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Elbe
Die Elbe fließt auf deutschem Gebiet rund 727 Kilometer von der tschechischen Grenze bis zur Nordsee bei Cuxhaven. Unterwegs wird aus dem Buhnenstrom ein Tidefluss. Sieben Bundesländer liegen an ihr, und jedes regelt das Angeln auf seine Weise.
- Papiere
- Meist Fischereischein und Erlaubnis, HH und M-V: Fischereiabgabe
Stand Oktober 2026
Auf einen Blick
- Papiere
- Meist Fischereischein und Erlaubnis, HH und M-V: Fischereiabgabe
| Fisch | Mindestmaß | Schonzeit | Fanglimit | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| Zander | 45 cm | 1.2.–31.5. | 2 am Tag | HH: Fenster bis 75 cm; NI: 35 cm, 15.3.–30.4. |
| Hecht | 45 cm | 1.2.–31.5. | 2 am Tag | HH: Fenster bis 75 cm; NI: 40 cm, 1.2.–15.4. |
| Aal | 45 cm | keine | 3 am Tag | HH: Fenster bis 75 cm; im Brackwasser Angelverbot (EU) |
| Rapfen | 50 cm | keine | 1 am Tag | HH: Fenster bis 70 cm; NI-Binnenland ganzjährig geschont |
| Quappe | 30 cm | keine | 3 am Tag | HH: Fenster bis 50 cm |
| Meerforelle | 40 cm | 15.10.–15.2. | 2 am Tag | HH: Fenster bis 65 cm; NI-Binnenland ganzjährig geschont |
| Lachs | – | ganzjährig geschont | – | HH und NI-Binnenland |
Werte für die Hamburger Elbe (Durchführungsverordnung zum HmbFAnG), Abweichungen im niedersächsischen Binnenland im Hinweis. In den anderen Elbländern gelten deren Verordnungen; der Erlaubnisschein kann strenger sein. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.
Lage und Gewässer
Die Binnenelbe reicht von der deutsch-tschechischen Grenze in der Sächsischen Schweiz bis zum Wehr Geesthacht südlich von Hamburg. Sie fließt durch Dresden und Magdeburg und ist eine Bundeswasserstraße mit Güterschiffen. Rund 6.900 Buhnen halten den Strom zwischen Tschechien und Hamburg in seinem Bett, dazwischen liegen die Buhnenfelder (Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe).
Geesthacht hat die einzige Staustufe der Elbe in Deutschland. Bei normalen Tiden endet dort der Bereich von Ebbe und Flut (WSA Elbe, Staustufe Geesthacht). Unterhalb beginnt die Tideelbe, die durch Hamburg bis zur Mündung zieht.
An der Mittelelbe liegt das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Es reicht über 400 Elbe-Kilometer durch fünf Bundesländer (Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue).
Fische und beste Zeit
In der mittleren Elbe wurden bei Befischungen 52 Arten nachgewiesen (Elbtalaue).
- Zander, Rapfen, Aal und Wels: Bei der Bestandserhebung 2021 oberhalb von Geesthacht waren Aal und Rapfen häufig, Zander und Wels zählen zu den Raubfischen der Strecke (LAV Schleswig-Holstein).
- Aland und Barbe: Bei Schmilka fing die Arbeitsgemeinschaft Elbe 2003 beide Arten in mittleren Anteilen (ARGE Elbe).
- Stint: Schlüsselart der Tideelbe mit stark sinkendem Bestand (Stintstudie Hamburg 2021 bis 2025).
- Lachs und Meerforelle: Sachsen setzt seit 1995 Lachse aus, weit über 1.000 Laichfische sind zurückgekehrt (Landesamt Sachsen, 26.11.2024). Beide Wanderfische hat die Staustufe Geesthacht lange behindert.
- Stör: 2012 wurden bei Bleckede nachgezüchtete Jungstöre in die Elbe ausgesetzt (Elbtalaue).
An der Hamburger Elbe gelten Juni und Juli als beste Zandermonate (Broschüre Angeln in Hamburg). Für die übrigen Arten hilft der Fangkalender.
Papiere und Erlaubnis
Meist brauchst du den Fischereischein und den Erlaubnisschein des Berechtigten:
- Sachsen: Fischereischeinpflicht. Das Fischereirecht an der Elbe hat der Freistaat, soweit nichts anderes eingetragen ist (Sächsisches Fischereigesetz, §§ 5 und 20). Für vier Elblose verkauft der Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden auch Gästen Tages- und Wochenkarten (Anglerverband „Elbflorenz“, Gastangler).
- Sachsen-Anhalt: Fischereischeinpflicht (Portal Fischerei). Der Landesanglerverband führt mehrere Elbstrecken in seinem Gewässerfonds (LAV Sachsen-Anhalt). Welche das sind, steht im Gewässerverzeichnis 2022 bis 2026. Für die übrigen Strecken fragst du den jeweiligen Fischereiberechtigten.
- Brandenburg: Die Angelkarte stellt der Fischereiberechtigte aus. Mit der Friedfischangel brauchst du keinen Fischereischein (Fischereigesetz Brandenburg, §§ 10 und 17). Elbstrecken bei Mühlberg und in der Prignitz stehen im Gewässerverzeichnis 2026 des Landesanglerverbands. Er verkauft auch Nichtmitgliedern Tages- und Wochenkarten (LAVB, Angelkarten).
- Niedersachsen: Im Binnenland ist kein Fischereischein vorgeschrieben, der Erlaubnisschein schon (Ausführungsbestimmungen). Zwischen Lauenburg und Geesthacht gibt der Anglerverband Niedersachsen die Karten aus, auch online (AVN, Elbe). Unterhalb der Grenze zu Hamburg gilt die Elbe als Küstengewässer mit freiem Fischfang. Wo dort aber schon früher ein Fischereirecht bestand, bleibt es erhalten (Niedersächsisches Fischereigesetz, § 16, Gewässerliste beim Fischereiamt). Ob dein Uferabschnitt frei ist, erfragst du beim Staatlichen Fischereiamt Bremerhaven.
- Mecklenburg-Vorpommern: Immer Fischereischein, Angelerlaubnis und Nachweis der Fischereiabgabe (LALLF). Die Elbstrecken des Landes sind Verbandsgewässer des Landesanglerverbands (Gewässerverzeichnis 2026). Gäste kaufen dort Tages- und Wochenkarten, auch online (LAV M-V, Angelkarten).
- Schleswig-Holstein: Fischereischeinpflicht. Die Strecke Geesthacht bis Lauenburg bewirtschaftet der Landesangelverband zusammen mit dem Anglerverband Niedersachsen (LAV Schleswig-Holstein). Ab der Landesgrenze bei Wedel ist die Elbe Küstengewässer (Landesfischereigesetz, Anlage), dort herrscht in der Regel freier Fischfang mit Fischereischein (Land Schleswig-Holstein).
- Hamburg: Fischereischein und Nachweis der Fischereiabgabe des laufenden Jahres (Umweltbehörde Hamburg). Touristenscheine anderer Länder gelten hier nicht. Vom Boot aus kommt die Bootsangelkarte dazu (Hamburg Service).
Besondere Regeln
- Grenzstrecken: Bei Lauenburg gilt am Südufer niedersächsisches, am Nordufer schleswig-holsteinisches Recht, weiter westlich das Hamburger (LAV Schleswig-Holstein).
- Fischwege: Geesthacht hat am Nord- und am Südufer je eine Fischaufstiegsanlage. In Schleswig-Holstein ist in Fischwegen und 25 Meter ober- und unterhalb jeder Fischfang verboten (Landesfischereigesetz, § 34), in Hamburg auf 50 Metern (Hamburgisches Fischerei- und Angelgesetz, § 15).
- Buhnen und Wehre: Bundeseigene Wehre und Buhnen darfst du außerhalb ihrer Zweckbestimmung nicht betreten (§ 2 WaStrBAV). Für die Hamburger Stromstrecken gilt sie nicht (§ 1).
- Zander in Hamburg: Schonzeit vom 1. Februar bis 31. Mai. Dann sind Kunstköder, tote Köderfische und Fischfetzen nur im strömenden Hauptstrom erlaubt, nicht in Buhnenfeldern und Hafenbecken (Hamburger Durchführungsverordnung, § 8). Zander, Hecht, Aal, Rapfen und einige weitere Arten darfst du in Hamburg nur innerhalb eines Entnahmefensters mitnehmen, also weder zu klein noch zu groß (§ 7 und Anlage 1, Werte im Kasten).
- Schutzgebiete: Die Gebietsteile C des Biosphärenreservats in Niedersachsen darfst du zum Angeln nur zu Fuß betreten (Elbtalaue, Angeln). In Mecklenburg-Vorpommern gelten Angelruhezonen (Allgemeinverfügung des Biosphärenreservatsamts).
- Aal: In Meeres- und angrenzenden Brackgewässern ist das Angeln auf Aal nach EU-Recht ganz verboten (Bundeslandwirtschaftsministerium, 30.04.2026).
Stand: Oktober 2026. Wo an der Tideelbe das Brackwasser beginnt und was am Fischweg auf dem Südufer in Geesthacht gilt, klärst du bei der Fischereibehörde des Landes. Maßgeblich sind die Verordnungen und der Erlaubnisschein.
Sicherheit
- Strömung und Schiffe: Bei einsetzender Flut fließt die Elbe in Hamburg bis zu 7 km/h. Schiffe erzeugen starken Sog und Schwell, unter Wasser liegt eine unsichtbare Steilkante (Umweltbehörde Hamburg).
- Tide: Bei Hochwasser steht das Wasser etwa 3,5 Meter höher als bei Niedrigwasser (DLRG). Eine bei Ebbe trockene Buhne kann Stunden später überflutet sein. Hoch- und Niedrigwasser an den Tidepegeln berechnet das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie im Voraus.
- Wasserstand: Die aktuellen Pegel der Elbe zeigt PEGELONLINE der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung. Schau vor dem Losfahren nach, bei Hochwasser wie bei Niedrigwasser.
- Buhnenfelder: Zwischen den Buhnen können starke Strudel entstehen (Gesamtkonzept Elbe). Mehr unter Ufer und Wathose.
Passend dazu
- Angeln am Fluss: Buhne, Kehrwasser und Kolk lesen
- Angeln in Deutschland: Papiere in allen 16 Ländern
- Angeln in Hamburg und Angeln in Sachsen: die Regeln der beiden Länder
- Nordseeküste: Elbmündung, Watt und Küstenregeln
- Im Fisch-Lexikon: Zander, Rapfen, Aland, Barbe und Aal
- Schonzeit und Mindestmaß erklärt
Quellen
- Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe: Elbe, Die Elbe kurz und knapp, Gesamtkonzept Elbe und Staustufe Geesthacht
- Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue: UNESCO-Biosphärenreservat, Fische, Angeln
- Freie und Hansestadt Hamburg: Fischerei, Hamburgisches Fischerei- und Angelgesetz (2019), Durchführungsverordnung, Baden in der Elbe
- Sächsisches Fischereigesetz; Fischereigesetz Brandenburg; Landesfischereigesetz Schleswig-Holstein; Niedersächsisches Fischereigesetz, § 16 (NI-VORIS)
- Bundeslandwirtschaftsministerium: Aalschonzeit in der Nordsee (30. April 2026)
- Erlaubnisscheine: Anglerverband „Elbflorenz“ Dresden, LAV Sachsen-Anhalt, LAV Brandenburg, LAV Mecklenburg-Vorpommern, Anglerverband Niedersachsen
- PEGELONLINE (Wasserstände) und BSH, Gezeitenvorausberechnung
- Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie Sachsen: König der Fische ist zurückgekehrt (26. November 2024)
Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die Fischereigesetze und Verordnungen der Elbländer, die Verordnungen für die Wasserstraße und die Bestimmungen im Erlaubnisschein.