Reviere · Norwegen

Lofoten und Vesterålen

Die Lofoten und die Vesterålen sind die Inselketten im Nordwesten von Nordland. Von Februar bis April zieht der Skrei zum Laichen in den Vestfjord, und dann teilst du dir das Meer mit der Berufsfischerei. Es gelten die Regeln und Mindestmaße nördlich von 62° N.

Papiere
Im Meer keine Papiere, nur Handangel; im Fluss Angelkarte
Saison
Skrei von Februar bis April

Stand Oktober 2026

Zum GewässeratlasRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Norwegen mit den Lofoten und Vesterålen rot markiertLofoten
Abb. 1 · Lage in Norwegen, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Im Meer keine Papiere, nur Handangel; im Fluss Angelkarte
Saison
Skrei von Februar bis April
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitHinweis
Dorsch55 cmkeine44 cm weiter als 4 sm vor der Basislinie
Schellfisch40 cmkeine
Köhler–keine
Heilbutt84 cm20.12.–20.4.über 2 m immer zurücksetzen
Rotbarsch32 cm1.9.–31.5.nur Handangel (jukse) 1.6.–31.8.; 30 cm weiter als 12 sm

Fangverordnung (høstingsforskriften) und Regeln des Fiskeridirektoratet für das Meer nördlich von 62° N. Während der Lofotfischerei gilt zusätzlich die Lofotverordnung des Jahres. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Die Lofoten sind eine rund 200 km lange Inselkette an der Nordseite des Vestfjords. Zwischen den Inseln liegen teils enge Sunde mit starken Gezeitenströmen (Store norske leksikon). Der Vestfjord ist eher ein offenes Meeresstück als ein Fjord. Er misst rund 155 km von Værøy bis zum Eingang des Ofotfjords (SNL: Vestfjorden).

Nördlich schließen die Vesterålen an, das Inselgebiet ganz im Nordwesten von Nordland. Dazu gehören Langøya, Andøya, Hadseløya und der Westteil von Hinnøya (SNL: Vesterålen). Die ganze Region liegt nördlich von Stad, also gelten überall die Regeln für das Meer nördlich von 62° N (Fiskeridirektoratet).

Fische und beste Zeit

Der Skrei ist arktischer Dorsch, der in der Barentssee lebt und zum Laichen an die Lofoten schwimmt (HI). Der Hauptteil zieht im Februar und März in den Vestfjord, seit jeher das beständigste Laichgebiet. Auf ihn zielt die Lofotfischerei (lofotfisket), die jährliche Saisonfischerei von Februar bis April (SNL: Lofotfisket). Gelaicht wird im März und April im freien Wasser (Havforskningsinstituttet).

  • Küstendorsch: Etwa drei Viertel dieses Dorschs leben nördlich von 67° N, teils in denselben Gebieten wie der Skrei. Er laicht weit drinnen in den Fjorden (HI: Küstendorsch).
  • Köhler: laicht im Winter, am stärksten im Februar, unter anderem auf den Bänken vor Lofoten und Vesterålen (HI: Köhler).
  • Schellfisch: gehört neben Dorsch und Köhler zu den Arten, die in der Lofotfischerei gefangen werden (Lofotverordnung 2026, § 12).
  • Rotbarsch: lebt in 100 bis 500 m Tiefe. Vor den Vesterålen liegt eines seiner Hauptlaichgebiete, im April und Mai bringt er lebende Larven zur Welt (HI: Rotbarsch).
  • Heilbutt: bleibt meist in seinem Gebiet. Im Winter steht er tief auf den Laichplätzen, im Sommer flacher auf Nahrungssuche (HI: Heilbutt). Das passt zur Schonzeit bis 20. April.

Wann die Arten sonst gut beißen, zeigt der Fangkalender. Wie du vom Boot aus mit dem Pilker fischst, steht unter Pilken.

Papiere und Erlaubnis

Besondere Regeln

  • Lofotverordnung: Für die Skreisaison legt das Fiskeridirektoratet jedes Jahr eine eigene Verordnung fest. 2026 galt sie vom 1. März bis 14. April (Lofotverordnung 2026). Sie teilt die Fangfelder auf der Innenseite der Lofoten zwischen Langleine, Netz und Snurrewade auf (Fiskeridirektoratet). Eigene Vorschriften für das Angeln mit der Rute stehen nicht darin.
  • Netze und Leinen: Kommst du in ein Gebiet mit ausgebrachtem Gerät, musst du dich erkundigen, wo es steht. Steuere oder lege dein Boot nie so, dass du Gerät beschädigst oder anderen den Fang verdirbst. Einen Schaden ersetzt du, auch den entgangenen Fang (Fiskeridirektoratet: allgemeine Regeln). Liegst du Fischern beim Aussetzen im Weg, machst du auf Zuruf Platz (Fangverordnung, § 70).
  • Markierung: Im Gebiet der Lofotverordnung trägt gestelltes Gerät Flaggen mit Reflektoren. Am südlichen Ende weht eine einzelne Flagge, am nördlichen eine doppelte (§ 11).
  • Heilbutt: In der Schonzeit setzt du jeden lebensfähigen Fisch zurück, Fische über 2 m wegen ihres hohen Gehalts an Schadstoffen immer (Fiskeridirektoratet: Heilbutt).
  • Rotbarsch und Seehase: Rotbarsch darfst du nur vom 1. Juni bis 31. August mit der Handangel (jukse) fangen. Auf Seehasen (rognkjeks) ist das Freizeitangeln in Nordland ganz verboten (Fiskeridirektoratet: geschützte Arten).
  • Lachs und Meerforelle im Meer: In Nordland ist das Angeln auf sie vom Boot aus vom 1. März bis 31. Mai nicht erlaubt. Auf 100 m vor der Mündung eines Lachsflusses ist jedes Fischen verboten, auch auf Meeresfische. Nur vom Ufer darfst du dort angeln, solange der Fluss geöffnet ist (Verordnung über Lachsfische im Meer, §§ 2 und 3).
  • Fischzucht: Beim Angeln bleibst du 100 m von Zuchtanlagen weg, mit dem Boot 20 m (Aquakulturverordnung, § 18).
  • Ausfuhr: Nur wer über einen registrierten Betrieb geangelt hat und mindestens 12 Jahre alt ist, darf Fisch ausführen. 2026 sind es 15 kg, zweimal im Kalenderjahr, ab 1. Januar 2027 nur noch 10 kg (Fiskeridirektoratet: Ausfuhr).

Stand: Oktober 2026. Die Lofotverordnung gilt immer nur für eine Saison. Die Fassung für 2026 hat das Fiskeridirektoratet im Dezember 2025 festgelegt. Prüf vor einer Skreireise, welche Fassung gilt und wo die Felder liegen. Maßgeblich ist die jeweils geltende Verordnung.

Sicherheit

In Booten unter 8 m trägst du während der Fahrt eine Schwimmweste oder einen Schwimmanzug. Die Seefahrtsbehörde rät, sie auch beim Angeln im stillliegenden Boot anzubehalten (Sjøfartsdirektoratet). Viele Unfälle von Gästen mit Mietbooten gehen darauf zurück, dass sie Boot und Küste nicht kennen (Sjøfartsdirektoratet: Sicherheit für Angeltouristen). Lass dir vom Vermieter die gefährlichen Stellen, die Fischzucht und die Berufsfischerei im Gebiet zeigen.

Das Wetter auf See schlägt schnell um (Fiskeridirektoratet), und in den Sunden zwischen den Inseln läuft starker Gezeitenstrom. Warnungen des Meteorologischen Instituts findest du bei Yr (Meteorologisk institutt). Die Küstenfunkstelle erreichst du unter 120. Mehr unter Boot und Schwimmweste und Gewitter und Wetter.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die norwegischen Verordnungen in ihrer aktuellen Fassung, die Lofotverordnung des jeweiligen Jahres und für Flüsse die Regeln des Rechteinhabers.