Reviere · Österreich
Oberösterreich
Abseits von Donau und Salzkammergut-Seen fischst du in Oberösterreich vor allem an Traun, Enns, Steyr und Alm, an Inn und Salzach an der Grenze zu Bayern und an den Bächen des Mühlviertels. Als Gast reichen dafür eine Gastfischerkarte für drei Wochen und die Lizenz des Reviers.
- Papiere
- Gastfischerkarte mit Lichtbildausweis, Lizenz des Bewirtschafters
Stand Oktober 2026
Auf einen Blick
- Papiere
- Gastfischerkarte mit Lichtbildausweis, Lizenz des Bewirtschafters
| Fisch | Mindestmaß | Schonzeit | Hinweis |
|---|---|---|---|
| Bachforelle | 22 cm | 16.9.–15.3. | |
| Regenbogenforelle | 22 cm | 1.12.–15.3. | |
| Bachsaibling | 22 cm | 16.9.–15.3. | |
| Äsche | 30 cm | 1.3.–30.4. | |
| Huchen | 85 cm | 16.2.–31.5. | |
| Hecht | 60 cm | 1.2.–30.4. | Inn bei Braunau: Raubfischköder 15.2.–31.5. verboten |
| Zander | 50 cm | 1.3.–30.4. | |
| Wels | 80 cm | 1.6.–30.6. | |
| Karpfen | 35 cm | 1.5.–31.5. | |
| Nase | 35 cm | 16.3.–31.5. | |
| Barbe | 35 cm | 16.4.–31.5. | |
| Aalrutte | 40 cm | 16.11.–28.2. |
Oö. Fischereiverordnung (§ 17). Eigene Fischereiordnungen, etwa am Inn bei Braunau, bleiben unberührt; der Bewirtschafter kann die Fischerei weiter einschränken. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.
Lage und Gewässer
Das Land ist in 38 Fischereireviere eingeteilt, meist entlang der Flusssysteme, etwa Enns-Steyr, Steyr I und II, Obere Traun-Lambach, Inn-Braunau, Salzach oder Rohrbach mit Großer und Kleiner Mühl (Oö. Fischereireviere-Verordnung).
- Traun: Unterhalb des Traunsees beginnt das Revier Obere Traun-Lambach in Gmunden. Wehre unterbrechen die Fließstrecke, in der Traunschlucht gibt es aber naturnahe Abschnitte mit Schotterbänken. Mehr im Steckbrief Traun.
- Enns und Steyr: Die Enns ist durch Regulierung und Kraftwerke geprägt, die Steyr ist in weiten Bereichen relativ naturnah. An der Staukette der Enns gibt es kaum Fischaufstiege.
- Alm und Krems: Die Alm wechselt von der Forellen- zur Äschenregion. Die Krems hat 107 meist unpassierbare Querwerke.
- Inn und Salzach: Der Inn ist gestaut, der Untere Inn ist Naturschutzgebiet. Das Revier Inn-Braunau umfasst den Inn auf oberösterreichischem Landesgebiet, das Revier Salzach reicht bis zur Staatsgrenze zu Deutschland. Deine Lizenz gilt nur für das Fischwasser, das darauf steht. Den Fluss beschreibt der Steckbrief Inn.
- Mühlviertel: Waldaist, Große und Kleine Naarn gehören zur Forellenregion, die unteren Läufe von Aist und Naarn zur Barbenregion.
Die oberösterreichische Donau steht im Steckbrief Donau, Attersee, Traunsee, Mondsee und Hallstätter See unter Salzkammergut.
Fische und beste Zeit
- Traun: Wegen ihrer vielen Äschen ist sie als Strecke zum Fliegenfischen berühmt. Abwässer und heiße Sommer haben den Bestand verringert.
- Enns: Unterhalb der Kraftwerke leben Äsche, Bachforelle und Huchen, in den Stauräumen werden Hecht, Karpfen, Regenbogenforelle und Zander befischt. Typisch für die untere Enns sind auch Strömer, Nase, Barbe und Elritze.
- Steyr: Geangelt wird vor allem die Bachforelle, der Äschenbestand ist stark zurückgegangen. Am Stausee Klaus wurden Seesaibling und Seeforelle eingesetzt.
- Alm: Am häufigsten sind Bachforelle, Bachsaibling, Regenbogenforelle, Äsche und Koppe.
- Inn und Salzach: Leitfischarten des Inn sind Nase, Barbe, Huchen und Äsche. In der Salzach überwiegen Äsche, Barbe, Aitel, im Lexikon unter Döbel, und Nase.
- Mühlviertel: In der Forellenregion leben Bachforelle, Regenbogenforelle, Äsche und Bachsaibling, weiter unten Nase und Barbe. Die heimische Bachforelle trägt die Larven der geschützten Flussperlmuschel, die in Waldaist, Naarn und an der Großen Mühl noch vorkommt.
Wann welche Art beißt, zeigt der Fangkalender.
Papiere und Erlaubnis
Nach dem Oö. Fischereigesetz 2020 trägst du zwei Papiere bei dir. Einen deutschen Angelschein brauchst du dafür nicht:
- Gastfischerkarte oder Fischerlegitimation: Die Gastfischerkarte bekommst du beim Bewirtschafter. Er füllt sie aus, du unterschreibst sie vor dem ersten Wurf. Sie gilt drei Wochen in ganz Oberösterreich, ab 12 Jahren, höchstens zweimal im Kalenderjahr und nur mit Lichtbildausweis. Wohnst du im Ausland, kannst du stattdessen deine heimische Fischerlegitimation nutzen, mit Übersetzung und bezahlter oö. Jahresfischerkartenabgabe.
- Lizenz: Sie lautet auf deinen Namen und nennt Fischwasser, erfasste Bereiche, erlaubte Fangmittel und Gültigkeit. Fehlt eine dieser Angaben, ist sie ungültig. Online gekaufte Lizenzen druckst du derzeit aus.
- Kinder unter 12: Sie fischen in Begleitung eines volljährigen Berechtigten mit.
Die Angelgewässer der einzelnen Reviere listet der Oö. Landesfischereiverband unter Reviere und Gewässer. Für die Enns zwischen Losenstein und Ternberg verkaufen die Bundesforste Tages- und Jahreslizenzen selbst, für Teichl und Dambach im Revier Steyr I Lizenzen zum Fliegenfischen.
Besondere Regeln
Schonzeiten und Brittelmaße stehen in der Oö. Fischereiverordnung, die Werte der wichtigsten Arten zeigt der Kasten „Auf einen Blick“. Ganzjährig geschont sind unter anderem Strömer, Frauennerfling, Sterlet, Streber, Steinkrebs und Flussperlmuschel. In der Schonzeit befischst du eine Art nicht gezielt. Geschonte und untermaßige Fische setzt du sofort und schonend zurück.
Verboten sind lebende Wirbeltiere als Köder, unbeaufsichtigte Ruten, künstliche Lichtquellen, Wettfischen und das Fischen in Fischwanderhilfen und an deren Ein- und Ausmündungen. Mit Lizenz verwendest du keine Netze, Reusen oder Legschnüre. Mehr dazu unter Schonzeit und Mindestmaß erklärt.
Am Inn im Revier Inn-Braunau gilt eine eigene Fischereiordnung: Lizenznehmer fischen von 4 bis 24 Uhr mit höchstens zwei Ruten zu je zwei Haken und halten 20 m Abstand zu Netzen. Dort führst du außerdem ein Fangbuch, vom 15. Februar bis 31. Mai sind Raubfischköder verboten, und fürs Boot brauchst du eine eigene Lizenz. Im Naturschutzgebiet Unterer Inn fischst du außerhalb zweier freigegebener Abschnitte nur vom äußersten rechten Ufer aus, von den Leitdämmen nur vom 1. Juni bis 30. November.
An der Alm im unteren Almtal ist nur Fliegenfischen erlaubt, die Entnahme ist begrenzt. Klär die Einzelheiten beim Lizenzkauf.
Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind das Oö. Fischereigesetz 2020, die Oö. Fischereiverordnung, die Innfischereiordnung Braunau, die Naturschutzverordnungen und die Bedingungen auf deiner Lizenz. Bewirtschafter dürfen die Fischerei weiter einschränken.
Sicherheit
An Inn, Enns und Traun stehen große Kraftwerke, am Inn schwanken die Wasserstände zwischen den Dämmen. Aktuelle Wasserstände und Hochwasserprognosen veröffentlicht der Hydrographische Dienst des Landes. Am Inn gilt zwischen Mattigmündung und Flusskilometer 55,2 ganzjährig ein Bootsfahrverbot. Mehr unter Ufer und Wathose und Gewitter und Wetter.
Passend dazu
- Angeln am Fluss und Angeln an der Talsperre
- Angeln in Österreich, dazu Traun, Inn, Donau, Salzkammergut, Salzburg, Steiermark und Niederösterreich
- Fisch zurücksetzen, Spinnfischen und Erlaubnisschein und Gewässerkarte
- Im Fisch-Lexikon: Huchen, Äsche, Nase, Barbe und Bachforelle
Quellen
- RIS, Landesrecht Oberösterreich (Fassung vom 03.10.2026): Oö. Fischereigesetz 2020, Oö. Fischereiverordnung, Oö. Fischereireviere-Verordnung, Innfischereiordnung Braunau und Naturschutzgebiet Unterer Inn
- Land Oberösterreich, Leitbilder für Natur und Landschaft: Traunschlucht, Ennstal, Unteres Enns- und Steyrtal, Steyr- und Teichltal, Unteres Almtal, Inntal, Salzachtal und Aist-Naarn-Kuppenland
- Land Oberösterreich: Wasserkraftnutzung und Hydrographie
- Oö. Landesfischereiverband: Was benötige ich zur Ausübung der Fischerei?, Sonderbestimmungen Innfluss und Flussperlmuschel
- Österreichische Bundesforste: Fischerei, Angebote
Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind das oberösterreichische Fischereirecht, die Naturschutzverordnungen und die Bedingungen auf deiner Lizenz.