Reviere · Deutschland

Berlin mit Havel und Spree

Havel und Spree machen Berlin zu einer Stadt am Wasser: breite Seen im Westen und Südosten, dazu Kanäle quer durch die Innenstadt. Geangelt wird mitten in der Großstadt, mit Fischereischein und Angelkarte und nach der Berliner Landesfischereiordnung.

Papiere
Fischereischein mit Abgabemarke und Angelkarte für das Gewässer
Saison
ganzjährig; Raubfischköder vom 1.1. bis 30.4. verboten

Stand Oktober 2026

Im Gewässeratlas zeigenRegeln auf einen Blick

Lagekarte: Deutschland mit Berlin, Havel und Spree rot markiertBerlin
Abb. 1 · Lage in Deutschland, rot hervorgehoben. KI-unterstützt gezeichnet, Umrisse aus Natural Earth (gemeinfrei).

Auf einen Blick

Papiere
Fischereischein mit Abgabemarke und Angelkarte für das Gewässer
Saison
ganzjährig; Raubfischköder vom 1.1. bis 30.4. verboten
Fangzeiten
Nachtangeln in den Karten des Fischereiamts enthalten
Mindestmaße, Schonzeiten und Fanglimits
FischMindestmaßSchonzeitFanglimitHinweis
Zander45 cm1.1.–31.5.3 Aale und Zander zusammen am Tag
Hecht45 cm1.1.–30.4.–
Barsch–keine–Raubfischköder erst ab 1.5., Kunstköder bis 2 cm ganzjährig
Aal50 cmkeine3 Aale und Zander zusammen am Tag
Wels75 cmkeine–
Rapfen40 cm1.4.–30.6.–
Brassen (Blei)–keine–
Plötze–keine–
Karpfen35 cmkeine–
Schleie25 cmkeine–

Berliner Landesfischereiordnung (Fassung vom 27.10.2025); die Angelkarte kann strenger sein. Stand: Oktober 2026. Maßgeblich sind die Verordnung und dein Erlaubnisschein.

Lage und Gewässer

Von der rund 325 Kilometer langen Havel liegen etwa 27 Kilometer in Berlin. Die Spree fließt rund 46 Kilometer durch die Stadt und mündet in Spandau in die Havel. Beide sind hier Bundeswasserstraßen (Senatsverwaltung Berlin, Wasseradern).

  • Oberhavel: der Abschnitt im Norden mit dem Tegeler See.
  • Unterhavel: südlich von Spandau mit Großem und Kleinem Wannsee (Fischereiamt, Ausgabestellen).
  • Müggelsee: Der Große Müggelsee im Südosten ist 766 Hektar groß und wird von der Spree durchflossen. Er gehört zum Schutzgebietsnetz Natura 2000.

Den größten Teil der Fischerei teilen sich die seeartig verbreiterten Abschnitte von Havel, Spree und Dahme und die größeren Seen, zusammen gut 5.500 Hektar Wasser (Fischereiamt, Bericht 2025).

Fische und beste Zeit

In Berlins Gewässern kommen derzeit 40 Fischarten vor, 14 davon stammen nicht von hier. Am häufigsten sind Plötze, Barsch, Rotfeder, Hecht, Schleie, Blei und Aal (Fischereiamt, Fischarten).

  • Zander, Wels und Rapfen stehen neben Hecht, Barsch und Brassen in der Fangstatistik 2025 für Berufsfischer und Angler (Bericht 2025, Tabelle 1).
  • Den Aal hält vor allem Besatz am Leben: 2025 kamen rund 541 Kilogramm Glasaale in die offenen Gewässer.
  • Die Schwarzmundgrundel breitet sich weiter aus, besonders an Steinschüttungen.
  • Die Barbe gilt in Berlin als verschollen.

Raubfischköder sind vom 1. Januar bis 30. April verboten, der Zander ist bis Ende Mai geschont. Auf Hecht mit größeren Kunstködern geht es also ab Mai, auf Zander ab Juni. Für die übrigen Arten hilft der Fangkalender.

Papiere und Erlaubnis

Du brauchst immer zwei Papiere: den Fischereischein (umgangssprachlich Angelschein) und eine Angelkarte für das Gewässer (Fischereiamt Berlin). Eine Angelkarte bekommt nur, wer einen Fischereischein hat. Eine Ausnahme für die Friedfischangel gibt es in Berlin nicht (Landesfischereigesetz, § 14). Der Schein gilt nur mit der Marke der Fischereiabgabe für das laufende Jahr, 2026 sind das 21 Euro (Fischereiamt, Fischereischein). Prüfung, Jugendschein und Regeln für Kinder stehen auf der Seite Angeln in Berlin.

  • Gäste aus anderen Bundesländern: Du zeigst den gültigen Fischereischein deines Bundeslandes und die Angelkarte. Gäste aus dem Ausland weisen die Mitgliedschaft in einem Angelverband oder eine Angellizenz ihres Landes nach (Fischereiamt, Touristen).
  • Landeseigene Gewässer: Für die Gewässer in seiner Verwaltung gibt das Fischereiamt die Angelkarte selbst aus, auch als digitale Karte über seinen Online-Service (ServicePortal Berlin). Dazu gehören die Oberhavel mit dem Tegeler See. Diese Karte gilt nur auf Berliner Gebiet. Die Karten des Fischereiamts schließen das Nachtangeln ein (Fischereiamt, Entgelte).
  • Andere Strecken: Für Unterhavel und Wannsee gibt die Fischersozietät Tiefwerder-Pichelsdorf Karten aus, für Müggelsee und Müggelspree die Köpenicker Fischervereinigung, für die Spree in der östlichen Innenstadt der Landesverband Berlin des Deutschen Anglerverbands. Die vollständige Liste führt das Fischereiamt.
  • Brandenburg ringsum: Jenseits der Stadtgrenze gilt das Brandenburger Recht, dort darfst du mit der Friedfischangel ohne Fischereischein angeln (Fischereigesetz Brandenburg, § 17). Mehr unter Angeln in Brandenburg.

Besondere Regeln

  • Ruten und Köder: Höchstens zwei Handangeln, mit Spinn- oder Flugangel nur eine. Kunstköder bis 2 cm Länge sind auch in der Raubfischschonzeit erlaubt (Landesfischereiordnung, § 18). Lebende Köderfische sind verboten.
  • Fanglimit: Je Person und Tag darfst du höchstens drei Fische der Arten Aal und Zander mitnehmen.
  • Verbotenes Gerät: Kunstköder mit feststehenden Mehrfachhaken, mehr als drei Haken an einer Angel, Pilker über 30 Gramm und Schleppen hinter einem Boot (§ 15).
  • Anfüttern: Pro Tag höchstens 500 Gramm Lockfutter, Vorfüttern an Tagen davor ist verboten.
  • Zurücksetzen: Gebietsfremde Arten wie die Schwarzmundgrundel kommen nicht zurück ins Wasser. Fische nur zum Messen und Fotografieren zu fangen, ist verboten (Auszug Landesfischereiordnung). Karausche, Bitterling, Gründling und andere gefährdete Kleinfische sind tabu (Fischereiamt, Angelkarten).
  • Setzkescher: Nur bis zum Ende des Angeltags. Auf den Wasserstraßen ist er bei Sog und Schwall durch Schiffe und vom unverankerten Boot verboten.
  • Schleusen und Wehre: Auf den Bundeswasserstraßen darfst du bundeseigene Schleusen und Wehre nicht außerhalb ihres Zwecks betreten (§ 2 WaStrBAV). In Fischwegen ist Angeln verboten (Landesfischereigesetz, § 28).
  • Röhricht und Laichplätze: Röhricht darfst du nicht betreten, dein Boot ankerst du mindestens 10 Meter davon entfernt (§ 17). Belegte Laichplätze sind ebenfalls tabu.

Stand: Oktober 2026. Die Fischereiberechtigten können in der Angelkarte strengere Auflagen festlegen als die Landesfischereiordnung. Wo in Berlin gar nicht geangelt werden darf, zeigt die Karte der Angelgewässer im Geoportal Berlin. Im Zweifel fragst du bei der Ausgabestelle deiner Karte nach.

Sicherheit

Auf den Wasserstraßen erzeugen Schiffe und Motorboote Sog und Schwall, deshalb gilt dort die Regel zum Setzkescher. Wenn du auf dem Eis angelst, markierst du das Loch beim Gehen mit Zweigen oder Stöcken, so verlangt es auch die Berliner Eisflächenverordnung. Mehr unter Eis betreten und Boot und Schwimmweste.

Passend dazu

Quellen

Wegweiser ohne Gewähr, Stand Oktober 2026. Maßgeblich sind das Berliner Landesfischereigesetz, die Landesfischereiordnung, die Verordnungen für die Bundeswasserstraßen und die Auflagen deiner Angelkarte.