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Schleie

Die Schleie (Tinca tinca) ist ein vorsichtiger Grundfisch verkrauteter, schlammiger Gewässer. Du erkennst sie an der roten Iris und den winzigen Schuppen, sie frisst vor allem in der Dämmerung und war 2007 Fisch des Jahres in Deutschland.

Naturkundetafel einer Schleie
Naturkundetafel von AngelMomente, KI-unterstützt entworfen.
  1. Vorstülpbares, dicklippiges Maul mit zwei kurzen Barteln
  2. Hoher Schwanzstiel mit gerade abschließender Schwanzflosse
  3. Dunkel olivfarbener Körper mit kleinen Rundschuppen und schleimiger Haut
Typische Größe20 bis 45 cmbis 7,5 kg belegt
Altermind. 20 Jahrelaut DTU Aqua
LaichzeitMai bis Juliab etwa 18 °C
AktivDämmerungtagsüber zwischen Pflanzen

Fangchancen im Jahresverlauf

J–
F–
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A◐
M◐
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A●
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O○
N–
D–
  • Kaum Chancen
  • Möglich
  • Gut
  • Hauptsaison
  • Laichzeit (Schonzeit beachten)

Redaktionelle Einschätzung für Gewässer in Deutschland, kein Messwert und keine Garantie. Laichzeit ist nicht gleich gesetzliche Schonzeit.

Woran du die Schleie erkennst

Der Körper ist gedrungen und kräftig, der Schwanzstiel auffallend hoch und kurz. Die Flossen sind gerundet, nur die Schwanzflosse schließt gerade ab. Die Haut ist dick und schleimig, die Schuppen sind sehr klein und sitzen tief. Die Färbung reicht von olivgrün bis fast schwarz mit Messingglanz, der Bauch ist gelblich. Die Iris leuchtet rot bis orange.

Das kleine, endständige Maul ist vorstülpbar, hat dicke Lippen und in jedem Winkel eine kurze Bartel. Männchen haben deutlich größere Bauchflossen mit verdicktem zweiten Strahl, bei Weibchen sind sie klein und spitz.

Zur Größe gehen die Angaben auseinander. FishBase nennt 20 Zentimeter als häufige Länge, der LFV Bayern 35 bis 45 Zentimeter. Als Höchstwerte gelten 65 bis 70 Zentimeter und 7,5 Kilogramm. In dänischen Gewässern erreichen Schleien nach Angaben der DTU Aqua bis etwa 5 Kilogramm und mindestens 20 Jahre. Wo es zu viele von ihnen gibt, bleiben sie klein und sind selten schwerer als 2 Kilogramm.

Schleie liegt seitlich auf einer Wiese: olivgrüner Körper mit sehr kleinen Schuppen, rötliche Iris, runde dunkle Flossen und gerade abschließende Schwanzflosse
Schleie aus einem Teich im Raum Celle (Niedersachsen), gefangen im September 2011. Gut zu sehen: rötliche Iris, sehr kleine Schuppen und die fast gerade abschließende Schwanzflosse. Foto: Viktor B., mit Einverständnis veröffentlicht. Mehr Leserfänge unter Eure Fänge.

Vom Karpfen unterscheidet dich die einzelne Bartel je Maulwinkel, der Karpfen hat zwei Paar. Karausche und Giebel tragen gar keine Barteln. Dazu kommen die kleinen Schuppen und die gerade Schwanzflosse. Die gelbrote Goldschleie ist eine Farbvarietät und wird oft als Zierfisch gehalten.

Wo die Schleie steht

Die Schleie steht in stehenden und langsam fließenden Gewässern: in Altarmen, Teichen und Seen mit schlammigem Grund sowie Kraut- und Schilfzonen. Fließt das Wasser schneller als etwa einen Viertelmeter pro Sekunde, verschwindet sie nach Untersuchungen der DTU Aqua. Brackwasser verträgt sie bis 12 Promille Salz, in Dänemark ist sie dort aber selten.

In kleinen Gewässern mit viel Pflanzen verteilen sich Schleien über die ganze Fläche, in größeren Seen halten sie sich in der Uferzone auf. Meist stehen sie am äußeren Rand des Schilfs oder an Krautgürteln. Besonders wohl fühlen sie sich zwischen Seerosen, Krebsschere, Hornblatt und Schwimmendem Laichkraut. Mit ihrem geringen Sauerstoffbedarf kommen sie auch dort zurecht, wo andere Fische fehlen: Die DTU Aqua nennt 0,7 Milligramm pro Liter, weniger als ein Karpfen verträgt.

Die Rote Liste Deutschlands (2023) führt die Schleie als ungefährdet, den Bestand als mäßig häufig, langfristig mit mäßigem Rückgang, kurzfristig mit deutlicher Zunahme. Der LFV Bayern nennt den Verlust von Laichplätzen und Jungfischhabitaten als Gefährdung.

Standplätze im Bild

Wähle eine Jahreszeit: Der Fisch zeigt, wo die Art dann steht. Rot beschriftete Stellen gelten nur in der gewählten Zeit. Je mehr Fische im Bild, desto besser die Fangchance laut Fangkalender. Das Bild ist schematisch, jedes Gewässer ist anders.

Im See

Schnitt durch einen See vom Ufer bis ins tiefe Wasser. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.SchilfkanteKrautfeldFrühjahr · Fangchance: gutSchilfkanteKrautfeldSommer · Fangchance: gut · LaichzeitSchilfkanteKrautfeldTiefer GrundHerbst · Fangchance: möglichSchilfkanteKrautfeldWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Schilfkante
  • Seerosen und Krautfeld
  • Tiefer Grund

Die Schleie lebt am Grund pflanzenreicher Gewässer mit schlammigem Boden. Tagsüber steht sie meist verborgen zwischen Wasserpflanzen. Gefangen wird sie in der Nähe von Schilfgürteln, Seerosen und stark verkrauteten Bereichen.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April und Mai gut. Im Frühjahr fressen Schleien in flachen Buchten mit aufkommendem Kraut, an Mündungen kleiner Gräben und an Schilfkanten. Drückt der Wind warmes Oberflächenwasser in eine flache Bucht, ist dort ab Mittag mit ihnen zu rechnen.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten. Im Sommer fressen Schleien im dichtesten Kraut. Aussichtsreich sind natürliche Lücken im Kraut und der Rand von Seerosenfeldern. An warmen Regentagen beißen sie auch ganztägig.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum. Mit sinkenden Temperaturen fressen Schleien noch einmal stärker. Dann lohnen mitunter die tiefsten Stellen des Gewässers, im Altweibersommer auch absterbende Krautbetten und Schilfkanten.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Den Winter verbringen Schleien eingegraben im Schlamm.

Im Fluss

Draufsicht auf einen Flussabschnitt, die Strömung läuft von links nach rechts. Die Standplätze der gewählten Jahreszeit stehen als Text darunter.StrömungBuchtFrühjahr · Fangchance: gutBuchtSommer · Fangchance: gut · LaichzeitBuchtHerbst · Fangchance: möglichBuchtWinter · Fangchance: kaum
Bild seitlich verschieben, um das ganze Gewässer zu sehen.
  • Ruhige Bucht mit Wasserpflanzen

Im Fluss lebt die Schleie in langsam fließenden Abschnitten und Altwässern mit schlammigem Grund und dichtem Pflanzenwuchs.

Frühjahr: Fangchance laut Fangkalender im März möglich, im April und Mai gut.

Sommer: Fangchance laut Fangkalender im Juni und Juli gut, im August Hauptsaison. In diese Zeit fällt die Laichzeit, Schonzeiten beachten.

Herbst: Fangchance laut Fangkalender im September gut, im Oktober möglich, im November kaum.

Winter: Fangchance laut Fangkalender kaum. Den Winter verbringen Schleien eingegraben im Schlamm.

Größenvergleich: Schleie typisch 20–40 cm, selten bis 70 cm, daneben ein Mensch von 1,80 m1,80 mselten bis 70 cmbis 40 cmab 20 cm
Größetypisch 20–40 cm, selten bis 70 cm
Aktive Tageszeiten: SchleieNachtMorgenTagAbendNacht
AktivSchleien fressen vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung, in vielen Gewässern nur nachts oder bei bedecktem Wetter.

Wie sie lebt und laicht

Jungfische fressen Algen und Zooplankton. Größere Schleien nehmen Insektenlarven, Würmer, Schnecken, Muscheln, Wasserasseln, Pflanzen und totes organisches Material, erwachsene Tiere nach FishBase vor allem Weichtiere. Wenn sie im Boden wühlen, steigen kleine Gasblasen auf.

Tagsüber stehen Schleien verborgen zwischen Pflanzen, mit der Dämmerung durchwühlen sie den Boden. Sie schwimmen in kleinen Gruppen, oft zwei bis fünf Fische. In sehr trüben Seen sind sie auch tagsüber aktiv, vor allem bei schwülem, drückendem Wetter.

Männchen laichen zum ersten Mal mit zwei bis drei Jahren, Weibchen mit drei bis vier. Gelaicht wird in mehreren Schüben über Wochen, in Dänemark von Ende Mai bis Anfang Juli. Angler berichten, dass es bei 18 bis 20 Grad beginnt und sich in kalten Sommern bis in den Juli oder August zieht. Die klebrigen Eier haften an Pflanzen, ein Weibchen von etwa 500 Gramm trägt rund 300.000. Unter 8 Grad fressen Schleien deutlich weniger, den Winter verbringen sie eingegraben im Schlamm.

Wann sie beißt

Die Schleienzeit beginnt mit den ersten Frühlingstagen. Scheint die Sonne und drückt leichter Wind warmes Oberflächenwasser in eine flache Bucht, kannst du dort von Mittag bis in den frühen Abend mit Schleien rechnen. Ohne Nachtfröste fressen sie nach warmen Tagen noch spät in der Nacht und schon lange vor Sonnenaufgang. Fressplätze liegen in flachen Buchten mit neuem Kraut, an Mündungen kleiner Wiesengräben und an Schilfkanten.

Im Sommer wachsen Kraut und Seerosen zu. Dann stehen Schleien oft im dichtesten Bewuchs, natürliche Lücken im Kraut und der Rand von Seerosenfeldern sind die besten Plätze. Gefangen wird vor allem in der Morgen- und Abenddämmerung, an warmen, verhangenen Regentagen nicht selten ganztägig. Im Herbst fressen sie noch einmal kräftig, Angler berichten von schweren Fischen an den tiefsten Stellen. Im Winter ist ein Fang nach Angaben der DTU Aqua die Ausnahme.

Die Monatsübersicht aller Arten und den Wassertemperatur-Check findest du im Fangkalender.

Womit du sie fängst

Fast alles beginnt mit der Pose (Posenangeln, Posenmontage). Weil Schleien lange am Köder zupfen, helfen in flachem, klarem Wasser durchsichtige Posen und eine bis an die Pose hochgeschobene Bebleiung. Mit einem dicken Tauwurm und einem Pilotkügelchen als Bissanzeiger geht es auch ganz ohne Blei.

Als überraschend wirksam gelten feine Bibber- oder Schwingspitzen mit leichtem Grundblei, das in einem Laufröhrchen hängt (Grundangeln, Grundblei-Laufmontage). Damit kannst du kleine Köder anbieten, musst aber sofort anschlagen. Die angeblich so vorsichtige Schleie zeigt dann erstaunlich harte Bisse. Wo sie nachts frisst, lohnt auch Nachtangeln.

Bewährt ist ein Bündel kleiner Mistwürmer an einem kurzschenkligen Haken der Größe 10, in Gewässern mit großen Schleien ein dicker Tauwurm, der weniger Kleinfischbisse bringt. Bewege den Wurm ab und zu leicht. Im Sommer fangen auch Maden, wenn nicht zu viele Weißfische da sind. Schleien mögen Wasserschnecken (Schnecken), eine heimische Art heißt sogar Schleischnecke. Wird auf Karpfen geangelt, fangen auch Boilies Schleien, dann mit deutlich längerem Vorfach als beim Karpfenangeln. Wie du Fische landest und abhakst, steht unter Landen und Abhaken.

Köder gelegentlich bewegen: Ein leichtes Zupfen am Wurm löst manchmal den Biss aus. Außerdem verkriecht sich der Wurm dann nicht im Schlamm.

Gasblasen beobachten: Aufsteigende Gasblasen verraten Schleien, die den Boden durchwühlen. Auf lauen Sommerabenden rollen sie manchmal an der Oberfläche.

Kraut nur freimachen, wo es erlaubt ist: Im Hochsommer helfen kleine freigejätete Futterplätze im Kraut. Das ist nicht überall erlaubt, frag vorher beim Gewässerbewirtschafter nach.

Passende Köder

Mistwurm, Muschelfleisch, Maden oder Caster; auch Mais, Teig und Mini-Boilies.

Montagen zu diesen Ködern: Waggler-Montage, Haarmontage, Posenmontage, Grundblei-Laufmontage.

Alle Köder im Überblick

Was du mit einer Schleie machst

FishBase nennt das Fleisch hoch geschätzt, die Schleie wird gebraten, gegrillt oder gebacken zubereitet. Die Haut ist dick und schleimig, die Schuppen sind klein und sitzen tief. Wie du damit umgehst, steht unter Schuppen und Häuten, dazu Ausnehmen und Filetieren. Zum Aufbewahren lies Aufbewahren und Hygiene.

Was du beachten musst

Ob für die Schleie in deinem Gewässer eine Schonzeit oder ein Mindestmaß gilt, regeln die Bundesländer. Deshalb nennen wir keine starren Zahlen: Verbindlich sind stets die Fischereiverordnung deines Bundeslandes und dein Erlaubnisschein. Eine Linkliste der amtlichen Quellen findest du im Fangkalender.

Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Betäubung oder, wenn das zumutbar ist, unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden (§ 4 Tierschutzgesetz). Wer es ohne vernünftigen Grund tötet, wird bestraft (§ 17). Wie das beim Fisch geht, steht unter Betäuben und Töten.

Geschonte, untermaßige oder im Entnahmefenster zu große Schleien setzt du mit nassen Händen schonend zurück (Zurücksetzen). Das Zurücksetzen steht im Spannungsfeld mit dem Tierschutzrecht und ist nur im Einklang mit Hegeziel und Recht deines Bundeslandes zulässig. Die IUCN stuft die Schleie als nicht gefährdet ein, die Rote Liste Deutschlands von 2023 als ungefährdet.

Was das Landesrecht zu Schonzeit und Mindestmaß dieser Art vorgibt, steht im Kasten „Auf einen Blick“ der Länderseiten für Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Für die übrigen Länder führt unsere Übersicht diese Art nicht auf, maßgeblich ist dort die Landesfischereiverordnung.

Häufige Fragen (FAQ)

Wann beißt die Schleie am besten?

Am ehesten in der Morgen- und Abenddämmerung. Im Frühjahr kannst du von Mittag bis in den frühen Abend in sonnenwarmen, flachen Buchten mit Bissen rechnen, an warmen, verhangenen Regentagen im Sommer auch ganztägig. Im Herbst fressen Schleien noch einmal kräftig.

Warum zupft die Schleie nur am Köder?

Sie ist vorsichtig und nimmt Nahrung zögerlich auf. Durchsichtige Posen, eine bis an die Pose hochgeschobene Bebleiung oder eine Schwingspitze mit leichtem Laufblei helfen. Bei der Spitzenmontage schlägst du sofort an.

Woran unterscheide ich Schleie und Karpfen?

Die Schleie hat nur eine kurze Bartel je Maulwinkel, winzige Schuppen, eine rote Iris und eine gerade Schwanzflosse. Der Karpfen trägt zwei Paar Barteln, große Schuppen und eine tief gekerbte Schwanzflosse.

Quellen

Die Einstufung der Fangchancen ist eine redaktionelle Einschätzung. Die Fakten stammen aus diesen Quellen, der Text ist in eigenen Worten formuliert. Die Illustration ist ein eigener Entwurf im Stil einer Naturkundetafel von AngelMomente (KI-unterstützt erstellt, siehe KI-Hinweis).

KI-unterstützt aus den genannten Quellen erstellt. Zahlen stehen nur im Text, wenn eine Quelle sie nennt. Zuletzt geprüft: 6. Oktober 2026. Fehler gefunden? Schreib uns. Wer hinter der Seite steht: Über mich.

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