Reviere · Dänemark

Lillebælt

Der Lillebælt, auf Deutsch Kleiner Belt, trennt Jütland von Fünen. Im Norden ist er eine schmale, tiefe Rinne mit kräftiger Strömung, nach Süden öffnen sich flache Buchten und Fjorde. Für Angler zählt er zu Belten und Ostsee.

Papiere
Angelschein (fisketegn), im Süßwasser Erlaubnis des Eigentümers

Stand Oktober 2026

Zum GewässeratlasRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Dänemark mit dem Lillebælt zwischen Jütland und Fünen rot markiertLillebælt
Abb. 1 · Lage in Dänemark, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Angelschein (fisketegn), im Süßwasser Erlaubnis des Eigentümers
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitFanglimitHinweis
Meerforelle40 cm16.11.–15.1.–nur Fische im Laichkleid geschont
Lachs60 cm16.11.–15.1.1 mit gekappter Fettflosse am TagSchonzeit nur im Laichkleid
Hornhecht–keine–
Hering–keine–
Scholle25 cmkeine–
Flunder23 cmkeine–
Steinbutt30 cmkeine–
Dorsch35 cmFangverbot 2026–auch vom Ufer; jeder Dorsch sofort zurück
Aal–ganzjährig geschont–Angelverbot seit 1.8.2026

Dänisches Recht für Belte und Ostsee (Verordnungen Nr. 791/2018 und 1473/2016) und EU-Fangregeln 2026. Schutzzonen und örtliche Verbote stehen im Text. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Der Belt liegt zwischen der Ostküste Jütlands und der Westküste Fünens. Im Norden stehen sich Middelfart auf Fünen und Fredericia in Jütland gegenüber, nach Westen zweigen der Kolding Fjord und weiter nördlich der Vejle Fjord ab. Das Natura-2000-Gebiet Lillebælt erstreckt sich über die Kommunen Middelfart, Assens, Kolding und Haderslev (Miljøstyrelsen, Basisanalyse).

Flache und tiefe Bereiche wechseln sich ab. Nach Norden verengt sich der Belt zu einer Rinne, die einem Fluss ähnelt und bis zu 80 m tief ist. Die starke Strömung trägt an den Ufern Material ab und schüttet es anderswo zu Haken und Strandwällen auf. Den Rest des Meeresgebiets bilden flache Buchten, Sandbänke, Riffe und Lagunen.

Steinfischerei hat früher Steinriffe beschädigt. Die Umweltbehörde lässt im Lillebælt vier davon wieder aufbauen (Miljøstyrelsen).

Fische und beste Zeit

  • Meerforelle: Auf der Fünen-Seite haben die zehn Kommunen der Insel seit 1990 mehr als 500 km Bach für den Aufstieg geöffnet, heute leben in 25 fünischen Bächen eigene Bestände (Havørred Fyn). Im Bach laicht die Meerforelle von Oktober bis Februar (DTU Aqua).
  • Hornhecht: Er erreicht die dänischen Gewässer meist zwischen Mitte April und Mitte Juni und bleibt über den Sommer. Zum Laichen sucht er in den inneren dänischen Gewässern Tang und Seegras (DTU Aqua).
  • Hering: Er ist das ganze Jahr an der Küste zu finden. In großen Schwärmen zieht er vor allem zur Laichzeit im Frühjahr und Herbst in Belte und Fjorde (DTU Aqua).
  • Plattfische: Flunder, Scholle und Steinbutt sind an dänischen Küsten die häufigsten. Weil sie sich eingraben, findest du sie vor allem über Sand und Schlick (DTU Aqua).

Wann welche Art sonst gut geht, zeigt der Fangkalender.

Papiere und Erlaubnis

  • Ab 18 Jahren brauchst du den dänischen Angelschein (fisketegn). Wer das dänische Rentenalter erreicht hat, ist befreit (Fischereigesetz, § 54), fisketegn.dk nennt 67 Jahre.
  • Wer keinen Schein braucht, registriert sich vor dem Angeln im Salzwasser auf fisketegn.dk. Die Registrierung gilt 365 Tage (Fischereibehörde).
  • Am Wasser nennst du die Scheinnummer und zeigst einen gültigen Ausweis (Verordnung über das Freizeitfischen, § 10).
  • Im Belt und in den Fjorden reicht der Schein. In Bächen und Seen brauchst du zusätzlich die Erlaubnis des Eigentümers.

Preise und Kauf des Scheins stehen unter Angeln in Dänemark.

Besondere Regeln

Beide Ufer des Belts gehören zu dem Gebiet, in dem 2026 die Ostsee-Regeln gelten. Die Fischereibehörde nennt alle Gewässer um Fünen, das östliche Südjütland und Ostjütland (Fischereibehörde).

  • Dorsch: Angeln verboten, vom Boot wie vom Ufer. Jeder Dorsch geht sofort zurück (Verordnung (EU) 2025/2454, Artikel 10).
  • Lachs: höchstens ein Fisch mit gekappter Fettflosse pro Person und Tag. Wer auf Lachs fischt, bringt jeden Fang ganz an Land.
  • Fang melden: Fängst du eine geschützte Art, etwa Ostsee-Dorsch oder Ostsee-Lachs, trägst du sie noch am selben Tag in die App RecFishing ein, auch wenn der Fisch zurück ins Wasser geht.
  • Aal: Seit 1. August 2026 im Salz- und Süßwasser verboten (Verordnung Nr. 670).
  • Schleppangeln: Trolling hinter dem Motorboot ist erst ab 100 m Abstand zur Niedrigwasserlinie erlaubt (Verordnung über das Freizeitfischen, § 13).

Schutzzonen an Mündungen: Vor Bach- und Flussmündungen liegen Schutzzonen (fredningsbælter), in der Regel 500 m um die Mündung (Karte der Fischereibehörde). Auf der Fünen-Seite legt die Fünen-Verordnung Nr. 1481 jede Zone fest. Für die Jütland-Küste von der früheren Grenze des Amts Vejle zu Südjütland bis zum Horsens Fjord gilt eine Verordnung von 1994: An einem Teil der Mündungen ist das Fischen ganzjährig verboten, am anderen vom 16. September bis 15. Januar. Im inneren Kolding Fjord und im Vejle Fjord westlich der Vejlefjordbrücke sind größere Flächen als erweiterte Zone ganz gesperrt.

Vejle Fjord: In vier kleinen, durch Koordinaten begrenzten Flächen ist seit 2024 jede Fischerei verboten, auch das Angeln (Verordnung Nr. 1657).

Schweinswale: Der Belt hat einen großen Bestand an Schweinswalen und ist auch ihretwegen Natura-2000-Gebiet. Die Verordnung für Meeresschutzgebiete verbietet hier Grundschleppnetze. Für die Rute nennt sie keine Einschränkung (Verordnung Nr. 957).

Stand: Oktober 2026. Dorsch- und Lachsregeln gelten nur für 2026. Für die Jütland-Küste nennt die Verordnung von 1994 bei den zeitweisen Schutzzonen den 15. Januar als Ende, die allgemeine Regel der Behörde den 15. März. Es gilt die Verordnung. Wer sichergehen will, meidet diese Zonen bis Mitte März.

Mindestmaße und Schonzeiten stehen im Kasten „Auf einen Blick“. Zu kleine und geschonte Fische setzt du sofort zurück: Fisch zurücksetzen.

Sicherheit

In der tiefen Rinne im Norden läuft die Strömung kräftig. Plane Bootstouren deshalb mit Blick auf Strömung und Wind, der an den dänischen Küsten oft mehr über den Wasserstand entscheidet als die Gezeiten (DTU Aqua). Im Boot führst du für jede Person eine Rettungs- oder Schwimmweste mit (Verordnung Nr. 765). Mehr unter Boot und Schwimmweste.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind die dänischen Verordnungen, insbesondere die Verordnungen über die Schutzzonen an beiden Ufern des Belts, und die Fangregeln der EU für die Ostsee in ihrer aktuellen Fassung.