Quappe / Rutte / Trüsche

Die Quappe, auch Rutte oder Trüsche genannt, ist der einzige Dorschartige, der nur im Süß- und Brackwasser lebt. Sie ist nachtaktiv, im Winter am aktivsten und gilt in Deutschland als stark gefährdet.

Naturkundetafel einer Quappe
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Ein einzelner, langer Bartfaden am Kinn
  2. Zweite Rückenflosse etwa sechsmal so lang wie die erste, dazu eine sehr lange Afterflosse
  3. Kehlständige Bauchflossen: Sie sitzen vor den Brustflossen
Typische Größe30–60 cmoft nur um 40 cm
Alter10–12 Jahreselten bis 20 Jahre
MerkmalEin Bartfaden am KinnBauchflossen vor den Brustflossen
AktivNacht und Winterim Sommer lange Ruhephasen

Fangchancen im Jahresverlauf

J○
F○
M○
A○
M–
J–
J–
A–
S○
O◐
N○
D○
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du sie erkennst

Der Körper ist langgestreckt, vorn rund und nach hinten seitlich abgeflacht. Der Kopf ist breit, das Maul weit und leicht unterständig. Am Kinn sitzt ein einzelner langer Bartfaden. Die Bauchflossen stehen vor den Brustflossen.

Die zweite Rückenflosse ist etwa sechsmal so lang wie die erste, auch die Afterflosse ist auffallend lang. Die Schwanzflosse ist abgerundet. Die Grundfarbe ist gelb bis braun mit dunkler Marmorierung. Meist bleibt die Quappe bei etwa 40 Zentimetern, als Durchschnitt werden 30 bis 60 Zentimeter genannt.

Die Quappe erinnert an einen kleinen Wels oder an einen Aal. Dem Aal fehlen Bauchflossen und Bartfaden. Wels und Zwergwels tragen mehrere Bartelpaare, der Zwergwels dazu eine Fettflosse. Ein einzelner Kinnfaden und zwei Rückenflossen kommen im heimischen Süßwasser nur bei der Quappe vor.

Wo sie steht

Die Quappe bewohnt kühle, klare und sauerstoffreiche Seen und Flüsse mit kiesigem oder sandigem Grund. Sie bevorzugt etwa 4 bis 18 °C und meidet Schlamm. Den Tag verbringt sie unter Wurzeln und Steinen.

In Seen stehen Quappen an steil abfallenden Ufern, in Flüssen an unterspülten Ufern, Steinpackungen, Wehren und Mündungen.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

Im See

Schnitt durch einen See vom Ufer bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.ScharkanteTiefer GrundFrühjahr · Fangchance: möglichScharkanteTiefer GrundSommer · Fangchance: kaumScharkanteTiefer GrundHerbst · Fangchance: möglichScharkanteTiefer GrundWinter · Fangchance: möglich · Laichzeit
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Scharkante
  • Tiefer Grund

Die Quappe bevorzugt große, tiefe Seen mit kühlem, sauerstoffreichem Wasser. Dort steht sie an steil abfallenden Uferstrecken, wo sie genug Verstecke findet. Tagsüber hält sie sich unter Wurzeln, Steinen und zwischen dichten Pflanzen auf.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April möglich, im Mai kaum.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender kaum. Im Sommer frisst die Quappe wenig und steht tief. In Sommernächten kommt sie zum Fressen auch ins flachere Wasser.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober gut, im November möglich.

Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Zur Laichzeit von November bis März zieht sie ins flachere Wasser und laicht nachts über Sand und Kies. Im See sind die Laichschwärme schwer zu finden, in dieser Zeit ist die Quappe vielerorts geschont.

Im Fluss

Draufsicht auf einen Flussabschnitt, die Strömung läuft von links nach rechts. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrömungUnterspültes UferGumpenSteinschüttungFrühjahr · Fangchance: möglichUnterspültes UferGumpenSteinschüttungSommer · Fangchance: kaumUnterspültes UferGumpenSteinschüttungHerbst · Fangchance: möglichUnterspültes UferGumpenSteinschüttungWinter · Fangchance: möglich · Laichzeit
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Unterspültes Ufer, überhängende Äste, Holz
  • Gumpen, tiefe Stelle
  • Steinschüttung, Spundwand, Hafen

Im Fluss steht die Quappe an unterspülten Ufern und Steinpackungen, an Schleusen und Wehren sowie in Fluss- und Grabenmündungen. Sie sucht Schutz unter Steinen, in Uferspalten und zwischen Baumwurzeln. Außerhalb der Laichzeit sammeln sich Flussquappen in tiefen Löchern.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März und April möglich, im Mai kaum.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender kaum. Im Sommer legt sie längere Ruhephasen ein und bevorzugt tiefes Wasser.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September möglich, im Oktober gut, im November möglich.

Winter: Fangchance laut Fangkalender möglich. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Zur Laichzeit zieht die Quappe häufig stromauf und staut sich dabei mitunter an Bauwerken im Fluss. Gelaicht wird über sandig-kiesigen Stellen, in dieser Zeit ist sie vielerorts geschont.

Tiefe: Sie lebt am Grund über Kies oder Sand und meidet Schlamm. Im Sommer bevorzugt sie tiefes Wasser.

Größenvergleich: Quappe typisch 30–60 cm, selten bis 90 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 90 cmbis 60 cmab 30 cm
Größetypisch 30–60 cm, selten bis 90 cm
Aktive Tageszeiten: QuappeNachtMorgenTagAbendNacht
AktivDie Quappe sucht ihre Nahrung in der Dämmerung und nachts, den Tag verbringt sie ruhend im Versteck.

Wie sie jagt und laicht

Kleine Quappen fressen Wasserasseln und Insektenlarven. Ab etwa 20 bis 30 Zentimetern stellen sie auf Fisch um und nehmen auch Laich. Gejagt wird in der Dämmerung und nachts am Grund. Im Sommer legt die Quappe längere Ruhephasen ein.

Gelaicht wird von November bis März bei Wassertemperaturen unter 6 °C. Die Fische ziehen dafür ins Flache oder stromauf und laichen nachts über Sand und Kies. Die Lebenserwartung liegt meist bei 10 bis 12 Jahren.

Wann sie beißt

Die Quappe ist ein Winterfisch. Ihre aktivste Zeit fällt aber mit der Laichzeit zusammen, in der sie vielerorts geschont ist. Wo das Angeln erlaubt ist, liegen die besseren Chancen kurz davor und danach, vor allem in dunklen, regnerischen Nächten.

Im Sommer frisst sie wenig und steht tief. Erst mit dem Abkühlen im Herbst wird sie wieder aktiv.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du sie fängst

Wo die Quappe beangelt werden darf, ist das Grundangeln mit Naturködern üblich. Eine einfache Laufbleimontage mit kurzem Vorfach genügt. Bewährt ist ein Bündel Tauwürmer, das du regelmäßig erneuerst.

In tiefen Seen werden Quappen auch mit kleinen Pilkern gefangen, die in kurzen Sprüngen über den Grund geführt werden. Die Schnur sollte abriebfest sein, weil die Standplätze hängerträchtig sind.

Erst die Regeln, dann der Angelplatz: Prüfe vor jedem Ansitz, ob die Quappe in deinem Gewässer beangelt werden darf. Viele Länder und Vereine schonen sie.

Nachts und dicht am Grund: Die Quappe sucht ihre Beute im Dunkeln am Boden. Der Köder muss aufliegen und regelmäßig erneuert werden.

Passende Köder

Tauwurmbündel an der Grundmontage; in tiefen Seen auch kleine, langsam gezupfte Pilker.

Montagen zu diesen Ködern: Grundblei-Laufmontage, Köderfisch-Montage, Posenmontage.

Stark gefährdet und vielerorts geschont: Ob du auf Quappe angeln darfst, regeln Bundesland und Erlaubnisschein.

Alle Köder im Überblick

Was du beachten musst

Die Quappe steht in der Roten Liste Deutschlands von 2023 als stark gefährdet. In vielen Gewässern ist sie geschützt und darf weder gezielt beangelt noch entnommen werden.

Schonzeiten, Mindestmaße und Entnahmefenster legen die Bundesländer sowie die Fischereibehörden der Anrainerstaaten (Dänemark, Norwegen, Polen) fest. Sie variieren je nach Gewässertyp, Küstenabschnitt und Jahreszeit. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Für maßige Fische, die entnommen werden dürfen, gilt die Pflicht zur sofortigen, tierschutzgerechten Betäubung und Tötung. Geschonte, untermaßige oder im Rahmen eines Entnahmefensters zu große Exemplare müssen mit nassen Händen äußerst schonend direkt im Wasser gelöst und zurückgesetzt werden.

Häufige Fragen (FAQ)

Sind Quappe, Rutte und Trüsche derselbe Fisch?

Ja. Alle drei Namen meinen Lota lota. Rutte heißt sie in Österreich, Trüsche am Bodensee.

Warum beißt die Quappe vor allem im Winter?

Sie ist an kaltes Wasser angepasst und im Winter deutlich aktiver als im Sommer.

Darf ich die Quappe mitnehmen?

Das hängt vom Bundesland und vom Gewässer ab. Die Art ist vielerorts geschont. Verbindlich sind Landesrecht und Erlaubnisschein.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 2. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über uns.

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