Der Jahresverlauf am Wasser bestimmt Temperatur, Schichtung und Fischverhalten. Diese Seite beschreibt Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter qualitativ und verweist für die Fangchancen je Art auf den Fangkalender.
Das Jahr am Wasser

Im Jahreslauf ändern sich Temperatur, Licht, Pflanzenwuchs und Schichtung. Das alles wirkt auf Stand und Aktivität der Fische. Diese Seite beschreibt den Ablauf qualitativ. Wann welche Art am besten zu fangen ist, zeigt der Fangkalender; eigene Monatswerte stehen hier bewusst nicht.
Frühjahr
Mit der Sonne erwärmt sich das Wasser. Laut Wikipedia verstärkt die zunehmende Einstrahlung im Frühjahr die Schichtung im See; die obere Wasserschicht wird dünner und wärmer. Flache Gewässer und windgeschützte Buchten erwärmen sich zuerst, die Fische suchen dort oft Wärme und Nahrung. Viele Arten bereiten sich auf die Laichzeit vor. Beachte, dass dafür Schonzeiten gelten (siehe Schonzeit und Mindestmaß). In Flüssen verändern Schneeschmelze und Regen Wasserstand und Trübung.
Sommer
Im Sommer bildet sich in tiefen Seen die stabile Schichtung (siehe Wassertemperatur und Sauerstoff). Das warme Oberflächenwasser liegt über kälterem Tiefenwasser, in dem Sauerstoff knapp werden kann. Bei Hitze verlagern viele Fische ihre Aktivität in die kühleren Stunden und in sauerstoffreichere Bereiche. Pflanzen wachsen dicht, Kraut schafft Deckung und Schatten. Flache Gewässer können sich stark erwärmen. Dann kann es für Fische eng werden, und beim Zurücksetzen ist besondere Sorgfalt nötig (siehe Fisch zurücksetzen).
Herbst
Das Wasser kühlt ab. Laut Wikipedia verstärkt die Abkühlung im Herbst die Durchmischung der oberen Schicht; die Schicht wird dicker und kälter, bis die Schichtung ganz aufbricht. Laut Lake stratification (Wikipedia) verteilen sich dabei Sauerstoff und Nährstoffe neu im See. Fische können dadurch wieder alle Tiefen nutzen. Aus Anglererfahrung kommt die Beobachtung, dass Raubfische vor dem Winter intensiver fressen. Eine belastbare Studie dazu liegt nicht vor; behandle es als Faustregel.
Winter
Bei kaltem Wasser läuft der Stoffwechsel der wechselwarmen Fische langsamer, sie stehen ruhiger und fressen weniger. Wegen der Dichteanomalie ist Wasser mit etwa 4 °C am schwersten und sinkt ab; kälteres Wasser bleibt oben und kann gefrieren. Unter einer Eisdecke stagniert der See, und in flachen Gewässern kann der Sauerstoff knapp werden, wenn das Wasser lange abgeschlossen ist. Viele Fische sammeln sich in tieferen, ruhigen Bereichen. Das Betreten von Eis ist gefährlich und ohne verlässliche Freigabe nicht zu empfehlen.
Hinweis: Die Jahreszeiten verschieben sich von Jahr zu Jahr und von Region zu Region. Orientiere dich an der tatsächlichen Wassertemperatur, nicht nur am Kalender.
Fließgewässer im Jahreslauf
In Flüssen schwankt der Wasserstand mit Schneeschmelze, Regen und Trockenheit. Die Strömung verschiebt Standplätze. Im Sommer sinkt der Pegel oft, das Wasser wird wärmer und sauerstoffärmer, vor allem im langsamen Unterlauf. Nach Hochwasser ist das Wasser getrübt, und der Fischbestand verteilt sich neu.
Was du daraus mitnimmst
- Lies zuerst die Wassertemperatur, sie ist belegt der wichtigste Taktgeber für die Aktivität der Fische.
- Im Frühjahr lohnt der Blick auf flache, sonnige Bereiche, im Sommer auf Schatten, Kraut, Zuläufe und kühlere Stunden.
- Im Herbst stehen den Fischen wieder alle Tiefen offen, im Winter sind ruhige, tiefere Bereiche eine naheliegende Suche, auch wenn das nicht für jedes Gewässer gilt.
- Prüfe vor dem Angeln Schonzeiten und Gewässerordnung, denn sie ändern sich im Jahreslauf.
Für die Art, die du fangen willst, helfen die Seiten im Bereich Fische. Sie beschreiben, wo sich die Art im Gewässer aufhält und was sie frisst. Den Überblick über Gewässer und Umwelt findest du im Bereich Gewässer.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Wann beißen welche Fische am besten?
Das zeigt der Fangkalender je Art. Diese Seite beschreibt nur die allgemeinen Abläufe am Gewässer.
Warum sind Fische im Winter träge?
Sie sind wechselwarm. Bei kaltem Wasser läuft ihr Stoffwechsel langsamer, sie brauchen weniger Nahrung und bewegen sich weniger.
Was passiert im Herbst im See?
Das Oberflächenwasser kühlt ab, die Schichtung löst sich auf und der See wird durchmischt. Sauerstoff und Nährstoffe verteilen sich dabei im Wasserkörper.
Quellen
- Wikipedia: Lake stratification (Schichtung im Sommer, Durchmischung im Herbst, Sauerstoffverteilung)
- Wikipedia: Epilimnion (Schichtdicke im Frühjahr und Herbst)
- Wikipedia: Anomalie des Wassers (Dichtemaximum bei etwa 4 °C, Eis auf dem See)
- Landesanglerverband Brandenburg, Beitrag des Instituts für Binnenfischerei Potsdam-Sacrow: Beeinflusst das Wetter den Fangerfolg? (Temperatur und Aktivität wechselwarmer Fische)
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Der Ablauf der Jahreszeiten schwankt je Jahr und Region; Eis ist nicht zu betreten ohne offizielle Freigabe.
