Eisangeln

Beim Eisangeln bohrst du ein Loch in die Eisdecke eines Sees und bietest den Köder senkrecht darunter an. Hier steht, welches Gerät du dafür brauchst, welche Fische im kalten Wasser beißen und warum es in Deutschland nur an wenigen Tagen und längst nicht überall erlaubt ist.

Querschnitt durch einen zugefrorenen See: Auf der Eisdecke stehen ein Eisbohrer und eine kurze Eisrute auf einem kleinen Ständer, deren Schnur senkrecht durch das gebohrte Eisloch ins Wasser läuft. Am Ende hängt ein kleiner Metallköder knapp über dem Grund, zwei Barsche schwimmen auf ihn zu.EisbohrerEislochEisruteEisdeckeSchnur senkrechtBarscheKöder (Zocker)Grund
Abb. 1 · Querschnitt am Eisloch: Die kurze Eisrute liegt über dem Loch, die Schnur läuft senkrecht ins Wasser, der Köder hängt knapp über dem Grund. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Angeln durch ein Loch im Eis

Am Eisloch wird nicht ausgeworfen. Der Köder sinkt durch das Loch und bleibt senkrecht unter der Rutenspitze. Entweder bewegst du einen kleinen Kunstköder mit kurzen Zupfern, oder ein Naturköder hängt ruhig unter einer feinen Pose (Rute & Rolle). Weil kalte Fische einem Köder kaum hinterherschwimmen, bohrst du besser mehrere Löcher und suchst die Stelle, an der sie stehen (Blinker).

Gerät für das Eisloch

  • Eisbohrer: Mit Beil oder Axt geht es auch, doch Hacken ist laut, kann Fische im flachen Wasser vertreiben und Risse ins Eis bringen (Rute & Rolle). Fische hören Lärm und spüren Erschütterungen, schreibt der Anglerverband Niedersachsen. Nach Blinker haben sich Bohrer mit 150 Millimetern Durchmesser bewährt, durch die auch ein unerwarteter Hecht passt.
  • Eisrute: Eisruten, unter Anglern auch Pimpel genannt, sind kurz. Blinker nennt 50 bis 90, Rute & Rolle 60 bis 100 Zentimeter. Für die Mormyschka, einen winzigen Bleiköder, gibt es Rütchen von etwa 20 Zentimetern mit Federspitze; den Fisch holst du dann mit der Hand an der Schnur heraus. Ohne Spezialgerät reicht eine kurze Spinnrute von 1,60 bis 2,10 Metern (Blinker).
  • Rolle und Schnur: eine kleine Stationärrolle mit monofiler Schnur, denn Geflecht saugt Wasser auf und friert bei Frost an Ringen und Rolle fest (Blinker). Für Rotaugen nennt Blinker 0,16 bis 0,18 Millimeter, für die Mormyschka 0,10 bis 0,14. Mehr zur Wahl unter Angelschnur.
  • Schöpfkelle: Bei Frost bildet sich im Loch rasch neues Eis, und die scharfen Ränder können die Schnur kappen. Mit einer gelochten Kelle oder einem kleinen Sieb holst du Eisbrei und Schnee heraus (Blinker, Fisch & Fang).
  • Rutenhalter: Ein kleiner Ständer hält die Rute aus dem Schnee. Liegt sie darin, frieren Ringe, Rolle und Schnur leicht ein (Blinker).

Köder und Führung im kalten Wasser

Fische haben die Temperatur des Wassers um sie herum, ihr Stoffwechsel richtet sich danach. Sinkt die Temperatur unter den Bereich, in dem eine Art gut frisst, verlangsamen sich Kreislauf, Energiebedarf und Appetit, erklärt ein Beitrag zur Angelfischereiforschung beim Landesanglerverband Brandenburg. Für die Praxis rät Blinker, Köder im Winter kaum zu bewegen und sie den Fischen direkt vors Maul zu bringen. Wie sich das Wasser unter dem Eis schichtet, steht bei Wassertemperatur und Sauerstoff.

  • Mormyschka: ein sehr kleiner Haken mit einem Bleikügelchen am Schenkel, oft mit Maden bestückt. Du hältst die Rute ruhig, schon das Zittern der Hand lässt den Köder zucken. Laut Blinker fängt sie vor allem Barsche und Weißfische in flachem Wasser bis etwa fünf Meter.
  • Zocker: kleine Metallköder, die du senkrecht unter der Rutenspitze auf und ab bewegst (mehr bei Pilker). Rute & Rolle rät, sie nur aus dem Handgelenk anzuzupfen, statt sie einen halben Meter hochzureißen.
  • Balance-Jig: ein fischförmiger Köder mit der Öse auf dem Rücken und einer Flosse am Schwanz. Er steht im Wasser waagerecht und weicht schon bei kleinsten Zupfern zur Seite aus; laut Blinker darf er zwischendurch auch einfach ruhig hängen. Er gilt dort auf Barsch als sehr fängig, auch Zander beißen.
  • Naturköder: Maden, die kleineren Pinkies, ein Rotwurm oder ein halber Tauwurm an der Pose. Für Hecht und Zander bietet Rute & Rolle einen toten Köderfisch am oder knapp über Grund an.
Drei kleine Kunstköder fürs Eisloch, jeweils an einer senkrechten Schnur und stark vergrößert: links eine Mormyschka, ein Haken mit Bleitropfen und aufgesteckter Made; in der Mitte ein schlanker Zocker aus Metall mit Drilling; rechts ein waagerecht hängender Balance-Jig mit Öse auf dem Rücken, Schwanzflosse, zwei festen Einzelhaken und einem Drilling am Bauch.MadeMormyschkaZockerBalance-JigÖseFlosse
Abb. 2 · Drei Köder für die senkrechte Führung, stark vergrößert: Mormyschka mit Made, Zocker und Balance-Jig. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Ein Suchmuster aus Rute & Rolle: Köder bis zum Grund ablassen, zehn Zentimeter anheben und dort einige Minuten mit kleinen Sprüngen führen. Bleibt es ruhig, kurbelst du einen halben Meter ein und versuchst es eine Etage höher, bis knapp unter das Eis. Beim Hechtangeln wechselt ein Blinker-Autor nach einer halben Stunde ohne Biss das Loch; frisch gebohrte Löcher liefen bei ihm oft besser. Angefüttert wird sparsam, für Rotaugen nennt Blinker zu Beginn zwei bis drei golfballgroße Futterkugeln.

Welche Fische unter dem Eis beißen

An Naturgewässern lassen sich laut Rute & Rolle Rotaugen und Barsche am leichtesten durchs Loch locken, Hecht und Zander beißen ebenfalls. Wo die Fische stehen, wird unterschiedlich beschrieben: Ein Blinker-Beitrag sucht sie im Winter in den tiefsten Wasserschichten, ein anderer betont, dass sie unter der Eisdecke oft gar nicht so tief stehen. Den Hintergrund zeigt Jahresverlauf am Wasser.

ArtKöderSo anbieten
BarschMormyschka, Zocker, Balance-Jig, Wurmam Grund oder deutlich darüber
RotaugeMade, Pinkiefeine Pose, 1 bis 2 cm über Grund
Hechttoter Köderfischam Grund, knapp darüber oder im Mittelwasser
Zandertoter Köderfisch, Balance-Jigam oder knapp über Grund
Quappenur wo erlaubtstark gefährdet, vielerorts geschont

Die Quappe sucht ihre Nahrung nach dem Fischlexikon des Landesfischereiverbands Bayern in der Dämmerung und nachts, vor allem in der kalten Jahreszeit. Die bundesweite Rote Liste führt sie als stark gefährdet, in den Binnengewässern Mecklenburg-Vorpommerns ist sie vom 1. Januar bis 15. Februar geschont. Auch andere Schonzeiten fallen in den Winter: Sachsen schont den Hecht vom 1. Februar bis 30. April. Was dahintersteckt, erklärt Schonzeit und Mindestmaß.

Wann und wo Eisangeln erlaubt ist

Tragfähiges Eis ist in Deutschland selten. Ein See friert erst zu, wenn er bis in die Tiefe auf etwa 4 Grad abgekühlt ist, größere Seen oft erst im Januar, Baggerseen manchmal gar nicht. Wochenlangen Dauerfrost, der fast jedes Gewässer zufrieren lässt, nennt der Deutsche Wetterdienst für Mitteleuropa selten. Ob du dann aufs Eis und dort angeln darfst, regeln mehrere Stellen:

  • Gemeinden: In Bayern können sie das Betreten von Eisflächen per Verordnung verbieten (Art. 27 LStVG).
  • Landesrecht: In den Küstengewässern Mecklenburg-Vorpommerns müssen Eislöcher gut sichtbar gekennzeichnet werden (§ 20 KüFVO M-V). Das Fischereiamt Berlin fordert, das Eisloch beim Gehen mit Zweigen oder Stöcken zu markieren, und verweist dazu auf die Berliner Eisflächenverordnung.
  • Gewässerordnungen: Der Landesanglerverband Brandenburg erlaubt das Eisangeln, solange keine Behörde und kein Vorstandsbeschluss dagegensteht; Löcher dürfen an der Unterseite höchstens 20 Zentimeter messen. Der Landesanglerverband Sachsen-Anhalt zieht dieselbe Grenze und verbietet das Eisangeln auf Fließgewässern grundsätzlich. Der Landesverband Sächsischer Angler untersagt es an Trinkwassertalsperren.

Hinweis, Stand: Oktober 2026: Die Beispiele stammen aus sechs Ländern und gelten nur dort. Was an deinem Gewässer gilt, steht im Erlaubnisschein und in der Gewässerordnung (siehe Erlaubnisschein und Gewässerkarte). Frag im Zweifel beim Verein oder Bewirtschafter nach, bevor du das erste Loch bohrst.

Fang versorgen, sicher bleiben

Ein gefangener Fisch bleibt nicht auf dem Eis liegen. Das Fischereiamt Berlin stellt klar, dass Fische auch beim Eisangeln fachgerecht geschlachtet werden müssen; sie auf der Eisfläche ersticken zu lassen, verstößt gegen den Tierschutz. Einen Fisch, den du zurücksetzt, lässt du sofort und ohne Zwischenhälterung frei. Den Ablauf beschreiben Fisch betäuben und töten und Fisch zurücksetzen.

Zur Sicherheit nur das Wichtigste: Die DLRG rät, nie allein aufs Eis zu gehen, beim zuständigen Amt nachzufragen, ob es trägt, und es sofort zu verlassen, wenn es knistert und knackt. Richtwerte zur Eisdicke und was bei einem Einbruch zu tun ist, stehen unter Eis betreten.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Ist Eisangeln in Deutschland erlaubt?

Eine einheitliche Regel gibt es nicht. Ob du aufs Eis darfst, regeln Land und Gemeinde; ob und wie du dort angelst, regeln Landesrecht und Gewässerordnung. An manchen Gewässern ist es verboten, etwa an den Trinkwassertalsperren, die der Landesverband Sächsischer Angler bewirtschaftet.

Wie lang ist eine Eisrute?

Meist zwischen 50 und 100 Zentimetern, Rütchen für die Mormyschka sind nur etwa 20 Zentimeter lang. Eine kurze Spinnrute bis gut zwei Meter tut es auch.

Wie groß darf das Eisloch sein?

Das legt die Gewässerordnung fest. Die Landesanglerverbände Brandenburg und Sachsen-Anhalt erlauben auf ihren Gewässern höchstens 20 Zentimeter an der Unterseite des Eises. Kennzeichne das Loch, bevor du gehst.

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Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Ob das Eis trägt und ob du dort angeln darfst, entscheiden Behörden, Landesrecht und Gewässerordnung; der Text ersetzt keine Rechts- und keine ärztliche Beratung.