Reviere · Österreich

Inn

Der Inn kommt aus dem Schweizer Engadin, ist der Hauptfluss Tirols und trennt zwischen Salzach-Mündung und Donau Oberösterreich von Bayern. Gefischt wird vor allem auf Äsche, Bachforelle und Huchen. Kraftwerke lassen den Wasserstand oft mehrmals am Tag steigen und fallen.

Papiere
Fischerkarte oder Gastfischerkarte und Lizenz des Reviers
Fangzeiten
Revier Inn-Braunau (OÖ): nur von 4 bis 24 Uhr

Stand Oktober 2026

Im Gewässeratlas zeigenRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Österreich mit dem Lauf des Inn von der Schweizer Grenze über Innsbruck bis Passau rot hervorgehobenInn
Abb. 1 · Lage in Österreich, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Fischerkarte oder Gastfischerkarte und Lizenz des Reviers
Fangzeiten
Revier Inn-Braunau (OÖ): nur von 4 bis 24 Uhr
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitHinweis
Äsche42 cm1.1.–15.5.OÖ: 30 cm, 1.3.–30.4.; in vielen Tiroler Revieren ganzjährig geschont
Bachforelle25 cm1.10.–28.2.OÖ: 22 cm, 16.9.–15.3.
Huchen80 cm1.3.–31.5.OÖ: 85 cm, 16.2.–31.5.
Regenbogenforelle30 cmkeineOÖ: 22 cm, 1.12.–15.3.
Barbe40 cm1.5.–15.6.OÖ: 35 cm, 16.4.–31.5.
Nase40 cm15.3.–31.5.OÖ: 35 cm, 16.3.–31.5.
Hecht50 cm1.3.–30.4.OÖ: 60 cm, 1.2.–30.4.
Zander45 cm1.4.–31.5.OÖ: 50 cm, 1.3.–30.4.

Werte für den Tiroler Inn (Tiroler Fischereiverordnung, Anlagen 9 und 10), oberösterreichische Werte (Oö. Fischereiverordnung) im Hinweis. Die Lizenz des Reviers kann strenger sein. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

  • Tiroler Inn: Durch das Oberinntal fließt er an Landeck vorbei, dann durch Innsbruck und das Unterinntal mit Schwaz und Rattenberg bis Kufstein. An diesen Orten misst das Land auch den Pegel. Sein Unterlauf in Tirol zählt schon zur Barbenregion (Land Tirol, Fischerei). Bei Kufstein ist er im Bereich Langkampfen gestaut.
  • Grenzstrecke: Hinter Kufstein fließt der Inn durch Bayern, ab der Salzach-Mündung ist er Grenzfluss. Das oberösterreichische Revier Inn-Braunau reicht von dort rund 30 Flusskilometer bis unter die Antiesen-Mündung, danach folgt bis zur Donau das Revier Inn-Pram-Kösselbach (Oö. Fischereireviere-Verordnung).
  • Unterer Inn: Durch den Einstau ist die ursprüngliche Flusslandschaft verschwunden. In und außerhalb der Hochwasserdämme liegen viele Altwässer, der Abschnitt ist Naturschutzgebiet (Land Oberösterreich, Inntal).

Fische und beste Zeit

Das Land Tirol nennt Bachforelle, Äsche und Huchen als die begehrten Zielfische seiner Flüsse, dazu die häufige Regenbogenforelle. Für den Inn in Oberösterreich zählt das Land Nase, Barbe, Huchen und Äsche zu den Leitfischarten. Im Revier Inn-Braunau beangelst du je nach Abschnitt Fische der Äschen-, Barben- und Brachsenregion, auch Hecht, Zander und Wels (Oö. Landesfischereiverband).

  • Äsche: Sie müsste die Hauptfischart der großen Tiroler Flüsse sein, ihr Bestand ist aber stark eingebrochen. Der Tiroler Fischereiverband zieht Jungäschen aus dem Laich wilder Inn-Äschen auf und setzt sie im Frühjahr in den Inn und einige Zubringer. 2025 waren es über 80.000 (Artenschutzprojekt Inn-Äsche).
  • Huchen: In Tirol lebt er noch im Inn, im Ziller, in der Großache und in der Drau, meist in schwachen Beständen (Tiroler Fischereiverband).
  • Forellen: Bei Bach- und Regenbogenforellen im Inn, etwa bei Telfs und Ebbs, fand das Land den Erreger der Nierenkrankheit PKD. Sie bricht eher aus, wenn das Wasser länger über 15 Grad warm ist (Land Tirol).

Wann welche Art beißt, zeigt der Fangkalender.

Papiere und Erlaubnis

In beiden Ländern brauchst du eine Karte des Landes und die Lizenz für das Revier. Mehr zum Prinzip unter Erlaubnisschein und Gewässerkarte.

  • Tirol: Ohne Tiroler Fischerkarte löst du eine Gastfischerkarte. Sie gilt 14 Tage im ganzen Land, ab 14 Jahren, und nur zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis. Deine Ausbildung machst du glaubhaft, als Nachweis nennt der Verband zum Beispiel den deutschen Angelschein. Die Karte bekommst du beim Bewirtschafter oder bei der Ausgabestelle der Tageslizenzen, und mit ihr gibt es nur Tageslizenzen (Tiroler Fischereigesetz 2020, Tiroler Fischereiverband). Den Fang meldest du nach Ablauf der Lizenz dem Berechtigten. Kinder unter 14 fischen mit schriftlicher Zustimmung des Berechtigten in Begleitung.
  • Tageslizenzen am Inn: Der Verband listet Inn-Reviere im Bezirk Landeck, etwa bei Pfunds, Prutz und Zams, und im Bezirk Kufstein, darunter das rechte Ufer bei Ebbs und Erl (Tageslizenzgewässer).
  • Oberösterreich: Die Gastfischerkarte gilt drei Wochen, ab 12 Jahren, höchstens zweimal im Jahr, und du bekommst sie über den Bewirtschafter. Wohnst du im Ausland, reicht deine amtliche Fischerlegitimation mit beglaubigter deutscher Übersetzung und dem Nachweis der oö. Jahresfischerkartenabgabe. Online gekaufte Lizenzen führst du ausgedruckt mit (Oö. Fischereigesetz 2020, Landesfischereiverband). Kinder unter 12 fischen mit einer volljährigen, berechtigten Aufsicht.
  • Grenzstrecke zu Bayern: Die oö. Lizenz muss nennen, welche Bereiche sie erfasst, sonst ist sie ungültig. Frag beim Ausgeber nach, ob sie nur vom österreichischen Ufer aus gilt. Fürs Fischen in Bayern selbst hilft Angeln in Bayern.

Besondere Regeln

  • Tirol: Im Fließgewässer fischst du mit einer Rute. Lebende Wirbeltiere und revierfremde Köderfische als Köder gelten nicht als weidgerecht (Tiroler Fischereiverordnung). In den Revieren bei Landeck und Zams sind nur Fliegenfischen und das Tiroler Hölzl mit Fliege erlaubt. Die meisten Tiroler Reviere schonen die Äsche ganzjährig (Tiroler Fischereiverband).
  • Revier Inn-Braunau: Lizenznehmer fischen von 4 bis 24 Uhr mit höchstens zwei Ruten zu je zwei Haken und bleiben 20 m von Netzen weg (Innfischereiordnung Braunau). Vom 15. Februar bis 31. Mai sind Raubfischköder verboten. Du führst ein Fangbuch, fürs Boot brauchst du eine eigene Lizenz, und zwischen Mattig-Mündung und Flusskilometer 55,2 gilt ganzjährig Bootsfahrverbot (Sonderbestimmungen Innfluss).
  • Naturschutzgebiet Unterer Inn: Zum Fischen betrittst du es nur in zwei festgelegten Abschnitten, sonst fischst du vom äußersten rechten Ufer. Von den Leitdämmen aus fischst du vom 1. Juni bis 30. November, mit einer Ausnahme (Verordnung Unterer Inn).
  • Oberösterreich allgemein: Kein Fischfang in Fischwanderhilfen und an ihren Ein- und Ausmündungen, keine künstlichen Lichtquellen, keine lebenden Wirbeltiere als Köder, keine unbeaufsichtigte Rute.

Stand: Oktober 2026. Die Werte im Kasten stammen aus der Tiroler Fischereiverordnung, die oberösterreichischen stehen im Hinweis. Bewirtschafter dürfen Schonzeiten und Maße verschärfen. Maßgeblich sind die Verordnungen und deine Lizenz.

Sicherheit

  • Schwall und Sunk: Unterhalb von Kraftwerken im Schwallbetrieb steigt und sinkt der Wasserspiegel oft mehrmals täglich sehr schnell, teils um bis zu 1,5 Meter (Tiroler Fischereiverband). Am Tiroler Inn stranden dadurch jedes Jahr Fischlarven. Wate nur so weit hinaus, dass du bei steigendem Wasser sicher zurückkommst, mehr dazu unter Ufer und Wathose.
  • Hochwasser: Bei Schneeschmelze und Starkregen rät das Land Tirol, Abstand zum Inn zu halten (Land Tirol). Pegel findest du bei Hydro Tirol und beim Hydrographischen Dienst Oberösterreich. Am Unteren Inn schwankt der Wasserstand zwischen den Dämmen.
  • Notruf: 112 (oesterreich.gv.at).

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind das Fischereirecht Tirols und Oberösterreichs, die Fischereiordnung für den Inn und die Bedingungen deiner Lizenz in ihrer aktuellen Fassung.