Zur Laichzeit legen Fische ihre Eier ab, jede Art in ihrer Jahreszeit und an ihrem Platz: die Bachforelle im Winter im Kies, der Hecht im Frühjahr im Kraut. Hier steht, was das Laichen auslöst, welche Arten ihre Brut bewachen oder weit wandern und warum Schonzeiten und Mindestmaße daran anknüpfen.
Wo Fische laichen

Das Lexikon der Biologie unterscheidet zwei Formen: Haftlaicher kleben ihre Eier an eine Unterlage, Freilaicher geben sie frei ins Wasser ab. Geordnet nach dem Laichplatz:
- Kieslaicher: Bachforelle, Äsche, Barbe, Nase und Lachs laichen auf flachen, überströmten Kiesbänken. Bei der Bachforelle schlägt der Rogner, das Weibchen, eine Laichgrube ins Kiesbett und deckt die besamten Eier mit Kies zu. Die Äsche schlägt keine Grube und meidet Kies, den Schwebstoffe oder Algen bedecken (Landesfischereiverband Bayern). Die Eier entwickeln sich in den durchströmten Lücken zwischen den Steinen. Genug Sauerstoff gibt es dort nur, solange kein Schlamm die Lücken verstopft (TU München).
- Krautlaicher: Typische Vertreter sind laut sächsischem Prüfungskatalog Karpfen und Schleie. Auch Hecht, Brachse und Karausche legen ihre klebrigen Eier im flachen, pflanzenreichen Wasser ab, der Hecht außerdem auf überschwemmten Wiesen. Seine Larven haften mit Klebdrüsen an den Pflanzen, bis der Dottersack, ihr Nahrungsvorrat, aufgezehrt ist.
- Pflanzen, Wurzeln, Steine: Das Rotauge laicht in Gruppen im Flachwasser an Pflanzen, Wurzeln oder Steinen. Der Flussbarsch hängt seinen Laich in langen Schnüren an Wasserpflanzen und Wurzelwerk.
- Freiwasser, Sand und Geröll: Renken (Maränen) laichen im Freiwasser oder über ufernahem Sand- oder Geröllboden, die Eier sinken zu Boden. Die Quappe laicht über sandig-kiesigen Stellen. Ihre Eier enthalten ein großes Ölkügelchen und verdriften leicht.
Winterlaicher, Frühjahrslaicher, Sommerlaicher
Im Winter laichen Forelle und Quappe, als Sommerlaicher führt der Prüfungskatalog des sächsischen Landesamts die Karpfenartigen. Die meisten Fische der gemäßigten Zonen laichen im Frühjahr (Lexikon der Biologie). Scharf sind die Grenzen nicht: Das Rotauge ist ein Karpfenfisch und laicht laut LFV Bayern schon im April und Mai.
| Art | Laichzeit | Laichplatz |
|---|---|---|
| Bachforelle | Oktober bis Februar | Laichgrube im überströmten Kies |
| Renke (Maräne) | November bis Januar (Alpenseen) | Freiwasser, ufernaher Sand und Geröll |
| Quappe | November bis März | sandig-kiesige Stellen |
| Hecht | Februar bis Mai | bewachsenes Flachwasser, überschwemmte Wiesen |
| Flussbarsch | März bis Juni | Wasserpflanzen und Wurzelwerk |
| Zander | April bis Juni | Nest an Wurzeln oder versunkenen Ästen |
| Karpfen | Mai bis Juni | flache, verkrautete Uferbereiche |
| Wels | Mai bis Juli | Nestmulde im bewachsenen Ufer |
Die Angaben stammen aus dem Fischlexikon des LFV Bayern, für den Karpfen aus FishBase, die Monate beim Wels aus dem sächsischen Katalog. Die Quellen weichen teils ab. Für den Wels nennt der LFV April bis Juli. Der sächsische Katalog nennt für den Karpfen Mai bis Juli, für den Hecht Februar bis April und für den Zander April und Mai. Die Laichzeit jeder Art zeigt auch der Fangkalender.
Was die Laichzeit auslöst
Zwei Taktgeber steuern das Laichen: Wassertemperatur und Tageslänge. Von beiden hängen die Laichperioden nach dem Lexikon der Biologie ausnahmslos ab. Das Zusammenspiel beschreibt eine Literaturstudie im Auftrag des Bayerischen Landesamts für Umwelt. Bei Frühjahrslaichern wie vielen Karpfenfischen reifen die Eier mit den länger werdenden Tagen aus, das Ablaichen selbst löst ein Anstieg der Wassertemperatur aus. Sommerlaicher laichen oft in mehreren Schüben, solange das Wasser warm ist und die Tage lang sind.
Jede Art hat ihren Bereich. Schleien wurden laut Studie bei 19 bis 25 °C beim Laichen beobachtet, für den Zander nennt sie 13 bis 15 °C zu Beginn. Die Quappe laicht laut FishBase bei unter 6 °C, die Studie nennt unter 4 °C.
Deshalb wandert der Termin mit dem Wetter. Die Studie nennt den Genfer See als Beispiel. Dort laichten Rotaugen in einer 19 Jahre langen Untersuchung zuletzt Mitte Mai statt Ende Mai oder Anfang Juni. Das Oberflächenwasser war um 1 °C wärmer geworden.
Auch die Eier folgen der Temperatur. Ihre Entwicklung wird in Tagesgraden gerechnet: Hechteier brauchen rund 120, bei gleichmäßig 10 °C schlüpft die Brut nach zwölf Tagen (LfULG Sachsen). Quappeneier brauchen laut FishBase 40 bis 70 Tage.
Hinweis: Alle Monate sind Richtwerte. Die Laichzeit verschiebt sich mit der Wassertemperatur von Jahr zu Jahr und von Gewässer zu Gewässer.
Rogner, Milchner und Laichkleid
Die Erklärungen folgen dem Prüfungskatalog des LfULG Sachsen und dem Fischlexikon des LFV Bayern.
- Rogner: weiblicher Fisch nach Erreichen der Geschlechtsreife. Seine Eier heißen Rogen.
- Milchner: geschlechtsreifer männlicher Fisch, sein Samen heißt Milch. Milchner werden in der Regel jünger geschlechtsreif als Rogner.
- Laichausschlag: perlartige Ausstülpungen der Haut, bei vielen Karpfenfischen am Kopf. Auslöser sind Hormone, nicht Parasiten oder Verletzungen. Stark ausgeprägt ist er bei Rotauge und Brachse.
- Laichkleid: kräftige, von Hormonen gesteuerte Färbung zur Laichzeit, auch Hochzeitskleid genannt. Beim Seesaibling wird der Bauch der Milchner leuchtend rot, bei der Äsche färben sich beide Geschlechter bunt.
- Laichhaken: nach oben gekrümmter Unterkiefer der Milchner einiger Salmoniden, also Forellenartiger, etwa bei Lachs, Seeforelle und älteren Bachforellen.
Nester und Brutpflege
Zander und Wels bewachen ihre Eier (sächsischer Katalog), die Einzelheiten beschreibt der LFV Bayern.
- Zander: Der Milchner legt eine Nestgrube an, zum Beispiel an Wurzeln oder versunkenen Ästen. Der Rogner klebt die Eier darauf. Der Milchner hält Laichräuber fern und fächelt mit den Flossen frisches Wasser zu.
- Wels: Die klebrigen Eier liegen in einer nestähnlichen Mulde im bewachsenen Uferbereich. Der Milchner bewacht sie bis zum Schlupf.
- Dreistachliger Stichling: Der Milchner baut ein Nest aus Pflanzenteilen, verfestigt es mit Nierensekret und führt den Rogner mit einem Zickzacktanz dorthin. Danach bewacht er die Eier und verteidigt noch die geschlüpfte Brut.
- Bitterling: Der Rogner legt die Eier mit einer bis zu 6 cm langen Legeröhre in den Kiemenraum einer Teich- oder Malermuschel. Die Larven verlassen die Muschel nach drei bis vier Wochen.
Wanderungen zum Laichplatz
Eine Laichwanderung ist der Zug zu einem geeigneten Laichplatz. Weit wandern vor allem Arten, die dabei zwischen Meer und Süßwasser wechseln (Lexikon der Biologie).
- Vom Meer in den Fluss: Lachs und Meerforelle wandern zum Laichen vom Meer ins Süßwasser, sie sind anadrom. Der Lachs steigt im Herbst bis in die Oberläufe auf und laicht in einer Grube im Kies. Die Mehrzahl der Elterntiere stirbt danach. Ein Weibchen bildet laut Bundesamt für Naturschutz 1.200 bis 2.000 Eier je Kilogramm Körpergewicht.
- Vom Fluss ins Meer: Der Aal ist katadrom. Blankaale, die abwandernden Tiere, ziehen meist bei Hochwasser im Spätsommer und Herbst ins Meer. Ihr Laichgebiet ist die Sargassosee, bis zu 7.000 km entfernt. Der Aal laicht nur einmal und verendet danach (Thünen-Institut).
- Im Süßwasser: Barbe und Nase ziehen in Schwärmen flussauf, See- und Bachforelle in die Zuflüsse.
Schonzeit und Mindestmaß schützen das Laichen
Schonzeiten werden festgelegt, um ein ungestörtes Ablaichen zu gewährleisten, so der Prüfungskatalog des LfULG Sachsen. Das Mindestmaß, auch Schonmaß genannt, soll sicherstellen, dass ein Fisch mindestens einmal abgelaicht hat, bevor er dieses Maß erreicht. Der LFV Bayern fasst zusammen: Schonzeiten und Schonmaße schützen die Fortpflanzung der Fische.
Laichende Fische fallen oft auf: Brachsen bilden laut LFV Bayern riesige Schwärme, Güstern laichen unter regem Geplätscher. Auch die Plätze werden geschützt: In Sachsen kann die Fischereibehörde Gewässer mit besonders geeigneten Laichplätzen zu Laichschonbezirken erklären (§ 25 Sächsisches Fischereigesetz). Für Bayern nennt der LFV das Schonen von Laichfischen als einen Grund, auch einen maßigen Fisch zurückzusetzen, wenn es dem Hegeziel dient.
Hinweis, Stand: Oktober 2026: Schonzeiten und Mindestmaße nennt diese Seite nicht. Beides regelt dein Bundesland, oft kommen strengere Vorgaben im Erlaubnisschein dazu. Mehr unter Schonzeit und Mindestmaß erklärt.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Ist die Laichzeit dasselbe wie die Schonzeit?
Nein. Die Laichzeit ist ein biologischer Zeitraum und schwankt mit der Wassertemperatur. Die Schonzeit ist eine rechtliche Vorgabe deines Bundeslandes und kann davon abweichen.
Warum laicht die Forelle im Winter und der Karpfen im Sommer?
Ihre Eier brauchen verschiedene Temperaturen. Die Eier der Bachforelle überleben laut Literaturstudie nur zwischen 0 und 13 °C, der Karpfen laicht laut FishBase bei 15 bis 20 °C. Fische laichen typischerweise nahe an der Temperatur, die ihre Eier am besten vertragen.
Darf man Fische am Laichplatz beangeln?
Maßgeblich sind die Schonzeit deines Bundeslandes, ausgewiesene Schonbezirke und dein Erlaubnisschein. Der sächsische Prüfungskatalog gibt ein Beispiel: Ein großer Hecht, der im Frühjahr im flachen, krautreichen Wasser steht, ist vermutlich im Laichgeschäft. Als richtig gilt dort, die Schonzeit zu beachten und aus Bestandsgründen auf den Fang zu verzichten.
Passend dazu
- Schonzeit und Mindestmaß erklärt: Begriffe und amtliche Quellen der 16 Länder
- Fangkalender: Laichzeit und Fangchancen je Art und Monat
- Jahresverlauf am Wasser: das Gewässer von Frühjahr bis Winter
- Wassertemperatur und Sauerstoff: Kalt- und Warmwasserarten, Schichtung im See
- Angeln am Fluss: Stellen lesen zwischen Buhne, Kehrwasser und Kolk
- Alter und Wachstum der Fische: Laichreife und Mindestmaß
- Fischregionen im Fluss: welche Arten in welchem Flussabschnitt leben
Quellen
- Landesfischereiverband Bayern: Fischlexikon (Laichzeit, Laichplatz, Brutpflege, Laichkleid)
- Landesfischereiverband Bayern: Schonzeiten und Schonmaße (Zweck, Schonen von Laichfischen)
- Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Fragen für die fischereiliche Sachkundeprüfung: Allgemeine Fischkunde, Spezielle Fischkunde, Gesetzeskunde (Begriffe, Laichgruppen, Tagesgrade, Zweck von Schonzeit und Schonmaß)
- Freistaat Sachsen: Sächsisches Fischereigesetz, § 25 (Schonbezirke)
- Spektrum, Lexikon der Biologie: Laichperioden, Laich, Laichwanderungen, anadrome Fische (Auslöser, Laichformen, Wanderfische)
- Bayerisches Landesamt für Umwelt: Auswirkungen der Gewässererwärmung auf die Physiologie und Ökologie der Süßwasserfische Bayerns, Literaturstudie (Tageslänge, Laichtemperaturen, Rotauge im Genfer See)
- Technische Universität München, TUM-Mitteilungen 4/2004: Aktion »Saubere Kinderstube« (Eier im Kieslückensystem)
- Bundesamt für Naturschutz: Artenporträt Lachs (Aufstieg, Laichgrube, Eizahl)
- Thünen-Institut, Fischbestände online: Europäischer Aal (Sargassosee, Abwanderung)
- FishBase: Cyprinus carpio, Lota lota (Karpfen und Quappe: Monate, Laichtemperatur, Schlupf)
Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.
Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Laichzeiten schwanken mit Wassertemperatur und Gewässer, verbindliche Schonzeiten und Mindestmaße stehen im Recht deines Bundeslandes und im Erlaubnisschein.