Die wichtigsten Gewässertypen sind Fließgewässer, See, Teich, Kanal und Küste. Sie unterscheiden sich in Strömung, Tiefe und Schichtung, und das bestimmt, welche Fische dort leben und wo du sie suchst.
Warum der Gewässertyp den Fisch bestimmt

Ob ein Fisch in einem Gewässer lebt, entscheiden vor allem Strömung, Tiefe, Temperatur und Sauerstoff. Diese Größen hängen vom Gewässertyp ab. Die Gewässerkunde unterscheidet grob Fließgewässer und Stillgewässer. Dazu kommen Kanäle als künstliche Gewässer und die Küste mit Brack- und Salzwasser. Die Typen gehen ineinander über, ein gestauter Fluss verhält sich zum Beispiel teilweise wie ein See.
Fließgewässer: Bach und Fluss
Fließgewässer zeichnen sich durch ständige Wasserbewegung aus. Die Strömung sorgt dafür, dass das Wasser meist gut mit Sauerstoff versorgt ist, und sie bringt Nahrung heran. Laut Wikipedia werden Flüsse von der Quelle zur Mündung in Fischregionen eingeteilt, benannt nach Leitfischen: Forellen-, Äschen-, Barben- und Brachsenregion, an der Mündung die Kaulbarsch-Flunder-Region.
- Oberlauf: Schnell, kühl, steiniger Grund. Hier stehen Kaltwasserarten wie die Bachforelle und die Äsche.
- Mittellauf: Breiter, die Strömung lässt nach, der Grund wird feiner. Typisch sind Barbe und Döbel.
- Unterlauf: Langsam, warm und oft nährstoffreich. Laut Wikipedia ist die Brachsenregion die artenreichste, mit weniger Sauerstoff als im Oberlauf. Hier leben Brachse, Rotauge und Zander.
Für das Angeln heißt das: Im Fluss stehen Fische an Stellen, an denen sie wenig Kraft brauchen und trotzdem Futter erreicht. Das sind Strömungskanten, Kehrwasser, Buhnenfelder, Gumpen hinter Hindernissen und tiefere Rinnen. Die Strömung ändert sich zudem mit dem Wasserstand, was Stellen von einem Tag auf den anderen verändern kann. Das Blei oder der Köder muss zur Strömung passen.
See: tief und geschichtet
Seen sind Stillgewässer, in denen kaum Strömung herrscht. Laut Wikipedia sind sie tief genug, damit sich eine stabile Temperaturschichtung ausbilden kann; als Anhaltswert wird eine Tiefe von etwa acht bis zehn Metern genannt. Pflanzen wachsen nur im Uferbereich, das Freiwasser ist pflanzenfrei. Im Sommer teilt sich ein tiefer See in warme obere und kalte untere Wasserschichten, wie die Seite zu Wassertemperatur und Sauerstoff erklärt.
Fische nutzen im See vor allem das Ufer mit Pflanzen, Totholz und Steinen, Kanten, an denen der Grund abfällt, und Plateaus. Da es keine Strömung gibt, suchen Raubfische Strukturen, an denen sich Beute sammelt. Karpfen, Schleie und Brachse bevorzugen oft ruhige Buchten mit Weichgrund, doch das hängt stark vom einzelnen See ab.
Teich und Weiher
Ein Teich ist laut Wikipedia ein künstlich angelegtes Stillgewässer, meist mit Zu- und Ablauf, und flacher als ein See. Wegen der geringen Tiefe bildet sich keine stabile Schichtung. Flache Gewässer erwärmen sich im Sommer schnell und können im Sommer und, bei Eisdecke, im Winter sauerstoffarm werden. Der Fischbesatz ist oft künstlich, die Bestände sind meist überschaubar. Das Angeln dort ist von den Regeln des Bewirtschafters geprägt, die in der Gewässerordnung stehen.
Kanal
Kanäle sind künstliche Gewässer mit gebautem Bett. Schifffahrtskanäle haben laut Wikipedia meist kaum Strömung, die Ufer sind zum Schutz gegen Wellen mit Steinschüttungen befestigt. Das erzeugt für Fische einen gleichförmigen Lebensraum mit harten Ufern, an denen sich Beute und damit Raubfische sammeln. Schiffsverkehr wirkt auf Wassertrübung und Wellenschlag. Kanäle gelten bei Anglern als beliebte Reviere für Zander, Barsch und Hecht, doch Bestand und Regeln unterscheiden sich von Kanal zu Kanal.
Hinweis: Welche Fische in einem konkreten Gewässer vorkommen und wie du dort angeln darfst, steht in der Gewässerordnung und im Erlaubnisschein, nicht in einer allgemeinen Übersicht.
Küste und Brackwasser
An der Küste und in den Mündungen kommen Salzgehalt, Gezeiten und Wind als bestimmende Größen hinzu. Laut Wikipedia ist die Kaulbarsch-Flunder-Region der Flussmündung von Brackwasser und Gezeiten beeinflusst. Hier mischen sich Süß- und Salzwasserarten. Wo das Wasser sich bewegt, ändern sich Strömung und Wasserstand im Takt der Tide, was Fische mitsteuert. Die Küstenfischerei folgt eigenen Regeln, die in den Ländern unterschiedlich ausfallen. Prüfe sie vorher.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Wo steht der Fisch im Fluss?
Meist dort, wo er wenig Kraft braucht und Nahrung vorbeikommt: an Strömungskanten, im Kehrwasser, hinter Hindernissen und in tieferen Rinnen. Die genaue Stelle hängt von Art, Wasserstand und Jahreszeit ab.
Warum ist ein See im Sommer nicht überall gleich warm?
Das warme Oberflächenwasser ist leichter und bleibt oben. Darunter liegt kälteres Wasser. Das Schema und die Begriffe findest du bei Wassertemperatur und Sauerstoff.
Wo finde ich Gewässer und Hinweise zu den Regeln?
Beim Bewirtschafter, Verein oder der Fischereibehörde und über die Seiten zu den Gewässerarten. Die Gewässerordnung gilt immer zusätzlich.
Quellen
- Wikipedia: Fließgewässer (Strömung, Sauerstoff, Einteilung in Fischregionen)
- Wikipedia: Fischregion (Leitfische und Merkmale der Regionen, Mündungsbereich mit Brackwasser)
- Wikipedia: Stillgewässer (Seen, Flachgewässer, Teiche, Tiefe und Schichtung)
- Wikipedia: Teich (künstliches Stillgewässer, geringe Tiefe)
- Wikipedia: Kanal (Wasserbau) (kaum Strömung, befestigte Ufer)
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Beachte Gewässerordnung und Landesrecht; Fischbestand und Regeln sind von Gewässer zu Gewässer verschieden.
