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Starnberger See und Ammersee

Starnberger See und Ammersee sind zwei große staatliche Seen, 30 bis 35 km von München entfernt. An beiden fischen Berufsfischer in einer eigenen Genossenschaft, und für jeden See brauchst du einen eigenen Erlaubnisschein mit eigenen Regeln.

Papiere
Fischereischein, Abgabenachweis und Erlaubnisschein je See
Saison
Starnberger See: 1.4.–1.11. laut Angelkarte

Stand Oktober 2026

Im Gewässeratlas zeigenRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Deutschland mit dem Starnberger See und dem Ammersee südwestlich von München rot markiertStarnberger See
Abb. 1 · Lage in Deutschland, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Fischereischein, Abgabenachweis und Erlaubnisschein je See
Saison
Starnberger See: 1.4.–1.11. laut Angelkarte
Fangzeiten
Starnberger See: im April keine tierischen Naturköder
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitFanglimitHinweis
Renke30 cm1.10.–31.12.zusammen 5 am TagAmmersee: Schonzeit 15.10.–31.12. (AVBayFiG)
Seeforelle60 cm1.10.–15.3.zusammen 5 am Tag
Seesaibling30 cm1.10.–31.12.zusammen 5 am Tag
Hecht50 cm15.2.–30.4.zusammen 5 am Tag
Zander50 cm15.2.–30.4.zusammen 5 am Tag
Flussbarsch–keine25 am TagLimit nur Starnberger See
Aal50 cmkeinezusammen 5 am TagWerte des Erlaubnisscheins Starnberger See
Karpfen35 cmkeinezusammen 5 am Tag

Werte vom Erlaubnisschein der Fischereigenossenschaft Würmsee (Starnberger See), teils strenger als die AVBayFiG. Das Tageslimit gilt dort für alle Arten mit Mindestmaß zusammen. Am Ammersee gilt mindestens die AVBayFiG. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Der Starnberger See liegt etwa 30 km südlich von München. Er ist 57 km² groß, rund 20 km lang, fünf Kilometer breit und bis zu 127 m tief. Zuständig ist die Außenstelle Starnberger See der Bayerischen Schlösserverwaltung.

Der Ammersee beginnt rund 35 km westlich von München. Er misst 46,6 km² und ist bis 81 m tief. Die Ammer bringt aus den Kalkalpen oft trübes Wasser mit, sein Abfluss ist die Amper. Das Westufer ist bis auf kurze Stücke nicht öffentlich zugänglich, das Ostufer dagegen fast ganz. Mit den Naturschutzgebieten am Südufer und im Ampermoos zählt der See zu den Ramsar-Gebieten Bayerns (Wasserwirtschaftsamt Weilheim). Für ihn hat die Schlösserverwaltung eine eigene Außenstelle in Inning-Stegen.

Fische und beste Zeit

Die Renke ist der wichtigste Wirtschaftsfisch der bayerischen Seenfischerei, im Lexikon steht sie unter Maräne. Im Ammersee sind die Renken nach Angaben der dortigen Fischereigenossenschaft im Schnitt leichter als 200 g (Institut für Fischerei).

  • Starnberger See: Als wichtigste Arten nennt die Fischereigenossenschaft Würmsee Renke, Seesaibling, Seeforelle und Hecht. Dazu kommen unter anderem Flussbarsch, Brachse, Karpfen, Rotauge und Aitel, im Lexikon unter Döbel. Insgesamt leben 23 Arten im See. Der Erlaubnisschein führt außerdem Zander und Aal mit Schonmaß.
  • Ammersee: Zwei Arten tragen den See im Namen, der Ammersee-Kilch und der Ammersee-Kaulbarsch. Beide sind nach der Ausführungsverordnung ganzjährig geschont. Hängt einer am Haken, setzt du ihn sofort zurück.

Mit der Angelkarte für den Starnberger See fischst du vom 1. April bis 1. November. Im April sind Naturköder tierischer Herkunft verboten, andere Köder sind dann nur mit Einzelhaken erlaubt. Wann die einzelnen Arten beißen, zeigt der Fangkalender.

Papiere und Erlaubnis

  • Fischereischein: Du trägst ihn beim Angeln bei dir, zusammen mit dem Nachweis über die Fischereiabgabe (Bayerisches Fischereigesetz, Art. 46). Wer 7 bis 17 Jahre alt ist, angelt nur in Begleitung eines Erwachsenen mit Fischereischein.
  • Gäste aus dem Ausland: Wer volljährig ist und in Deutschland keinen Wohnsitz hat, bekommt einen Jahresfischereischein für Touristen. Er gilt insgesamt höchstens drei Monate, beantragt wird er bei der Gemeinde, in der du angeln willst (Landwirtschaftsministerium Bayern). Mehr dazu unter Angeln in Bayern.
  • Erlaubnisschein Starnberger See: Die Fischereigenossenschaft Würmsee hat das gesamte Fischereirecht von der Schlösserverwaltung gepachtet und gibt die Angelkarten aus. In ihr sind 34 Fischerfamilien zusammengeschlossen. Karten gibt es bei Fischern am See und online, als Bootskarte oder als Uferkarte, vom Tag bis zur Saison. Jugendliche mit ermäßigter Karte angeln nur mit einer Handangel.
  • Erlaubnisschein Ammersee: Die Karte der Genossenschaft Würmsee gilt dort nicht. Frag vor Ort nach den Ausgabestellen der Fischereigenossenschaft Ammersee und lass dir die Bestimmungen mitgeben.

Grundlagen: Fischereischein und Fischereiprüfung und Erlaubnisschein und Gewässerkarte.

Besondere Regeln

Am Starnberger See gelten neben dem Landesrecht die Bedingungen der Genossenschaft:

  • Gerät: eine Handangel mit höchstens fünf Anbissstellen oder zwei Handangeln mit zusammen höchstens sechs.
  • Fang: Jeden maßigen Fisch trägst du sofort mit Tag, Uhrzeit, Art und Länge in die Fangliste ein, nicht mit Bleistift. Untermaßige oder geschonte Fische, die nicht mehr lebensfähig sind, nimmst du mit und rechnest sie auf das Tageslimit an. Ist das Limit erreicht, hörst du auf. Fanglisten von Monats- und Saisonkarten gibst du bis 15. November bei der Ausgabestelle ab.
  • Köderfische: nur mit der Senke bis 1 × 1 m, höchstens 20 am Tag und nur aus dem Starnberger See selbst.
  • Boot: Beim Fischen sind Verbrennungsmotor und Segel verboten, ein Elektromotor ist erlaubt. Höchstens drei erwachsene Karteninhaber fischen von einem Boot. Echolote mit Live-Sonar sind verboten, herkömmliche erlaubt. Geführte Angeltouren sind nicht gestattet.
  • Abstände und Sperrzonen: In den Fischschonbezirken ist das Angeln ganzjährig verboten, in den Winterrastgebieten der Wasservögel vom 1. November bis 31. März. Zu Schilf hältst du 50 m Abstand, zu Fischereigeräten mindestens 20 m, den Netzen der Berufsfischer weichst du aus. Wo die Zonen liegen, zeigt die Seekarte der Genossenschaft.
  • Verboten: den Fang verkaufen oder tauschen, Krebse fangen, Ausleger, Scherbretter und Legangeln.

Am Ammersee gelten mindestens die Schonzeiten und Mindestmaße der Ausführungsverordnung zum Fischereigesetz. Der Kasten nennt sie, wo sie vom Starnberger See abweichen. Die Verordnung erlaubt höchstens zwei Handangeln mit zusammen sechs Anbissstellen, je Angel höchstens fünf.

Stand: Oktober 2026. Die Genossenschaft Würmsee verlinkt als aktuelle Bedingungen ein Muster ihres Erlaubnisscheins von 2025. Am Starnberger See ist die Renke laut Schein schon ab 1. Oktober geschont, die Verordnung nennt den 15. Oktober. Es gilt die strengere Regel deines Scheins. Lies die Bestimmungen beim Kauf ganz durch.

Sicherheit

Auf beiden Seen läuft vom 1. April bis 31. Oktober von 7 bis 22 Uhr der Sturmwarndienst. Blinken die orangen Leuchten 40-mal pro Minute, droht Wind mit 6 bis 7 Beaufort. 90 Blitze pro Minute warnen etwa eine Stunde vorher vor Sturm ab 8 Beaufort. Dann fährst du sofort ans Ufer oder an eine windgeschützte Stelle (Bekanntmachung Sturmwarndienst auf bayerischen Seen).

Für ein Boot mit Elektro- oder Verbrennungsmotor brauchst du eine Genehmigung des Landratsamts und eine Gestattung der Schlösserverwaltung. Zulassungen für Verbrennungsmotoren werden über Wartelisten vergeben, für den Starnberger See beim Landratsamt Starnberg, für den Ammersee beim Landratsamt Landsberg. E-Surfboards, E-Kajaks und ähnliche Geräte sind auf den staatlichen Seen verboten (Schlösserverwaltung). Auf Motor- und Segelbooten muss für jede Person ein Rettungsmittel an Bord sein. Mehr unter Boot und Schwimmweste und Gewitter und Wetter.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind das Bayerische Fischereigesetz, die Ausführungsverordnung, die Bestimmungen auf deinem Erlaubnisschein und die Schifffahrtsregeln der Landratsämter.