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Main
Der Main ist mit 524 Kilometern der bedeutendste Nebenfluss des Rheins. Er zieht von Oberfranken durch Unterfranken und Hessen, ab Bamberg als gestaute Wasserstraße mit Schleusen und Frachtschiffen. Bayern und Hessen regeln das Angeln dort unterschiedlich, in Bayern kommen eigene Verordnungen der Bezirke dazu.
- Papiere
- Fischereischein und Erlaubnisschein für die jeweilige Mainstrecke
Stand Oktober 2026
Auf einen Blick
- Papiere
- Fischereischein und Erlaubnisschein für die jeweilige Mainstrecke
| Fisch | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Zander | 50 cm | 1.2.–30.4. | OFr 15.2.–30.4.; HE keine Schonzeit, ab 50 cm |
| Hecht | 50 cm | 1.2.–30.4. | OFr 15.2.–30.4.; HE 1.2.–15.4., Entnahme nur 50–90 cm |
| Barbe | 40 cm | 1.5.–30.6. | OFr 60 cm; HE Entnahme nur 40–60 cm |
| Aal | 50 cm | 1.10.–1.3. | OFr 1.10.–31.12.; HE 15.9.–1.3., Entnahme nur 50–70 cm |
| Rapfen | 40 cm | 1.3.–30.4. | UFr-Bezirksverordnung nennt keine Schonzeit, beim Ausgeber nachfragen; HE ohne Vorgabe |
| Flussbarsch | 25 cm | 1.2.–30.4. | nur unterfränkischer Main; OFr und HE ohne Vorgabe |
| Wels | – | keine | BY und HE ohne Vorgabe |
Unterfränkischer Main: AVBayFiG mit Bezirksfischereiverordnung Unterfranken 2026–2030; der Erlaubnisschein kann strenger sein. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.
Lage und Gewässer
Der Main beginnt in Oberfranken am Zusammenfluss von Rotem und Weißem Main (Wasserwirtschaftsamt Hof). Von seiner Länge sind 388 Kilometer Bundeswasserstraße. Bis 1962 wurde er bis Bamberg mit Staustufen ausgebaut, heute regeln 34 Staustufen mit 40 Schleusen den Wasserstand (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Main). Flussaufwärts endet die Bundeswasserstraße an der Eisenbahnbrücke Hallstadt bei Bamberg. Die Baggerseen entlang des Flusses gehören nicht dazu (Wasserschutzpolizei Bamberg).
Den längsten Teil hat Bayern mit den Bezirken Ober- und Unterfranken. Im Unterlauf fließt der Main durch Hessen, wo sechs Staustufen zwischen Großkrotzenburg und Kostheim liegen. Von Bamberg bis zur Mündung zählt er zur Barbenregion (Maßnahmenprogramm hessischer Main).
Fische und beste Zeit
- Wels, Hecht, Zander und Barsch: Diese Arten kommen in Unterfranken vor allem aus dem Main, wo rund 500 Mainfischer arbeiten (Fisch-Info Unterfranken, Bezirk Unterfranken).
- Rapfen: Er besiedelt die ganze Wasserstraße von der Mündung bis Bamberg. Bei Elektrobefischungen 1998 und 1999 gehörte er zu den häufigsten Arten im Main (Artgutachten Rapfen für das Land Hessen).
- Barbe: Für die neue Fischtreppe an der Staustufe Offenbach ist sie eine der Zielarten, neben Nase, Hecht und Karpfen (Regierungspräsidium Darmstadt).
- Aal: Für den unterfränkischen Main hat der Bezirk eine eigene, längere Schonzeit festgelegt (Bezirksfischereiverordnung Unterfranken).
Wann die einzelnen Arten am besten beißen, zeigt der Fangkalender.
Papiere und Erlaubnis
An beiden Ufern brauchst du den Fischereischein und einen Erlaubnisschein für die jeweilige Strecke.
- Bayern: Den Fischereischein und den Nachweis der Fischereiabgabe trägst du beim Angeln bei dir. Den Erlaubnisschein stellt der Fischereiberechtigte aus, mit seiner Zustimmung auch der Pächter oder der Vorstand einer Fischereigenossenschaft. Er gilt höchstens drei Jahre. Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 17 Jahren angeln nur in Begleitung eines Erwachsenen mit Fischereischein (Bayerisches Fischereigesetz, Art. 26, 46 und 47). Den Fischereischein beantragst du bei der Wohngemeinde. Gäste ohne Wohnsitz in Deutschland können ohne Prüfung einen Jahresfischereischein bekommen, der drei Monate gilt (Landwirtschaftsministerium Bayern, Antrag).
- Unterfränkischer Main: Am Fluss sind Fischerzünfte, Vereine und Genossenschaften tätig. Für viele Mainstrecken nennt der Bezirk auch Ausgabestellen für Angelkarten vor Ort (Fisch-Info Unterfranken). Frag dort, welche Strecke die Karte abdeckt.
- Hessen: Fischereischeinpflicht, den Schein stellt die Gemeinde aus. Erlaubnisscheine geben die Inhaber des Fischereirechts und die Pächter aus, sie gelten höchstens ein Kalenderjahr. Pächter können auch Fischerzünfte, Fischereigenossenschaften und Vereine sein. Jugendliche von 10 bis 15 Jahren angeln mit der Handangel unter Aufsicht eines Erwachsenen mit Fischereischein. Wer keinen Wohnsitz in Deutschland hat und seine Sachkunde nachweist, kann einen Besucherfischereischein für einen Monat bekommen (Hessisches Fischereigesetz, §§ 15, 16, 29, 33, 34 und 36).
Alles Weitere zum Fischereischein findest du unter Angeln in Bayern und Angeln in Hessen.
Besondere Regeln
- Unterschiedliche Werte: In Bayern gilt die Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz. Die Bezirke Ober- und Unterfranken ergänzen sie mit eigenen Verordnungen für 2026 bis 2030 (Oberfränkisches Amtsblatt 17/2025). Für den unterfränkischen Main gelten dabei angebundene Altarme, Buhnenfelder und Baggerseen mit. In Hessen gibt es Entnahmefenster: Ein Hecht darf nur mit 50 bis 90 Zentimetern mit, eine Barbe nur mit 40 bis 60 (Hessische Fischereiverordnung, § 2).
- Köder und Gerät in Bayern: Der lebende Köderfisch ist verboten. Du fischst mit höchstens zwei Handangeln, die zusammen nicht mehr als sechs Anbissstellen haben (AVBayFiG, § 15). Drohnen sind in ganz Bayern verboten. In Oberfranken gilt das auch für Geräte zur Fischortung, selbst wenn sie zugleich die Tiefe loten.
- Setzkescher: In Hessen sind sie in Bundeswasserstraßen nicht erlaubt (Hessische Fischereiverordnung, § 10). In Bayern ist das Hältern bei Schiffsverkehr nur zulässig, wenn die Fische dabei keinen Schaden nehmen (AVBayFiG, § 20).
- Fischwege: In Oberfranken ist das Fischen in Fischwegen und bis 10 Meter ober- und unterhalb ihrer Öffnungen verboten. In Hessen gilt an Bundeswasserstraßen ein Umkreis von 40 Metern um beide Enden des Fischwegs (Hessisches Fischereigesetz, § 43).
- Schleusen, Wehre und Buhnen: Bundeseigene Anlagen darfst du außerhalb ihres Zwecks nicht betreten. Ufergrundstücke und Betriebswege des Bundes sind für Fußgänger frei (§ 2 WaStrBAV).
Stand: Oktober 2026. Die Verordnungen der Bezirke Ober- und Unterfranken gelten bis Ende 2030. Ober- und unterhalb von Fischwegen in Bayern bestimmt die Kreisverwaltungsbehörde weitere Sperrstrecken. Frag beim Ausgeber des Erlaubnisscheins danach. Maßgeblich sind die Verordnungen und der Erlaubnisschein.
Sicherheit
- Wasserstand: Die Wasserführung des Mains schwankt stark (WSA Main). Aktuelle Pegel wie Würzburg oder Frankfurt Osthafen zeigt PEGELONLINE.
- Schiffe: Vorbeifahrende Schiffe lösen am Ufer einen regelrechten Wellenschlag aus (Artgutachten Rapfen). Halte Abstand zur Wasserkante und lies Ufer und Wathose.
Passend dazu
- Angeln am Fluss: Strömung, Buhnen und Stauhaltungen lesen
- Angeln in Bayern und Angeln in Hessen
- Rhein: der Strom, in den der Main mündet
- Im Fisch-Lexikon: Zander, Rapfen, Barbe, Wels und Aal
- Schonzeit und Mindestmaß erklärt
Quellen
- Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Main: Der Main und Schleusenbetriebsstellen
- Bayerisches Fischereigesetz, AVBayFiG mit Anlage zu Schonzeiten und Schonmaßen (Fassung ab 1. Juni 2025)
- Bezirksfischereiverordnung Unterfranken 2026 bis 2030 (Amtsblatt 29/2025) und Bezirksfischereiverordnung Oberfranken 2026 (Amtsblatt 17/2025)
- Hessische Fischereiverordnung vom 14. April 2023 und Hessisches Fischereigesetz vom 17. November 2022
- Bezirk Unterfranken, Fachberatung für Fischerei: Fisch-Info Unterfranken (17. Auflage 2023)
- FFH-Artgutachten Rapfen (Hessen, überarbeitet 2005); Regierungspräsidium Darmstadt: Fischaufstiegsanlage Staustufe Offenbach
- Wasserstraßen-Betriebsanlagenverordnung, § 2
Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind das Bayerische Fischereigesetz mit seiner Ausführungsverordnung, die Bezirksfischereiverordnungen von Ober- und Unterfranken, das Hessische Fischereigesetz mit der Hessischen Fischereiverordnung, die Verordnungen für die Wasserstraße und die Bestimmungen im Erlaubnisschein.