätsommer sind sie am zahlreichsten. Ab Oktober verlassen sie die Nordsee, im Winter sind sie dort fast verschwunden.

In Häfen ziehen die Schwärme nachts umher und jagen dort, wo künstliches Licht auf das Wasser fällt. In der Dämmerung und bei Dunkelheit hast du daher die besten Chancen.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du ihn fängst

Am meisten Spaß macht der Stöcker an ultraleichtem Gerät. Blinker beschreibt das Hafenangeln in der Normandie mit einer Spinnrute von 1 bis 8 Gramm Wurfgewicht und kleinen Gummiködern an leichten Bleiköpfen. Gefangen wurde mit schlanken Gummifischen und Twistern von 4 bis 7 Zentimetern.

Auch Mini-Gummifische und kleine Wobbler fangen, ebenso ein Heringspaternoster mit kleinen Fliegen oder Federn. In norwegischen Fjorden geht er auch neben Makrelen an den Haken.

Drille vorsichtig. Das Maul ist weich, der Haken schlitzt leicht aus. Eine weiche Rute und eine fein eingestellte Bremse helfen.

Lichtkegel abfischen: Suche nachts im Hafen die Bereiche, in denen Lampen auf das Wasser scheinen. Dort jagen die Schwärme.

Vorsicht an der Seitenlinie: Die gekielten Schilde an der Seitenlinie sind gezackt, daher der norwegische Name Taggmakrell. Fasse den Fisch am Rücken und nicht entlang der Seitenlinie.

Passende Köder

Kleine Gummiköder und Mini-Wobbler an ultraleichtem Gerät, dazu Heringspaternoster.

Mehr dazu: Softbaits: Gummifische & Co., Hardbaits: Wobbler & Oberflächenköder, Fliegen, Fell- & Federköder.

Weiches Maul: vorsichtig drillen.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

In Norwegen gelten für alle Meeresangler Mindestmaße, verbindlich informiert das Fiskeridirektoratet. Die Rote Liste Deutschlands führt den Stöcker als häufig und ungefährdet, die IUCN stuft ihn weltweit als gefährdet ein (Vulnerable). Nach ICES-Einschätzung liegt der Laicherbestand im Nordostatlantik unter dem Referenzwert, die fischereiliche Sterblichkeit darüber. Nimm deshalb nur so viele Fische mit, wie du verwerten kannst.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie unterscheide ich Stöcker und Makrele?

An der Seitenlinie. Der Stöcker trägt dort eine Reihe großer, gekielter Schuppen, die Makrele nicht. Dazu hat er einen schwarzen Fleck am Kiemendeckel.

Wann ist der Stöcker in der Nordsee?

Vom Frühjahr bis in den Herbst. Ab Oktober zieht er in den Ärmelkanal und die Keltische See, im Winter ist er in der Nordsee kaum zu finden.

Womit fange ich Stöcker im Hafen?

Nachts mit ultraleichter Spinnrute und kleinen Gummiködern von 4 bis 7 Zentimetern, am besten dort, wo Licht auf das Wasser fällt.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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