Reviere · Schweiz

Aare

Die Aare fließt aus dem Berner Oberland durch Brienzersee und Thunersee, an Bern und Solothurn vorbei und mündet bei Koblenz im Aargau in den Rhein. Auf diesem Weg wechselt sie mehrmals den Kanton, und mit jedem Kanton ändern sich Patent, Mindestmaße und Schonzeiten. Am strengsten geschützt ist die Äsche.

Papiere
Patent (BE, SO) oder Fischerkarte (AG), meist mit SaNa
Saison
BE ab Brienzersee und AG ganzjährig, Schonzeiten beachten; AG-Freianglerkarte 1.3.–31.10.

Stand Oktober 2026

Im Gewässeratlas zeigenRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Schweiz mit dem Lauf der Aare von Meiringen bis zur Mündung in den Rhein rot hervorgehobenAare
Abb. 1 · Lage in Schweiz, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Patent (BE, SO) oder Fischerkarte (AG), meist mit SaNa
Saison
BE ab Brienzersee und AG ganzjährig, Schonzeiten beachten; AG-Freianglerkarte 1.3.–31.10.
Fangzeiten
BE: Pause 24–5 Uhr, im Winter 20–6 Uhr, unterhalb Bielersee keine; AG-Freiangler 5–23 Uhr
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitFanglimitHinweis
Äsche36 cm1.1.–30.9.1 am Tag, 5 im JahrBE nur mit Sonderbewilligung und nur in festgelegten Abschnitten; unterhalb Bielersee, SO und AG ganzjährig geschont
Bachforelle30–38 cm1.10.–15.3.–BE je Abschnitt 30, 34 oder 38 cm; SO 38 cm, 2 am Tag; AG 28 cm, 1.10.–Ende Februar
Hecht45 cm1.3.–30.4.–BE oberhalb Bern kein Mindestmaß; SO 45 cm, 5 am Tag; AG 50 cm, 1.2.–30.4.
Barbe–keine–AG 35 cm
Felchen25 cm1.11.–31.12.–AG 1.10.–31.12.
Egli (Flussbarsch)15 cmkeine–AG 15 cm
Aal–ganzjährig geschont–in der Schweiz seit 2021 nicht mehr beangelt
Nase–ganzjährig geschont–BE und SO

Werte für den Berner Teil der Aare (FiDV, Stand 1.1.2026), Solothurn (FiVO ab 1.3.2026) und Aargau (AFV ab 1.5.2026) im Hinweis. An Grenzstrecken gelten Vereinbarungen der Kantone; Patent oder Karte können strenger sein. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Im Kanton Bern teilt das Fischereirecht den Fluss in Abschnitte: vom Brienzersee bis zum Thunersee, vom Thunersee bis zum Stauwehr des Wohlensees, weiter über Hagneck bis in den Bielersee und vom Bielersee bis zur Kantonsgrenze bei Murgenthal. Unterhalb von Büren an der Aare und bei Wynau bildet die Aare die Grenze zu Solothurn. Dort gilt eine Vereinbarung beider Kantone, und Berechtigte aus beiden Kantonen dürfen fischen.

Im Aargau zählt die Aare in Teilen zur Äschenregion. Wo das Wasser wärmer und langsamer fließt, ist sie Lebensraum der Barbe. In den gestauten Strecken vor den Kraftwerken liegt die Brachsmenregion mit trägem Wasser und feinem Grund.

Fische und beste Zeit

  • Äsche: Der Aargau beherbergt Äschenbestände von nationaler Bedeutung. Trotzdem geht der Bestand stark zurück, darum schonen Solothurn und Aargau sie inzwischen das ganze Jahr.
  • Bachforelle: Auch ihr Bestand gilt in Solothurn als gefährdet. Sie darf weiter gefangen werden, aber mit strengeren Mindestmaßen.
  • Barbe: Typisch für die langsameren Abschnitte, zusammen mit Alet und Gründling.
  • Hecht und Egli: Sie gehören zu den typischen Arten der gestauten Strecken, zusammen mit Brachsmen, Wels und Schleie.

Wann welche Art beißt, zeigt der Fangkalender.

Papiere und Erlaubnis

Einen Angelschein nach deutschem Muster gibt es in der Schweiz nicht. Für die Aare löst du je Kanton ein Patent oder eine Fischerkarte, oft brauchst du dazu den Sachkunde-Nachweis (SaNa). Frei angeln ohne Patent darfst du im Kanton Bern nur an Brienzer-, Thuner- und Bielersee, nicht am Fluss.

  • Bern: Das Patent bekommt jede Person, auch ohne Wohnsitz im Kanton. Tages- und Wochenpatent gibt es ohne SaNa, Monats- und Jahrespatent nur mit SaNa. Vom 16. bis 31. März gelten Tages- und Wochenpatente nicht in Fließgewässern. Bis zu zwei Kinder bis 12 Jahre fischen ohne eigenes Patent bei einer Person mit Jahrespatent mit.
  • Solothurn: Mit dem kantonalen Patent fischst du an Aare, Emme und weiteren Flüssen. Seit dem 1. März 2026 brauchst du für jedes Patent den SaNa, auch für einen einzigen Tag.
  • Aargau: Hier gilt das Reviersystem. Die Pächter der Reviere oder die privaten Revierbesitzer geben Jahres-, Wochen- und Tageskarten aus. Für drei Aare-Strecken gibt der Kanton zusätzlich eine Freianglerkarte aus, ab 12 Jahren. Sie gilt vom 1. März bis 31. Oktober, nur vom Ufer, mit einer Rute, einem einfachen Haken und natürlichem Köder. Kunstköder, Köderfische, Anfüttern und Waten sind verboten. Für jede Karte brauchst du den SaNa.

Grundlagen: Fischereischein und Fischereiprüfung und Erlaubnisschein und Gewässerkarte.

Besondere Regeln

  • Äsche in Bern: Seit 2026 nur mit einer Sonderbewilligung, die allein Inhaber eines Jahrespatents lösen können, über die App oder beim Fischereiinspektorat. Sie gilt vom 1. Oktober bis Jahresende in festgelegten Abschnitten, etwa zwischen Thun und Münsingen. Du nimmst höchstens eine Äsche am Tag und fünf im Jahr mit und trägst Beginn und Ende des Fischens ein. Unterhalb des Bielersees ist die Äsche ganzjährig geschont, auch auf der Grenzstrecke zu Solothurn.
  • Haken und Ruten: An der Berner Aare unterhalb des Brienzersees sind zwei Ruten erlaubt, Widerhaken nicht. Solothurn verbietet Widerhaken in allen Gewässern, an der Aare sind dort aber Drillinge erlaubt. Im Aargau darfst du vom 1. März bis 30. September zwei Ruten nutzen.
  • Fangzahlen: Solothurn erlaubt zwei Bachforellen am Tag und 20 im Jahr; danach darfst du nur an der Aare auf andere Arten weiterfischen. Im Aargau sind es zusammen höchstens sechs Forellen und Hechte am Tag.
  • Uhrzeit: Bern sperrt die Nacht, zur Sommerzeit von 24 bis 5 Uhr, zur Winterzeit von 20 bis 6 Uhr. Zwischen Bielersee und Murgenthal gilt keine Tageszeitgrenze.
  • Köder und Schutz: Lebende Köderfische sind in Bern verboten. In Fischpässen und Umgehungsgerinnen darfst du in Solothurn nicht fischen. Aal und Nase sind in Bern und Solothurn geschützt.

Hitze im Sommer: Äsche und Forelle geraten ab etwa 20 Grad Wassertemperatur unter Stress, ab 24 Grad wird es lebensbedrohlich. Bern rät, dann nicht auf Salmoniden zu fischen und nicht zu waten, besonders zwischen Thun und Wohlensee. Die Kantone können kurzfristig Fangverbote erlassen. Im Sommer 2026 sperrten Bern und Solothurn mehrere Flüsse und Bäche, die Aare blieb offen. Der Aargau kann nach einem Äschensterben ein Angelmoratorium verhängen. Mehr dazu unter Wassertemperatur und Sauerstoff.

Stand: Oktober 2026. Jeder Kanton regelt seinen Teil der Aare selbst, an den Grenzstrecken gelten Vereinbarungen zwischen den Kantonen. Im Kasten „Auf einen Blick“ stehen die Berner Werte, die von Solothurn und Aargau im Hinweis. Für die Strecke zwischen Aargau und Solothurn bei Murgenthal frag vor dem Äschenfang beim Kanton nach. Maßgeblich sind die Vorschriften, die du mit Patent oder Karte bekommst.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die Fischereierlasse der Kantone Bern, Solothurn und Aargau, die Vereinbarungen für die Grenzstrecken und die Vorschriften zu deinem Patent oder deiner Fischerkarte.