Ein Bodden ist eine flache Lagune der Ostsee mit schwach salzigem Wasser. Hecht, Zander und Barsch leben dort neben Hering und Flunder. Förde und Fjord sind ebenfalls geschützte Meeresarme, aber anders gebaut, und in jedem Land gelten eigene Regeln.
Bodden, Förde, Fjord: was sie unterscheidet

- Bodden (Mecklenburg-Vorpommern): flache Küstengewässer, die Inseln oder Landzungen vom Meer abtrennen, mit weniger Salz und kaum Seegang (Nationalparkamt Vorpommern). Der Salzgehalt liegt im Mittel zwischen unter drei und neun Promille, ein großer Teil der Fläche ist flacher als zwei Meter (Leibniz-Institut IGB, Projekt Boddenhecht). Der Greifswalder Bodden als größter ist im Schnitt 5,6 m tief, höchstens 13,5 m (Institut für Ostseefischerei, 1999).
- Förde (Schleswig-Holstein): Die Förden haben die Gletscherzungen der Weichseleiszeit geschaffen (Land Schleswig-Holstein, Fachplan Küstenschutz).
- Fjord (Norwegen): vom Gletscher geformt, oft mit einer Schwelle zum Meer und meist 300 bis 500 m tief. Brackwasser liegt dort nur in den obersten 5 bis 10 m (Havforskningsinstituttet). Die Regeln stehen unter Angeln in Norwegen.
Süßwasserfische und Meeresfische nebeneinander
Hecht, Zander und Barsch sind Süßwasserfische, die die Bodden besiedelt haben (IGB). Der Hecht verträgt Salz bis etwa 15 Promille.
Aus dem Meer kommen Hering und Flunder. Der Hering der westlichen Ostsee zieht jedes Frühjahr zum Laichen in den Greifswalder Bodden, sein wichtigstes Laichgebiet (Institut für Ostseefischerei). Angler stellen an den Bodden auch dem Hornhecht nach, an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins vor allem der Meerforelle. Die Regeln für den Dorsch im Fjord stehen auf der Norwegen-Seite.
Aussichtsreiche Stellen erkennen
- Krautfelder: Der Hecht ist bis etwa 40 cm Länge eng an Wasserpflanzen als Unterstand gebunden. Sein Bestand hängt an ausgedehnten Pflanzenbeständen (IGB).
- Buchten und Einläufe: Zum Laichen schwimmen Boddenhechte Buchten und Ufer an, jeder Zufluss kommt als Laichplatz infrage (IGB). Gerade dort liegen Schonbezirke.
- Häfen im Winter: In einigen Häfen sammeln sich im Winter viele Fische, auch Hechte (IGB). Solche Winterlager sind per Allgemeinverfügung beschränkt (LALLF).
- Wind: Er hebt und senkt den Wasserstand regelmäßig um mehr als 1,5 m (Nationalparkamt). Flache Bereiche können dann trockenfallen.
Boddenhechte sind standorttreu: Ihr Kern-Bewegungsraum misst nur etwa 150 Hektar (IGB). Wo Zander und Barsch stehen, liest du im Fisch-Lexikon.
Der Boddenhecht: Wachstum, Fangrate, Wärme
Das Leibniz-Institut IGB beschreibt den Hecht als Frühjahrslaicher: Je nach Temperatur laicht er zwischen Februar und Mai. Die Rogner (Weibchen) werden deutlich länger als die Milchner, und die bleiben selten über 80 cm (IGB).
Die Fänge sind kleiner geworden. Die Fangrate je Angler und Tag ist laut IGB seit 2006 um etwa die Hälfte gesunken, und der Anteil der zurückgesetzten Hechte stieg zwischen 2006 und 2014 von 30 auf 60 Prozent. Das Institut nennt außerdem mehr Tage mit Wassertemperaturen über 20 °C, die für den kühlwasserliebenden Hecht ein Problem sind. Im Mai fand man in den Bodden wiederholt Hechte, die noch nicht abgelaicht hatten. Auch nach dem Ende der Schonzeit am 30. April kann also ein laichbereiter Fisch anbeißen. Wie du ihn schonend zurücksetzt, steht unter Fisch zurücksetzen.
Methoden
Für Hecht, Zander und Barsch ist das Spinnfischen üblich, für die Meerforelle dazu das Fliegenfischen. Zum Hecht gehören ein Hechtvorfach und passende Hechtköder. Auf Flundern geht es beim Grundangeln mit der Naturködermontage, im Fjord beim Meeresangeln.
In den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns sind je Person höchstens drei Handangeln erlaubt, beim Heringsangeln ein Paternoster mit bis zu sechs Einfachhaken.
Papiere und Regeln in Mecklenburg-Vorpommern
- Fischereischein: Pflicht ab 14 Jahren. Ohne Prüfung gibt es den Touristenfischereischein für bis zu 28 Tage (LALLF). Mehr unter Fischereischein.
- Angelerlaubnis für die Küstengewässer: zusätzlich nötig. Die Bodden zählen zu den inneren Küstengewässern (LALLF). Seit 2025 zahlen auch Gäste die Fischereiabgabe des Landes.
- Mindestmaße: Hecht 60 cm, Zander 45 cm (40 cm in Stettiner Haff, Peenestrom und Darßer Boddenkette), Barsch 20 cm, Meerforelle 48 cm, Flunder 25 cm. Hechte über 90 cm gehen zurück ins Wasser.
- Schonzeiten: Hecht 1. März bis 30. April, Zander 23. April bis 22. Mai, Meerforelle 15. September bis 14. Dezember.
- Tagesfang je Person: ein Hecht, drei Zander, drei Meerforellen, fünfzehn Barsche, nur für den Eigenbedarf.
- Schonbezirke: 500 m um die Mündung vieler Zuflüsse ruht die Fischerei vom 1. August bis 28. Februar, an einigen länger, in den Laichschonbezirken vom 1. April bis 31. Mai.
- Boot: In einigen Boddenbereichen musst du beim Angeln ankern, Driften mit Treibanker ausgenommen. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft ist das Angeln gesondert geregelt.
Stand: Oktober 2026. Maße, Schonzeiten und Tagesfang stammen aus der Fünften Verordnung zur Änderung der Küstenfischereiverordnung, in Kraft seit 29. September 2026. Die Tabelle des LALLF nannte Anfang Oktober noch 50 cm für den Hecht und 45 cm für die Meerforelle. Es gilt die Verordnung.
Schleswig-Holstein: Förden und Schlei
- Der Fischereischein ist immer Pflicht. Ohne Prüfung gibt es den Urlauberfischereischein für 28 Tage, einmal im Jahr verlängerbar (Land Schleswig-Holstein, Fragen zur Angelfischerei).
- Die Fischereiabgabe des Landes zahlst du auch dann, wenn du sie in einem anderen Bundesland schon entrichtet hast.
- In den Küstengewässern herrscht meist freier Fischfang. Einen Erlaubnisschein brauchst du in der gesamten Schlei, in Teilen der Lübecker Bucht und in der Eidermündung.
- Mindestmaße und Schonzeiten stehen in der Küstenfischereiverordnung des Landes. Dazu kommen befristete Allgemeinverfügungen.
Dorsch, Lachs und Aal in der Ostsee 2026
- Dorsch: für Angler 2026 verboten. Jeder versehentlich gefangene Dorsch geht sofort zurück (Verordnung (EU) 2025/2454, Artikel 10). Das gilt auch in den Förden, nicht aber auf Schlei und Trave hinter den Molenköpfen (Land Schleswig-Holstein).
- Lachs: ebenfalls verboten. Ausnahme: ein Lachs mit abgeschnittener Fettflosse pro Person und Tag. Danach endet das Lachsangeln für den Tag (Artikel 11).
- Aal: Für Angler gilt 2026 ein Fangverbot in den Meeres- und Küstengewässern (LALLF).
Diese Vorgaben gelten nur für 2026. Was mit geschonten Fischen zu tun ist, steht unter Fisch zurücksetzen.
Typische Fehler
- Mit alten Mindestmaßen angeln: Seit dem 29. September 2026 gilt für den Hecht 60 cm. Ältere Tabellen nennen 50 cm.
- Die Mündung unterschätzen: Im Umkreis von 500 m um viele Zuflüsse ruht die Fischerei vom 1. August bis 28. Februar. Welche Mündungen gemeint sind, steht in der Verordnung.
- Den Dorsch behalten: Auch in den Förden Schleswig-Holsteins ist er für Angler 2026 tabu. Ein versehentlich gefangener Dorsch geht sofort zurück.
- Den Wind übersehen: Schwankt der Pegel um mehr als 1,5 m, werden aus flachen Bereichen schnell Wattflächen. Das betrifft Boot und Watangler.
- Einen Hecht über 90 cm einpacken: Er darf mit der Handangel nicht behalten werden.
- Nur den Fischereischein dabeihaben: In M-V gehören Angelerlaubnis und Fischereiabgabe dazu, Gäste zahlen sie seit 2025 ebenfalls.
Sicherheit im Boot
Dreht der Wind, ändert sich im flachen Bodden der Wasserstand. Was ins Boot gehört, steht unter Boot und Schwimmweste, das Wetter unter Gewitter und Wetter.
Häufige Fragen
Brauche ich am Bodden mehr als einen Fischereischein?
Ja. In den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns ist zusätzlich eine Angelerlaubnis nötig, und seit 2025 zahlen auch Gäste die Fischereiabgabe des Landes. Ohne Prüfung gibt es den Touristenfischereischein für bis zu 28 Tage (LALLF).
Darf ich in der Förde auf Dorsch angeln?
Nein. Die Freizeitfischerei auf Dorsch ist 2026 verboten, auch in den Förden, und ein versehentlich gefangener Dorsch geht sofort zurück. Nicht dazu zählen Schlei und Trave hinter den Molenköpfen (Land Schleswig-Holstein).
Was gilt für den Hecht im Bodden?
Die Schonzeit läuft vom 1. März bis 30. April, das Mindestmaß liegt bei 60 cm. Pro Person und Angeltag darfst du einen Hecht mitnehmen, über 90 cm bleibt er im Wasser.
Warum wird der Bodden bei Wind plötzlich flacher?
Der Wind verschiebt das Wasser, der Pegel schwankt regelmäßig um mehr als 1,5 m (Nationalparkamt Vorpommern). Flache Bereiche können dann trockenfallen. Beobachte deshalb den Wind, bevor du in flaches Wasser gehst.
Passend dazu
- Schonzeit und Mindestmaß erklärt, damit du die Tabellen richtig liest
- Fisch zurücksetzen für Hechte über 90 cm und geschonte Arten
- Hechtvorfach und Hechtköder für den Boddenhecht
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- Fangkalender und Wetter am Wasser für die Planung
- Angeln an Küste und Brandung für die offene Ostsee
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Quellen
- Fünfte Verordnung zur Änderung der Küstenfischereiverordnung Mecklenburg-Vorpommern vom 11. September 2026 (GVOBl. M-V S. 1083)
- LALLF Mecklenburg-Vorpommern: Fischereischein, Angelerlaubnis, Aktuelles aus der Fischerei
- Land Schleswig-Holstein: Angelfischerei, Fragen und Hinweise, Dorsch 2026
- Verordnung (EU) 2025/2454 des Rates zu den Fangmöglichkeiten in der Ostsee 2026, Artikel 10 und 11
- Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei: Empfehlungen für das künftige Management des Boddenhechts (2023)
- Institut für Ostseefischerei: Fischen und Forschen im Greifswalder Bodden (ForschungsReport 1/1999)
- Nationalparkamt Vorpommern: Die Boddengewässer; Havforskningsinstituttet: Kyst og fjord
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die Küstenfischereiverordnungen der Länder, das EU-Recht für die Ostsee und die Angaben auf deiner Angelerlaubnis.