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Neusiedler See

Der Neusiedler See ist ein flacher Steppensee im Burgenland, dessen Südteil zu Ungarn gehört. Ein breiter Schilfgürtel umgibt ihn fast vollständig, Teile von Schilf und Ufer gehören zum Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel. Zum Angeln brauchst du eine amtliche Fischereikarte und eine Lizenz, dazu kommen eigene Schonzeiten für Hecht und Karpfen.

Papiere
Fischereikarte oder Fischereigastkarte und Lizenz der ARGE
Fangzeiten
Mit ARGE-Lizenz kein Angeln von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang

Stand Oktober 2026

Im Gewässeratlas zeigenRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Österreich mit dem Neusiedler See an der Grenze zu Ungarn rot markiertNeusiedler See
Abb. 1 · Lage in Österreich, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Fischereikarte oder Fischereigastkarte und Lizenz der ARGE
Fangzeiten
Mit ARGE-Lizenz kein Angeln von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitHinweis
Hecht50 cm1.2.–31.3.Sonderregel für den See
Zander35 cm1.4.–31.5.
Karpfen35 cm1.5.–31.5.Sonderregel für den See
Wels60 cm15.5.–15.6.
Schleie25 cm1.5.–30.6.
Aal–keineARGE: mindestens 400 g

Bgld. Fischereiwesenverordnung 2022 mit der Sonderregel für den Neusiedlersee. Mit der ARGE-Lizenz nimmst du höchstens drei Edelfische am Tag mit; ihre Regeln können strenger sein. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Der See ist rund 320 km² groß und 36 km lang, aber nur etwa 1,5 m tief. 80 % der Fläche liegen in Österreich, 20 % in Ungarn. Rund 180 km² Schilf umgeben ihn, stellenweise ist der Gürtel 5 km breit. Nach dem Donaudelta ist das der zweitgrößte zusammenhängende Schilfbestand Europas (Nationalpark Neusiedler See-Seewinkel).

Größere Zuflüsse fehlen. Über 80 % des Wassers kommen als Regen und Schnee, deshalb schwankt der Pegel von Jahr zu Jahr um bis zu 60 cm. Mehrmals ist der See ganz ausgetrocknet, zuletzt von 1865 bis 1871. Einziger Abfluss ist der Einserkanal, auch Hansagkanal genannt. Seine Schleuse regelt die Österreichisch-Ungarische Gewässerkommission (Wasserportal Burgenland).

Im offenen See ist das Wasser durch feine mineralische Schwebstoffe stark getrübt (Biologische Station Neusiedler See).

Fische und beste Zeit

Im See leben rund 30 Fischarten, darunter die Speisefische Hecht, Karpfen, Wels und Zander (Land Burgenland). Hecht, Wels, Kaulbarsch und viele Karpfenartige verbringen fast ihr ganzes Leben im Schilf (Nationalpark).

Wann welche Art gut beißt, zeigt der Fangkalender. Für Hecht und Karpfen gelten am See eigene Schonzeiten, die Werte stehen im Kasten.

Papiere und Erlaubnis

Den Angelschein nennt man im Burgenland Fischereikarte. Du brauchst immer zwei Dinge: eine amtliche Fischereikarte und eine Lizenz dessen, der das Fischwasser bewirtschaftet. Beides zeigst du auf Verlangen der Polizei oder der Fischereiaufsicht (Burgenländisches Fischereigesetz 2022, § 25).

  • Jahresfischereikarte: ab 14 Jahren, erstmals von einer Bezirksverwaltungsbehörde ausgestellt, nach der Prüfung des Landes oder mit einer gleichwertigen Karte aus einem anderen Bundesland oder EU-Staat. Mehr dazu auf der Seite Angeln in Österreich.
  • Fischereigastkarte: für Gäste mit einer Fischereikarte aus einem anderen Bundesland oder einer gleichwertigen Berechtigung aus einem EU-Staat. Sie gilt zwei Monate und nur zusammen mit einem Lichtbildausweis. Am See stellt sie die ARGE Neusiedler See-Fischerei aus, nur zu ihren Bürozeiten. Deine eigene Fischereikarte schickst du dafür per Mail (ARGE: Fischereigastkarte).
  • Lizenz für den See: Die ARGE, ein Zusammenschluss von Grundeigentümern am See, verkauft Tages-, Wochen- und Jahreslizenzen, auch online (ARGE: Lizenzen). Die Lizenz gilt nur auf den Flächen ihrer Mitglieder, der Bereich von Mörbisch gehört nicht dazu. Sie ist an deine Person gebunden und erlaubt höchstens zwei Ruten.
  • Kinder: Unter 14 Jahren dürfen sie nach dem Gesetz in Begleitung einer volljährigen Person mit Fischereikarte fischen, höchstens drei Kinder je Aufsicht. Die ARGE lässt aber niemanden auf fremder Lizenz mitfischen. Frag deshalb vorher, was für Kinder gilt.

Mehr dazu unter Fischereischein und Fischereiprüfung und Erlaubnisschein und Gewässerkarte.

Besondere Regeln

Das Brittelmaß ist das österreichische Wort für Mindestmaß. Für Hecht und Karpfen legt die Fischereiwesenverordnung 2022 am See eigene, kürzere Schonzeiten fest. Die Werte im Kasten „Auf einen Blick“ stammen aus dieser Verordnung. Für den Aal schreibt sie weder Schonzeit noch Brittelmaß vor, die ARGE verlangt aber ein Mindestgewicht von 400 g. Laichende Fische darfst du auch außerhalb der Schonzeit nicht fangen.

Geschonte oder zu kleine Fische setzt du sofort zurück, außer sie sind schwer verletzt. Invasive gebietsfremde Arten nach der EU-Liste setzt du nicht zurück. Lebende Wirbeltiere als Köder, künstliche Lichtquellen und unbeaufsichtigte Ruten sind im ganzen Burgenland verboten.

Die Fischereiordnung der ARGE erkennst du mit dem Kauf der Lizenz an. Darin steht unter anderem:

  • Du nimmst höchstens drei Edelfische am Tag mit. Jeden behaltenen Edelfisch trägst du sofort in die digitale Fangmeldung ein.
  • Nicht erlaubt sind Angeln von einer Stunde nach Sonnenuntergang bis eine Stunde vor Sonnenaufgang, Eisfischen, lebende Köderfische, Echolot und Setzkescher aus Draht.
  • Im Schilf und in nicht öffentlichen Wasserstraßen wird nicht gefischt. Deine Ruten liegen höchstens 20 m auseinander, und du behältst sie im Blick.
  • Maßband oder eine andere Messhilfe, Lösezange und Fischtöter hast du immer dabei.

Für Schutzgebiet, Boote und Grenze gilt außerdem:

  • Nationalpark: In der Naturzone sind Betreten, Aufenthalt und jeder Eingriff verboten. Dort und in Teilen der Bewahrungszone gilt das Fischereigesetz nicht, gefischt wird nur nach den Plänen der Nationalparkgesellschaft. In der Bewahrungszone bleibst du auf markierten Wegen (Nationalparkgesetz 2026).
  • Boote: Boote mit Verbrennungsmotor sind auf dem See verboten, auch wenn der Motor nur an Bord liegt (Verordnung über Beschränkungen der Schifffahrt).
  • Sperrzonen: Im Süden zwischen Illmitz, Apetlon und der Staatsgrenze zu Ungarn ist jede Schifffahrt verboten (Verordnung LGBl. Nr. 60/1988). Die mit Bojen abgegrenzten Seebäder von Podersdorf (10. Mai bis 20. September) und Weiden (1. Mai bis 30. September) sind für alle Boote gesperrt (Verordnung Podersdorf, Verordnung Weiden).
  • Grenze zu Ungarn: Der Südteil gehört zu Ungarn. Die Lizenz der ARGE gilt nur auf den Flächen ihrer Mitglieder, und die Reviergrenzen musst du als Lizenznehmer selbst kennen. Eine Revierkarte findest du in den häufigen Fragen der ARGE, im Zweifel fragst du dort nach.

Stand: Oktober 2026. Für Hecht und Karpfen gilt am See die Sonderregel der Verordnung, nicht ihre allgemeine Tabelle. Die Regeln der ARGE kommen zum Gesetz hinzu und können sich jede Saison ändern.

Sicherheit

Bei Sturm ist der flache See gefährlich. Überraschende Starkwinde bauen hohe Wellen auf, Boote und Surfer treiben ab (Land Burgenland). Das Ostufer zählt zu den windreichsten Gegenden im europäischen Binnenland, am stärksten weht es im Frühjahr.

Wer mit dem Boot hinausfährt, auch mit Ruder- oder Elektroboot, muss einen optischen Notsignalgeber dabeihaben. Das ist ein weißes Blitzlicht mit rund 60 Blitzen pro Minute (Verordnung LGBl. Nr. 13/1997). Den aktuellen Stand der Sturmwarnanlagen am See zeigt die Landessicherheitszentrale Burgenland. Bei Sturmwarnung fährst du so, dass du vor dem Sturm einen Hafen oder ein sicheres Ufer erreichst (Seen- und Fluss-Verkehrsordnung, § 26). Mehr unter Boot und Schwimmweste und Gewitter und Wetter.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind das Burgenländische Fischereigesetz 2022, die Fischereiwesenverordnung 2022, das Nationalparkgesetz 2026, die Schifffahrtsverordnungen für den See und die Fischereiordnung, die mit deiner Lizenz gilt.