Nahrung der Fische

Die Nahrung der Fische ist das, was ein Gewässer hergibt: Plankton im Freiwasser, Kleintiere am Grund, Insekten an der Oberfläche und andere Fische. Was eine Art frisst, ändert sich mit ihrem Alter und mit der Jahreszeit. Hier steht, welche Nährtiere wo leben und was das für deine Köderwahl heißt.

Querschnitt durch einen See als Nahrungsnetz: Im Wasser schwebt Plankton, am Grund sitzen Zuckmückenlarve, Flohkrebs und Schnecke, auf die Oberfläche fällt ein Insekt als Anflugnahrung. Pfeile führen von diesen drei Nahrungsquellen zu einem Friedfisch und von ihm zu einem Raubfisch.AnflugnahrungPlanktonFriedfischRaubfischZuckmückenlarveFlohkrebsSchneckeBodentiere
Abb. 1 · Nahrungsnetz im See: Plankton (grün die Algen, braun die Wasserflöhe), Bodentiere und Anflugnahrung ernähren den Friedfisch, dieser den Raubfisch. Die Pfeile zeigen von der Nahrung zum Fresser. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Die Nahrungskette im Gewässer

Am Anfang stehen Algen. Zusammen mit Cyanobakterien schweben sie als Phytoplankton im Freiwasser und ernähren das Zooplankton, im Süßwasser meist Rädertiere und kleine Krebse. Vom Zooplankton wiederum leben viele Fische (Kompaktlexikon der Biologie).

Die zweite Futterquelle liegt am Grund. Dort lebt das Makrozoobenthos: wirbellose Tiere, die mit bloßem Auge zu erkennen sind, etwa Würmer, Egel, Muscheln, Schnecken, Krebstiere und Wasserinsekten. Sie verwerten Falllaub, Pflanzenreste und Aufwuchs und dienen selbst den Fischen als Nahrung (Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee).

Friedfische fressen Plankton, Insekten und Pflanzen und stehen in der Nahrungskette unter den Raubfischen (Lexikon der Ernährung). Eine saubere Kette ist das selten, meist sind die Arten zu einem Nahrungsnetz verknüpft. Von Stufe zu Stufe geht viel Energie als Abfall und Wärme verloren (Lexikon der Biologie). Raubfische sind deshalb in der Regel seltener als ihre Beute.

Die wichtigsten Nährtiere

Die Kleintiere, von denen Fische leben, heißen in der Fischerei Fischnährtiere. Welche Art sie frisst, steht im Fischlexikon des Landesfischereiverbands Bayern (LFV).

  • Zooplankton: Wasserflöhe und Hüpferlinge sind winzige Krebse, die im Freiwasser schweben. Junge Barsche, Zander und Alande leben von Zooplankton, Schwebrenken filtern es aus dem Wasser.
  • Zuckmückenlarven: Die Larven der meisten Arten leben im Schlamm stehender und träge fließender Gewässer. Die Tafel am Fischlehrpfad des Rothsees nennt bis zu 5000 Tiere je Quadratmeter (Landratsamt Roth). Als Fischnahrung haben sie große Bedeutung (Kompaktlexikon der Biologie).
  • Eintagsfliegenlarven: Die Eintagsfliege lebt die meiste Zeit als Larve im Wasser. Arten der starken Strömung sind flach gebaut, andere graben sich durch den Schlamm.
  • Steinfliegenlarven: Sie brauchen viel Sauerstoff und leben deshalb vor allem in kalten, schnell fließenden Bächen. Dort sind sie für Fische ein wichtiges Futter.
  • Köcherfliegenlarven: Die meisten bauen sich aus Speichel, Sandkörnern und Holzstückchen ein Gehäuse, den Köcher. Manche tragen ihn mit sich, andere verankern ihn am Grund.
  • Bachflohkrebse und Wasserasseln: Den Bachflohkrebs findest du in fast jedem Bach und kleineren Fluss in Deutschland, eine verwandte Art in größeren Flüssen und Seen. Die Wasserassel wird laut Lexikon der Biologie bis 16 Millimeter lang und kommt auch in nährstoffreichen, verschmutzten Tümpeln, Teichen und Flüssen zurecht. Beide zerkleinern Falllaub. Bachforellen fressen Flohkrebse, junge Quappen Wasserasseln.
  • Schnecken und Muscheln: Schnecken raspeln Aufwuchs und Pflanzen ab, Muscheln filtern ihre Nahrung aus dem Wasser. Rotauge, Brachse und Barbe fressen beide.
  • Würmer: Schlammröhrenwürmer stecken in der obersten Schlammschicht und fressen, was dort an organischem Material zerfällt.
  • Anflugnahrung: So heißen Insekten, die Fische von der Wasseroberfläche nehmen. Der Ukelei wartet knapp unter der Oberfläche auf sie, auch Bachforelle, Äsche und Rotfeder nehmen Anflug.
  • Laich und Fischbrut: Junge Barsche fressen Fischlaich und Brut. Rotauge und Ukelei nennt der LFV wichtige Futterfische für Raubfische.

Friedfisch, Raubfisch, Allesfresser

Die Einteilung hilft beim Sortieren, hält aber selten ein Fischleben lang. Fische haben je nach Art und Entwicklungsstadium sehr unterschiedliche Ernährungsgewohnheiten, schreibt das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei. Das LFV-Fischlexikon nennt für viele Arten zwei Speisezettel.

ArtAls JungfischSpäter
FlussbarschZooplankton, Wasserinsekten, Bodentiere, Laich und Brutüberwiegend Fische, auch Artgenossen
ZanderZooplankton, kleine Bodentierehauptsächlich schlanke Fische
Döbelwirbellose Kleintiere, Pflanzenauch Fische, Krebse, Amphibien
RapfenKleintiereFische, gelegentlich Frösche und Mäuse

Beim Barsch läuft der Wechsel in vielen Seen in zwei Schritten. Nach einer Dissertation an der Universität zu Köln lebt der frisch geschlüpfte Barsch von Zooplankton und steigt am Ende des ersten oder zweiten Lebensjahres auf Bodentiere um. Mit zwei bis drei Jahren, bei rund 15 Zentimetern Länge, wird er zum Fischfresser. In manchen Seen überspringt er die mittlere Stufe: Dort fand sich Fisch schon in den Mägen von 28 Millimeter langen Jungbarschen.

Drei Lebensabschnitte des Flussbarschs untereinander: Der kleine Jungbarsch frisst Wasserflöhe, der halbwüchsige Barsch Bodentiere wie Zuckmückenlarve und Flohkrebs, der große Barsch andere Fische. Pfeile zeigen jeweils von der Nahrung zum Barsch.nach dem SchlupfZooplanktonEnde 1. oder 2. JahrBodentieremit 2 bis 3 JahrenFische
Abb. 2 · Nahrungswechsel des Flussbarschs in vielen Seen: erst Zooplankton, dann Bodentiere, schließlich Fisch. KI-unterstützt gezeichnet, schematisch.

Der Döbel zählt zu den Friedfischen und frisst doch fast alles, die Zeitschrift Blinker nennt ihn einen Allesfresser. Der Rapfen ist ein Karpfenfisch ohne Zähne und nach dem LFV trotzdem ein echter Raubfisch. Seine Hauptnahrung ist laut Bundesamt für Naturschutz der Ukelei. Beim Aal unterscheidet das LFV-Fischlexikon zwei Typen: Spitzkopfaale fressen Würmer, Schnecken, Kleinkrebse und Insektenlarven, Breitkopfaale jagen eher kleine Fische und Krebse.

Nahrung im Jahreslauf

Das Jahr beginnt mit den Algen. Sie wachsen schon im zeitigen Frühjahr. Weil ihre Fresser dann noch rar sind, kann es zur Frühjahrsblüte kommen. Danach holt das Zooplankton auf, vermehrt sich stark und filtriert das Wasser klar. Diese Phase heißt Klarwasserstadium (Gewässerschutzkommission für den Bodensee). Wird dein See nach der grünen Phase auffallend klar, ist also viel Zooplankton unterwegs.

Wie viel ein Fisch frisst, hängt an der Wassertemperatur. Wird es einer Art zu kalt, läuft ihr Kreislauf langsamer, sie braucht weniger Energie und hat weniger Appetit (Landesanglerverband Brandenburg). Der Karpfen frisst und wächst vor allem im Sommerhalbjahr (Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft). Wasser über 20 Grad Celsius steigert laut Landesanglerverband seine Nahrungsaufnahme. Der Döbel dagegen stellt im Sommer nach Angaben von Blinker teilweise auf Pflanzenkost um, wenn viel Kraut wächst, und beißt dann mitunter schlecht.

Den Winter verbringen Brachsen nach dem LFV-Fischlexikon in Winterruhe an tiefen, geschützten Stellen, Schleien eingegraben im Schlamm, und auch der Wels ruht, ohne zu fressen. Die Quappe macht es umgekehrt: Sie frisst vor allem in der kalten Jahreszeit und legt im Sommer längere Pausen ein. Temperatur und Schichtung im Jahreslauf zeigt die Seite Jahresverlauf am Wasser.

Im Meer

An Nord- und Ostsee gilt dasselbe mit anderen Tieren. Schollen leben überwiegend von dünnschaligen Muscheln und Borstenwürmern, Flundern nehmen dazu Krebse und kleine Fische (Thünen-Institut, Fischbestände online). Zu den Borstenwürmern gehören Wattwurm und Seeringelwurm. Auch die Nordseegarnele wird in großen Mengen von Fischen, Vögeln und Krebsen gefressen (Landesportal Schleswig-Holstein).

Der Dorsch lebt in Bodennähe und frisst als Räuber Fische und wirbellose Bodentiere. Sandaale sind fettreich und deshalb für viele Raubfische ein wichtiges Futter. Der Hering frisst überwiegend Kleinkrebse und ist selbst Beute vieler Meerestiere.

Was das für die Köderwahl heißt

Ein Naturköder ist ein Stück dieser Nahrung am Haken oder sieht ihr ähnlich. Überlege vor dem Anködern, was die Art in ihrer Größe frisst und in welcher Wasserschicht sie es aufnimmt.

Hinweis: Welche Köder erlaubt und welche Arten geschont sind, regeln dein Bundesland, der Erlaubnisschein und die Gewässerordnung. Mehr dazu unter Erlaubnisschein und Gewässerkarte und Schonzeit und Mindestmaß erklärt.

Häufige Fragen

Mehr Antworten rund ums Angeln: Alle häufigen Fragen im Überblick

Was fressen Fische im See?

Plankton, Bodentiere wie Insektenlarven, Schnecken und Würmer, Insekten von der Oberfläche und andere Fische. Was davon eine Art nimmt, hängt von ihrem Alter ab.

Ab welcher Größe frisst ein Barsch Fisch?

In vielen Seen mit zwei bis drei Jahren und etwa 15 Zentimetern Länge, so eine Dissertation an der Universität zu Köln. In manchen Seen stellen Barsche schon im ersten Lebensjahr auf Fisch um.

Was ist Anflugnahrung?

Insekten, die Fische von der Wasseroberfläche fressen. Das können Wasserinsekten sein, die zur Eiablage auf dem Wasser landen, ebenso Landinsekten wie Heuschrecken, Ameisen oder Käfer.

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Quellen

Text und Zeichnung KI-unterstützt erstellt. Quellen im Oktober 2026 geöffnet und geprüft, keine Grafik aus den Quellen übernommen.

Alle Angaben sind Richtwerte ohne Gewähr. Was Fische fressen, hängt vom Gewässer, vom Bestand und von der Jahreszeit ab.