Reviere · Schweiz

Tessin

Im Tessin teilt sich die Schweiz den Lago Maggiore und den Luganersee mit Italien, dazu kommen Ticino, Maggia, Verzasca und gut neunzig Bergseen und Stauseen. Mit einem Kurzpatent des Kantons angelst du im Schweizer Teil beider Seen und in den Flüssen, einen Sachkundenachweis brauchst du dafür nicht.

Papiere
Patent des Kantons, auch am Ufer; Kurzpatent T ohne SaNa
Saison
Seen nach Artenschonzeit; Flüsse 15.3. bis letzter Septembersonntag

Stand Oktober 2026

Im Gewässeratlas zeigenRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Schweiz mit dem Tessin, Lago Maggiore und Lago di Lugano rot markiertTessin
Abb. 1 · Lage in Schweiz, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Patent des Kantons, auch am Ufer; Kurzpatent T ohne SaNa
Saison
Seen nach Artenschonzeit; Flüsse 15.3. bis letzter Septembersonntag
Fangzeiten
Seen vom Ufer jederzeit, vom Boot nach Monatszeiten
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitFanglimitHinweis
Hecht45 cm15.3.–30.4.2 am Tag
Barsch (pesce persico)18 cm1.4.–31.5.50 am Tag
Zander40 cm1.4.–31.5.5 am Tagdazu zeitweise Schutzzonen
Forelle (Seen)40 cm26.9.–20.12.5 am Tagmit Saiblingen; Flüsse: Bachforelle 26 cm
Seesaibling25 cm15.11.–24.1.–zählt zu den 5 Forellen und Saiblingen
Felchen30 cm1.11.–31.1.15 SalmonidenBondella 25 cm; Luganersee 15.11.–24.1.
Agone20 cm15.5.–15.6.–Verzehr aus dem Lago Maggiore begrenzt
Wels–keine–muss getötet werden
Äsche–ganzjährig geschont–Lago Maggiore; Flüsse nur mit Patent D3
Aal–ganzjährig geschont–

Werte für den Schweizer Teil des Lago Maggiore (Anhang 1 RALCSP), Abweichungen am Luganersee im Hinweis. Im italienischen Teil gilt italienisches Recht. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

  • Lago Maggiore (Verbano): 212,5 km², rund 80 Prozent der Seefläche liegen in Italien. Der Luganersee entwässert über die Tresa hierher.
  • Luganersee (Ceresio): 48,9 km² auf der Grenze zur Lombardei. Der Damm von Melide trennt das bis 288 Meter tiefe Nordbecken vom Südbecken mit höchstens 89 Metern.
  • Bergseen und Stauseen: 93 nummerierte Gewässer, 83 davon über 1200 Meter.

Für beide Seen und die Tresa gilt die Fischereikonvention von 1986 zwischen der Schweiz und Italien. Du brauchst die Lizenz des Staates, auf dessen Gebiet du angelst. Das Tessiner Patent gilt also nur im Schweizer Teil, für den italienischen Teil brauchst du eine italienische Lizenz.

Fische und beste Zeit

Was Freizeitangler 2024 laut Fangstatistik des Kantons entnommen haben:

  • Lago Maggiore: vorn liegt der Hecht, dann Barsch, Forelle, Agone, Wels und Felchen. Hecht und Barsch machen gut die Hälfte des Fangs aus.
  • Luganersee: Barsch und Zander stellen drei Viertel des Fangs.
  • Flüsse und Bergseen: vor allem Forellen und Saiblinge. Die Äsche ist nur mit dem Zusatzpatent D3 zum Jahrespatent erlaubt, im Oktober und November in Abschnitten von Ticino und Moesa.

Auf den Seen richtet sich die Saison nach den Schonzeiten der Arten im Kasten „Auf einen Blick“. Flüsse und tiefer gelegene Bergseen sind vom 15. März bis zum letzten Septembersonntag offen, mit Kurzpatent T1 erst ab 1. April. Über 1200 Meter beginnt die Saison am ersten Junisonntag und endet am zweiten Oktobersonntag. Wann welche Art beißt, zeigt der Fangkalender.

Agone aus dem Lago Maggiore reichern Schadstoffe an. Kinder, Jugendliche und Frauen im gebärfähigen Alter sollen sie nicht essen, alle anderen höchstens 120 Gramm pro Woche. Agone aus dem Luganersee gelten als unbedenklich.

Papiere und Erlaubnis

Einen Angelschein nach deutschem Muster gibt es im Tessin nicht. In allen öffentlichen Gewässern brauchst du ein Fischereipatent (patente di pesca) des Kantons, auch beim Uferangeln an den beiden großen Seen.

  • Kurzpatent T: gilt 2 oder 7 aufeinanderfolgende Tage. T1 gilt in allen öffentlichen Gewässern, auf den Seen auch vom Boot, T2 nur vom Ufer der beiden Seen.
  • Jahrespatent D: ab 14 Jahren und nur mit Sachkundenachweis (SaNa). Für die Kurzpatente brauchst du keinen.
  • Ausgabe: Kurzpatente gibt es digital über die kantonale App Pesca TI, bei jeder Gemeindekanzlei im Kanton und bei den Tourismusbüros auf der Liste des Kantons.
  • Kinder: bis 8 Jahre unter Aufsicht eines Erwachsenen mit Patent, von 9 bis 13 ohne Patent mit Erlaubnis der Eltern und eigenem Statistikheft.

Patent, Statistikheft und Ausweis hast du immer dabei. Behaltene Fische trägst du ein, bevor du den Angelplatz verlässt, vom Boot schon vor dem Anlegen. Mehr dazu unter Fischereischein und Fischereiprüfung.

Besondere Regeln

Auf Lago Maggiore und Luganersee gelten die Anhänge zum Tessiner Fischereireglement. Mindestmaße, Schonzeiten und Tageslimits stehen im Kasten, die Schonzeiten beginnen und enden jeweils um 12 Uhr. Aal, Laube und Pigo sind in beiden Seen geschützt, im Lago Maggiore auch die Äsche. Einheimische Krebse darfst du im ganzen Kanton nicht fangen.

  • Töten: Wels, Forellenbarsch, Zwergwels, Kaulbarsch und einige weitere fremde Arten musst du beim Fang töten (Fisch betäuben und töten).
  • Gerät auf den Seen: Pro Person zwei Ruten mit zusammen höchstens zehn Ködern, beim Schleppen sechs Ruten und 25 Köder pro Boot. Live-Sonar ist beim Angeln und an Bord verboten. Vom Ufer darfst du rund um die Uhr angeln, vom Boot nur zu den Monatszeiten des Reglements.
  • Widerhaken und Köderfisch: Das Reglement lässt auf den Seen Widerhaken an Rute und Schleppgerät und lebende Köderfische zu. Das Bundesrecht erlaubt beides nur mit Sachkundenachweis. Mit Kurzpatent angelst du deshalb ohne Widerhaken und ohne lebenden Köderfisch.
  • Flüsse und Bergseen: eine Rute und kein Anfüttern, in Flüssen ohne Widerhaken und ohne lebenden Köderfisch. Die Bachforelle muss in Flüssen 26 cm haben, im Ticino unterhalb von Personico 30 cm. Am Tag darfst du an Flüssen sechs Forellen und Saiblinge behalten, in den 30-cm-Strecken drei, in der Saison 80. Die Marmorierte Forelle ist in Fließgewässern geschützt.

Ganzjährig gesperrt sind die Mündungen von Maggia, Ticino und Verzasca, die Zone A der Bolle di Magadino und im Luganersee die Mündungen von Cassarate, Laveggio, Magliasina und Vedeggio sowie die Bögen des Damms von Melide. Während der Zander-Schonzeit vom 1. April bis 31. Mai kommen Zonen um die Brissago-Inseln und im Golf von Locarno dazu, im Luganersee in den Buchten von Lugano, Agno und Capolago. Diese zeitweisen Zonen sind im Gelände nicht markiert. Die genauen Grenzen nennt das Schutzzonen-Dekret, zu finden über die Rechtsgrundlagen des Kantons.

Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind das Tessiner Fischereigesetz, das Reglement mit seinen Anhängen, das Schutzzonen-Dekret 2025 bis 2030 und das Bundesrecht. Im italienischen Seeteil gelten italienische Regeln.

Sicherheit

Regen lässt die Tessiner Flüsse schnell steigen. Viele Schluchten werden von Wasserkraftwerken genutzt, dort kann die Wassermenge ohne Vorwarnung zunehmen. Halte dich an die Warnschilder der Kraftwerke und lagere nicht auf Inseln im Flussbett. Fast alle, die 2025 im Tessin ertranken, waren allein am Wasser. Notruf: Polizei 117 oder 112, Ambulanz 144, Rega 1414. Mehr unter Ufer und Wathose und Gewitter und Wetter.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die Fischereikonvention mit Italien, das Tessiner Fischereirecht, das Bundesrecht und die Bedingungen in deinem Patent und Statistikheft.