
Tierische Naturköder · Ansitz mit Pose oder auf Grund
Raubfische fressen Fische. Ein toter Köderfisch oder ein Fetzen davon ist deshalb der naheliegendste Naturköder für Hecht, Zander, Aal und Wels. Wichtig vorab: Das Angeln mit lebendem Köderfisch ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Für das Meer gibt es die Seite zu Fischfetzen von Hering und Makrele.
- Wassertiefe
- Grund oder Mittelwasser
- Angebot
- Ruhend, bei manchen Techniken langsam gezupft
- Angelart
- Ansitz mit Pose oder auf Grund
- Kategorie
- Tierische Naturköder
So funktioniert es
Ein Köderfisch wirkt über Geruch, Silhouette und den Glanz der Schuppen. Im Süßwasser sind es kleine Weißfische wie das Rotauge, fürs Meer nennt eine Fachzeitschrift Hering, Makrele und Sandaal.
Der Nachteil des toten Fischs: Er liegt reglos am Grund. Etwas Auftrieb macht ihn auffälliger, weil er dann über dem Boden schwebt.
Für Zander eignen sich ganze Fische ebenso wie Stücke; viele Angler nehmen das schräg abgeschnittene Schwanzstück. Aale bekommen den Fisch im Ganzen oder als Fetzen.
Lebende Köderfische sind in Deutschland tabu. § 17 des Tierschutzgesetzes stellt es unter Strafe, einem Wirbeltier länger anhaltende oder sich wiederholende erhebliche Schmerzen oder Leiden zuzufügen. Welche Arten als Köderfisch erlaubt sind und woher sie stammen dürfen, regeln Landesrecht und Gewässerordnung.
So bietest du den Köder an
Ruhend, bei manchen Techniken langsam gezupft
- auswerfen
- liegt am Grund oder hängt an der Pose
- Biss abwarten
- nachködern
Anatomie
Die Punkte am Bild oben erklären die wichtigsten Teile – beim Überfahren oder Antippen.
- Maul und Kopf: Beim Aufziehen mit der Ködernadel tritt das Vorfach am Maul, im Nacken oder seitlich am Kopf aus.
- Flanke: Die glänzenden Schuppen sind der optische Reiz.
- Rücken: Hier sitzt der Haken, wenn der Fisch waagerecht unter der Pose hängen soll.
- Schwanzstück: Schräg abgeschnitten ein beliebter Zanderköder.
Montage in drei Schritten
- 1. Bissfestes VorfachSobald Hechte im Gewässer sind: Stahl oder Titan. Für Zander und Aal reicht ein abriebfestes Vorfach. Köderfisch-Montage Schritt für Schritt
- 2. An der PoseDer Köderfisch hängt knapp über Grund, die Pose zeigt den Biss an. Posenmontage Schritt für Schritt
- 3. Oder auf GrundLaufblei auf die Hauptschnur. Mit etwas Auftrieb schwebt der Fisch über dem Boden. Grundblei-Laufmontage Schritt für Schritt
Wann die Zielfische Saison haben
Kaum ChancenMöglichGutHauptsaisonWerte aus dem Fangkalender.
Wann und wo
Der Köderfisch ist ein Ansitzköder. Er wird dort angeboten, wo Raubfische vorbeiziehen: an Kanten, Buhnen und Einläufen.
Bring Köderfische nicht von einem Gewässer ins andere. Mit ihnen können Krankheiten und fremde Arten verschleppt werden.
Im Meer: Fetzen von Hering und Makrele
Im Meer sind Makrele und Hering die üblichen Köderfische, meist als Fetzen oder Filet angeboten. Anködern, Montage und Zielfische unterscheiden sich vom Süßwasser und stehen deshalb auf einer eigenen Seite.
Mehr dazu: Fischfetzen.
Frisch halten und anbieten
Frisch halten: Naturköder kühl und schattig lagern, nur so viel mitnehmen wie nötig und Reste nicht ins Gewässer kippen. Beim Anködern muss die Hakenspitze frei bleiben, damit der Anhieb greift.
Köderfisch oder doch ein anderer Köder?
| Köder | Tiefe | Angebot | Nimm diesen Köder, wenn … |
|---|---|---|---|
Köderfisch | Grund oder Mittelwasser | Ruhend, bei manchen Techniken langsam gezupft | diese Seite |
Gummifisch (Shad) | Grund bis Mittelwasser | Aktiv: jiggen, faulenzen oder gleichmäßig einholen | du aktiv Strecke machen willst |
Würmer | Grund bis Mittelwasser | Ruhend an Pose oder Grundmontage | Aal dein Ziel ist oder Köderfische nicht erlaubt sind |
Swimbait | Mittelwasser | Aktiv: gleichmäßig einholen | du große Räuber mit einem Kunstköder suchst |
Das brauchst du dazu
- RaubfischruteKräftig genug für den schweren Köder und den Anhieb auf Distanz.
- SchnurTragkraft passend zum Zielfisch; beim Hecht immer ein bissfestes Vorfach. Mehr dazu
- KödernadelZieht das Vorfach durch den Köderfisch.
- Lösezange und KescherFür das schonende Abhaken. Naturköder werden oft tief genommen.
Auf einen Blick
Redaktionelle Einschätzung, keine Messwerte.
Wenn es nicht klappt
Mit der Ködernadel aufziehen statt nur einhaken, und weich durchziehen statt peitschen.
Kleineren Köder oder ein Fischstück nehmen, damit der Haken sicher im Maul sitzt.
Früher anschlagen. Langes Warten nach dem Biss führt zu tief sitzenden Haken.
Häufige Fragen
Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick
Darf ich mit lebendem Köderfisch angeln?
Nein. In Deutschland ist das verboten, Grundlage ist das Tierschutzgesetz. Auch in der Schweiz gilt ein entsprechendes Verbot.
Ganzer Fisch oder Fetzen?
Beides fängt. Für Zander nehmen viele das Schwanzstück, Aale bekommen den Fisch ganz oder als Fetzen. Ein Fetzen passt an kleinere Haken.
Woher bekomme ich Köderfische?
Aus dem Gewässer, an dem du angelst, soweit die Gewässerordnung das erlaubt, oder aus dem Angelladen. Schonzeiten und Mindestmaße gelten auch für Köderfische.
Welcher Köderfisch fürs Meer?
Hering und Makrele, als Fetzen, Filet oder Flatterfisch. Eine Fachzeitschrift nennt die Makrele für Dorsch, Leng, Lumb, Wittling und Schellfisch.
Vor dem Angeln gelten die aktuellen Erlaubnisscheine, Landesregeln und die Gewässerordnung: Köderverbote, Hakenzahl, Schonzeiten, geschützte Arten und Fangbegrenzungen können sich unterscheiden. Lebende Köderfische sind grundsätzlich nicht erlaubt. Köderreste und Verpackungen wieder mitnehmen.
Quellen
- Blinker: Köderfischmontage für Hecht und Zander
- Blinker: Zanderangeln mit Köderfisch
- Wikipedia: Köderfisch
- Tierschutzgesetz § 17
- Wikipedia (en): Fishing bait
- Blinker: Naturköder zum Meeresangeln
Die Quellen erklären Begriffe und Grundprinzipien. Angebot und Werte sind redaktionelle Ausgangspunkte und hängen von Gewässer, Wetter und Köder ab.
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